{"id":11688,"date":"2025-11-13T18:00:38","date_gmt":"2025-11-13T18:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=11688"},"modified":"2025-11-13T18:04:04","modified_gmt":"2025-11-13T18:04:04","slug":"innsbrucker-stadtbild-im-wandel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=11688","title":{"rendered":"Innsbrucker Stadtbild im Wandel"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/kunst-ferdinandeum-2-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/kunst-ferdinandeum-2-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11689\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/kunst-ferdinandeum-2-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/kunst-ferdinandeum-2-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/kunst-ferdinandeum-2-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/kunst-ferdinandeum-2-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/kunst-ferdinandeum-2-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Seit dem Merz\u2019schen Sager vom <em>Stadtbild<\/em> l\u00e4sst mich dieser Begriff nicht mehr los, wenn ich meine Kreise in Innsbruck drehe, meist gedankenversunken philosophierend und mit politisch-analysierendem Blick. Dann stolpere ich unwillk\u00fcrlich \u00fcber so vieles, das mich \u201eStadtbild\u201c erleben l\u00e4sst, anders zwar, als es der Bundeskanzler aus dem Norden f\u00fcr die deutschen St\u00e4dte meinte und hierzulande die heimische Integrationsministerin wohlfeil f\u00fcr ihre populistische Politik gebraucht. Dann habe ich auch meine Probleme mit manchen Aspekten im Stadtbild: mit Autofahrern (rein unkontrolliert testosterongesteuerte M\u00e4nner), die bewusst ihre Motoren aufheulen lassen, um von einer Ampel zur n\u00e4chsten hochmotorisiert zu l\u00e4rmen und zu stinken oder Autofahrende, die am liebsten Radfahrende an eine Hauswand quetschen w\u00fcrden; oder mit besoffenen Fu\u00dfballfans am Bahnhof, die so betrunken sind, dass sie die Bierflaschen nicht mehr halten k\u00f6nnen und damit Scherben vermischt mit Gerstensaft am Trottoir hinterlassen. Ein Stadtbild ist sicherlich nie etwas Statisches, sondern stets im Wandel sich befindend, ist nicht gr\u00e4ulich, sondern bunt, ist nicht eindeutig, sondern vieldeutig, und wer es reduziert auf das Problembehaftete, verkennt seine Vielf\u00e4ltigkeit, wer es beschr\u00e4nkt auf das Negative, \u00fcbersieht das Positive und die Energie, die gerade in der Vielf\u00e4ltigkeit und im Wandelbaren liegt. So nachdenkend sitze ich auf der rosa Kunstbank am Herlinde-Pissarek-Hudelist-Platz und schaue auf die Geb\u00e4ude der Katholischen Fakult\u00e4t, der Jesuitenkirche, des Landesmuseums Ferdinandeum, des Akademischen Gymnasiums, des Treibhausturmes, des ehemaligen Franziskanerklosters und der Volksschule Innere Stadt. In diesem Kreis verdichtet sich Wissenschaft, Kultur und Bildung. Der n\u00f6rdliche Teil des Landesmuseums wird gerade abgerissen, um einem Neubau Platz zu machen. Selbst Museen sind im Wandel. Die Eingangsrotunde zum Museum ist derzeit nicht begehbar. Die K\u00fcnstlerin AliPaloma hat die Ma\u00dfe und Formen jedoch genommen und in stilisierter Form umgestaltet und als begehbares und sitzbares Objekt in diesen Park gestellt. Eine Jury pr\u00e4mierte das Projekt mit dem Titel \u201eMuseums-Satellit\u201c, weil es ihr Anliegen ist, dass das Museum die architektonischen Grenzen verl\u00e4sst und einl\u00e4dt zu einem offenen und lebendigen Austausch an Andersorten. Die zartrosa Farbe des Kunstwerks nimmt dem Eisenmaterial seine K\u00e4lte; die vier bogenartigen Schw\u00fcnge sind wie die Einladung einer offenen T\u00fcr, einzutreten in den Kreis und Platz zu nehmen. Es sind offene T\u00fcren. Niemand wird gezwungen hineinzugehen, niemand wird eingesperrt. Nur die beiden B\u00e4ume im Inneren scheinen als Teil der Natur ihren Platz schon fix gefunden zu haben und symbolisieren gerade jetzt im Sp\u00e4therbst mit den welkenden Bl\u00e4ttern und den dahinter befindlichen Knospen die Notwendigkeit eines Wandels, der Leben bedeutet. W\u00e4hrend ich auf der eisernen rosa Sitzfl\u00e4che Platz genommen habe, haben sich gegen\u00fcber eine Frau mit schwarzer Hautfarbe und ihr Kind niedergesessen. Das Kunstwerk bekommt seinen Sinn und schafft eine Verbindung zwischen unterschiedlichen Lebenswelten in der einen gemeinsamen Stadt. Letztlich geht es in unserem sozialen Miteinandersein nur vorrangig um ein \u201eStadtbild\u201c, sondern um das dahinterliegende Weltbild, das entweder spaltet und trennt oder zusammenf\u00fchrt und eint.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/kunst-ferdinandeum-2-768x1024.jpg' class='thumbnail' \/>Seit dem Merz\u2019schen Sager vom Stadtbild l\u00e4sst mich dieser Begriff nicht mehr los, wenn ich meine Kreise in Innsbruck drehe, meist gedankenversunken philosophierend und mit politisch-analysierendem Blick. 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