{"id":11127,"date":"2025-04-04T20:55:47","date_gmt":"2025-04-04T20:55:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=11127"},"modified":"2025-04-04T21:00:13","modified_gmt":"2025-04-04T21:00:13","slug":"ambivalentes-erleben-am-arlberg-wie-skifahren-politisch-ist-und-auch-nicht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=11127","title":{"rendered":"Ambivalentes Erleben am Arlberg: Wie Skifahren politisch ist und auch nicht"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/arlberg-2-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/arlberg-2-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11128\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/arlberg-2-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/arlberg-2-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/arlberg-2-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/arlberg-2-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/arlberg-2-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>V\u00f6gel fliegen unweit der Bergstation der Albonabahn II. oberhalb von Stuben zu einem mehrst\u00f6ckigen Vogelhaus. Schneefahnen haben sich am Holz gebildet. Mein Gedanken gehen zu den zarten Gesch\u00f6pfen, die doch so stark sind. Nur wenig brauchen sie, um hier oben in K\u00e4lte, Wind und Schnee leben zu k\u00f6nnen. Ihr K\u00f6rper ist angepasst an das Nat\u00fcrliche. \u201eLernt von den V\u00f6geln \u2026\u201c, sprach einst ein Weisheitslehrer, dessen Worte in die Evangelien eingegangen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter den 85 Liften, die es im Skigebiet Arlberg gibt, mag ich die wenigen alten am liebsten: Den Schlepplift bei der Vallugabahn oder den alten Sessellift im Albona-Gebiet. Meine Gleichung lautet: Je mehr monstr\u00f6se Technik, desto weniger Begeisterung bei mir. Ich brauch keine geheizte Sitzfl\u00e4che und keine B\u00fcgel, die sich von alleine \u00f6ffnen. Ich m\u00f6chte Natur sp\u00fcren und keine Technik. Eine andere Gleichung habe ich noch: Je mehr plattgewalzte oder feinrippige Piste, desto weniger mag ich es, je unber\u00fchrter die H\u00e4nge, desto lieber suche ich mir da eigene Spuren. Je mehr Partybetrieb rund um eine der gigantischen Liftstationen, desto schneller suche ich das Weite, je mehr ich nur dem Wind lauschen kann, desto wohler f\u00fchle ich mich. Da tut es gut, solche Eigenheiten miteinander zu teilen und die Freude an den Bergen und der Bewegung darin, an den frisch verschneiten imposanten Gipfeln, den Schneeflanken, deren strahlendes Wei\u00df sich vom schwarzen Felsen am diesem Strahletag deutlich abhebt, den Nebelschwaden, die das Stanzertal und das Klostertal am Morgen noch bedecken.<\/p>\n\n\n\n<p>An diesem Tag, an dem der Fr\u00fchling schon zu warm geworden ist und der Technikschnee \u2013 Kunstschnee ist der Schnee aus Kanonen und Lanzen wohl nicht, vielmehr technokratisches Wassergemisch \u2013 sich beginnt, wieder in Wasser aufzul\u00f6sen, lasse ich mich  wieder ein in freizeitticket-erm\u00f6glichtes Skigebietserleben. Meine Stimmung schwankt zwischen zivilisationskritischen Gedanken einerseits und Dankbarkeit, eine besondere Bergwelt gemeinsam erleben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Durchgehen durch eine der Talstationen in Lech wird mein Sprachsinn herausgefordert. Die Sprache wird zurecht gerichtet und entfremdet, so wie die Berge zurecht gerichtet und entfremdet werden f\u00fcr \u2013 Karl Marx w\u00fcrde es so nennen \u2013 die entfremdeten Bed\u00fcrfnisse der Menschen, die sich fremd geworden sind und entfremdet werden, damit sich Kapital bilden und vermehren kann. Ein Plakat wirbt f\u00fcr das Music-Festival \u2013 warum nicht Musikfest? Auf Ank\u00fcndigungen wird dazu eingeladen, sich auf den \u201eDancefloors\u201c zu angesagten \u201eSounds\u201c einzufinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen Mittag wird der Schnee immer weicher. Eine Na\u00dfschneelawine ist auf eine der Skirouten hinunter nach Lech abgegangen. Wir waren beim Abseitsfahren heute trotz LVS-Ausr\u00fcstung sehr zur\u00fcckhaltend. Noch einmal nehmen wir einen Umweg und folgen dem Wei\u00dfen Ring \u2013 hinauf und hinab, der nasse Schnee bremst \u2013 p\u00fcnktlich sind wir aber dann nach einer Speedabfahrt beim Zug. Das Klimaticket ist wohl eine der besten politischen Erfindungen der vergangenen Jahre. In der Seele soll die Sch\u00f6nheit der Bergwelt abgespeichert bleiben und die Sehnsucht, diese erhalten zu wollen. Dazu braucht es wohl ein Leben, das im Einklang mit der Natur sein will \u2013 und Menschen, die sich in solchem Bem\u00fchen unterst\u00fctzen. <br>klaus.heidegger<br>(Fotocredit.: M.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/arlberg-2-768x1024.jpg' class='thumbnail' \/>V\u00f6gel fliegen unweit der Bergstation der Albonabahn II. oberhalb von Stuben zu einem mehrst\u00f6ckigen Vogelhaus. Schneefahnen haben sich am Holz gebildet. Mein Gedanken gehen zu den zarten Gesch\u00f6pfen, die doch so stark sind. Nur wenig brauchen sie, um hier oben in K\u00e4lte, Wind und Schnee leben zu k\u00f6nnen. 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