{"id":11487,"date":"2025-08-25T07:39:52","date_gmt":"2025-08-25T07:39:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=11487"},"modified":"2026-01-31T05:35:24","modified_gmt":"2026-01-31T05:35:24","slug":"ein-neuer-kriegstag-ein-neuer-sonnentag-und-zwei-ganz-andere-sprachen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=11487","title":{"rendered":"Ein neuer Kriegstag, ein neuer Sonnentag und zwei ganz andere Sprachen"},"content":{"rendered":"\n<p>Meine Seele pendelt zwischen den beiden Extremen und es kommt nicht zur Ruhe das Pendeln der Seele zwischen den beiden Extremen, pendelt zwischen den Nachrichten vom Grauen der Kriege und dem Blau des Himmels \u00fcber den schon herbstlich gef\u00fchlten Bergen mit all ihrer Sch\u00f6nheit.<\/p>\n\n\n\n<p>In Interviews und Talkshows erkl\u00e4ren Gener\u00e4le und Professoren von milit\u00e4rischen Akademien, warum es noch mehr Waffen br\u00e4uchte, um die Aggression des russischen Pr\u00e4sidenten und seines Regimes zu stoppen. Man gibt vor, es g\u00e4be nur die eine Sprache der Waffen, der Drohnen, der Panzer, der Maschinengewehre, der Raketen, der Bomben, der Streitkr\u00e4fte, der Verteidigungsringe, des Zur\u00fcckeroberns eroberter Gebiete und des Zur\u00fcckerorberns zur\u00fcckerorberter Gebiete. Beide Seiten sind stolz auf Gel\u00e4ndegewinne, melden in heldenhaftem Ton, eine Stadt oder ein Dorf eingenommen zu haben oder es wieder dem Feind zur\u00fcckgenommen zu haben, und D\u00f6rfer und St\u00e4dte bleiben als Ruinen zur\u00fcck und auf den Wegen sind die ausgebrannten Panzer und die Leichen zerschossener Soldaten und in den Spit\u00e4lern werden Beine und Arme und H\u00e4nde amputiert. Man h\u00fcllt die S\u00e4rge von V\u00e4tern und S\u00f6hnen, von M\u00fcttern und T\u00f6chtern, von Br\u00fcdern und Schwestern in nationalistische Flaggen und greift wieder und wieder zu den Instrumenten grauenvollen T\u00f6tens und schreit lautstark: wir brauchen noch mehr Waffen, gebt sie uns doch, wir wollen k\u00e4mpfen, k\u00e4mpfen, k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum h\u00f6rbar wird eine andere Sprache und es fehlt an jenen, die sie verst\u00fcnden, es fehlt an Dolmetscherinnen und Dolmetschern, die sie in die Medienwelt tr\u00fcgen, damit davon geschrieben w\u00fcrde und dar\u00fcber Journalistinnen und Journalisten berichten w\u00fcrden. Man k\u00f6nnte diese Sprache vom tiefblauen Himmel lernen, in dem es keine Frontabschnitte gibt, kein Einteilen des Gemeinsamen in Gebiete und keine Stellungen und kein Abn\u00fctzungskrieg. Man k\u00f6nnte diese Sprache aus den heiligen Schriften lernen, die davon sprechen, die Feinde zu lieben und sie so in Freunde zu verwandeln; man k\u00f6nnte in die Geschichtsb\u00fccher blicken und begreifen, wie Menschen ganz ohne Gewalt sich befreiten von Usurpatoren, wie Staatenlenker auf gr\u00fcnen Tischen und nicht am Schlachtfeld m\u00fchsam aber erfolgreich Vertr\u00e4ge des Friedens erdachten. Die Sprache wurde l\u00e4ngst in vielen B\u00fcchern von Friedensforschenden wissenschaftlich nachgewiesen. Es g\u00e4be die Methoden des gewaltfreien Widerstands, es g\u00e4be \u2013 so Gene Sharp \u2013 eine Civilian Based Defense ganz ohne die Milliarden f\u00fcr Kriegsger\u00e4te und dennoch den Frieden sichernd; es g\u00e4be, so Theodor Ebert, eine Soziale Verteidigung, die nicht der milit\u00e4rischen Mittel bedarf und st\u00e4rker sein kann als jede milit\u00e4rische Aggression. Wie Frieden gemacht werden kann, zeigten uns Frauen wie eine Bertha von Suttner, zeigten uns M\u00e4nner wie Mahatma Gandhi oder Martin Luther King, zeigten uns die zivilen Kr\u00e4fte, die zum Fall der Mauer zwischen Ost und West f\u00fchrten, zeigen uns Organisationen wie Nihon Hidankyo, die davor warnt, dass die verheerende milit\u00e4rische Logik letztlich in die Apokalypse eines Atomkriegs f\u00fchren wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Klaus Heidegger, 25. August 2025<br>(Bild: Blume zwischen Steinen am Hochfeiler, n.f.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Seele pendelt zwischen den beiden Extremen und es kommt nicht zur Ruhe das Pendeln der Seele zwischen den beiden Extremen, pendelt zwischen den Nachrichten vom Grauen der Kriege und dem Blau des Himmels \u00fcber den schon herbstlich gef\u00fchlten Bergen mit all ihrer Sch\u00f6nheit. 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