{"id":2201,"date":"2016-03-23T08:06:23","date_gmt":"2016-03-23T08:06:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=2201"},"modified":"2022-08-22T07:40:02","modified_gmt":"2022-08-22T07:40:02","slug":"dem-terror-den-naehrboden-entziehen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=2201","title":{"rendered":"Dem Terror den N\u00e4hrboden entziehen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Friedensfahne16.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"  wp-image-2202 alignright\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Friedensfahne16.jpg\" alt=\"Friedensfahne16\" width=\"272\" height=\"136\" \/><\/a>Wenn Daesh und seine feigen, grausamen Terroristen eine Ausgeburt des nun schon f\u00fcnfj\u00e4hrigen Krieges in Syrien sind und stets neu sich aus diesem Krieg ihre menschenfeindlichen Rechtfertigungen ziehen, dann muss endlich alles getan werden, um diesen Krieg zu beenden. Das w\u00fcrde bedeuten: Jegliche Waffenlieferungen an die Kriegsparteien einzustellen und keine \u00d6lgesch\u00e4fte mit Handlangern des Daesh zu machen. Der Krieg muss ausgehungert werden und Friedensverhandlungen m\u00fcssen Nahrung finden.<\/p>\n<p>Wenn die selbsternannten Jihadisten in europ\u00e4ischen Hauptst\u00e4dten vornehmlich aus der Erfahrung von Ausgrenzung und \u00f6konomischem Prekariat entstammen, dann braucht es eine Abkehr von einer Politik, die solche Ausgrenzungen in Kauf nimmt und produziert. Wir brauchen Anstrengungen, die das Entstehen sozialer und kultureller Ghettos verhindern. Dazu geh\u00f6rt schon ein Bildungssystem, das nicht auf der einen Seite Eliten produziert und es auf der anderen Seite erschwert, dass junge Menschen in die Gesellschaft und das Wirtschaftssystem integriert werden.<\/p>\n<p>Wenn sich europ\u00e4ische Staaten gemeinsam mit den USA immer wieder neu in Kriege mit vorwiegend islamischen Staaten verwickeln, wird dieser Krieg auch in europ\u00e4ische Hauptst\u00e4dte getragen. F\u00fcr eine Beendigung des Terrors braucht es mehr Phantasie und Kreativit\u00e4t als Bomben. Wenn Zeitungskommentatoren nun nach den Anschl\u00e4gen in Br\u00fcssel eine internationale Milit\u00e4rallianz fordern, die mit Bodentruppen gegen die Kommandozentralen des IS im Nahen Osten vorgehen sollte (Mario Zehenh\u00e4usern, Tiroler Tageszeitung 23.3.2016), dann ist dies eine Richtung, die nur \u00d6l ins Feuer gie\u00dft. Schon seit fast zwei Jahren gibt es eine Milit\u00e4rallianz unter der F\u00fchrung der USA, die Luftangriffe auf die Terrormiliz IS im Irak und in Syrien fliegen. Seit einigen Monaten k\u00e4mpfen auch US-Marineinfanteristen mit schwerer Artillerie im Nordirak. Syrische Rebellen, kurdische Verb\u00e4nde und die irakische Armee werden mit Waffenlieferungen versorgt. Krieg aber bringt keinen Frieden.<\/p>\n<p>Was diese Welt braucht, sind nicht die Fanatiker, die nun nach dem Terror von Paris wieder neu gegen den Islam wettern, ja ihn am liebsten \u201eausr\u00e4uchern\u201c m\u00f6chten (ein \u00f6sterreichischer EU-Abgeordneter in einem nun bereits wieder gel\u00f6schten Facebook-Eintrag), sondern das friedliche Miteinander der Religionen. Islam hat so gar nichts mit Terror zu tun, wie unmittelbar nach den Br\u00fcsseler Anschl\u00e4gen nun wieder neu die islamischen Repr\u00e4sentanten von der Al-Azhar Universit\u00e4t in Kairo bis zur Islamischen Glaubensgemeinschaft in \u00d6sterreich bekr\u00e4ftigt haben. Das grenzenlose Leid der Opfer darf nicht gen\u00fctzt werden, um Stimmung gegen den Islam oder die Fl\u00fcchtlinge zu machen, wie dies rechtspopulistische Kr\u00e4fte in Europa \u2013 von AfD bis FP\u00d6 \u2013 nun tun. Wenn Muslime an den Rand gedr\u00e4ngt werden, dann geht die Rechnung von Daesh auf, weil aus diesen R\u00e4ndern die Extremisten herauskommen werden. Wer keine Chance auf ein Leben hat, ger\u00e4t in Gefahr, sich zu radikalisieren. Ja, es gibt den radikalen Islam und es braucht eine genauso radikale Kritik an ihm, seien es die Wahabiten in den Saudi Arabien und den Golfstaaten, die von den europ\u00e4ischen Staaten mit Unmengen an Waffen beliefert werden und von den \u00f6lhungrigen Massen im Norden dieser Welt mitfinanziert werden, oder die Muslimbruderschaft, die zumindest eine N\u00e4he zur t\u00fcrkischen AKP-Regierung hat.<\/p>\n<p>Wer solche Analysen anstellt, merkt, wie sehr wir alle in diesem Europa verstrickt sind in eine kriegerische Welt. Wer in dieser Weise aber Verstrickungen entdeckt, kann beginnen, Verstrickungen zu l\u00f6sen \u2013 auch durch einen Lebensstil, der weniger mit \u00d6lverbrauch verkn\u00fcpft ist. Gerade in einer Zeit, in der wir im \u201eOsterreiseverkehr\u201c ersticken, in der auf Flugh\u00e4fen und Autobahnen ein Gedr\u00e4nge herrscht, t\u00e4te es gut daran zu denken, was mit unserem Verbrauch an Kerosin, Benzin und Diesel auch verkn\u00fcpft ist.<\/p>\n<p>Ein zus\u00e4tzlicher Aspekt wurde bei den Anschl\u00e4gen in Br\u00fcssel wieder mehr als deutlich. In der N\u00e4he der belgischen Hauptstadt befinden sich zwei Atomkraftwerke. In keinem anderen Bereich ist dieses Europa verwundbarer. Jeder terroristische Anschlag auf ein AKW w\u00fcrde eine unvergleichliche Katastrophe bedeuten. Ausstieg aus atomarer Energie w\u00fcrde zu einer voraussehenden Terror-Pr\u00e4vention geh\u00f6ren, doch jene, die heute regieren, stellen das Milit\u00e4r vor ein AKW, statt es vom Netz zu nehmen.<\/p>\n<p>Klaus Heidegger, 23.3.2016<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Friedensfahne16.jpg' class='thumbnail' \/>Wenn Daesh und seine feigen, grausamen Terroristen eine Ausgeburt des nun schon f\u00fcnfj\u00e4hrigen Krieges in Syrien sind und stets neu sich aus diesem Krieg ihre menschenfeindlichen Rechtfertigungen ziehen, dann muss endlich alles getan werden, um diesen Krieg zu beenden. 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