{"id":2349,"date":"2016-07-27T07:38:49","date_gmt":"2016-07-27T07:38:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=2349"},"modified":"2022-08-22T07:40:01","modified_gmt":"2022-08-22T07:40:01","slug":"gewaltfrei-der-gewalt-begegnen-und-die-kultur-gewalt-beenden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=2349","title":{"rendered":"Gewaltfrei der Gewalt begegnen und die Kultur Gewalt beenden"},"content":{"rendered":"<p>In diesen Sommertagen, an denen stakkatom\u00e4\u00dfig Nachrichten \u00fcber Anschl\u00e4ge in Deutschland und Frankreich unsere Herzen ber\u00fchren und unser Nachdenken besch\u00e4ftigen und an denen wir uns kaum l\u00f6sen k\u00f6nnen von den schrecklichen Bildern, tut es so gut zu h\u00f6ren und zu lesen, was kirchliche Vertreter in diesen Tagen ersehnen. Der Erzbischof von Rouen, jener Di\u00f6zese, in der einer seiner Priester von IS-Djihadisten hingerichtet wurde, rief beim Weltjugendtreffen in Krakau dazu auf, nicht vor der Gewalt zu kapitulieren, sondern \u201eApostel der Zivilisation der Liebe\u201c zu sein. \u00a0Der Erzbischof von Wien, Kardinal Sch\u00f6nborn, sagte nach dem Attentat von Nizza: \u201eEs gibt die Erfahrung, die sagt: Niemand wird zum T\u00e4ter, der nicht vorher zum Opfer geworden ist. Darum stimmt es auch, dass unter all jenen Sicherheitsma\u00dfnahmen, die einer Gesellschaft zur Terrorverh\u00fctung zur Verf\u00fcgung stehen, die Liebe und die G\u00fcte, Barmherzigkeit und Vergebung, die wichtigsten sind. Damit nicht mehr Menschen zu T\u00e4tern werden.\u201c<\/p>\n<p>Nirgendwo wird von kirchlicher Seite dazu aufgerufen, was heute de facto geschieht: Kein Kampf gegen die Terroristen von Daesh. Kein Antiislamismus, wie er von den rechtspopulistischen Parteien nach jedem der Attentate neu gen\u00e4hrt wird. Keine Pauschalverd\u00e4chtigungen gegen\u00fcber dem Islam. Kein Narrativ vom \u201eKrieg der Religionen\u201c, das der franz\u00f6sische Premierminister Manuel Valls ben\u00fctzte. W\u00e4hrend die einen nach den Bluttaten von Rouen, W\u00fcrzburg und Ansbach nun noch dichtere Grenzen fordern, noch mehr Abschiebungen und noch mehr H\u00e4rte gegen\u00fcber Asylwerbern, fordert der h\u00f6chstrangige Vertreter der katholischen Kirche von \u00d6sterreich, dass wir mehr tun m\u00fcssten, um jungen Migranten und Asylwerbern Chancen zu geben.\u201c<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der letzten beiden Anschl\u00e4ge war ich mit dem Mountainbike in den Dolomiten unterwegs. Fanesgruppe, Civetta, Cinque Torri, Averau. Es ist nur 100 Jahre her. Immer wieder waren wir auch auf den alten Frontstra\u00dfen unterwegs, die heute Lieblingsstrecken f\u00fcr Mountainbiker sind. Mit unvorstellbarer Brutalit\u00e4t wurde dort gek\u00e4mpft. Bis zu 100.000 Menschen starben im Dolomitenkrieg. Damals hatten Bisch\u00f6fe und Priester Waffen gesegnet und das gegenseitige Abschlachten gerechtfertigt. Heute stehen die Denkm\u00e4ler f\u00fcr die Helden des \u201eGro\u00dfen Krieges\u201c, wie er aus italienischer Sicht genannt wird. Die Spuren einer Kultur der Gewalt sind nicht ausgel\u00f6scht. Wir fahren vom Sennjoch hinunter nach Spinges. Ein Wandgem\u00e4lde an einem Haus unweit der Kirche erinnert an die Geschichte der Katharina Lanz bei der Schlacht von Spinges. Mit einer Mistgabel ersticht sie einen franz\u00f6sischen Soldaten. Sie gilt als Heldin. Kultur der Gewalt. In einer anderen kleinen Kapelle, nach der langen Abfahrt von Averau hinunter, kommen wir an der Wallfahrtskirche Santa Lucia vorbei. Und nun eine anderes Gedenken. Es ist die Geschichte einer starken Frau, die gewaltfrei auf der Seite der Armen und Kranken stand und daf\u00fcr als M\u00e4rtyrerin starb \u2013 ein Martyrium, das heute an Pater Jacques Hamel von der Kirche Saint-\u00c9tienne-de-Rouvray bei Rouen erinnert. M\u00f6ge das Martyrium der Heiligen Lucia und von Pater Hamel zum Frieden zwischen den Religionen werden und nicht f\u00fcr einen Krieg der Religionen missbraucht werden.<\/p>\n<p>Klaus Heidegger, 27.7.2016<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesen Sommertagen, an denen stakkatom\u00e4\u00dfig Nachrichten \u00fcber Anschl\u00e4ge in Deutschland und Frankreich unsere Herzen ber\u00fchren und unser Nachdenken besch\u00e4ftigen und an denen wir uns kaum l\u00f6sen k\u00f6nnen von den schrecklichen Bildern, tut es so gut zu h\u00f6ren und zu lesen, was kirchliche Vertreter in diesen Tagen ersehnen. 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