{"id":10846,"date":"2024-11-11T16:30:38","date_gmt":"2024-11-11T16:30:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=10846"},"modified":"2024-11-11T16:30:38","modified_gmt":"2024-11-11T16:30:38","slug":"hoch-ueber-dem-sich-biegenden-inntal-am-krahberg-des-venetmassivs","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=10846","title":{"rendered":"Hoch \u00fcber dem sich biegenden Inntal am Krahberg des Venetmassivs"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/venet-1-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/venet-1-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10848\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/venet-1-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/venet-1-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/venet-1-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/venet-1-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/venet-1-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Schaute ich viel fr\u00fcher in meinem Leben vom Ursprungsheimatort Prutz auf den Venet, so war diese Bezeichnung stets genau und ungenau zugleich. Den Venet als Gipfel gibt es eigentlich nicht. Der Venet ist ein eigener Gebirgsstock mit unterschiedlichen Gipfeln. Was ich sah vom Haus aus, in dem ich gro\u00df wurde, war vor allem die h\u00f6chste Erhebung mit der Glanderspitze. Anders als die s\u00fcdlich vom Venet beginnenden Gipfel des Kaunergrats haben die Venetgipfel nicht die zackig-steile Felsstruktur ihrer Nachbarn. Sie sind von den l\u00e4ngst vergangenen Eiszeitgletschern abgeschliffen. Der Inn macht seit erdgeschichtlichen Zeiten eine Drehung um den Gebirgsstock und flie\u00dft nun nicht mehr von Ost nach West, sondern hinein in die Schweiz in s\u00fcd-westlicher Richtung. Der Venet ist also ein Innrichtungswechselbergmassiv. Die Menschen haben seit einiger Zeit durch ihn einen sechs Kilometer langen Tunnel gegraben, damit sich die stinkend-l\u00e4rmenden Autokolonnen nicht mehr durch Landeck stauen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Von Zams weg f\u00fchrt der Ladner Steig direkt hinauf auf die nord-\u00f6stlichste Erhebung des Venet, den Krahberg. Dort hinauf geht auch die Gondelbahn, die aber \u2013 ja erraten \u2013 nicht Krahbergbahn sich nennt, sondern Venetbahn. Allerdings ist sie seit einiger Zeit renovierungsbed\u00fcrftig und niemand wei\u00df so recht, wer daf\u00fcr die Kosten tragen soll. Jetzt im fr\u00fchen Morgen im sp\u00e4ten Herbst ist es noch bitterkalt und der Steig ist gefroren. Rechts vom Aufstieg hat sich der Zammer Bach ein romantisches Bett gegraben und das Wasser flie\u00dft und h\u00fcpft \u00fcber die Felsen, die links und rechts mit Moosen und Farnen bewachsen sind. Mehrmals quert der Steig eine Forststra\u00dfe. Ab der Zammer Skih\u00fctte folgen Wiesenh\u00e4nge, die zu Skih\u00e4ngen wurden. Schneekanonen und Schneelanzen warten auf ihren Einsatz. Die gro\u00dfen Sendeanlagen vom Krahberg sind doppelt irref\u00fchrend: Zum einen kann man sich gleich oben w\u00e4hnen und zum anderen geht der Steig aber nicht direkt hinauf, sondern windet sich in einem Bogen weiter \u00f6stlich davon hinauf auf den breiten R\u00fccken mit der Bergstation, dem Berghotel, dem Restaurant und der Sendestation. Tief unten glitzert der Inn und liegt das Dorf, wo ich fr\u00fchmorgens mit dem Rad aufgebrochen bin. Die Gegenwartkapelle am h\u00f6chsten Punkt vom Krahberg ist ein k\u00fcnstlerisches Highlight. Erdacht und entworfen wurde sie von Herbert Traxl, dem ehemaligen Pfarrer von Zams. Die \u00e4u\u00dfere Struktur der kleinen Kapelle gibt die Formensprache der umgebenden Bergwelt wieder. Statt Granit- und Schieferbl\u00f6cken, mit denen die Berge aufgeschichtet wurden, sind es in dieser Skulptur Spritzbetonelemente, die sich spielerisch leicht zu einem religi\u00f6sen Ort aufschichten. In der Kapelle selbst k\u00f6nnen gerade zwei Menschen auf einem Holzschemel Platz nehmen. Dann kommt auch das gro\u00dfe Glasfenster zur Geltung. \u201eIch bin da\u201c steht auf einem dreieckigen Element. Der Gottesname. Mehr ist in der Kapelle nicht zu finden. Es ist, als gen\u00fcgte diese eine Botschaft des Gottesnamens: Ich bin f\u00fcr dich da. In der Kapelle sitzend sp\u00fcre ich die Dankbarkeit, wenn ich in g\u00f6ttlich-menschlicher N\u00e4he dieses \u201eIch bin da\u201c erfahren kann und wenn ich selbst f\u00fcr andere Menschen diese religi\u00f6se Grunderfahrung sein darf.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerne w\u00e4re ich noch weiter gegangen zu den weiteren Gipfeln des Venetmassivs. Beim Abstieg hinunter nach Zams leuchten die L\u00e4rchen noch goldgelber, strahlt das Gr\u00fcn von Moosen und Farnen noch gr\u00fcner, flimmert das Wasser im Zammer Bach noch st\u00e4rker und zeigt der Riffler im Westen noch mehr seine klassisch \u00e4sthetische Form. Natur st\u00e4rkt und verwandelt f\u00fcr Wandlungen, die immer in einem Loslassen und Annehmen bestehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Klaus Heidegger, Martinitag 2024<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/venet-1-768x1024.jpg' class='thumbnail' \/>Schaute ich viel fr\u00fcher in meinem Leben vom Ursprungsheimatort Prutz auf den Venet, so war diese Bezeichnung stets genau und ungenau zugleich. Den Venet als Gipfel gibt es eigentlich nicht. Der Venet ist ein eigener Gebirgsstock mit unterschiedlichen Gipfeln. 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