{"id":10188,"date":"2024-05-14T08:10:01","date_gmt":"2024-05-14T08:10:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=10188"},"modified":"2026-02-03T07:31:38","modified_gmt":"2026-02-03T07:31:38","slug":"nein-zu-jedem-krieg-ja-zum-frieden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=10188","title":{"rendered":"NEIN ZU JEDEM KRIEG! \u2013 JA ZUM FRIEDEN!"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>NEIN ZU JEDER KRIEGSUNTERST\u00dcTZUNG! \u2013 JA ZU NICHTMILIT\u00c4RISCHER DIPLOMATIE!<br>NEIN ZU AUFR\u00dcSTUNG! \u2013 JA ZU ZIVILEN KONFLIKTL\u00d6SUNGSINSTRUMENTEN!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verschweigendes Wegschauen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Vorwurf des Antisemitismus, des Antijudaismus und Antiisraelismus wiegt in unserem Land besonders schwer. Wer gegen den Kriegskurs in Gaza ist, wer die jahrzehntelange koloniale Siedlungspolitik im Westjordanland oder die genozidalen Pl\u00e4ne der ultranationalistischen Parteien in Israel kritisiert, steht hierzulande gleich im Verdacht, antij\u00fcdisch oder antisemitisch zu sein. Der 14. Mai markiert den Geburtstag des israelischen Staates. Der 15. Mai wiederum die Nakba. Diese historischen Daten sind seit 1948 eine bleibende Herausforderung geblieben und verlangen nach einer L\u00f6sung. Wie k\u00f6nnen Juden und J\u00fcdinnen einerseits und Pal\u00e4stinenserinnen und Pal\u00e4stinenserinnen andererseits in einem Land gemeinsam und friedlich leben?<\/p>\n\n\n\n<p>Friedensbewegte Menschen erfahren auch mit Blick auf das Kriegsgeschehen in der Ukraine einen analogen Vorwurf. Wer gegen die milit\u00e4rischen Abwehrversuche ist, wird sofort als &#8222;Putinversteher&#8220; diffamiert und als unsolidarisch mit dem ukrainischen Volk bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Appell des Papstes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am 11. Mai 2024 traf sich Papst Franziskus mit 30 Nobelpreistr\u00e4gerinnen und Nobelpreistr\u00e4gern im Vatikan. Seine Worte geben eine klare Richtung vor: &#8222;Auf einem Planeten, der in Flammen steht, habt ihr euch versammelt, um euer Nein zum Krieg und euer Ja zum Frieden erneut zu betonen. \u2026 Der Krieg ist ein Betrug. Der Krieg ist immer eine Niederlage. Und die Idee einer internationalen Sicherheit, die auf Abschreckung beruht, ist ein weiterer Betrug.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Treffen im Vatikan hielt die die jemenitische Friedensnobelpreistr\u00e4gerin Tawakkol Karman eine Rede. Israel betreibe &#8222;einen Genozid und eine ethnische S\u00e4uberung gegen das pal\u00e4stinensische Volk in Gaza&#8220;. Weiters sagte sie, dass die derzeitigen Studentenproteste in Rom, in den USA und anderen L\u00e4ndern gegen den Krieg in Gaza wichtig seien. Es gehe darum, die USA auf die &#8222;richtige Seite der Geschichte&#8220; zu bringen und zu verhindern, dass L\u00e4nder Waffen liefern an &#8222;Regime und Besatzungsm\u00e4chte, die Frauen und Kinder t\u00f6ten.&#8220; Ausdr\u00fccklich verglich Karman an dieser Stelle das Vorgehen Israels in Gaza mit den Angriffen der russischen Armee in der Ukraine. Sie sagte: &#8222;Warum werden t\u00e4glich pal\u00e4stinensische Frauen und Kinder in Gaza als Folge der israelischen Besatzung get\u00f6tet? Warum werden Frauen und Kinder in der Ukraine als Folge der russischen Besatzung get\u00f6tet?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was geschieht?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Nahen Osten findet etwas statt, das als \u201eV\u00f6lkermord\u201c bezeichnet wird. S\u00fcdafrika und \u00c4gypten klagen Israel diesbez\u00fcglich beim Internationalen Gerichtshof an. Laut v\u00f6lkerrechtlicher Definition bedeutet \u201eV\u00f6lkermord\u201c eine bewusst geplante und durchgef\u00fchrte Aktion gegen\u00fcber einer bestimmten Bev\u00f6lkerungsgruppe mit dem Ziel ihrer Eliminierung bzw. Beseitigung aus einem bestimmten Gebiet.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Vorgehen und der Terror des militanten Teils der Hamas sind abscheulich und widerw\u00e4rtig und sind unzweifelhaft abzulehnen. Nichts rechtfertigt das T\u00f6ten von unschuldigen Menschen, den Terror gegen\u00fcber der Zivilbev\u00f6lkerung und die Geiselnahme. Wer sich dabei noch auf religi\u00f6se Motive bezieht, verr\u00e4t die Grundbotschaft der heiligen Schriften mit ihrem T\u00f6tungsverbot.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vernichtungskrieg der israelischen Regierung und ihrer Streitkr\u00e4fte im Gaza widerspricht v\u00f6lkerrechtlichen Grundprinzipien. Die Befreiung der Geiseln wird nicht wahrscheinlicher, sondern erschwert und verhindert. Die St\u00e4dte und D\u00f6rfer im Gazastreifen werden komplett zerst\u00f6rt, Tausende Menschen werden get\u00f6tet, verletzt, traumatisiert und leben als Fl\u00fcchtlinge in Elend und Hunger. Laut pal\u00e4stinensischen Angaben wurden 13.000 Kinder und Jugendliche get\u00f6tet. Das sind keine milit\u00e4rischen Ziele. Eine friedliche L\u00f6sung auf dem Weg von Verhandlungen und Diplomatie wird mit jedem Kriegstag noch schwieriger.<\/p>\n\n\n\n<p>All dies geschieht im Kontext einer jahrzehntelangen kolonialen Siedlungspolitik des Staates Israel. Sieben Millionen Menschen aus Pal\u00e4stina leben irgendwo in der Welt als Vertriebene in der Diaspora. Ein Gro\u00dfteil der 1,7 Millionen Menschen im Gazastreifen haben ebenfalls einen Fl\u00fcchtlingshintergrund. Die Westbank wurde in den letzten Jahren systematisch mit Siedlungen zersetzt. Pal\u00e4stinensische Familien werden aus H\u00e4usern und Wohnungen in Ostjerusalem verdr\u00e4ngt, Land wird von israelischen Siedlern besetzt, Olivenhaine werden zerst\u00f6rt und Verkehrswege werden blockiert. Abertausende Pal\u00e4stinenserinnen und Pal\u00e4stinenser sitzen in Gef\u00e4ngnissen, darunter Kinder und Jugendliche, die teils in Einzelhaft gehalten werden. Hamas und andere terroristisch gepr\u00e4gte pal\u00e4stinensische Organisationen sind Folge des enormen jahrzehntelangen Leidens in der pal\u00e4stinensischen Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wo liegen unsere Antworten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir reagieren wir als einzelne sowie in unseren Organisationen?<\/p>\n\n\n\n<p>Manche schauen weg und denken sich: Da kenne ich mich nicht aus. Doch bei Genozid darf es kein Wegschauen mehr geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Andere schweigen, weil man Angst hat, als antisemitisch oder antij\u00fcdisch bzw. judenfeindlich abgestempelt zu werden. Seit dem Holocaust ist solcher Vorwurf oder schon jeder Verdacht in diese Richtung besonders schlimm. F\u00fcr Netanjahu und seine Unterst\u00fctzer ist jede Kritik an der Kriegsf\u00fchrung und kolonialer Siedlungspolitik des israelischen Staates \u201eantisemitisch\u201c.&nbsp; Zuletzt wurde selbst der j\u00fcdische Philosoph Omri Boehm ins antisemitische Eck gestellt, weil er unter anderem von einer Apartheid-Politik Israels sprach.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder andere wiederholen die Antworten, die die M\u00e4chtigen vorgeben. Dazu z\u00e4hlt die \u201eZwei-Staaten-L\u00f6sung\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt aber auch jene friedensbewegten Kr\u00e4fte, die Auswege aus der Spirale von Gewalt und Gegengewalt vorgeben. Das Konzept einer \u201eEin-Staaten-L\u00f6sung\u201c ist eine Alternative. Sie bedeutet jedenfalls das Anerkennungsrecht des Staates Israel, zugleich aber auch eine L\u00f6sung, die der pal\u00e4stinensischen Seite in einem f\u00f6deralen Staatensystem die gleichen Rechte zugesteht. Zun\u00e4chst aber braucht es, um eine Diskussion in diese Richtung fortzuf\u00fchren: Sofortige Waffenruhe! Verhandlungen und nicht noch mehr Waffen! Es g\u00e4be die Kan\u00e4le, mit denen Israelis mit pal\u00e4stinensischen F\u00fchrungseliten in- und au\u00dferhalb Israels reden k\u00f6nnten. Es g\u00e4be die Wege der Diplomatie, die erfolgversprechend sein k\u00f6nnten, wie zuletzt bei den Abraham Accords Vertr\u00e4gen sichtbar geworden ist. <\/p>\n\n\n\n<p>(Bild: Banksy-Kunst in Gaza, eine K\u00e4tzchen gemalt auf eine vom Kriegsgeschehen zerst\u00f6rte Hauswand)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>NEIN ZU JEDER KRIEGSUNTERST\u00dcTZUNG! \u2013 JA ZU NICHTMILIT\u00c4RISCHER DIPLOMATIE!NEIN ZU AUFR\u00dcSTUNG! \u2013 JA ZU ZIVILEN KONFLIKTL\u00d6SUNGSINSTRUMENTEN! Verschweigendes Wegschauen? Der Vorwurf des Antisemitismus, des Antijudaismus und Antiisraelismus wiegt in unserem Land besonders schwer. 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