{"id":12364,"date":"2026-03-06T14:34:17","date_gmt":"2026-03-06T14:34:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=12364"},"modified":"2026-03-06T14:39:37","modified_gmt":"2026-03-06T14:39:37","slug":"vom-saharasand-in-den-bergen-tirols-und-meinem-nachdenken-ueber-die-lage-in-gaza-und-dem-kriegswahnsinn-im-nahen-osten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=12364","title":{"rendered":"Vom Saharasand in den Bergen Tirols und meinem Nachdenken \u00fcber die Lage in Gaza und dem Kriegswahnsinn im Nahen Osten"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Grieskogel.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"670\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Grieskogel-670x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12365\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Grieskogel-670x1024.jpg 670w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Grieskogel-196x300.jpg 196w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Grieskogel-768x1173.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Grieskogel-1006x1536.jpg 1006w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Grieskogel.jpg 1124w\" sizes=\"(max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich wei\u00df nicht mehr, von wem das Zitat stammt, das ich vor einer Woche bei meinem Vortrag \u00fcber Soziale Verteidigung verwendete. Frei zitiert lautet es so: Wir m\u00fcssen selbst stark sein und immer wieder das tun, was unsere eigenen Energien aufbaut, was unsere Resilienz st\u00e4rkt \u2013 denn nur so k\u00f6nnen wir widerst\u00e4ndisch sein gegen jene, deren Politik und deren Handeln den Planeten Erde zerst\u00f6ren. Eine meiner resilienzbewahrenden Kraftquellen sind die Berge. Heute war es die Skitour auf den Rietzer Grieskogel.<\/p>\n\n\n\n<p>Er ist der gro\u00dfe Klassiker im K\u00fchtai. Relativ lawinensicher, wenn nicht jene H\u00e4nge befahren werden, die auch heute gef\u00e4hrlich sein k\u00f6nnten. Die befellten Ski lassen sich schon ein paar Meter \u00fcber dem Startpunkt anziehen. Die Schneedecke ist hart gefroren. Es geht hinein ins Klammtal. Beim Steilhang nach dem Narrenboden bin ich froh um die Harscheisen. Vom Skidepot weg ziehe ich mir die Steigeisen an. An einer Stelle ist der Grat hinauf zum Gipfel nur so breit, dass die F\u00fc\u00dfe gerade Platz finden k\u00f6nnen. Wir sind die ersten am Gipfel. Saharastaub liegt in der Luft und verdeckt die Sonne und verschleiert die Berggipfel ringsum. Beim Hinunterfahren beginnt die oberste Schicht aufzufirnen und es f\u00fchlt sich unter den Ski an, als w\u00e4ren die ganzen H\u00e4nge mit feinem Butter \u00fcberzogen. Ich denke an die Veranstaltung von \u201e\u00c4rzte ohne Grenzen\u201c, bei der ich vorgestern war, ich denke \u00a0an das gestrige Friedensgebet in einer Innsbrucker Kirche und w\u00e4hrend ich so dankbar auf dem 2855 Meter hohen Gipfel sitze, hinunter ins Inntal schaue oder ins Sellrain, sind in mir die Kriegsbilder aus dem Nahen Osten so nahe, wie der Sand, der vom S\u00fcden \u00fcber die Sahara, das Mittelmeer und all die Grenzen hinweg bis zu meinem Skitourenberg getragen wird. Das Gef\u00fchl der Ambivalenz zwischen planetarischer Verbundenheit einerseits und der Situierung in einem ganz bestimmten Kontext wird durch die gr\u00e4ulich-orange Luftschichten verst\u00e4rkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Lesung im Treibhaus in Innsbruck brachte die Situation der Bev\u00f6lkerung von Gaza &nbsp;nahe. Seit dem neuen US-israelischen Angriffskrieg gegen den Iran und den iranischen Vergeltungsschl\u00e4gen ist das Leid der pal\u00e4stinensischen Bev\u00f6lkerung im Gaza nicht mehr in der internationalen Aufmerksamkeit. Katrin Glatz Brubakk, die deutsch-norwegische Kinderpsychologin und Traumaexpertin, arbeitete mehrfach f\u00fcr \u00c4rzte ohne Grenzen im Nasser-Krankenhaus in Gaza. Ihre Erfahrungen hat sie in dem Buch&nbsp;\u201eTagebuch aus Gaza\u201c&nbsp;aufgeschrieben, aus dem sie an diesem Abend vorlas. Sie erz\u00e4hlte von ihrer Arbeit mit den traumatisierten Kindern, von den Schikanen der israelischen Streitkr\u00e4fte, von der Angst vor weiteren Bomben als t\u00e4gliche Begleiterin. Ich fragte im anschlie\u00dfenden Gespr\u00e4ch nach, was es mit der Behauptung israelischer Medien auf sich habe, dass \u00c4rzte ohne Grenzen (MsF) unterwandert sei von Hamas-Mitgliedern. Die Antwort war eindeutig: Es stimme einfach nicht. Wer f\u00fcr MsF arbeite, w\u00fcrde genau gepr\u00fcft und d\u00fcrfe keine N\u00e4he zu einer Organisation haben, die f\u00fcr Gewalt steht. Eine zweite Frage betraf die Einsch\u00e4tzung, ob Israel einen Genozid betreibe. Auch hier war die Antwort klar. MsF spreche nicht leichtfertig davon, aber in diesem Fall sei das Vorgehen der israelischen Streitkr\u00e4fte und der Netanjahu-Regierung genozidal. An die 1400 Menschen wurden im humanit\u00e4ren Einsatz, unter anderem f\u00fcr \u00c4rzte ohne Grenzen, get\u00f6tet. Seit 1. M\u00e4rz 2026 will Israel allen internationalen Hilfsorganisationen die Arbeit im Gaza-Streifen verbieten. Katrin Glatz Brubakk und die Organisation \u00c4rzte ohne Grenzen: sie wollen die Hoffnung aber nicht aufgeben, dass eine Zeit kommen wird, in der die Kinder von Gaza in Frieden und Freiheit leben k\u00f6nnen. Trotz der Erz\u00e4hlungen von all dem Leid in Gaza war an diesem Abend zugleich auch sp\u00fcrbar: Es kann etwas getan werden, damit dieser Schrecken aufh\u00f6ren wird. Wir sollen nicht m\u00fcde werden, auf die Tr\u00e4nen der Kinder in Gaza hinzuweisen, meinte die Vertreterin von \u00c4rzte ohne Grenzen. Dazu k\u00f6nnen wir auch die Sozialen Medien mit ihren Algorithmen ben\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>6.3.2026, klaus.heidegger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Grieskogel-670x1024.jpg' class='thumbnail' \/>Ich wei\u00df nicht mehr, von wem das Zitat stammt, das ich vor einer Woche bei meinem Vortrag \u00fcber Soziale Verteidigung verwendete. 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