{"id":2734,"date":"2017-04-02T16:16:55","date_gmt":"2017-04-02T16:16:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=2734"},"modified":"2022-08-22T07:39:39","modified_gmt":"2022-08-22T07:39:39","slug":"lazarus-komm-heraus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=2734","title":{"rendered":"Lazarus \u2013 komm heraus!"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2735 alignright\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Lazarus.jpg\" alt=\"\" width=\"226\" height=\"753\" \/>Und wieder erz\u00e4hlt uns das Evangelium am heutigen 5. Fastensonntag eine Geschichte von Jesus, der sich der Not in dieser Welt zuwendet. Am 4. Fastensonntag h\u00f6rten wir von der Heilung eines Blindgeborenen. Diese Geschichte befindet sich vor der Lazarus-Perikope. Ein Mann, ausgegrenzt wegen seiner Krankheit, als unrein geltend, kulturell-religi\u00f6s stigmatisiert durch die kollektiv-vermittelte Meinung, seine Krankheit sei Folge einer Schuld, wird von Jesus in die Mitte geholt. Die Blindheit wird durch doppelten Regelbruch geheilt. Zum einen ber\u00fchrt Jesus den vermeintlich Unreinen, l\u00e4sst die Reinheitsgesetze nicht gelten, wenn es um Heilung geht, zum anderen heilt er ganz bewusst an einem Sabbat, macht damit aufmerksam, dass die Zuwendung zu den Kranken wohl der wichtigste Gottesdienst sei. Und nun, am Beginn der Passion Jesu, geschieht die Totenerweckung des Lazarus. Nicht nur eine Krankheit wird geheilt, selbst Totes wird durch die g\u00f6ttliche Kraft, f\u00fcr die Jesus und seine J\u00fcngerbewegung stehen, zu neuem Leben auferweckt. Der Evangelist Johannes schildert dieses wunderwirkende Teamwork zwischen den Schwestern Maria und Martha und ihrem Intimus Jesus. Ihr Glaube, dass selbst scheinbar Totes wieder neu zum Leben kommen kann, ist unerschrocken. Hier gilt das Prinzip: Wenn einer tr\u00e4umt, ist es nur ein Traum, wenn viele tr\u00e4umen, ist es der Beginn einer neuen Wirklichkeit. Auch heute sehe ich so viel Totes um mich herum. Fatalismus als Grundhaltung vieler Menschen. Als Lehrer erlebe ich immer wieder die l\u00e4hmende Haltung im Konferenzzimmer: Schulreformen seien doch nicht m\u00f6glich. Geben wir uns zufrieden mit dem, wie es ist. In den Klassenzimmern ist so mancher Sch\u00fcler oder Sch\u00fclerin aufgrund bestimmter Entwicklungen oder einer pers\u00f6nlichen Situation oft wie gel\u00e4hmt. \u201eIch mag nicht mehr!\u201c \u2013 und der Ausl\u00f6ser f\u00fcr diese Resignation mag eine verpatzte Schularbeit oder das Zerbrechen einer Freundschaft sein. Wie oft trennen sich Menschen in langj\u00e4hrigen Beziehungen, weil sie nicht mehr daran glauben k\u00f6nnen, dass ein Neubeginn m\u00f6glich sei. Als Vorsitzender der Katholischen Aktion h\u00f6re ich immer wieder den Satz: &#8222;Diese Kirche wird sich doch nicht \u00e4ndern.&#8220; Z\u00f6libat und Ausschluss der Frauen vom Priesteramt werden bleiben. Die Unbek\u00fcmmertheit, mit der trotz Klimakatastrophen und Hunger in der Welt \u2013 beides hat miteinander zu tun, Menschen rund um mich mit gro\u00dfem \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck unterwegs sind, ist auch Ausdruck einer Haltung, man k\u00f6nne doch selbst nichts \u00e4ndern. In all diesen Situationen \u2013 und vielen mehr \u2013 ist der Glaube von Maria und Martha und der Ruf Jesu \u201eLazarus \u2013 komm heraus!\u201c so befreiend und ermutigend. Auch der Name Lazarus selbst ist entlastend. Ich darf an eine Ver\u00e4nderung todbringender, stinkender, erstarrter Zust\u00e4nde glauben \u2013 und muss es doch nicht alleine tun, weil Got ist El-azar, was hei\u00dft, Gott hat geholfen.<\/p>\n<p>Klaus Heidegger, 2. 4. 2017<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Lazarus.jpg' class='thumbnail' \/>\u00a0 Und wieder erz\u00e4hlt uns das Evangelium am heutigen 5. Fastensonntag eine Geschichte von Jesus, der sich der Not in dieser Welt zuwendet. Am 4. Fastensonntag h\u00f6rten wir von der Heilung eines Blindgeborenen. Diese Geschichte befindet sich vor der Lazarus-Perikope. 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