{"id":11001,"date":"2025-01-17T17:07:51","date_gmt":"2025-01-17T17:07:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=11001"},"modified":"2025-01-17T17:40:13","modified_gmt":"2025-01-17T17:40:13","slug":"heilige-anna-bei-omas-gegen-rechts-die-annasaeule-als-begegnungsort-fuer-die-donnerstagsdemos-in-innsbruck","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=11001","title":{"rendered":"Heilige Anna bei \u201eOmas gegen Rechts\u201c: die Annas\u00e4ule als Begegnungsort f\u00fcr die Donnerstagsdemos in Innsbruck"},"content":{"rendered":"\n<p>Liebe Freundinnen und Freunde!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/do-de-kl-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"612\" height=\"842\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/do-de-kl-4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11005\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/do-de-kl-4.jpg 612w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/do-de-kl-4-218x300.jpg 218w\" sizes=\"(max-width: 612px) 100vw, 612px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich sehe bei der Kundgebung hier schon etwas sehr Wichtiges. Wir stehen bereits seit einer Stunde, bei Minusgraden, und dennoch seid ihr nicht m\u00fcde. Im Gegenteil: Ihr beweist Standfestigkeit bzw. Standhaftigkeit \u2013 und das ist das, was wir in der aktuellen politischen Situation in unserem Staat so fest brauchen. Standfestigkeit gegen die blau-schwarzen Gefahren des Demokratieabbaus, des Faschismus, des Sozialabbaus und der Negation \u00f6kologischer Notwendigkeiten. Danke, dass Ihr so standhaft seid!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin eingeladen worden, als Vertreter der Katholischen Aktion der Di\u00f6zese Innsbruck zu euch zu reden. Die Katholische Aktion \u00d6sterreichs hat zuletzt mehrmals dazu ermutigt, die Kundgebungen und Demonstrationen gegen die Inhalte der Kickl-FP\u00d6 zu unterst\u00fctzen. Im Wesentlichen sind es vier Gr\u00fcnde, warum wir Nein zu Blau-Schwarz sagen und davor warnen. Diese vier Punkte sind von meinen Vorrednerinnen und Vorrednern schon deutlich angesprochen worden und ich kann mich daher kurzfassen.<\/p>\n\n\n\n<ol type=\"1\"><li>Nein zu Blau-Schwarz, weil es ein Nein zu all dem ist, was die Blauen unter dem grauslichen Begriff \u201eRemigration\u201c umsetzen m\u00f6chten. Wir sagen aber Ja zum internationalen V\u00f6lkerrecht, Ja zur menschenrechtskonformen Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen und Asylsuchenden und Ja zu deren Integration. Zur christlichen Grundbotschaft geh\u00f6rt, stets auf der Seite der \u00c4rmsten und Schw\u00e4chsten zu stehen.<\/li><li>Nein zu Blau-Schwarz, weil das Budget nicht auf dem R\u00fccken der einkommensschwachen Bev\u00f6lkerungsteile im Land konsolidiert werden soll. Ja zu einer sozialen Umverteilung und zu Ma\u00dfnahmen, die mehr Gerechtigkeit f\u00fcr alle bedeuten. Es ist die Aufgabe der Kirchen, auf Seite der sozial Schwachen zu stehen.<\/li><li>Nein zu Blau-Schwarz, weil es dringend entschiedene Ma\u00dfnahmen braucht, um die Klimaziele zu erreichen. Ja zu Klimaschutzma\u00dfnahmen, Ja zu Windr\u00e4dern, Ja zu einer deutlichen CO-2-Besteuerung und Ja zu den anderen Klimaschutzma\u00dfnahmen. Es ist Aufgabe von uns allen, f\u00fcr die Bewahrung der Lebensgrundlagen einzustehen. Es gibt das gro\u00dfe Artensterben nicht wegen der Windr\u00e4der, sondern wegen der Klimakrise.<\/li><li>Nein zu Blau Schwarz, weil unser Land aus der Geschichte lernen sollte, wohin eine rechtsextrem-nationalistische Politikmit einer Infragestellung der Pressefreiheit und einer unabh\u00e4ngigen Justiz, mit dem Sch\u00fcren nationalistischer Ressentiments f\u00fchrt. Daher k\u00f6nnen wir nicht laut genug rufen. Nie wieder! Nie wieder! Nie wieder!<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte Sie am Ende meiner Rede noch einladen, den Blick nach oben zu richten. 13 Meter \u00fcber unseren K\u00f6pfen steht auf der korinthischen S\u00e4ule auf einer Mondsichel Maria, Mirjam, diese Frau aus dem Judentum, die Mutter des Messias, Marjam ibn Ischa, wie sie im Islam ehrfurchtsvoll genannt wird. Wenn wir einen Text lesen, der dieser Frau zugeschrieben wird, dann h\u00f6rt sich das an wie eine Anti-These zu dem, was von Blau-Schwarz angedacht wird. Maria sang das revolution\u00e4re Lied, in dem es hei\u00dft: \u201eDie Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und l\u00e4sst die Reichen leer ausgehen.\u201c Und weiters: \u201eEr st\u00fcrzt die M\u00e4chtigen vom Thron und erh\u00f6ht die Niedrigen.\u201c Hinter mir ist die Statue der Heiligen Anna, der Oma von Jesus. Man k\u00f6nnte ihr eine rote Strickm\u00fctze aufsetzen, weil sie sich heute wohl solidarisieren w\u00fcrde mit den \u201eOmas gegen Rechts\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Die S\u00e4ulenheiligen w\u00fcssten, w\u00e4ren sie lebendig, warum sie sich an den Donnerstag-Demos beteiligten, sahen sie doch an eben diesem Ort in den M\u00e4rztagen des Jahres 1938, wie SA-M\u00e4nner und andere Hitleranh\u00e4nger die Maria-Theresien-Stra\u00dfe als ihr Aufmarschgebiet mit Gewalt eroberten. Ein Teil der Kirche war damals zu wenig klar gegen diese faschistischen Entwicklungen. Die Kirchen haben daraus gelernt und haben heute ihren Platz auf Seite des Widerstands gefunden. Maria auf der Annas\u00e4ule musste mitansehen, wie schon vor dem Anschluss \u00d6sterreichs an Hitlerdeutschland aus den Fenstern der Prachth\u00e4user Hakenkreuzfahnen wehten und in den Lokalen jenes Deutschlandlied gesungen wurde, das noch heute die freiheitlichen Burschenschafter so gerne singen. Maria auf der S\u00e4ule war Zeugin, als am 5. April des Jahres 1938 der Volkskanzler mit seinem Adjutanten Himmler die Gauhauptstadt besuchte und begleitet von Sch\u00fctzenkompanien und Musikkapellen und umjubelt von Tausenden vom Gauhaus durch die mit Hakenkreuzfahnen verunzierte Maria-Theresien-Stra\u00dfe zum Adolf-Hitler-Platz vor dem Landestheater zog. Maria k\u00f6nnte auch die T\u00e4ter nennen, die ein paar Monate sp\u00e4ter in der Reichspogromnacht die Scheiben der j\u00fcdischen Gesch\u00e4fte einschlugen und schlimmer noch, einige j\u00fcdische B\u00fcrger in den Innauen bestialisch ermordeten. Jene T\u00e4ter waren schlagende deutsche Burschenschafter. Ich erw\u00e4hne dies heute ganz bewusst, weil der 17. J\u00e4nner der Tag des Judentums ist. Das gro\u00dfe Einkaufszentraum hinter mir war damals nicht im Besitz eines Rene Benko, sondern geh\u00f6rte von der Tradition her erfolgreichen j\u00fcdischen Kaufleuten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe es bereits gesagt, genauso wie ein anderer Redner bei der Donnerstagsdemo vor einer Woche. Wir m\u00fcssen aus der Geschichte lernen, wie F\u00fchrerprinzip, Abschaffung der Pressefreiheit, nationalistische Volksideologie und rassistische Grundeinstellungen uns in finstere Zeiten f\u00fchren k\u00f6nnen. Ja, Maria w\u00fcrde mit uns wohl heute laut von der Annas\u00e4ule hinunterrufen: \u201eNie wieder!\u201c Und die S\u00e4ulenheiligen da unten hinter mir \u2013 Anna, Kassian, Georg und Vigil \u2013 sie w\u00fcrden ebenso laut rufen<a>:<\/a> \u201eNie wieder!\u201c&nbsp; \u201eNie wieder!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/do-de-kl-4.jpg' class='thumbnail' \/>Liebe Freundinnen und Freunde! 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