{"id":10093,"date":"2024-04-16T16:06:43","date_gmt":"2024-04-16T16:06:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=10093"},"modified":"2024-04-17T15:58:10","modified_gmt":"2024-04-17T15:58:10","slug":"mit-rennrad-auf-dem-seefelder-plateau-im-sommerlichen-fruehling","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=10093","title":{"rendered":"Mit Rennrad auf dem Seefelder Plateau im sommerlichen Fr\u00fchling"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/mi-3-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/mi-3-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10094\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/mi-3-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/mi-3-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/mi-3-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/mi-3-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/mi-3-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Es ist nur kalendarisch noch Fr\u00fchling in der Mitte des Aprils. Die erhitzte Erde hat in den letzten beiden Aprilwochen des Jahres 2024 in den Alpent\u00e4lern schon Temperaturen von bis zu 30 Grad aufgezeigt. Der Raps bl\u00fchlt strahlendgelb. Der Pegel des Inns ist gestiegen. Der Wind weht die L\u00f6wenzahnsamen von den K\u00f6pfen. Wenn ich an die Blechw\u00fcrmer in der Stadt denke, wenn ich an den Blechwurm auf der A12 denke, der wir mit unseren Rennr\u00e4dern etwas entlang fahren, dann denke ich mir wieder, wie ignorant die Massen doch sein m\u00fcssen, dass keine Umkehr stattfindet. Unsere Radroute f\u00fchrt von Innsbruck \u00fcber V\u00f6ls und Kematen und Zirl  durch die verbliebenen Reste der Aulandschaften des Inns. Hinauf in der Hitze geht es von Telfs die Serpentinen zur Buchener H\u00f6he. Noch sind die gegen\u00fcberliegenden Sellrainer Berge und auch die Gipfel des Wettersteingebirges und des Karwendels mit Schnee \u00fcberzogen und der Firn lockt verlockend hinunter und ich ertappe mich dabei, dass ich hin und wieder gerne den Asphalt mit dem Firn vertauschen m\u00f6chte. Donnernde Motorr\u00e4der rei\u00dfen mich manchmal aus den Gedanken und hinter mir landet eines von ihnen auf der Stra\u00dfe, weil ein \u00dcberholman\u00f6ver des Rasers mit seiner H\u00f6llenmaschine wohl daneben geht. Direkt proportional zur Hitze und zur Steigung hinauf nach Buchen, rund 600 H\u00f6henmeter, steigt auch der Puls. Das Seefelder Plateau ist fast kitschig sch\u00f6n mit seinen Wiesen und kleinen Weilern der Leutasch. Dankbar bin ich dem Windschatten &#8211; und noch mehr der Person, die mich begleitet, weil der Wind bl\u00e4st heute vom Norden \u00fcber die tiefgr\u00fcnen Felder, die so wundersch\u00f6n im Kontrast zum tiefblauen Himmel und den schneebedeckten Kalkbergen sind. Ich blicke zu einigen hinauf, die ich in den letzten beiden Jahren mehr und mehr kennenlernen konnte. Mittenwald ist wie immer eine verschlafene Ortschaft, so als w\u00fcrde hier das Ende der Welt sein &#8211; irgendwie ist es ja das Ende bzw. der Anfang von Deutschland. Ob Ende oder Anfang, das liegt wohl, w\u00fcrde Kant sagen, in der Subjektivit\u00e4t des Betrachtenden. Allein fahre ich dann wieder zur\u00fcck \u00fcber das tiefgr\u00fcne Seefelder Plateau, wo Himmelschl\u00fcsselwiesen noch anzeigen, dass Fr\u00fchling und doch nicht Sommer ist. Sanft schl\u00e4ngelt sich die Leutascher Ache gef\u00fcllt mit Schmelzwasser von Nord nach S\u00fcd durch das breite Hochtal. Nun in meine eigene Gedankenwelt versunken geht es vorbei am Ludwig-Ganghofer-Museum, das in der alten Dorfschule in der Leutasch untergebracht ist. Ganghofer &#8211; der Kriegspoet, der Heimatdichter, bekannt f\u00fcr seine vielen propagandistischen nationalistischen Gedichte, die die tapferen Soldaten priesen, die im Ersten Weltkrieg f\u00fcr den Kaiser k\u00e4mpften und fielen. Ich denke an die Kriege heute, an die Ukraine, an den Nahen Osten &#8211; und an jene, die wie Ganghofer damals milit\u00e4risches Tun f\u00fcr ethisch geboten betrachten. Rasant geht es hinunter ins Inntal. Dankbar bin ich nun f\u00fcr den R\u00fcckenwind, der mich zur\u00fcck nach Innsbruck schiebt. Einiges mehr als 100 Kilometer mit rund 1400 H\u00f6henmetern waren es mit viel Fr\u00fchling und Sommer zugleich, mit Gedanken, die weit \u00fcber die wunderbare Fr\u00fchlingslandschaft hinausgehen &#8211; und dann wieder bei der kriegerischen Eskalation im Nahen Osten ankommen. Wie sch\u00f6n w\u00e4re diese Welt, w\u00fcrde sie nicht von Unvernunft bestimmt, w\u00e4re 300 Jahre nach Kant Vernunft der Ma\u00dfstab jedweden Handelns &#8211; privat wie gesellschaftlich-politisch.<\/p>\n\n\n\n<p>klaus.heidegger, 14.4.2024<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/mi-3-768x1024.jpg' class='thumbnail' \/>Es ist nur kalendarisch noch Fr\u00fchling in der Mitte des Aprils. Die erhitzte Erde hat in den letzten beiden Aprilwochen des Jahres 2024 in den Alpent\u00e4lern schon Temperaturen von bis zu 30 Grad aufgezeigt. Der Raps bl\u00fchlt strahlendgelb. Der Pegel des Inns ist gestiegen. Der Wind weht die L\u00f6wenzahnsamen von den K\u00f6pfen. 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