{"id":11144,"date":"2025-04-10T19:12:16","date_gmt":"2025-04-10T19:12:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=11144"},"modified":"2025-04-10T19:24:12","modified_gmt":"2025-04-10T19:24:12","slug":"ein-verstecktes-seitental-im-oetztal-zwei-gletscher-und-ein-hoher-gipfel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=11144","title":{"rendered":"Ein verstecktes Seitental im \u00d6tztal, zwei Gletscher und ein hoher Gipfel"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/20250408_124615-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/20250408_124615-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11145\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/20250408_124615-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/20250408_124615-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/20250408_124615-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/20250408_124615-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/20250408_124615-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Verschlafen liegt die kleine Ortschaft Niederthai in einem kleinen Seitenhochtal des stets belebten \u00d6tztals. Fast wie auf die Seite gelegt im Vergleich zu den Ortschaften wie S\u00f6lden. Aus der Zeit gefallen, denke ich mir. Nur ein paar H\u00e4user gruppieren sich um die kleine barocke Kirche mit dem markanten roten Zwiebelturm. Die stolzen Gipfel des Geigenkamms leuchten auf der anderen Seite des Tales hin\u00fcber. Weit und breit ist sonst niemand, der an diesem Tag noch auf dieser weniger oft begangen Route den Breiten Grieskogel (3287m) anpeilen w\u00fcrde. Mein Freund kennt diese Route sehr gut. Einmal bin ich sie schon vor ein paar Jahren mit ihm Anfang J\u00e4nner gegangen. Nur kurz m\u00fcssen wir auf dem Weg, der zun\u00e4chst im Hoarlachtal Richtung Schweinfurter H\u00fctte f\u00fchrt, die Ski tragen. Wir folgen aber nicht dem Forstweg zur H\u00fctte, die wegen des Schneemangels fr\u00fcher als geplant schlie\u00dfen musste, sondern steigen hinauf ins Grastal, das zurecht diesen romantischen Namen verdient. Die Schneerutscher und Nassschneelawinen links und rechts des Trogtales sind in den vergangenen Tagen schon abgegangen. Noch ist es kalt, die Spur leicht eisig, Bergeinsamkeit in seiner sch\u00f6nsten Form. \u00dcber einen steileren Abbruch kommen wir zum zugefrorenen Grastalsee. Das Eis ist mit Schnee bedeckt. Wir ziehen die Spur dar\u00fcber in der Hoffnung, dass es unser Gewicht h\u00e4lt. Danach folgt eine steilere Rinne. Noch ist der Schnee darin pickelhart. Ich ziehe die Steigeisen an und schnalle die Ski auf den Rucksack. Aus Versehen w\u00e4hle ich nach einem weiteren Aufstieg dann eine noch steilere Rinne, in der ich mitten in der Steilheit Steigeisen anziehe und Ski auf den Rucksack schnalle \u2013 f\u00fcr mich eine kleine Herausforderung. Ganz weit ist dann oben der Grastalferner und dar\u00fcber m\u00e4chtig sch\u00f6n der Gipfelaufbau des Breiten Grieskogels. Noch beeindruckender sind aber fast die S\u00fcdw\u00e4nde des Strahlenkogels im Norden des Ferners. Quarzschichten und andere tektonischen Linien in verschiedenen Wei\u00df-, Rot-, Grau- und Schwarzziehen durchziehen die Struktur des stolzen Berges mit dem scharfen Westgrat. Der Grieskogel wirkt dagegen fast lieblich-sanft. Mitten in der steilen nord\u00f6stlichen Gipfelwand queren wir hin\u00fcber auf den Gratr\u00fccken, der nordwestlich dann auf den Gipfel f\u00fchrt. Mir ist bei der Querung etwas mulmig. Im Gletscher weit unten am Wandfu\u00df soll es Spalten geben. Da m\u00f6chte ich nicht hineinrutschen. Am Normalanstieg von der Winnebachseeh\u00fctte ist noch eine andere Gruppe unterwegs. Die Abfahrt entlang der Steilwand, im Pulver hinunter zum Grastalferner und die Steilrinnen weiter zum See \u2013 dort l\u00f6st sich schon in der W\u00e4rme des Fr\u00fchlings der Schnee und das Ger\u00f6ll am Rande des Gletschers ist locker-br\u00f6selig, Permafrost bricht auf, vorbei am See und wieder nun im Firn hinaus durch das Grastal zum Ausgangspunkt in Niederthai. Noch kann ich die Eindr\u00fccke von zwei Gletschern in den Stubaier Alpen gut mitnehmen. 2025 ist das Jahr der Gletscher. Sechs befinden sich im Gemeindegebiet von Umhausen. Einer davon ist schon ganz verschwunden. Der Grastalferner wird wohl einer der n\u00e4chsten sein. Werden ihn meine Enkel noch sehen k\u00f6nnen? Es h\u00e4ngt wohl davon ab, wie enkeltauglich wir leben.<\/p>\n\n\n\n<p>(8. 5. 2025, klaus.heidegger)<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/20250408_124615-768x1024.jpg' class='thumbnail' \/>Verschlafen liegt die kleine Ortschaft Niederthai in einem kleinen Seitenhochtal des stets belebten \u00d6tztals. Fast wie auf die Seite gelegt im Vergleich zu den Ortschaften wie S\u00f6lden. Aus der Zeit gefallen, denke ich mir. Nur ein paar H\u00e4user gruppieren sich um die kleine barocke Kirche mit dem markanten roten Zwiebelturm. 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