{"id":3157,"date":"2018-03-05T07:33:54","date_gmt":"2018-03-05T07:33:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=3157"},"modified":"2026-02-02T14:17:37","modified_gmt":"2026-02-02T14:17:37","slug":"ueber-sex-in-der-schule-reden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=3157","title":{"rendered":"\u00dcber Sex in der Schule reden"},"content":{"rendered":"<p>Schulische Sexualerziehung ist durch einen Vorfall im Tiroler Unterland ins Gerede gekommen. Ich schreibe aus der Perspektive eines Lehrers an einer Oberstufe, ma\u00dfe mir also nicht an, \u00fcber Sexualkunde im Sekundarstufenbereich I \u2013 Neue Mittelstufe oder Unterstufe eines Gymnasiums \u2013 Stellung zu nehmen. Ich schreibe auch nicht aus dem Blickwinkel des Biologieunterrichtes, wo die humanmedizinischen Aspekte der Sexualit\u00e4t ihren Fixplatz haben. Ich schreibe aus der Sicht eines Religionslehrers. Der Religionsunterricht ist ein guter Ort, um die f\u00fcr Jugendlichen lebensnahen Fragen aufzugreifen. Der Grundsatzerlass Sexualerziehung des Bildungsministeriums aus dem Jahr 2015 sowie der Lehrplan Religion geben uns den Auftrag dazu. Die Religionen bauen dabei stets auf dem Grundwissen auf, das alle Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler im Unterricht lernen sollten. Fragen der Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung etwa sind das 1&#215;1, aber auch Fragen zur Homosexualit\u00e4t. Es ist gut und notwendig, dar\u00fcber in der Schule zu arbeiten. Oftmals reden Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in einer Unterrichtssituation \u00fcber solche Sachen leichter und unbefangener als mit ihren Eltern. Vor allem aber soll es nicht geschehen, dass zweifelhafte \u2013 manchmal pornografische Quellen \u2013 das Wissen befriedigen. Warum aber gerade im Religionsunterricht \u00fcber Sex reden? Weil die Religionen prinzipiell von einer gro\u00dfen Wertsch\u00e4tzung der Sexualit\u00e4t ausgehen. Sie wird als Ort g\u00f6ttlicher Begegnungen gewertet. Gerade deswegen wird sie aber nicht reduziert auf die Aspekte der Lustbefriedigung, sondern in ihren sozialen Dimensionen betrachtet. Eros und Sexualit\u00e4t dienen den Menschen, um so Liebe, Freundschaft und Partnerschaft erfahren zu k\u00f6nnen. Freilich ist das Image der Religionen schlecht. Man behauptet, die Religionen und ihre Institutionen seien sexualfeindlich eingestellt. Tats\u00e4chlich ist \u2013 um es mit einem Bezug auf Friedrich Nietzsche zu sagen \u2013 \u201eder Eros vergiftet worden\u201c. Heute jedoch gilt: Religionen verbieten nicht, sondern bringen Verantwortlichkeit ins Spiel. Es geht beispielsweise darum, Empf\u00e4ngnisverh\u00fctungsmittel mit Beziehungsf\u00e4higkeit zu verkn\u00fcpfen. Es geht darum, dass Homosexualit\u00e4t aus dem S\u00fcndeneck geholt wird und es wird deutlich, dass gleichgeschlechtlich Liebende ihren Platz in der Sch\u00f6pfungsordnung Gottes haben. Aus dem religi\u00f6sen Grundwissen kann gesch\u00f6pft werden, um in der Schule den jungen Menschen auch ein Orientierungswissen f\u00fcr die Gestaltung ihres sexuellen Lebens mitzugeben.<\/p>\n<p>Dr. Klaus Heidegger, Religionslehrer am Privaten Oberstufenrealgymnasium Volders und Vertreter der Berufsgemeinschaft der AHS-ReligionslehrerInnen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schulische Sexualerziehung ist durch einen Vorfall im Tiroler Unterland ins Gerede gekommen. Ich schreibe aus der Perspektive eines Lehrers an einer Oberstufe, ma\u00dfe mir also nicht an, \u00fcber Sexualkunde im Sekundarstufenbereich I \u2013 Neue Mittelstufe oder Unterstufe eines Gymnasiums \u2013 Stellung zu nehmen. 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