{"id":10768,"date":"2024-10-14T12:44:19","date_gmt":"2024-10-14T12:44:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=10768"},"modified":"2024-10-14T12:45:15","modified_gmt":"2024-10-14T12:45:15","slug":"zwischen-dem-gezogenen-schwert-der-bavaria-und-dem-zepter-mariens","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=10768","title":{"rendered":"Zwischen dem gezogenen Schwert der Bavaria und dem Zepter Mariens"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-1-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-1-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10769\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-1-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-1-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-1-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-1-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-1-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Ein 13. Oktober<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Abendoktobersonne l\u00e4sst die vergoldete Marienstatue hoch oben auf der Mariens\u00e4ule am Marienplatz noch goldener erscheinen. Es ist ein 13. Oktober, ein Datum, das in der katholischen Tradition mit dem Sonnenwunder von Fatima besetzt ist. F\u00fcr alle, die an besondere Wunderph\u00e4nomene denken, f\u00fcr alle, die glauben, dass mit der Kraft von Gebeten die Gesetze der Natur au\u00dfer Kraft gesetzt werden k\u00f6nnten, dass Gott \u2013 und eben auch Maria \u2013 physikalisch-medizinische Begrenzungen \u00fcbernat\u00fcrlich durchbrechen k\u00f6nnten, f\u00fcr diese Menschen ist der 13. Oktober ein besonderer Feiertag. Fatima und damit der 13. Oktober sind zum Epizentrum erzkatholischer Ideologie geworden, die ambivalenter nicht sein k\u00f6nnte. Wer Religionen allgemein und die katholische Kirche insbesondere als im Widerspruch zur Wissenschaft definiert, findet in Fatima und ihren Wirkungsgeschichten gen\u00fcgend Best\u00e4tigung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Maria im r\u00e4umlichen Zentrum von M\u00fcnchen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit solchen Gedanken stehe ich am 13. Oktober im Herzen der Stadt M\u00fcnchen. Die Marienstatue, wie sie da auf der S\u00e4ule thront mit Zepter und Krone, auf einer Mondsichel stehend und ihr ebenfalls bekr\u00f6ntes Jesuskind spielend leicht in ihrer Linken, ist keine Erscheinung, sondern gebildet mit menschlicher Hand und menschlicher religi\u00f6ser Phantasie. Was w\u00fcrde Maria wohl heute sagen, kletterte sie die Marmors\u00e4ule hinunter und k\u00f6nnte zu den Menschenmassen reden, die sich da am Sonntagabend zum H\u00f6ren des Glockenspiels und zum Bummeln in der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone treffen? Was w\u00fcrde Maria dem CSU-Chef Markus S\u00f6der sagen, der gerade eben sprach von einem harten Asylkurs, der straff\u00e4llig gewordene Asylsuchende zur\u00fcck in die Gef\u00e4ngnisse ihrer Heimatl\u00e4nder schicken m\u00f6chte, \u201eegal wie schrecklich dort die Zust\u00e4nde sind\u201c? Die Fl\u00fcchtlingsfamilie Josef-Maria-Jesus w\u00e4re wohl an der Obergrenzenpolitik S\u00f6ders gescheitert, w\u00e4re dieser Regent damals in Pal\u00e4stina gewesen. Die Politik des bayrischen Ministerpr\u00e4sidenten passt zum gezogenen Schwert der Bavaria, die vor der Ruhmeshalle und der Theresienwiese als s\u00e4kulare Patrona Bayerns in Form eine Kolossalstatue der Stadt und dem Freistaat einen gewaltbereiten Herrschaftsstempel aufdr\u00fcckt. Maria h\u00e4lt in ihrem Arm jenen Menschen, der zum Gewaltverzicht und zur Feindesliebe aufrief. S\u00f6der heute fordert noch mehr Waffen f\u00fcr das eigene Land und die Ukraine und m\u00f6chte die Wiedereinf\u00fchrung der allgemeinen Wehrpflicht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fahnen am Rathaus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Abendsonne beleuchtet das Neue Rathaus mit seiner pr\u00e4chtigen neugotischen S\u00fcdfassade. Die bunten Blumendekorationen an den unz\u00e4hligen Balkonen und Erkern wirken in diesem Licht noch kr\u00e4ftiger und die Figuren und Statuen werden durch den schr\u00e4gen Lichteinfall akzentuiert. Touristen warten auf das t\u00e4gliche Glockenspiel vom Rathausturm. Manche Menschen habe die Medaille vom M\u00fcnchner Marathon um ihren Hals baumeln. Hier war Kilometer 35 und es liefen noch vor einigen Stunden die 25.000 Marathonis ihrem Ziel im Olympiapark entgegen. Auf den wohl mit KI-Technik kreierten Plakaten des Generali-Marathons war im Zentrum eine stilisierte Darstellung der Bavariastatue mit Schwert, Eichenkranz und L\u00f6we. Bavaria nicht Maria.<\/p>\n\n\n\n<p>Westlich vom Turm des Rathauses wehen drei Fahnen im herbstlichen Wind: Die wei\u00df-blaue Fahne Israels mit dem Davidstern, daneben die Fahne mit der Aufschrift \u201eMayors for Peace\u201c und ganz links die blau-gelbe Fahne der Ukraine. \u201eNetanjahu will UN-Einrichtungen auf israelisch-pal\u00e4stinensischem Gebiet entfernen\u201c \u2013 so titelt eine Sonntagszeitung, die in einer Zeitungsbox am Platz schr\u00e4g gegen\u00fcber von der Israelfahne sich befindet. Nein, ich habe nichts gegen das so deutliche offizielle Statement der Stadt M\u00fcnchen f\u00fcr den Staat Israel an einem Platz, der auch eine schreckliche Geschichte mit der Nazi-Diktatur hat, an einem Haus, wo im November 1938 eine der schlimmsten antisemitischen Brandreden die Reichspogromnacht ausl\u00f6ste. &nbsp;\u201eWas fehlt aber an dieser Fassade?\u201c, so frage ich meinen Begleiter und er kennt mich und er wei\u00df schon, dass meine Frage von rhetorischer Qualit\u00e4t ist. \u201eMir fehlt die Fahne Pal\u00e4stinas\u201c, sage ich. Die israelische Flagge neben der pal\u00e4stinensischen \u2013 das w\u00e4re eine echte Friedensgeste, das w\u00e4re eine positive Provokation f\u00fcr den Frieden, das w\u00e4re ein Bekenntnis zu einer Zweistaatenl\u00f6sung, das w\u00e4re ein Signal, dass auch das pal\u00e4stinensische Volk ein Existenzrecht hat. Mich st\u00f6rt auch nicht die Fahne der Ukraine als solche. Auch die Ukraine hat ein Existenzrecht und jede milit\u00e4rische Machtpolitik des russischen Staates ist gegen ein solches Recht. Was w\u00e4re aber, wenn nun neben der ukrainischen Fahne auch jene wei\u00df-blau-rot Gestreifte w\u00e4re, die f\u00fcr Russland steht, dessen Menschen so gerne in Frieden und Sicherheit leben m\u00f6chten. In den Nachrichten von heute und gestern war neuerlich von Kriegshandlungen zwischen der Ukraine und Russland zu lesen und zu h\u00f6ren. Es sterben in diesem so verbrecherisch, sinnlosen Abn\u00fctzungskrieg t\u00e4glich neu so viele Menschen. Aber am politisch kl\u00fcgsten w\u00e4re es, auf all die ambivalenten Staatsfahnen zu verzichten \u2013 und sie mit einer wei\u00dfen Friedensfahne und der Aufschrift NO WAR und einer regenbogenbunten Friedensfahne auszutauschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Rund um den Sockel der Mariens\u00e4ule sind vier wehrhafte Engel. Wie Bavaria haben sie die Schwerter gez\u00fcckt. Sie vernichten das B\u00f6se \u2013 auch den Krieg. Aus meiner Perspektive sehe ich genau zwischen dem Schwert von einer der barocken Figuren und der S\u00e4ule die blau-gelbe Fahne der Ukraine. Wie ein Kippbild kann die Allegorische Figur ben\u00fctzt werden. Im Sinne vom proklamierten Siegesplan Selenskyis \u2013 der russische B\u00e4r wird dann zum Drachen, der vom Engel erstochen wird. Wie sehr w\u00fcnschte ich mir andere Darstellungen, die dem gewaltfreien Charakter der heiligen Schriften entspr\u00e4chen: Dann w\u00fcrde einer der Engel den Drachen z\u00e4hmen, wie es die Hl. Margaret tat und dann w\u00fcrde ein anderer den L\u00f6wen im Stil des Hl. \u00c4gidius zu seinem Begleiter erw\u00e4hlen. Maria hoch oben auf der Spitze der S\u00e4ule w\u00fcrde sich wohl freuen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rosenkranzgebet am Marienplatz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Begrenzungen f\u00fcr den Marathon werden abgebaut. Schon werden vor der Mariens\u00e4ule neue aufgebaut. Ein \u00f6ffentliches Rosenkranzgebet mit dem Kardinal und Erzbischof von M\u00fcnchen wird bald stattfinden. Es ist ja der 13. Oktober. Was bedeutet Maria mit Blick auf die Amtsaus\u00fcbung des bayrischen Kirchenchefs? Reinhard Marx z\u00e4hlt zu den wenigen Bisch\u00f6fen, die offen f\u00fcr das Frauendiakonat Stellung genommen haben. Jeder Schritt f\u00fcr Gleichberechtigung passt jedenfalls zur Verehrung Mariens. Reinhard Marx scheute sich auch nicht, sich in wesentlichen politischen Streitthemen wie dem Asylrecht gegen den Ministerpr\u00e4sidenten zu stellen. Ob beim Lobpreis am Marienplatz aber mehr als pers\u00f6nliche Zeugnisse und Ave-Maria-Gebete sein werden, ist wohl fraglich.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-2-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"748\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-2-748x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10770\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-2-748x1024.jpg 748w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-2-219x300.jpg 219w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-2-768x1052.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-2-1121x1536.jpg 1121w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-2-1495x2048.jpg 1495w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-2-scaled.jpg 1869w\" sizes=\"(max-width: 748px) 100vw, 748px\" \/><\/a><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-1-768x1024.jpg' class='thumbnail' \/>Ein 13. 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