{"id":11215,"date":"2025-05-09T07:34:58","date_gmt":"2025-05-09T07:34:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=11215"},"modified":"2025-05-16T17:27:39","modified_gmt":"2025-05-16T17:27:39","slug":"ein-friedenspapst-braucht-diese-welt-friede-ohne-waffen-ein-entwaffnender-friede","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=11215","title":{"rendered":"Einen Friedenspapst braucht diese Welt: Friede ohne Waffen, ein entwaffnender Friede!"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Friedenstaube-2.jpg\"><img src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Friedenstaube-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11218\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Von &#8222;extra omnes&#8220; zu &#8222;habemus papam&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Friedenspapst wurde erkoren im lichten Kreis der Kardin\u00e4le, in von der Welt verborgenem alten Ritual, in Mysterienkulten \u00e4hnlichen Abl\u00e4ufen, in der gr\u00f6\u00dften Show, die es in diesem Jahr 2025 gegeben hat. Es ist gut, dass ein erfahrener Mann vertraut mit drei Kontinenten aus diesem Konklave entstiegen ist. Es ist ermutigend, dass seine ersten Segensworte wie ein Mahnruf in einer kriegerischen und kriegsvorbereitenden Welt sind: Es braucht, so der von einem Francis \u2013 sein paradigmatisch zweiter Vorname &#8211; zu einem Leo umbenannte Mann \u2013 einen \u201eFrieden ohne Waffen, einen \u201eentwaffnenden Frieden\u201c. Das sind Worte gegen all die Aufr\u00fcstungspl\u00e4ne in den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. Das gilt wohl auch f\u00fcr die Republik \u00d6sterreich, in der eine Verdoppelung des Verteidigungsetats trotz Budgetsparprogramm droht. Im Jubel \u00fcber einen Friedenspapst soll nicht vergessen sein, dass die Wahl von Prevost mit einem \u201eextra omnes\u201c begann, das symbolisch auch den Ausschluss von Frauen aus dem Wahlprozess symbolisiert. Nach den ganzen r\u00f6misch-katholischen Inszenierungen ist nun zu hoffen, dass der wei\u00dfe Rauch nicht l\u00e4nger den Blick auf die Aufgaben vernebelt, die eine weltzugewandte Kirche heute ben\u00f6tigt. Die wirklich \u201eKammer der Tr\u00e4nen\u201c liegt dort, wo Menschen unter Krieg, Verfolgung und klimabedingten Katastrophen leiden. Eine echte Synodalit\u00e4t m\u00fcsste zu einer \u00c4nderung in manchen Strukturen und Lehrmeinungen der r\u00f6misch-katholischen Kirche f\u00fchren. M\u00f6ge es Leo XIV. zulassen, dass die r\u00f6misch-katholische Kirche in einer Zeit ankommt, die eine Genderungerechtigkeit und Diskriminierungen aufgrund einer geschlechtlichen Orientierung nicht l\u00e4nger akzeptiert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Leos Losung: Frieden ohne Waffen und entwaffnender Frieden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was die von Kriegen und Kriegsvorbereitungen gebeutelte Welt braucht, ist ein Friedenspapst, der klare Worte des Friedens spricht. Die ersten Worte von Papst Leo XIV. auf der Loggia geben Hoffnung: \u201eFriede sei mit euch, ein Friede ohne Waffen, ein entwaffnender Friede!\u201c Wenn das Pontifikat mit solchen Worten beginnt, dann ist dies die bestm\u00f6gliche Ansage. Eine politische Ansage exakt 80 Jahre nach der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus, in einer Gegenwart der Hochr\u00fcstung und kriegerischer Auseinandersetzungen. \u201eFriede ohne Waffen\u201c, das klingt wie bei einer Rede auf einer Friedensdemonstration. \u201eFriede ohne Waffen\u201c stand auf einem der Buttons, die damals \u2013 als die Friedensbewegung noch gro\u00df war \u2013 auch auf meiner Brust als Bekenntnis mitgetragen wurde. Die Nachricht des \u201eHabemus Papam\u201c unterbricht die permanenten Kriegsmeldungen, vom Krieg der Atomm\u00e4chte Indien und Pakistan, vom Aggressionskrieg Russlands gegen\u00fcber der Ukraine und einem nutzlos-verzweifelten Verteidigungskrieg und immer neuen Waffenlieferungen, die den Krieg in die L\u00e4nge ziehen, von den Aufr\u00fcstungen allerorten. Die Worte des neuen Papstes fallen in einer Zeit, in der in Moskau von einem autokratischen Herrscher milit\u00e4rische St\u00e4rke in einer imperial-gigantischen Form zur Schau gestellt wird, in der in Deutschland die neue Bundesregierung das gr\u00f6\u00dfte Aufr\u00fcstungsprogramm trotz Sparpl\u00e4nen durchsetzen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Der zweite Vorname von Kardinal Prevost lautet Francis. Das k\u00f6nnte auch einer der vielen Hinweise sein, dass er nunmehr als Leo XIV. den politischen Kurs von Papst Franziskus weiterfahren wird. Als ehemaliger Bischof von Chiclayo kennt er die Situation in den L\u00e4ndern des S\u00fcdens und wird daraus wie sein Vorg\u00e4nger die Menschen in den L\u00e4ndern des S\u00fcdens im Blick behalten. Es hei\u00dft, dass er in Peru so beliebt war, dass die Armen und Ausgegrenzten w\u00e4hrend seines drei\u00dfigj\u00e4hrigen Episkopats eine Woche lang seinen Geburtstag feierten. \u201eWir wollen eine synodale Kirche sein und immer an der Seite der Leidenden stehen\u201c, war sein Statement zu Beginn des Pontifikats. Als Amerikaner verk\u00f6rpert Leo XIV. zugleich das ganz andere Amerika, das im Widerspruch steht zu einer autokratisch-faschistischen Politik von Trump&amp;Co und es verwundert daher nicht, dass die ersten Quersch\u00fcsse gegen die Person von Leo XIV. nun aus diesem aggressiven Lager kommen. Der Name Leo erinnert an Papst Leo XIII., der mit seiner Enzyklika aus dem Jahr 1891 als Begr\u00fcnder der Katholischen Soziallehre gilt. Ein halbes Jahrhundert nach dem Kommunistischen Manifest erkannte der Leo XIII. die Notwendigkeit, dass sich die katholische Kirche der sozialen Frage \u00f6ffnen m\u00fcsste und einen Dritten Weg zwischen Kommunismus und Kapitalismus finden m\u00fcsste. Papst Leo bet\u00e4tigte sich zugleich als Diplomat zwischen den verfeindeten Nationen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Es bleibt der Ruf nach Gendergerechtigkeit<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Ich war nicht der einzige, der trotz gro\u00dfer Sympathie f\u00fcr Papst Franziskus den Begr\u00e4bnisfeierlichkeiten in den Medien nicht zusehen konnte. Dieser Aufmarsch an M\u00e4nnern in antiken r\u00f6mischen Kleidern war eine unzeitgem\u00e4\u00dfe patriarchale Manifestation in einer \u00f6sterlichen Zeit und der Erinnerung an Maria Magdalena als Apostelin und erste Zeugin der Auferstehung. So sehr ich hoffe und darauf vertraue, dass Leo XIV. die sozial-politischen Optionen seinen Vorg\u00e4ngers weitertr\u00e4gt, so sehr m\u00f6ge er in der Frage der Stellung der Frauen in den Strukturen der Kirche einen anderen Weg gehen. Damit meine ich nicht eine Fortschreibung und Verfestigung des Klerikalismus, sondern ein Weg, das Amt in den Kirchen neu zu definieren, das keine sexistische Ungleichbehandlung mehr kennt zwischen Frauen und M\u00e4nnern. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erneuerung von unten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ob aber eine Erneuerung der Kirche gelingt, ob die radikale Botschaft der Gewaltfreiheit und Option f\u00fcr die Armen und Verarmten gelebt wird, h\u00e4ngt letztlich nicht von einem Papst in Rom ab, sondern von all den Menschen, die in und f\u00fcr die Kirche arbeiten. Die Gleichberechtigung der Geschlechter kann heute in den Gemeinden gelebt werden, wo Frauen in der Seelsorge mit den Priestern gemeinsam am Altar stehen; die \u00fcberholten homophoben Lehrs\u00e4tze im Katechismus der katholischen Kirche sind obsolet geworden in Pfarrgemeinden, in denen homosexuelle Trauungen stattfinden; das Verbot eines Kommunionempfangs f\u00fcr Wiederverheiratete oder f\u00fcr evangelische Christen wird l\u00e4ngst nicht mehr befolgt &#8211; und vor allem wird die Sorge f\u00fcr die Armen in der Gemeinde in den Mittelpunkt eines pastoralen Lebens gestellt. Vielleicht entdecken auch die Bisch\u00f6fe den Mut, der ihnen bereits von Papst Franziskus zugesprochen wurde, um \u00fcber so manche strukturelle H\u00fcrde und Denkblockade zu h\u00fcpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Klaus Heidegger<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Friedenstaube-2.jpg' class='thumbnail' \/>Von &#8222;extra omnes&#8220; zu &#8222;habemus papam&#8220; Ein Friedenspapst wurde erkoren im lichten Kreis der Kardin\u00e4le, in von der Welt verborgenem alten Ritual, in Mysterienkulten \u00e4hnlichen Abl\u00e4ufen, in der gr\u00f6\u00dften Show, die es in diesem Jahr 2025 gegeben hat. Es ist gut, dass ein erfahrener Mann vertraut mit drei Kontinenten aus diesem Konklave entstiegen ist. 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