{"id":2331,"date":"2016-07-12T14:27:31","date_gmt":"2016-07-12T14:27:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=2331"},"modified":"2022-08-22T07:40:01","modified_gmt":"2022-08-22T07:40:01","slug":"schule-und-klasse-als-kirche-erleben-und-begreifbar-machen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=2331","title":{"rendered":"Schule und Klasse als Kirche erleben und begreifbar machen"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eIhr seid Kirche!\u201c Nie werde ich jene Situation vergessen, in der uns im Rahmen eines Einkehrtages mit einer Schulklasse im Bildungshaus St. Michael unser Bischof \u2013 es war damals Alois Kothgasser \u2013 besuchte, sich in die Runde der Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen setzte, fast so, als sei er einer von ihnen, und sich sehr geduldig zuerst die ganze Bandbreite der gewohnten Kirchenkritik anh\u00f6rte, die da ehrlich und manchmal wohl auch sehr undifferenziert aus dem Munde der 16-J\u00e4hrigen kam. \u201eWas meint ihr mit Kirche?\u201c, fragte der Bischof die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen\u201c und wartete gar nicht auf eine Antwort. \u201eSo wie ihr dasitzt, miteinander nachdenkt, euer Leben teilt, miteinander feiert \u2013 so seid ihr Kirche \u2026\u201c, war die Antwort des Bischofs. Die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen hatten verstanden. Der Perspektivenwechsel war befreiend: weg von den f\u00fcr Jugendlichen so entt\u00e4uschenden Situationen in ihren Herkunftsgemeinden, weg von Liturgien, mit denen junge Menschen schon lange nichts mehr anfangen k\u00f6nnen, weg von so manchen kirchlichen Strukturen, die mehr \u00c4rgernis als Hilfe sind, weg von leibfeindlicher Sexualmoral \u2013 und eine Hinwendung oder Kirchwerdung im Kontext der Klassengemeinschaft. Im letzten Jahrzehnt, seit ich an einem katholischen Oberstufenrealgymnasium unterrichte, habe ich versucht, aus dieser Perspektive zu arbeiten und zu leben: Kirche in der Handlungsmacht aller am Schulleben Beteiligten zu begreifen.<\/p>\n<p>Faktum ist zun\u00e4chst, dass selbst an unserer Schule<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a><\/sup> nur mehr wenige Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen in ihren Heimatpfarreien eingebunden sind und dort regelm\u00e4\u00dfig Gottesdienste besuchen. Sch\u00e4tzungsweise d\u00fcrften es noch f\u00fcnf bis acht Prozent sein. Die \u201eEnttraditionalisierung\u201c, von der Soziologen wie Ulrich Beck<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a><\/sup> schon seit langem schreiben, ist im gesellschaftlichen Mikrokosmos Schule vor allem mit Bezug auf Kirche sp\u00fcrbar. Gerade in einer Zeit, in der Jugendliche mit ihrem Glauben in die Pubert\u00e4t kommen und zu Recht alles in Frage stellen, bietet die Pfarrei keine St\u00fctze mehr. Kirche ist nicht mehr gelebte Wirklichkeit mit Bezug auf ihre Pfarrgemeinde. Mein Eindruck ist, dass diese Situation von Jahr zu Jahr zunimmt. Ein Blick in die Sonntagsgottesdienste der Gemeinden, aus denen \u201emeine\u201c Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen kommen, zeigt tats\u00e4chlich, was inzwischen Realit\u00e4t ist: Die Jugend fehlt in den pfarrlichen Gottesdiensten. Der Auszug aus der real-existierenden Kirche beginnt mit jenem Alter, mit dem \u201eKinder\u201c heute durchschnittlich gefirmt werden, was wiederum das Firmalter mit 12 Jahren mehr als fragw\u00fcrdig macht. Es entwickelt sich eine negative Dynamik: Je weniger Gleichaltrige in der \u201eKirche\u201c, desto mehr werden sich noch verbliebene andere Jugendliche fremd in den Kirchenb\u00e4nken neben Grauhaarigen oder Kindern f\u00fchlen, desto weniger wird sich die Sprache an Jugendlichen orientieren und ihre Lebenswelt zum Thema machen. Priester in der Rolle von Kirchenmanagern in \u00fcberdimensionierten Seelsorger\u00e4umen werden ohnehin weder Zeit noch Kraft f\u00fcr nicht-oberfl\u00e4chliche Begegnungen mit Jugendlichen &#8211; ihrer \u201eSeelsorgeraumsjugend\u201c \u2013 haben und die Katholische Jugend, die sich von einer Bewegung zu einer Eventvermittlerin gewandelt hat, erreicht nur mehr marginal oder kurzfristig Jugendliche.<\/p>\n<p>In dieser Situation ist Schule als Erfahrungsort und Realisation von Kirche gerade f\u00fcr Jugendliche von zentraler Bedeutung geworden. Dies entspricht wesentlich der Schulentwicklung des vergangenen Jahrzehnts, in dem die Schule nicht nur als Wissensvermittlerin definiert wird, sondern als Lebensraum,<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a><\/sup> sowie der modernen Religionsp\u00e4dagogik, in der \u201edie Erfahrungen der Menschen, ihre Biographie und ihre lebensweltlichen Bez\u00fcge\u201c<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote4sym\" name=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a><\/sup> vor jeder katechetischen Vermittlung dogmatischer Wahrheiten stehen. Religionsunterricht ist demnach nicht l\u00e4nger \u201ekirchlicher Unterricht\u201c im Sinne dessen, dass die Kirche senkrecht von oben in die Schule hineinwirkt, sondern in gewisser Weise Schul-Erleben als Kirche, die von innen her w\u00e4chst und so begriffen werden kann. Wird die Klasse oder die Schule als kirchlicher Erfahrungsraum definiert und gestaltet,<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote5sym\" name=\"sdfootnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a><\/sup> stellt sich die Frage nach den Grundvollz\u00fcgen dieser Kirche und ihrer Leitung. Der K\u00fcrze wegen beschr\u00e4nke ich mich in dieser Ausf\u00fchrung auf den Erfahrungsraum Klasse. Hier kann der Grundvollzug Diakonia L\u00e4nge mal Breite realisiert werden: wenn sich Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen gegenseitig bei den Hausaufgaben helfen; einem kranken Sch\u00fcler Unterlagen nach Hause gebracht werden; das Jausenbrot geteilt wird; die Klassendienste wie Tafelwischen et cetera ordentlich erledigt werden oder wenn die Klasse oder ein Teil der Klasse sich im Rahmen von Sozialprojekten engagiert.<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote6sym\" name=\"sdfootnote6anc\"><sup>6<\/sup><\/a><\/sup> Koinonia als zweite ekklesiale Grundfunktion \u2013 Gemeinschaftsbildung und Gemeinschaftserfahrung \u2013 entspricht wohl dem zentralsten Bed\u00fcrfnis der Jugendlichen. Mit dieser pastoralen Kategorie wird besonderes Augenmerk auf die Gestaltung des Unterrichtsalltags gelegt werden, in dem die soziale Dimension des Lernens besondere Ber\u00fccksichtigung findet.<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote7sym\" name=\"sdfootnote7anc\"><sup>7<\/sup><\/a><\/sup> Martyria als weiterer Grundvollzug \u2013 das Zeugnisgeben als gelebte und gesprochene Verk\u00fcndigung \u2013 geschieht wesentlich im Religionsunterricht, jedoch nicht nur dort. Wenn Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen mit ihren Lehrkr\u00e4ften an einer Autobahnblockade teilnehmen oder gemeinsamen mit Bischof und Erzbischof mit Gehzeugen durch Innsbruck gehen und f\u00fcr das Autofasten werben, wenn sich eine Klasse im Rahmen eines Benefizkonzertes f\u00fcr ein Brunnenprojekt in Afrika engagiert, dann ist dies gelebte Verk\u00fcndigung. Leiturgia schlie\u00dflich \u2013 die Feier \u2013 vollzieht sich in echter Weise, wenn auch die zuvor genannten Vollz\u00fcge vorhanden sind. Wenn Klasse als Kirche begriffen wird, stellt sich auch die Frage: Wer ist der Seelsorger? Diese Rolle wird vor allem der Religionslehrer oder die Religionslehrerin erf\u00fcllen. Wir sind als Katecheten und Katechetinnen durch bisch\u00f6fliche Missio beauftragt \u2013 gesandt in kirchlichem Auftrag, apostelhaft im Kontext Schule zu wirken, was wohl mehr Aufgaben bedeutet als der katechetische Dienst. Das pastorale Axiom im Handlungsfeld Schule weist jedoch vor allem darauf hin, dass alle im Schulleben Beteiligten potenzielle Subjekte kirchlichen Handelns sind und dieses sich nicht auf das Tun des Religionslehrers oder der Religionslehrerin reduzieren l\u00e4sst. Der Religionsunterricht in seiner konfessionellen Gestalt ist jener Ort, in dem am meisten \u00fcber die Erfahrungsebenen von Kirche im Lebensumfeld Schule reflektiert werden kann und von dem wieder Impulse in diesen Raum hinausgehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Insofern Schule bzw. Klasse als Kirche begriffen werden, ergeben sich einige Herausforderungen, die nicht zuletzt mit dem gro\u00dfen kirchlichen Kontext verbunden sind. Wie in einem Brennglas verdichten sich dabei die Probleme und Chancen in der Frage der Feier der Eucharistie. Wenn Eucharistie Zentrum jeder kirchlichen Gemeinschaft ist \u2013 so die kirchliche Lehre \u2013 dann muss sich eucharistische Wirklichkeit auch im Schulalltag vollziehen k\u00f6nnen. An unserer Schule haben wir Formen gefunden, wo wir bei Schulgottesdiensten Brot brechen und teilen k\u00f6nnen, ohne Hochgebete und priesterliche Wandlungsworte, zugleich wird gerade in dieser Form erlebbar, dass realsymbolische Gegenwart Christi vorhanden ist und Wandlung geschieht. Dabei kann ein Klassenvorstand, ein Religionslehrer oder auch eine Klassensprecherin \u201epriesterliche\u201c Aufgaben \u00fcbernehmen. Solche Feiern, die \u2013 und das soll hier ausdr\u00fccklich betont werden \u2013 eucharistischen Charakter haben, stellen zugleich eine Einladung dar f\u00fcr jene vielen in der multireligi\u00f6sen Schulwirklichkeit, die einer anderen Kirche oder Religionsgemeinschaft angeh\u00f6ren oder ohne spezifische Religionszugeh\u00f6rigkeit sind. Schule bzw. Klasse werden also nicht nur als Orte von Kirche zu begreifen sein, sondern auch als Orte von interreligi\u00f6sem Lernen und Feiern.<\/p>\n<p>Die Kirchenerfahrung in Klasse und Schule soll und darf nicht zur Flucht aus der kirchlichen Wirklichkeit in den Heimatgemeinden und der gr\u00f6\u00dferen kirchlichen Wirklichkeit werden. Sie sind der Globe und zugleich nehmen sie Einfluss sowohl auf die Subjekte als auch auf ihre WIR-Dimensionen.<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote8sym\" name=\"sdfootnote8anc\"><sup>8<\/sup><\/a><\/sup> Das wird zu Widerspr\u00fcchen f\u00fchren. \u201eSchulkirche\u201c mit ihren spezifischen liturgischen Feiern und einer jugendgerechten Sprache entspricht nicht mehr der Art und Weise, wie Jugendliche auf Gemeindeebene Kirche erfahren k\u00f6nnen. Lebendige Schulgottesdienste, in der Sprache von Jugendlichen gefeiert, brauchen jedoch ihr Pendant in den Gemeinden, so wie auch die Schule Jugendliche br\u00e4uchte, die positive Gemeindeerfahrungen in die Schule einbringen. Solange die Kirchenleitungen nicht bereit sind, jene kirchlichen Kardinalsm\u00e4ngel zu ver\u00e4ndern, die von Jugendlichen zu Recht nicht verstanden und kritisiert werden \u2013 unverst\u00e4ndliche Ritualsprache in den Gottesdiensten, die Veweigerung der Ordination f\u00fcr Frauen, Pflichtz\u00f6libat und l\u00e4ngst \u00fcberholte sexualfeindliche \u00c4u\u00dferungen aus kirchlichem Munde \u2013 solange wird der Exodus von Jugendlichen andauern. Konzepte von Seelsorger\u00e4umen setzen nicht urs\u00e4chlich bei diesen Problemen an, sondern versuchen bestenfalls Folgen dieser Ursachen zu mildern, vereiteln aber vielfach, dass die wirklichen Probleme gel\u00f6st werden. Jugendliche, die h\u00f6ren, sie w\u00fcrden dem Zeitgeist<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote9sym\" name=\"sdfootnote9anc\"><sup>9<\/sup><\/a><\/sup> verfallen, wenn sie Reformvorschl\u00e4ge einbringen, f\u00fchlen sich nicht ernst genommen. Eine Kirche, die sich nicht \u201ewandelt\u201c, nimmt den Exodus der Jugendlichen in Kauf. Religionslehrer und Religionslehrerinnen geh\u00f6ren wohl zu jenen, die am meisten mit dieser Situation konfrontiert sind.<\/p>\n<p>Das Paradigma, Schule und Klasse als ekklesiale Realit\u00e4t wahrzunehmen und bewusst entlang der Grundfunktionen zu gestalten, kann der Begriff \u201eSchulpastoral\u201c nur dann widerspiegeln, wenn er nicht im Sinne des pastoralen Konzeptes einer versorgenden Kirche verstanden wird, sondern im Sinne der Communio-Theologie von Kirche.<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote10sym\" name=\"sdfootnote10anc\"><sup>10<\/sup><\/a><\/sup> Damit wird bereits definiert, dass es um mehr als um P\u00e4dagogik und Katechese geht, wenn \u00fcber die Pr\u00e4senz der Kirche an der Schule nachgedacht wird, wobei sich letztlich Religionsp\u00e4dagogik immer als pastorales Tun begreifen muss, dies umso mehr, als Pastoral au\u00dferhalb von Schule oft nicht mehr wahrgenommen wird. Es geht um wesentlich mehr, als Schulgottesdienste oder religi\u00f6se Veranstaltungen, die im Laufe eines Schuljahres angeboten werden.<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote11sym\" name=\"sdfootnote11anc\"><sup>11<\/sup><\/a><\/sup> Das System Schule bietet eine F\u00fclle an M\u00f6glichkeiten f\u00fcr pastorales Wirken und Erleben, wobei die entsprechenden rechtlichen Rahmenbedingungen teils ideale Hilfestellungen bieten, teils aber der neuen Situation anzupassen sind. \u201eReligi\u00f6se \u00dcbungen\u201c, wie Einkehrtage oder Gottesdienste, k\u00f6nnen als Angebote w\u00e4hrend der Unterrichtszeit stattfinden. Nicht passend sind allerdings kirchenamtliche und schulrechtliche Regelungen, die interreligi\u00f6ses Lernen im Rahmen des Religionsunterrichtes verhindern oder ausschlie\u00dfen, sowie Richtlinien f\u00fcr multireligi\u00f6se Feiern, die nicht von einem Miteinander (interreligi\u00f6s), sondern von einem Nebeneinander ausgehen. Hauptproblem ist dabei eine fundamentalistisch verengte Orientierung am Paradigma der Konfessionalit\u00e4t.<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote12sym\" name=\"sdfootnote12anc\"><sup>12<\/sup><\/a><\/sup> Religionsp\u00e4dagogische sowie pastorale Studien und Ergebnispapiere sind hier bereits viel weiter als die Praxis an vielen Schulen und die rechtlichen Rahmenbedingungen.<\/p>\n<p>Wenn ich abschlie\u00dfend einen Blick auf die Praxis an meiner eigenen Schule werfe, dann sehe ich klein, aber doch stark wie G\u00e4nsebl\u00fcmchen in der Fr\u00fchlingswiese jene halbe Stunde an jedem Freitag, wo wir vor dem Unterricht im Meditationsraum fortlaufend eine Stelle aus dem Evangelium lesen, dar\u00fcber reden und auch Raum f\u00fcr freie Gebete erm\u00f6glichen. Es sind nur wenige Kollegen und Kolleginnen sowie Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen, die regelm\u00e4\u00dfig daran teilnehmen, und doch lebt f\u00fcr mich hier ein St\u00fcck Schulpastoral. In der Schule findet \u201eGebetsschule\u201c statt. Ich habe im Blick die vielen Dienste, die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen \u00fcbernehmen \u2013 als Umweltverantwortliche, Mediatoren und Mediatorinnen, Klassensprecher und Klassensprecherinnen oder im Rahmen des Caritas-Projektes \u201eZeit schenken\u201c. Ich habe im Blick Kollegen und Kolleginnen, die ihre T\u00e4tigkeit an der Schule nicht prim\u00e4r als Job sehen, sondern als Dienst an den Jugendlichen, und daher mehr als das Vorgeschriebene leisten, wodurch christliche Grundhaltung in Wort und Tun im p\u00e4dagogischen Alltag sichtbar wird. Jede Schule ist \u00dcbungsfeld f\u00fcr soziale Verantwortlichkeit \u2013 in christlichen Worten f\u00fcr gelebte N\u00e4chstenliebe. Manches davon kann auch einflie\u00dfen in die gro\u00dfen Schulgottesdienste. Die Worte \u201eihr seid Kirche\u201c haben Gestalt und Gestaltkraft in schulischer Wirklichkeit.<\/p>\n<p><b>Klaus Heidegger<\/b><\/p>\n<p>Religionslehrer am Privaten Oberstufenrealgymnasium St. Karl Volders,<\/p>\n<p>Forschungskreis Kommunikative Theologie der Theolog. Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Innsbruck<\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a> Das Private Oberstufenrealgymnasium St. Karl Volders ist in der Tr\u00e4gerschaft der Vereinigung von Ordensschulen \u00d6sterreichs, hat rund 350 Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen und einen musischen sowie einen \u00f6kologischen Schwerpunktzweig. <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"http:\/\/www.porg-volders.tsn.at\/\">www.porg-volders.tsn.at<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote2\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2<\/a> Vgl.: Beck Ulrich: Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne, Frankfurt a. M. 1986.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote3\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3<\/a> Vgl. dazu u. a.: Bader G\u00fcnther: \u201eSalz der Schule?\u201c Schulseelsorge als Pastoral der Begegnung, in: \u00d6sterreichisches Religionsp\u00e4dagogisches Forum, 1998\/1, 22-27.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote4\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote4anc\" name=\"sdfootnote4sym\">4<\/a> Ein Beispiel f\u00fcr viele zum gegenw\u00e4rtigen Verst\u00e4ndnis der Religionsp\u00e4dagogik ist das Handbuch: Kalloch Christin, Leimgruber Stephan, Schwab Ulrich: Lehrbuch der Religionsdidaktik. f\u00fcr Studium und Praxis in \u00f6kumenischer Perspektive, Freiburg i. Br. 2009, 20.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote5\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote5anc\" name=\"sdfootnote5sym\">5<\/a> Vgl. dazu z. B.: J\u00e4ggle Martin: Lebenswerte Schule. Schulpastoral in \u00d6sterreich, in: Diakonia Mai 2010, 184-189. J\u00e4ggle zitiert beispielsweise die Wiener Di\u00f6zesansynode (1969-1971), in der bereits von der \u201eGemeinde an der Schule\u201c gesprochen wurde. Das Schulamt der Di\u00f6zese Innsbruck will ebenfalls, dass \u201eSch\u00fcler im Handlungsfeld Schule Kirche erleben und erfahren k\u00f6nnen\u201c. <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"http:\/\/www.dioezese-innsbruck.at\/index.php\">www.dioezese-innsbruck.at\/index.php<\/a><\/u><\/span> &#8230; (unter Schulpastoral des Schulamtes)<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote6\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote6anc\" name=\"sdfootnote6sym\">6<\/a> An unserer Schule nehmen beispielsweise Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen am Caritas-Projekt \u201eZeit schenken\u201c teil, unterst\u00fctzen entwicklungspolitische Projekte u. v. a.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote7\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote7anc\" name=\"sdfootnote7sym\">7<\/a> In diesem Sinne ist es mir als Klassenvorstand wichtig, dass in meiner Klasse ein kooperatives-offenes Lernen (COOL-Projekt) realisiert werden konnte, das von einem LehrerInnenteam gemeinsam verantwortet wird.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote8\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote8anc\" name=\"sdfootnote8sym\">8<\/a> Im heuristischen Verst\u00e4ndnis der Themenzentrierten Aktion spielt sich Erfahrung stets in einer Interaktion und Interdependenz der vier Dimensionen Ich (pers\u00f6nliche Erfahrung), Wir\/Du (als Gruppenerfahrung), Es (Traditionen, \u2026) und Globe (gr\u00f6\u00dfere gesellschaftliche Zusammenh\u00e4nge) ab.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote9\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote9anc\" name=\"sdfootnote9sym\">9<\/a> Auf die Frage nach Reformvorschl\u00e4gen wie Z\u00f6libat antwortete der neu ernannte Generalvikar der Erzdi\u00f6zese Wien: \u201eZum Charme der Kirche geh\u00f6rt eben auch ein Widerspruch zum Zeitgeist.\u201c In: DER STANDARD, 24.12.2010.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote10\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote10anc\" name=\"sdfootnote10sym\">10<\/a> Vgl. dazu u. a.: Diakonia \u2013 Internationale Zeitschrift f\u00fcr die Praxis der Kirche, Heft 3, Mai 2010. (Schwerpunktnummer zur Schulpastoral) Die Bezeichnung \u201eSchulseelsorge\u201c wird ebenfalls gerne verwendet, dr\u00fcckt aber m. E. zuwenig jene pastorale Breite aus, die sich im Handlungsfeld Schule ereignen kann. Als richtungsweisend gilt das viel zitierte Papier der Deutschen Bischofskonferenz aus dem Jahr 1996 \u201eSchulpastoral \u2013 der Dienst der Kirche an den Menschen im Handlungsfeld Schule\u201c.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote11\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote11anc\" name=\"sdfootnote11sym\">11<\/a> Darauf konzentrierte sich der traditionelle Ansatz, der teilweise immer noch an so mancher Schule praktiziert wird. Schulgottesdienste, die jedoch nicht aus der Erfahrungswirklichkeit von religi\u00f6sem Erleben in Schule und Klasse gespeist sind, werden von den Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen als Fremdk\u00f6rper abgelehnt.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote12\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote12anc\" name=\"sdfootnote12sym\">12<\/a> Vgl. dazu ausf\u00fchrlich: Heidegger Klaus: Lebendiges interreligi\u00f6ses und \u00f6kumenisches Lernen im Religionsunterricht, Master-Thesis und Lizenziatsarbeit, unver\u00f6ff. Manuskript, Innsbruck 2009.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; \u201eIhr seid Kirche!\u201c Nie werde ich jene Situation vergessen, in der uns im Rahmen eines Einkehrtages mit einer Schulklasse im Bildungshaus St. Michael unser Bischof \u2013 es war damals Alois Kothgasser \u2013 besuchte, sich in die Runde der Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen setzte, fast so, als sei er einer von ihnen, und sich sehr geduldig&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2332,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[184],"tags":[244,243,242],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2331"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2331"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2331\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4782,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2331\/revisions\/4782"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2332"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2331"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2331"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2331"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}