{"id":11611,"date":"2025-10-14T08:33:48","date_gmt":"2025-10-14T08:33:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=11611"},"modified":"2026-01-30T21:25:04","modified_gmt":"2026-01-30T21:25:04","slug":"frieden-soll-heute-wachsen-auf-den-truemmern-von-terror-und-krieg-von-gestern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=11611","title":{"rendered":"Frieden soll heute wachsen auf den Tr\u00fcmmern von Terror und Krieg von gestern"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Tr\u00fcmmer eines vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rten Landstreifens, in dem zwei Millionen Menschen ihr Zuhause hatten, sollen heute nicht l\u00e4nger zum Stolperstein f\u00fcr einen Neuanfang werden. Heute soll gelten: Die Waffen m\u00fcssen f\u00fcr immer schweigen, damit mit einem Neuaufbau des Landes begonnen werden kann. Wer immer noch nach all den Schrecken des Terrors und des Krieges seine H\u00e4nde an ein Maschinengewehr klammert, wer immer noch Raketensilos gr\u00e4bt und Panzer und Abschussrampen f\u00fcr todbringende Gescho\u00dfe bedient, wer immer noch die Kriegsherren mit Waffen versorgt, soll endlich lernen: Frieden entsteht nicht durch Gewalt, sondern durch Diplomatie, durch Verhandlungen, durch \u00dcberwinden irrwitziger Grenzen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die Gr\u00e4ber von 68.000 Pal\u00e4stinenserinnen und Pal\u00e4stinensern, von Kindern und M\u00fcttern und V\u00e4tern und Gro\u00dfeltern, die man hinnahm als \u201eKollateralsch\u00e4den\u201c eines Vernichtungsfeldzugs, und \u00fcber die Gr\u00e4ber der get\u00f6teten Geiseln und Soldaten der israelischen Streitkr\u00e4fte sollen die Menschen nicht stolpern, die heute nach Wegen des Friedens suchen. Heute gilt es, die Krankenh\u00e4user aufzubauen, in denen die Verwundeten und von Hunger und Krankheiten gepeinigten Menschen geheilt und versorgt werden k\u00f6nnen. Heute gilt es, die Schulen neu zu errichten, in denen Kinder lernen k\u00f6nnen, wie nie mehr Kriege gef\u00fchrt werden und die t\u00f6dliche Fratze des Hasses verschwindet. Heute gilt es, Moscheen und Gottesh\u00e4user wieder zu aufzubauen, in denen die Allbarmherzigkeit Gottes gepriesen wird, der ein Gott des Friedens und der Vers\u00f6hnung ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn sich die Kriegsherren von gestern sich heute als Friedenstauben feiern lassen, so soll es halt sein, vielleicht lernen sie heute auch f\u00fcr morgen: Nicht aus den Maschinen des Todes und der Zerst\u00f6rung und einer Kriegspolitik von gestern entsteht der Frieden, sondern dort, wo sich selbst Verfeindete begegnen, wo Orte f\u00fcr Verhandlungen vorbereitet sind, wo nicht auf-, sondern abger\u00fcstet wird, wo Kompromisse gefunden werden, die zur Einheit f\u00fchren k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute gilt es, den internationalen Organisationen, die die Expertise und die Legitimation haben, die Hebel des Wiederaufbaus in die Hand zu geben, die Organisationen der Vereinten Nationen wie UNRWA, die Hilfsorganisationen des Internationalen Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds, und all jene zivilen Organisationen, die schon w\u00e4hrend des endlos erscheinenden Krieges nicht aufh\u00f6rten, f\u00fcr die Menschen im Kriegsgebiet gegenw\u00e4rtig zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute sollen nicht vergessen sein all jene vielen Menschen und Organisationen, die von Beginn an sich der kriegerischen Politik widersetzten und die Kriegsherren nicht einfach gew\u00e4hren lie\u00dfen. Vielleicht haben gerade sie die m\u00e4chtigen Kriegsherren bewegt, die heute sich schm\u00fccken mit Olivenzweigen auf MAGA-Kappen. Die vielen Menschen in Israel, die dem Kriegskurs von Netanjahu widersprachen, die israelisch-pal\u00e4stinensischen Friedensorganisationen wie \u201eStanding together\u201c, die Kriegsdienstverweigerer, die Journalistinnen und Journalisten, die unter Lebensgefahr nicht aufh\u00f6rten, vom Schicksal der Menschen in Gaza zu berichten, Greta Thunberg und die Friedensflotilla und die Abertausenden Pal\u00e4stinademonstrationen auf der ganzen Welt, die Forderungen so vieler L\u00e4nder nach einem Ende des Krieges und nach einer Zweistaaten-L\u00f6sung, die historische Rede von Mahmoud Abbas bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen \u2013 es k\u00f6nnte hier eine lange Liste angef\u00fchrt werden f\u00fcr jene, denen heute kein roter Teppich ausgerollt wird, und die doch die M\u00e4chtigsten der M\u00e4chtigen zu einer anderen Politik bewegten.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute gilt es, auf der Basis des internationalen V\u00f6lkerrechts und seiner Einrichtungen, wie dem Internationalen Gerichtshof, dem ganzen Gaza-Streifen und der Westbank auf der Grundlage der l\u00e4ngst beschlossenen Vertr\u00e4ge eine neue Existenz als Staat zu erm\u00f6glichen, so dass der Staat Israel und ein Staat Pal\u00e4stina friedlich zusammen existieren k\u00f6nnen. Dann wird Frieden sein \u201efrom the river to the sea\u201c in zwei staatlichen Gebilden \u2013 f\u00fcr alle Menschen, die in Israel und den pal\u00e4stinensischen Gebieten leben. Die Hardliner und Halsabschneider auf beiden Seiten werden verstummen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr immer verstummen sollen die Sirenen, die vor einem neuen Luftangriff warnen und Menschen in Angst und Schrecken in die Luftschutzbunker fl\u00fcchten lassen. Es soll kein Schreien der Verwundeten mehr geben und keine Trauerges\u00e4nge \u00fcber die get\u00f6teten Verwandten. Heute werden Friedenslieder gesungen und man h\u00f6rt das Gurren von Friedenstauben und den Wind, der durch Olivenhaine weht.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute geht es aber vor allem darum, dass Gefangene freigekommen sind und die H\u00e4nde und Arme frei sind, um sich zu umarmen und die W\u00e4rme und Verletzlichkeit zu sp\u00fcren, die in uns Menschen liegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Klaus Heidegger, 13. Oktober 2025, dem Tag der Freilassung von pal\u00e4stinensischen Gefangenen und israelischen Geiseln<\/p>\n\n\n\n<p>(Bild: Banksy)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Tr\u00fcmmer eines vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rten Landstreifens, in dem zwei Millionen Menschen ihr Zuhause hatten, sollen heute nicht l\u00e4nger zum Stolperstein f\u00fcr einen Neuanfang werden. Heute soll gelten: Die Waffen m\u00fcssen f\u00fcr immer schweigen, damit mit einem Neuaufbau des Landes begonnen werden kann. 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