{"id":11685,"date":"2025-11-10T20:39:41","date_gmt":"2025-11-10T20:39:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=11685"},"modified":"2025-11-10T20:39:41","modified_gmt":"2025-11-10T20:39:41","slug":"im-augenblick-sein-und-ambivalente-seinserfahrungen-an-einem-novembersonntagvormittag","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=11685","title":{"rendered":"Im Augenblick sein und ambivalente Seinserfahrungen an einem Novembersonntagvormittag"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/staffl-2-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/staffl-2-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11686\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/staffl-2-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/staffl-2-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/staffl-2-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/staffl-2-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/staffl-2-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Schon morgens an einem Sonntag im November ist Innsbrucks Stadtbild in Hauptbahnhofn\u00e4he gepr\u00e4gt von jungen Menschen, die ausgestattet mit Ski oder Snowboard aufbrechen, um den Bus zum Stubaier-Gletscher zu nehmen. Mein Weg f\u00fchrt mit dem Regionalzug nach St. Jodok am Brenner. Vom dortigen Bahnhof sind es nur wenige Minuten bis zum Einstieg. Zu Beginn f\u00fchlen sich die Stahlseile an der Stafflachwand eiskalt an. Je h\u00f6her wir klettern, desto w\u00e4rmer wird der K\u00f6rper und die Finger freuen sich \u00fcber die Griffe am Felsen und am st\u00e4hlernen Seil. Der Klettersteig ist mir vertraut: Die beiden Seilbr\u00fccken und viele Querungen, der feste kristalline Fels, die kurzen \u00fcberh\u00e4ngenden Stellen mit immer mehr Luft unter mir. Es ist ein k\u00f6rperliches Spiel mit der Schwerkraft. Meine Begleiterin klettert wie ein Eichk\u00e4tzchen. Unten im Dorf spielt die Musikkapelle und die Sch\u00fctzen schie\u00dfen eine Salve und die Kirchenglocken l\u00e4uten. In regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden donnert ein Zug an der Brennerstrecke am Fu\u00df der Wand vorbei. Von der gegen\u00fcberliegenden Talseite h\u00f6rt man das konstante Dr\u00f6hnen der Autobahn. Sattgr\u00fcn sind die Wiesen im Valsertal; golden strahlen die L\u00e4rchenhaine; mit Neuschnee angezuckert sind die Berge oberhalb der Waldgrenze; manchmal schaut am Himmel ein Blau zwischen den Wolken hervor. Nur zwei andere Kletterinnen sind an diesem fr\u00fchen Vormittag unterwegs. Die dunkelvioletten Wacholderbeeren l\u00f6sen sich von den Stauden, die an manchen Stellen in Wandritzen und auf den felsigen B\u00e4ndern wachsen.\u00a0 Die Aufmerksamkeit gilt dem je n\u00e4chsten Griff und Tritt. Ich bin angekommen im Augenblick des Seins. Ich werde mir wieder der eigenen St\u00e4rke bewusst, um stark zu bleiben in einer dystopischen Welt, um nicht zu verzweifeln angesichts der Aufr\u00fcstung und Kriegssituationen, der dummdreisten Zerst\u00f6rung der Lebensgrundlagen oder der himmelschreienden Ungerechtigkeiten. Am Bahnhof in Innsbruck sind Horden besoffener Fu\u00dfballfans und die Luft in den Stra\u00dfen riecht nach den Abgasen der Autos. Ich tr\u00e4ume mich zur\u00fcck auf die Berge und ihre Stille und will selbst nicht Teil einer Zerst\u00f6rungskultur sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/staffl-2-768x1024.jpg' class='thumbnail' \/>Schon morgens an einem Sonntag im November ist Innsbrucks Stadtbild in Hauptbahnhofn\u00e4he gepr\u00e4gt von jungen Menschen, die ausgestattet mit Ski oder Snowboard aufbrechen, um den Bus zum Stubaier-Gletscher zu nehmen. Mein Weg f\u00fchrt mit dem Regionalzug nach St. Jodok am Brenner. Vom dortigen Bahnhof sind es nur wenige Minuten bis zum Einstieg. 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