{"id":10773,"date":"2024-10-17T13:25:51","date_gmt":"2024-10-17T13:25:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=10773"},"modified":"2024-10-17T13:25:51","modified_gmt":"2024-10-17T13:25:51","slug":"kriege-sind-wie-toedliche-pfeile-im-fleisch-des-himmels-oder-von-lew-tolstoi-lernen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=10773","title":{"rendered":"Kriege sind wie t\u00f6dliche Pfeile im Fleisch des Himmels oder von Lew Tolstoi lernen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-obelisk-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"619\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-obelisk-1-619x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10774\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-obelisk-1-619x1024.jpg 619w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-obelisk-1-181x300.jpg 181w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-obelisk-1.jpg 665w\" sizes=\"(max-width: 619px) 100vw, 619px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Der ukrainische Staatschef \u2013 ich weigere mich zu schreiben \u201edie Ukraine\u201c \u2013 fordert unerm\u00fcdlich \u00fcberall dort, wo er im Kreise westlicher Staatschefs die Gelegenheit hat, nach noch mehr Waffen, noch besseren Waffensystemen und noch mehr Munition. Um seinen \u201eSiegesplan\u201c umzusetzen, sollen Ziele auf russischem Staatsgebiet mit weitreichenden Raketen auch aus dem Westen beschossen werden k\u00f6nnen. Sein \u201ePlan\u201c: Damit soll in Russland ein \u201eHass\u201c auf den kriegsf\u00fchrenden Pr\u00e4sidenten Putin gen\u00e4hrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>610.000 russische Soldaten sind seit Kriegsbeginn gestorben oder so schwer verwundet worden, dass sie nicht mehr einsatzf\u00e4hig sind. 20.000 get\u00f6tete Soldaten soll es auf ukrainischer Seite geben. Die angef\u00fchrte Zahl der get\u00f6teten Bayern auf dem Sockel des Obelisken am Karolinenplatz erscheint dagegen mickrig. Offen spekuliert Selenskyi damit, mit einem Schrecken f\u00fcr die russische Bev\u00f6lkerung Putin zu schw\u00e4chen. So soll eine Politik gen\u00e4hrt werden, die letztlich das Sterben und das schreckliche Verst\u00fcmmeln von Tausenden in Kauf nimmt. Die Kriegsstrategie der &#8222;verbrannten Erde&#8220; ist zweihundert Jahre nach Napoleon auch heute noch mit Blick auf die zerst\u00f6rten St\u00e4dte der Ukraine oder russischer D\u00f6rfer rund um Kursk, vor allem aber mit Blick auf die Ruinen in Gaza oder zerbombter D\u00f6rfer an der libanesischen Grenze als grausame Kriegsstrategie geblieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einem Spaziergang durch M\u00fcnchen sto\u00dfe ich auf Orte, in denen sich die Kriegsgeschichte Deutschlands ein sichtbares Zeichen gegeben hat. Man h\u00e4tte l\u00e4ngst aus diesen schlimmen Daten der Vergangenheit lernen k\u00f6nnen. Mit Blick von einem Heute ins Gestern erweisen sich all die Kriege und kriegerischen Eroberungen wir dumme, unvern\u00fcnftige, sinnlose und vor allem grausame Ph\u00e4nomene, die so leicht h\u00e4tten vermieden werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der m\u00e4chtige schwarze Obelisk an einem der Hauptpl\u00e4tze von M\u00fcnchen erinnert allerdings fatal, dass die herrschende Politik aus den Fehlern der Vergangenheit nicht zu lernen bereit ist. \u201eDen 30.000 Bayern, die im russischen Krieg den Tod fanden.\u201c So steht es auf einer der schwarzen Bronzeplatten am Fu\u00df des Obelisken. Erinnert wird an den napoleonischen Eroberungskrieg gegen Russland im Jahr 1812, an dem die Bayern mit einem Aufgebot von 35.000 Soldaten teilnehmen mussten. Zur\u00fcckgekommen sind davon 5.000. Der Feldzug wurde zum sinnlosen Gemetzel. Von der napoleonischen Grand Armee mit fast 500.000 Soldaten \u00fcberlebten nur 20.000. Im Andenken an die 30.000 Soldaten allein auf bayrischer Seite wurde 1833 der Obelisk von K\u00f6nig Ludwig I. errichtet. An diesem Tag mit den schrecklichen Nachrichten im Ohr erscheint mir dieses Monumentalwerk nochmals mehr wie ein Stachel, der in das Fleisch des Himmels zieht. 1812 waren f\u00fcr Napoleon und die mit ihm Verb\u00fcndeten \u201edie Russen\u201c b\u00f6se, die man zu bezwingen hatte. Eigentlich ging es dem franz\u00f6sischen Kaiser aber nur um Machterweiterung durch neue Gebietsgewinne. Napoleon wollte der einzige starke Kaiser in Europa sein. Ein Zar im Osten seines Reiches passte nicht in seine Herrschaftsideologie. Ich gehe um die S\u00e4ule herum: \u201eAuch sie starben f\u00fcr des Vaterlandes Befreyung\u201c. So steht es auf einer anderen Platte am Fu\u00df des Obelisken. Sie ist mit Widderk\u00f6pfen, den Symbolen des r\u00f6mischen Kriegswesens und Girlanden aus Eichenlaub verziert. Die get\u00f6teten Soldaten von damals wurden zu Helden stilisiert \u2013 wohl auch, um daraus eine Ideologie zu kreieren f\u00fcr Soldaten im Heute, die gegen die Russen von heute k\u00e4mpfen. Da ist es egal, wenn aus einem Eroberungskrieg ein Befreiungskrieg wird. Man w\u00fcrde heute wohl von Verschw\u00f6rungsmythen sprechen oder von \u201ealternativen Fakten\u201c, um einem wahnwitzigen Krieg die Legitimation zu geben. Wer Krieg f\u00fchren m\u00f6chte, wird immer Gr\u00fcnde sich schaffen, wird den Gegner d\u00e4monisieren und sich selbst f\u00fcr einen heldenhaften Kampf stilisieren. Es waren 1812 die Truppen Napoleons, gef\u00fcttert mit deutschen Soldaten, die Krieg gegen Russland f\u00fchrten, die Stadt Moskau niederbrannten und schreckliche Gr\u00e4uel ver\u00fcbten. Die Art und Weise, wie in Moskau heute Putin auftritt, erinnert mehr an Napoleon als an einen Zaren. Die Schlachtfelder von heute erinnern an jene Schlachtfelder vor 200 Jahren und sind sich geographisch ganz nahe. Wann endlich zieht Vernunft ins weltpolitische Geschehen ein und hei\u00dft es: Krieg darf um Himmels willen nie wieder sein! In diesen Kriegszeiten und der D\u00e4monisierung von allem, was irgendwie mit Russland zu tun hat, ist ein Blick in die russische Geschichte hilfreich. Ich denke an Lew Tolstoi. Als Jugendlicher konnte ich \u201eKrieg und Frieden\u201c lesen und damit etwas von den napoleonischen Kriegen erahnen, die \u00fcber die Andreas-Hofer-Geschichten hinausgehen. Das Erschrecken \u00fcber die Kriege machte aus Lew Tolstoi einen Pazifisten. Fundamental kritisierte er das Prinzip der Vergeltung durch Gewalt und Zwang. Gerade heute k\u00f6nnten wir von seiner Theorie der organisierten, gewaltfreien Nicht-Zusammenarbeit mit Aggressoren und Gewaltt\u00e4tern lernen, von Strategien, die zur Entfeindung und nicht zu einer immer neuen Gewalteskalation f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-denkmal-1-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-denkmal-1-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10776\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-denkmal-1-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-denkmal-1-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-denkmal-1-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-denkmal-1-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-denkmal-1-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/mue-obelisk-1-619x1024.jpg' class='thumbnail' \/>Der ukrainische Staatschef \u2013 ich weigere mich zu schreiben \u201edie Ukraine\u201c \u2013 fordert unerm\u00fcdlich \u00fcberall dort, wo er im Kreise westlicher Staatschefs die Gelegenheit hat, nach noch mehr Waffen, noch besseren Waffensystemen und noch mehr Munition. 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