{"id":10604,"date":"2024-09-06T15:56:19","date_gmt":"2024-09-06T15:56:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=10604"},"modified":"2024-09-06T15:56:19","modified_gmt":"2024-09-06T15:56:19","slug":"ueber-eine-himmelsleiter-entlang-von-ausgesetzten-steigen-und-klagenden-gletscherresten-tag-2-eines-hochalpinen-weges-von-der-hochstubaihuette-ueber-hildesheimer-huette-zur-siegerl","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=10604","title":{"rendered":"\u00dcber eine \u201eHimmelsleiter\u201c, entlang von ausgesetzten Steigen und klagenden Gletscherresten: Tag 2 eines hochalpinen Weges von der Hochstubaih\u00fctte \u00fcber Hildesheimer H\u00fctte zur Siegerlandh\u00fctte"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/gle-1-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/gle-1-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10605\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/gle-1-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/gle-1-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/gle-1-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/gle-1-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/gle-1-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>\u00dcbernachtung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zu einer \u00dcbernachtung auf \u00fcber 3000 Meter z\u00e4hlt wohl, dass man nicht immer gut schl\u00e4ft. Jedes Mal, wenn wer in der Nacht den Gang entlang ging und die Bretter der alten H\u00fctte knarrten, leuchtete ein Licht wie ein Scheinwerfer auf. Das Atmen f\u00fchlt sich auch so anders an, als unten im Tal, und im Kopf spielt sich ein Gewitter ab, das wohl wie ein Ersatz f\u00fcr das Meteorologische ist, das gestern doch nicht kam. Eine mir noch unbekannte H\u00fcttenwanderung in hochalpinem Terrain steht uns bevor.<\/p>\n\n\n\n<p>Sparsam wird das Wasser zum Z\u00e4hneputzen ben\u00fctzt, das aus einem kleinen Wassersack flie\u00dfen kann, der vor der H\u00fctte h\u00e4ngt. W\u00e4hrenddessen schaue ich rundherum und orientiere mich. Um den Hohen Nebelkogel halten sich Nebelwolken. Als die Hochstubaih\u00fctte in den 30er-Jahren erbaut wurde, reichte der W\u00fctenkarferner bis oben zum Gipfelplateau und man konnte \u00fcber ihn den Weg ins Gebiet des Stubaier Gletschers nehmen. In der Zeit der schwindenden Gletscher und des auftauenden Permafrosts haben sich die Besteigungsm\u00f6glichkeiten der diversen Gipfel rundherum ver\u00e4ndert. Riesige Steinbrocken liegen auf dem mit Gletscherspalten grauen Eis des W\u00fctenkarferners, die sich von den Flanken der Wildkarspitze und Warkarseitenspitze gel\u00f6st hatten. Mich zieht es nicht auf diese br\u00fcchig wirkenden Felsgestalten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Himmelsleiter und skurrile Gletscherwelt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wohl einer der steilsten Treppen, die ich je gegangen bin, f\u00fchrt direkt vom Gipfelplateau, auf dem die Hochstubaih\u00fctte liegt, gef\u00fchlt fast senkrecht hinunter zum Seekarsee, der 500 Meter tiefer liegt. Der Name \u201eHimmelsleiter\u201c passt jedenfalls. Zum Gl\u00fcck gibt es auch ein d\u00fcnnes Stahlseil, das etwas Sicherheit schenkt. Die gewesene Verletzung macht mich doch etwas unsicher. Am meisten Sicherheit gibt aber wie immer das begleitende Unterwegssein. Beim Seekarsee dann beginnen reizvolle Querungen, ein neuerlicher Aufstieg zum F\u00e4ulaskofel und dann liegt das vor uns, was als Stubaier Gletscher bezeichnet wird. Eine steile Eisflanke geht beim Windachferner unterhalb von der Jochdohle hinauf. Wir stapfen am n\u00f6rdlichen Ende davon im Schmutz des Gletscherbetriebs \u2013 da liegt selbst ein verlassenes Snowbard und ein zerbeulter Skihelm \u2013 zu den Schneedepots, die mit wei\u00dfen Schutzvliesmatten f\u00fcr die kommenden Skisaison konserviert wurden. Wir haben Steigeisen und Gr\u00f6del dabei, um \u00fcber das triefende Eis hinauf zur Eisgratstation zu gehen, dann hin\u00fcber zur Jochdohle und von dort \u00fcber den Gaiskarferner in den S\u00fcden hinunter. Der Weg \u00fcber den Gletscher ist mit roten Stangen markiert, von denen einige aber schon umgefallen sind, weil sie rundherum keinen Halt mehr haben. Diese \u201eGletscher\u201c-Landschaft wirkt skurril alptraumhaft. Das hochsensible \u00d6kosystem Gletscher ist wohl zerst\u00f6rt. Vliesrollen und ein Gletscher, auf dem tausende B\u00e4chlein Schmelzwasser rinnen. Hier ist der Anschauungsunterricht f\u00fcr die Zahlen, die am Ende des Sommers 2024 ver\u00f6ffentlicht wurden: Der August 2024 geht mit neuen Temperaturrekorden in die Messgeschichte ein. Im Tiefland \u00d6sterreichs waren die Temperaturen um 3\u00b0C h\u00f6her als in der Referenzperiode von 1991 bis 2020, in den Gipfelregionen machte sich sogar ein Anstieg von 3,3\u00b0C bemerkbar. Das Gletschereis schmilzt schneller denn je. Mit Vlies und Schneekanonen wird das rapide Abschmelzen der Gletscher wohl nicht verhindern lassen. Was es br\u00e4uchte, sagt die Wissenschaft ganz klar: Eine Reduktion der klimasch\u00e4dlichen Treibhausgase durch eine nachhaltige Politik und einen Lebensstil der Massen, der nicht auf der Ausbeutung fossiler Rohstoffe beruht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hildesheimer H\u00fctte &#8211; Siegerlandh\u00fctte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Beeindruckend ist der Steig dann weg von der industriellen Gletschernutzungswelt hinunter zur Hildesheimer H\u00fctte. Man merkt, dass die Ferien- und Urlaubszeit zu Ende ist. Nur mehr wenige Menschen sind unterwegs. Gest\u00e4rkt mit Kaspress-Kn\u00f6deln von der H\u00fctte geht es weiter. Das Wetter h\u00e4lt. Steige entlang von Bergflanken, \u00fcber Ger\u00f6ll hinauf auf ein Joch, Blicke auf beeindruckende Bergseen und dann hin\u00fcber zur Siegerlandh\u00fctte, die am Ende des weiten Hochtales liegt. Die Gletscher haben sich wie kleine Restchen aus fr\u00fcheren Zeiten von der H\u00fctte in die H\u00f6hen zur\u00fcckgezogen. Jedenfalls hatten wir auf diesen 16 Kilometer und rund 1300 H\u00f6henmetern im Aufstieg und fast ebenso viel im Abstieg einen Tag voller Eindr\u00fccke, Abertausenden Schritten entlang von Tiefen und H\u00f6hen. Nur ganz am Ende erwischten uns ein paar Regentropfen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/gle-0-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/gle-0-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10606\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/gle-0-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/gle-0-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/gle-0-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/gle-0-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/gle-0-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/gle-1-768x1024.jpg' class='thumbnail' \/>\u00dcbernachtung Zu einer \u00dcbernachtung auf \u00fcber 3000 Meter z\u00e4hlt wohl, dass man nicht immer gut schl\u00e4ft. 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