{"id":3537,"date":"2018-10-31T06:30:59","date_gmt":"2018-10-31T06:30:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=3537"},"modified":"2022-08-22T07:39:35","modified_gmt":"2022-08-22T07:39:35","slug":"spuren-der-reformation","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=3537","title":{"rendered":"Spuren der Reformation"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-3538 alignright\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/grau-0101.jpg\" alt=\"\" width=\"191\" height=\"529\" \/>Ich finde reformatorische Spuren in meiner n\u00e4chsten Heimat. Von meinem Ursprungs-Heimatort Prutz sind es keine 20 Kilometer bis zur Grenze in die Schweiz. In den kleinen Ortschaften des Unterengadins haben sich die romanischen und gotischen Kirchen und Kirchlein in ihrer Urspr\u00fcnglichkeit erhalten. Sie atmen noch Jahrhunderte sp\u00e4ter den Aufbruch, den Gl\u00e4ubige bereits zu Luthers und Calvins Zeiten unter Lebensgefahr wagten. Vor einigen Tagen, am Nationalfeiertag, konnte ich es wieder erleben. Die Kirchen und Kapellen sind nicht, wie in den Orten S\u00fcdtirols auf der anderen Seite, vielfach gesperrt. Man k\u00f6nnte in diesen D\u00f6rfern hoch \u00fcber dem Inntal auch keine Statuen klauen, weil es keine gibt. Zugleich sind diese alten Kirchen mit Liebe und kunstbesonnen renoviert. Das Einmaleins des evangelischen Aufbruchs wird sichtbar. Besch\u00fctzt von den Untengadiner Dolomiten im S\u00fcden und den sanften Gebirgsketten im Norden blieb diese Gegend wacker verschont von der Gegenreformation. Im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg w\u00fcteten in diesen Ortschaften \u00f6sterreichische Truppen und versuchten auch hier mit \u00e4u\u00dferster Gewalt eine Rekatholisierung zu erzwingen. Selbst die evangelischen Toten sollten aus den Friedh\u00f6fen verschwinden. Mit dem Westf\u00e4lischen Frieden allerdings begann im Unterengadin Glaubens- und Konfessionsfreiheit.\u00a0 Tschlin, San Niclo, Ramosch, Vna, Scuol, Zernez wurden wieder zu Orten, wo protestantischer Glaube sich verwirklichen konnte. Die Kirchen in diesen Ortschaften sind R\u00e4ume, in denen sich eine Gemeinschaft versammelt, um miteinander das Wort Gottes zu h\u00f6ren \u2013 daher die Kanzel als zentraler Platz. Es gibt keine Knieb\u00e4nke, weil das Volk h\u00f6ren soll, was gesagt wird, kein Tabernakel, vor dem gekniet wird, schon gar nicht soll man sich vor einem \u201egeweihten\u201c Mann in die Knie werfen. Hier h\u00f6rten von Beginn an die Gl\u00e4ubigen das Wort Gottes in ihrer Sprache, einem ganz eigenen r\u00e4toromanischen Dialekt, der heute noch gesprochen wird. Vor Gott sind alle gleich und jeder Klerikalismus w\u00fcrde dem widersprechen. Wie ein runder Tisch daheim so der Abendmahlstisch, um den sich die Gemeinde versammelt. Es sind in diesen Kirchen h\u00f6chstens noch ein paar alte Fresken vorhanden, die die Jahrhunderte \u00fcberlebt haben, ansonsten gibt es keine Bilder und keine Statuen, die ablenken k\u00f6nnten vom H\u00f6ren des Wortes und vom gemeinsamem Beten und Singen. Die Schlichtheit schafft Konzentration auf das Sola scriptura, verleitet zum Sola gratia und schafft Raum f\u00fcr ein Sola fide. Auch f\u00fcr meine Kirche, die r\u00f6misch-katholische, l\u00e4sst sich jedenfalls 500 Jahre sp\u00e4ter viel von diesem Aufbruch lernen.<\/p>\n<p>Klaus Heidegger, Reformationstag 2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/grau-0101.jpg' class='thumbnail' \/>Ich finde reformatorische Spuren in meiner n\u00e4chsten Heimat. Von meinem Ursprungs-Heimatort Prutz sind es keine 20 Kilometer bis zur Grenze in die Schweiz. 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