{"id":11476,"date":"2025-08-19T17:44:19","date_gmt":"2025-08-19T17:44:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=11476"},"modified":"2025-08-19T17:44:19","modified_gmt":"2025-08-19T17:44:19","slug":"hochfeiler-auf-den-hoechsten-der-zillertaler-alpen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=11476","title":{"rendered":"Hochfeiler: auf den H\u00f6chsten der Zillertaler Alpen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/hf-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"458\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/hf-1-458x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11477\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/hf-1-458x1024.jpg 458w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/hf-1-134x300.jpg 134w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/hf-1-687x1536.jpg 687w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/hf-1.jpg 716w\" sizes=\"(max-width: 458px) 100vw, 458px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Lang und sch\u00f6n und sanft ansteigend ist das Hochtal, das vom kleinen Weiler Stein im hinteren Pfitscher-Tal zur Hochfeiler-H\u00fctte f\u00fchrt. Von der Pfitscher-Joch-Stra\u00dfe biegt rechts ein Steig ab. Es geht \u00fcber eine imposante Holzbr\u00fccke \u00fcber der Schlucht des Oberbergbachs und dann stets hoch \u00fcber dem Gliderbach den Flanken entlang. Der Steig ist gut begehbar. An einer exponierten Stelle sind Seilversicherungen. Die Str\u00e4ucher und Bergwiesen duften an diesem fr\u00fchen Morgen. Der Himmel ist tiefblau. Unwetter oder Wetterumschwung wird es heute nicht geben. Die Hochfeilerh\u00fctte lassen wir nach zwei Stunden beim Aufstieg rechts von uns liegen. Ein k\u00fcrzerer Steig f\u00fchrt daran vorbei. Je h\u00f6her wir steigen, desto mehr tun sich Tiefen und Grate und Gipfel um uns herum auf. Das Gestein unter unseren F\u00fc\u00dfen \u00e4ndert sich st\u00e4ndig. Einmal ist es schottrig mit lettig-braunem Untergrund, ein anderes Mal sind es unendlich viele Granitplatten, von denen etliche als Wegweiser aufgestellt wurden, dann wieder gehen wir \u00fcber silbrig schimmerndes Gneisgestein und der sich auft\u00fcrmende Gipfelgrat ist eine Mischung aus verwitterten Gesteinsbrocken und festen Felsen dazwischen, die mir zum Gl\u00fcck etwas mehr Halt geben als das rutschige Zeugs zwischendrin. Nur mehr ganz schwach h\u00e4lt sich am S\u00fcdwestgrat ein Firnstreifen. Man kann rechts davon \u00fcber Blockwerk ohne Schnee-Eis-Kontakt hinaufsteigen. Einst galt die \u201eHochfeiler-Nordwand\u201c, die fast senkrecht 300 Meter zum Schlegeiskees hinunterf\u00e4llt, als eine der gr\u00f6\u00dften Eisw\u00e4nde der Alpen. Von einer Eiswand sieht man nichts mehr. Gr\u00fcn-bl\u00e4ulich erstreckt sich weit unten der Schlegeisspeicher. Auf der anderen Seite pickt dar\u00fcber an den gr\u00fcnen Flanken das Furtschaglhaus. Der Gro\u00dfe M\u00f6seler hat wie all die anderen einstigen Gletscherberge viel von seiner Gletschermasse verloren. Gr\u00e4ulich ist die Gletscherzunge, die sich von seinem Gipfel hinunterzieht. Tief unter uns liegt zur Rechten der Gliderferner mit vielen Spalten und links davon die Reste des dahin schmelzenden Wei\u00dfkarferners. Dorthinein kullern lautstark Steine, die sich von der Flanke des Hochferners gel\u00f6st haben. Nach einer langen Gipfelrast, bei der ich ein Bein nach \u00d6sterreich und das andere nach Italien baumeln lasse, w\u00e4hlen wir den Abstieg \u00fcber die Hochfeilerh\u00fctte (2765m) und werden dort vom H\u00fcttenpersonal verw\u00f6hnt. In einer Internetbeschreibung steht, dass die H\u00fctte von wunderbarer wei\u00dfer Gletscherwelt umgeben sei. Wir sehen nackte steinerne Mor\u00e4nen und all die W\u00e4nde hinauf sind ohne Schnee und Eis. Dieses Bild und diese Eindr\u00fccke nehme ich dann mit hinunter ins Tal und verkn\u00fcpfe es mit Aussagen, die die Gletscherforscherin Andrea Fischer erst gestern in einem Zeitungsinterview formulierte. Die Klimaver\u00e4nderung lasse sich am Schwund der Gletscher am besten nachweisen. Unter den gegenw\u00e4rtigen Klimabedingungen seien die Gletscher nicht mehr existenzf\u00e4hig. Der R\u00fcckgang des Permafrostes werde weitere Massenbewegungen ausl\u00f6sen. Was sagt die Wissenschaftlerin aber noch? Sudern hilft nicht. Und: Jedes halbe Grad weniger Erw\u00e4rmung w\u00fcrde den Gletschern n\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu br\u00e4uchte es eine \u00c4nderung in der Politik wie im Verhalten der Masse und w\u00e4hrend ich das Tal hinaus wandere \u2013 zur\u00fcck in das, was \u201eZivilisation\u201c genannt wird, denke ich nach \u00fcber das, was mich als politische Wirklichkeit gegenw\u00e4rtig umgibt: Eine Abkehr von einer klimabewussten Politik, weil die fossile Autowirklichkeit trotz ihrer Klimasch\u00e4dlichkeit nicht eingeschr\u00e4nkt wird. Im Gegenteil: Das Dieselprivileg bleibt und das Klimaticket wird verteuert, der Pendlereuro wird verdreifacht und die Normverbrauchsabgabe f\u00fcr leichte fossile Nutzfahrzeuge wird abgeschafft. All die Menschen, die in diesen Tagen Hunderte von Kilometern zu irgendwelchen Urlaubsdomizilen fahren oder fliegen, m\u00f6chte ich gerne die sterbenden Gletscher und br\u00f6ckelnden Berge zeigen. Ob sie auch zum Umdenken anfingen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/hf-1-458x1024.jpg' class='thumbnail' \/>Lang und sch\u00f6n und sanft ansteigend ist das Hochtal, das vom kleinen Weiler Stein im hinteren Pfitscher-Tal zur Hochfeiler-H\u00fctte f\u00fchrt. Von der Pfitscher-Joch-Stra\u00dfe biegt rechts ein Steig ab. Es geht \u00fcber eine imposante Holzbr\u00fccke \u00fcber der Schlucht des Oberbergbachs und dann stets hoch \u00fcber dem Gliderbach den Flanken entlang. Der Steig ist gut begehbar. An&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":11477,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,181],"tags":[2208,533,263,2209],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11476"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11476"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11476\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11478,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11476\/revisions\/11478"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/11477"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11476"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11476"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11476"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}