{"id":2912,"date":"2017-08-28T10:12:57","date_gmt":"2017-08-28T10:12:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=2912"},"modified":"2022-08-22T07:39:37","modified_gmt":"2022-08-22T07:39:37","slug":"oetztaler-radmarathon-als-herausforderung-angenommen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=2912","title":{"rendered":"\u00d6tztaler Radmarathon als Herausforderung angenommen"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2913 alignright\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Oetzi_2017.jpg\" alt=\"\" width=\"193\" height=\"578\" \/>Vorbereitungen &#8211; die Tage davor<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Seit 19. M\u00e4rz 2017 bin ich laut meinen Eintragungen beim Fahrradwettbewerb von Klimab\u00fcndnis Tirol 8153 Kilometer und 117.317 H\u00f6henmeter mit meinen R\u00e4dern gefahren: Das meiste mit dem Rennrad, aber auch mit Mountainbike und die Arbeitswege zur Schule und nach Innsbruck mit meinem Trekkingrad. Das sind nicht wenige Trainingskilometer. Durchschnittlich 49 Kilometer pro Trag. Doch einerseits ist das laut Angaben in den Internetforen das untere Limit, welches f\u00fcr den \u00d6tztaler angegeben wird \u2013 manche fahren weit \u00fcber 10.000 Kilometer \u2013 und andererseits sind diese Kilometer bei mir meist im Wohlf\u00fchlbereich, entsprechen also nicht den Trainingsvorgaben von schnellem Rennradfahren bei Wettk\u00e4mpfen. Auf meinem Trainingskonto stehen\u00a0 keine anderen Radrennen, keine Trainingslager und superschnellen Ausfahrten mit Intervalltraining. Fremd sind mir Wattmessungen, wie sie heute f\u00fcr einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Radrennen schon Standard sind. \u00dcberhaupt bringe ich Null Wettkampf-Radrennerfahrung mit. Mein Radfahren erf\u00fcllt im Wesentlichen den Zweck, die Natur zu genie\u00dfen, Arbeitswege zu erledigen, zu einer Berg- oder Skitour aufzubrechen oder um mit lieben Menschen unterwegs zu sein. Selbst bei Rennradtouren bremse ich gerne f\u00fcr einen Blick in die Landschaft oder einen Besuch in einer Kirche auch gerne ab, bolze nicht einfach drauflos. Es ist also schon etwas vermessen, dass ich da \u00fcberhaupt am Start eines wohl bedeutsamsten Amateurrennens der Welt mit 237 Kilometer und 5500 HM\u00a0 stehen werde. Ich wollte mich durch dieses Ereignis in den Monaten zuvor aber keinesfalls stressen lassen. So manche Ausfahrt bei Sonnenaufgang um 5:00 morgens habe ich sehr genossen.<\/p>\n<p>Dankbar bin ich zugleich, \u00fcberhaupt einen Startplatz bekommen zu haben. 656 &#8211; meine Startnummer. Tausende andere sind nicht zum Zug gekommen. Ich verdanke dies einem ehemaligen Sch\u00fcler von mir.<\/p>\n<p>Mein Motto lautete: Ich probiere es. Ich nehme die Herausforderung an. Jetzt, wo meine Kinder gro\u00df sind und (fast) au\u00dfer Haus, habe ich auch Zeit f\u00fcr so etwas. In meinem Kopf geistert folgende Gedanke: Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung wird es sein, das Limit am Brenner zu schaffen, das hei\u00dft: Nach 120 Kilometer sp\u00e4testens um 12:30 am Brenner zu sein. Das sind maximal 5 \u00bd Stunden Fahrzeit, also eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 23km\/h \u2013 bei diesen ganzen H\u00f6henmetern. Bei meinen \u00fcblichen Fahrten erreiche ich jedenfalls nie eine derartige Durchschnittsgeschwindigkeit. Meine Strategie muss daher lauten: Vollgas von Beginn an. Mich m\u00f6glichst weit vorne einzureihen und dann m\u00f6glichst schnell nach \u00d6tz. Von dort so schnell wie m\u00f6glich ins K\u00fchtai, kein Stopp dort, sondern schnell hinunter und hoffentlich bekomme ich dann eine Gruppe, bei der ich mich nach Innsbruck und auf den Brenner hinten einreihen kann. \u00dcberhaupt wird die Orientierung an Mitfahrenden das Kriterium, ob ich es schaffen kann. Am Brenner jedenfalls wird Chris auf mich warten, mir Verpflegung geben und\u00a0 hinunter zum Jaufen auch Windschatten, sodass ich auch die Labe am Brenner auslassen kann. Wenn ich also vor 12:30 am Brenner sein werde, kann ich erstmals aufatmen. Die beiden weiteren P\u00e4sse schrecken mich eigentlich gar nicht. Da werde ich schon meinen Rhythmus finden.<\/p>\n<p>Mein Material ist geeignet f\u00fcr dieses Rennen, wenngleich das Rennrad bei weitem nicht das Highend-Material im Feld der Marathonisten sein wird, noch ohne Carbonlaufr\u00e4der und auch so mancher andere Teil entspricht nicht dem, was die meisten an Ausr\u00fcstung mitbringen. F\u00fcr mich spricht allerdings: Ich kenne die Berge, ich mag die Steigungen \u2013 wenngleich ich ab einer bestimmten Steigung, meist bei 8 Prozent, lieber in den Wiegetritt gehe \u2013 und habe ein K\u00f6rpergewicht von 63, das ideal f\u00fcr die vielen H\u00f6henmeter ist. Ich wei\u00df, dass ich ausdauernd bin und auch nach sechs Stunden Belastung normalerweise keine Einbr\u00fcche habe, bei Sprintgeschichten merke ich nat\u00fcrlich meine 58 Jahre.<\/p>\n<p><strong>\u00d6tztaler Radmarathon-Feeling in S\u00f6lden<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Weil Ingrid die Idee hatte, f\u00fcr die \u00dcbernachtung bei unserer Freundin in S\u00f6lden anzuklopfen, was ganz spontan funktionierte, hatten wir eine angenehme Herberge und vor allem ein Auffrischen einer alten Freundschaft. Es wird also nichts aus meiner urspr\u00fcnglichen Idee, mit Rad und Biwakzelt anzureisen, am Campingplatz zu \u00fcbernachten. Das kr\u00e4ftige Gewitter und der Regen in der Nacht w\u00e4ren ja nicht ideal gewesen. Au\u00dferdem w\u00e4re mein Zelt eingepfercht zwischen den italienischen Wohnmobilen gestanden. So springe ich etwas \u00fcber mein \u00f6kologisches Gewissen und wir reisen mit dem Auto an. Die motorisierte Verkehrsf\u00fclle im \u00d6tztal erf\u00fcllt mich jedenfalls mit Unbehagen. Motorr\u00e4der sind grantig hinter unserem gasbetriebenen Auto, weil sie nicht vorbeibrausen k\u00f6nnen. Ich habe Mitleid mit den an der \u00d6tztalstra\u00dfe Wohenenden, die dem Smog und L\u00e4rm jener ausgesetzt sind, die vor allem die Timmelsjochstra\u00dfe f\u00fcr ihre Spa\u00df- und Urlaubsfahrten ben\u00fctzen. F\u00fcr Umfahrungsstra\u00dfen bietet das \u00d6tztal ja keinen Platz.<\/p>\n<p>Im Appartementhaus bei unserer Kollegin aus Studienzeiten haben wir es angenehm. Dort sind auch andere G\u00e4ste einquartiert, die den Radmarathon bestreiten. Einer ist extra aus Schweden angereist. \u00d6kologisch mehr als fragw\u00fcrdig. Er will es heuer wieder probieren, nachdem er letztes Jahr am Jaufen wegen Kr\u00e4mpfen aufgeben musste. Er habe nun noch mehr trainiert, seine SRM-Schaltung mit einem gr\u00f6\u00dferen Kranz hinten versehen. Dann sind noch Schweizer und Italiener \u2013 sie alle sitzen mit mir am n\u00e4chsten Tag um 4:30 beim Fr\u00fchst\u00fcck.<\/p>\n<p>Der Radmarathon ist f\u00fcr S\u00f6lden ein Riesenevent. Am Ende einer Saison und vor dem bald kommenden Weltcupauftakt haben es die Touristiker geschafft, ein Ereignis zu platzieren, das in der beginnenden Nachsaison f\u00fcr volle Hotels, Unterk\u00fcnfte und Restaurants sorgt. Die Stra\u00dfen sind voll. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind nicht nur an der Statur leicht als Marathonis zu erkennen, sondern auch an den gr\u00fcnen Starters\u00e4cken, die \u2013 wie auch ich \u2013 aus dem Veranstaltungszentrum geholt wurden. Rundherum ist eine Radexpo, werden Tausende Dinge rund um Radbekleidung etc. angeboten. Als Green Event k\u00f6nnte sich diese Veranstaltung jedenfalls nicht bewerben, selbst wenn Radfahren selbst wohl jene Sportart ist, die klimafreundlich wie kaum eine andere ist.<\/p>\n<p>S\u00f6lden ist eine eigene Ortschaft, die ich bislang nie richtig wahrgenommen, sondern eher vermieden habe. Blo\u00df bei Durchfahrten f\u00fcr Berg- oder Radunternehmungen war ich bislang in S\u00f6lden. Die Struktur der Wiesen und Felsen zeigt, dass dieses Dorf auf mehr als 1300 HM bereits in Almenn\u00e4he ist. Obwohl die Einwohnerzahl mit dreieinhalb Tausend eher gering ist, ist S\u00f6lden fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig die gr\u00f6\u00dfte Gemeinde \u00d6sterreichs, allerdings ist die Kulturfl\u00e4che des ehemaligen Bergbauerndorfes sehr klein. Die \u00d6tztaler Ache durchflie\u00dft das Dorf als breiter rauschender Wildbach. Links und rechts der Stra\u00dfe sind Gasth\u00e4user, Restaurants, Hotels, Appartementh\u00e4user. Eine Zahnradbahn f\u00e4hrt im Taktrhythmus in einen h\u00f6her gelegenen Teil S\u00f6ldens, wo mehr Platz f\u00fcr Hotels ist. Hoch oben sieht man die Liftst\u00fctzen der Gaislachkogelbahn auf 3000 Meter. Ingrid und ich entziehen uns dem Rummel und gehen in die Vorabendmesse. Der Unterschied ist enorm. Vor der Kirche die touristische Masse, drinnen in der Kirche Ruhe und Besinnlichkeit. Drau\u00dfen Italiener, Deutsche und Menschen aus vielen anderen Nationen, drinnen Einheimische, die ganz traditionell die Messe feiern. Tradition ist in der barockisierten neugotischen Kirche tats\u00e4chlich noch sp\u00fcrbar. Links sitzen nur Frauen, rechts M\u00e4nner, wo zwischendrin aber auch schon ein paar Frauen Platz gefunden haben. Der Pfarrer holt in seiner Predigt weit aus. Beim Sterberosenkranz beten die M\u00e4nner mit dem Pfarrer vor, die Frauenseite betet nach. Jedenfalls holte ich mir noch g\u00f6ttlichen Segen f\u00fcr den morgigen Tag.<\/p>\n<p><strong>Der Renntag und meine Rennstrategie<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Rennens stelle ich gesellschaftskritische, \u00f6kologische und politische Gedanken v\u00f6llig in den Hintergrund. Beim Start geht mir zwar nochmals im Kopf herum, wie politisch unsensibel es ist, das ber\u00fchmte Diktum von Martin Luther \u201eich habe einen Traum\u201c als Leitspruch f\u00fcr den \u00d6tztaler Radmarathon zu nehmen. Dieser Satz und seine Bedeutung f\u00fcr einen kompromisslosen Einsatz gegen Diskriminierungen und f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden ist wohl nicht geeignet, um als Motto f\u00fcr eine Sportveranstaltung zu dienen. Ich klammere aus, dass die Hauptsponsoren des Radmarathons jene Firmen sind, die ich aus \u00f6kologischen Gr\u00fcnden besonders kritisch sehe: Red Bull und BMW. Ich werde es ausblenden, dass ich durch einen Red Bull-Bogen fahren werde und ich werde alles dran setzen, dass der BMW-Schlusswagen weit weit hinter mir sein wird.<\/p>\n<p>Zu meiner Rennstrategie z\u00e4hlt es, dass ich bereits um 5:15 am Startblock stehe. Da sind bereits einige hundert, eben all jene, die einen flinken Abgang ins \u00d6tztal nehmen wollen. Hinter mir beginnt ab 5:30 die Schlange zu wachsen. Gut 4300 Starterinnen und Starter werden es bei diesem 37. \u00d6tztaler Radmarathon sein. Noch eine gute Stunde bis zum Start. Ich merke, dass ich im Hinterrad doch zu wenig Bar im Reifen habe und ein begleitender Zuschauer leiht mir seine Pumpe. Es ist nicht kalt. Das Wetter ist wunderbar. In die Tirol-Werbeballons wird hei\u00dfe Luft geblasen. Vor mir, hinter mir, neben mir: Vollcarbonr\u00e4der, manche schon mit Scheibenbremsen. Ab 6:20 steht Ingrid an der Strecke und muntert mich noch auf.<\/p>\n<p>Dann um 6:45 der Start. Ich dr\u00fccke den Garmin-Radcomputer und merke, dass er eine falsche Einstellung hat und nichts anderes als die Geschwindigkeit anzeigt. Im Startget\u00fcmmel bleibt da keine Zeit, den Fehler herauszufinden. Also: Was Tritt- und Herzfrequenz und Kilometer und H\u00f6henmeter betrifft, befinde ich mich im Blindflug und vertraue auf die Kenntnisse der Strecke und h\u00f6re so in meinen K\u00f6rper hinein. Mit manchmal \u00fcber 70 km\/h geht es das \u00d6tztal hinaus. Irgendwo ist ein schlimmer Sturz und ein Mann windet sich am Boden, Rettungsleute um ihn herum. Manche habe schon jetzt technische Probleme mit ihren R\u00e4dern. Bei den Verkehrsinseln wachteln Feuerwehrleute mit Fahnen und warnen vor der Gefahr. 7:25 dann \u2013 weit schneller als erwartet \u2013 in \u00d6tz. Der Wurm von Radfahrerinnen und Radfahrern windet sich die 18 Kilometer ins K\u00fchtai hinauf. In 1:22 schaffe ich die 18 Kilometer, wobei ich meist gleichauf mit den Mitfahrenden bin. Genau zwei Stunden brauche ich bis K\u00fchtai. Wie geplant lasse ich die Labe aus und sause durchs K\u00fchtai hinaus, bleibe aber meist rechts und lasse mich links von den Rasern \u00fcberholen. Von Kematen weg bis zum Brenner finde ich meist immer eine Gruppe, bei der ich mich gut anh\u00e4ngen kann. Bei diesem Tempo ist der Gegenwind noch sp\u00fcrbarer. Manchmal wird aus dem Pulk eine Einerreihe, wo jeder m\u00f6glichst dicht am Hinterrad des Vordern pickt. Durchs Wipptal ben\u00fctze ich meist das gro\u00dfe Blatt vorne. Immer wieder \u00fcber 30km\/h, manchmal \u00fcber 40,\u00a0 geht es die Brennerstrecke entlang. Wegen einer ersten Pause Notpause verliere ich kurze einen Anschluss zu einer der Gruppen und k\u00e4mpfe mich kurze Zeit selbst gegen den Wind, lasse mich aber dann gerne zur\u00fcckfallen, um mich hinter eine andere Gruppe einzuordnen. In 4:12 bin ich am Brenner. 1:23 von Innsbruck weg die 37 Kilometer. Gut eine Stunde also vor der angepeilten Zeit. Dort wartet Chris auf mich, der mich von nun an begleiten wird. In seinem Windschatten geht es rasant nach Sterzing hinunter. Hinter mir profitiert eine gro\u00dfe Gruppe von seinem schnellen Tempo. Bis Gasteig ist es dann nicht mehr weit. Weil nun ohnehin ganz klar ist, dass ich vom Besenwagen wohl nicht mehr verschluckt werde und die notwendigen Zeiten leicht einhalten kann, beschlie\u00dfe ich die 15 Kilometer auf den Jaufen hinauf meinen Rhythmus zu finden und auch immer wieder im Wiegetritt zu fahren, was meinem k\u00f6rperlichen Empfinden besser tut, auch wenn ich dabei sofort langsamer werde und die gef\u00fchlte Trittfrequenz zur\u00fcck geht. Mir ist es egal, dass ich von ziemlich einigen eingeholt werde. In 6:12 bin ich am Jaufen auf 2000 HM. 1:30 von Gasteig weg. Mein rechtes Bein hat sich auf den letzten paar hundert Metern etwas verkrampft. Deswegen kurze Pause auf der Passh\u00f6he. Ich muss mich fast zwingen zum Trinken und Essen und mein Magen will eigentlich nichts aufnehmen. Erholsam rasant wird die gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig endlose Abfahrt hinunter nach St. Leonhard. Der Stra\u00dfenbelag ist stellenweise sehr schlecht. Manchmal rasen manche links mit Hochgeschwindigkeit vorbei, obwohl ich auch schon weit \u00fcber meinem \u00fcblichen Abfahrtstempo fahre. St\u00fcrze zeigen, dass es nicht ungef\u00e4hrlich ist. Dennoch ist es ein tolles Flowerlebnis, so ganz ohne Autos und umgeben von lauter Rennfahrenden die Kurven hinunter zu sausen. Ich kenne diese Strecken ja nur so, dass immer irgendwo ein Auto oder Motorrad daher brausen k\u00f6nnte. Und dann beginnt die 28-Kilometer-Steigung hinauf aufs Timmelsjoch. Chris hat meinen Computer gerichtet. Ich orientiere mich nun an der Herzfrequenz und bewege mich meist im noch Wohlf\u00fchlbereich von 145-150. Eine Zeit von unter 10 Stunden, wie so manche, mit denen ich l\u00e4nger unterwegs war, peile ich ohnehin nicht an, und so kann ich mich in einem ertr\u00e4glichen Tempo und viel im f\u00fcr mich schonenderen Wiegetritt das Timmelsjoch hinaufwinden, bei Moos K\u00e4sebrot essen &#8211; die Gels haben n\u00e4mlich schon alles verpickt &#8211;\u00a0 und stellenweise sogar genie\u00dfen, nehme auch Cola bei zwei Labestationen an, fahre am Stra\u00dfenrand, um den Rennradfahrerwurm ganz unten bei Moos zu beobachten. Das Wetter h\u00e4lt, auch wenn kurzfristig ein paar Regentropfen eine \u00c4nderung andeuten lie\u00dfen. Der Tunnel am Ende der Steigung, noch eine kurze Wegstrecke bis zur Passh\u00f6he und dann gleich hinunter. Nach 9:33 am Timmelsjoch. F\u00fcr die Strecke von 600 HM bei St. Leonhard bis auf 2500 brauchte ich 2:48.<\/p>\n<p>Die Regenjacke bleibt wie den ganzen Tag unausgepackt. Nun hat sich das Feld ohnehin schon so weit auseinandergezogen, dass f\u00fcr eine schnelle Abfahrt mit optimalen Kurvenradien gut Platz ist. Einmal steht mitten auf der Strecke eine Schafherde. Ich muss an den S\u00f6ldner Schafbauer und Freigeist Markus Wilhelm und seine DIETIWAG-Website denken und symbolisch ist es wohl, als w\u00fcrden ihm diese Schafe geh\u00f6ren, um zu einer \u00f6kologischen Entschleunigung dieser Welt beizutragen. Die Kilometersteigung hinauf zur Mautstation empfinde ich nicht schlimm. Mein K\u00f6rper ist regeneriert. In Hochgurgl leichter Regen und ich bin bei den letzten Kurven etwas vorsichtiger. Chris gibt dann auf den letzten Kilometern hinaus nach S\u00f6lden optimalen Windschatten. 10:14 \u2013 das ist eine Zeit und ein Schnitt von \u00fcber 22,\u00a0 weit \u00fcber dem, was ich mir vorgestellt hatte. Mein K\u00f6rper f\u00fchlt sich obendrein gut an. Selbst Schmerzen im Kreuzbereich sind w\u00e4hrend der ganzen Runde nie aufgetreten.<\/p>\n<p>Ein Dank gilt nun allen, die mich an diesem Tag unterst\u00fctzt haben. Ingrid als ganz pers\u00f6nlicher Coach, Chris und seine Begleitung w\u00e4hrend der Fahrt, meine lieben Kinder, die mich gedanklich begleiteten, Helene, die uns liebevoll in ihr Haus in S\u00f6lden aufnahm,\u00a0 das Team vom Bikepalast Tirol und ihrem professionellen Radservice und Thomas, der mir diesen Startplatz erm\u00f6glichte.<\/p>\n<p>28.8.2017<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Oetzi_2017.jpg' class='thumbnail' \/>Vorbereitungen &#8211; die Tage davor Seit 19. 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