{"id":3658,"date":"2018-12-09T09:19:22","date_gmt":"2018-12-09T09:19:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=3658"},"modified":"2026-02-02T14:39:24","modified_gmt":"2026-02-02T14:39:24","slug":"homosexualitaet-aus-der-perspektive-der-biblischen-schriften","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=3658","title":{"rendered":"Homosexualit\u00e4t aus der Perspektive der biblischen Schriften"},"content":{"rendered":"<p>Eros und Sexualit\u00e4t dienen den Menschen, um so Liebe und Partnerschaft erfahren zu k\u00f6nnen. Sie sind gut, wenn sie mit Liebe und Partnerschaft verkn\u00fcpft werden, sie werden missbraucht, wenn sie egoistischer Triebbefriedigung dienen. Das ist auch der rote Faden, den wir in den biblischen Schriften aufgreifen k\u00f6nnen, beginnend mit der Sch\u00f6pfungsgeschichte im 1. Buch Mose (Genesis), wo es gleich zu Beginn \u00fcber die Erschaffung von Adam und Eva hei\u00dft: \u201eUnd Gott sah, dass es sehr gut war!\u201c<\/p>\n<p>Es gibt in der Bibel nur wenige Stellen, die sich explizit zum Thema der Homosexualit\u00e4t \u00e4u\u00dfern. Dort geht es um homosexuelle Handlungen von M\u00e4nnern, die nicht auf der Basis von Liebe sind, sondern beispielsweise mit Lustknaben und Prostitution zu tun haben. Die Frage lesbischer Beziehungen wird an keiner Stelle ausdr\u00fccklich thematisiert. Zugleich aber \u2013 und daf\u00fcr steht beispielsweise die Beziehung zwischen David und Jonatan \u2013 werden gleichgeschlechtlich Liebende nicht verurteilt. Die Behauptung, in der Bibel w\u00fcrde Homosexualit\u00e4t generell verurteilt, ist damit auch mit Bezug auf das Erste Testament nicht haltbar. In den Schriften des Neuen Testaments finden wir lediglich in den Briefen des Apostels Paulus sp\u00e4rliche Hinweise zur Homosexualit\u00e4t, w\u00e4hrend in den Evangelien dies kein Thema ist. Auch in den paulinischen Texten geht es aber entweder um sexuelle Ausbeutung und Entartungen mit Lustknaben \u2013 heute w\u00fcrden wir von P\u00e4dophilie sprechen \u2013 oder um kulturell bedingte Reinheitssituationen. Das Vorzeichen der paulinischen Schriften lautet in dieser Frage aber wohl: \u201eDer Leib ist ein Tempel Gottes!\u201c Dies hei\u00dft auch: Im Eros und der menschlichen Sexualit\u00e4t k\u00f6nnen sich g\u00f6ttliche Qualit\u00e4ten manifestieren. Die sp\u00e4rlichen biblischen Aussagen \u00fcber Homosexualit\u00e4t bei M\u00e4nnern d\u00fcrfen jedenfalls nicht wortw\u00f6rtlich gedeutet werden. Eine historisch-kritische Exegese ist notwendig. Wo also von Homosexualit\u00e4t in der Bibel die Rede ist, geht es nicht um Liebesbeziehungen, sondern um das Thema kultureller Reinheit oder um die Frage von Tempelprostitution in nicht-j\u00fcdischen Kulturkreisen. W\u00fcrde beispielsweise die Bibel wortw\u00f6rtlich genommen werden, so m\u00fcsste ja mit Bezug auf eine Stelle im Buch Leviticus 20,13 (\u201eSchl\u00e4ft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schl\u00e4ft, dann haben sie eine Gr\u00e4ueltat begangen. Beide werden mit dem Tod bestraft.\u201c) f\u00fcr Homosexuelle die Todesstrafe vollzogen werden. Zur Zeit der Abfassung solcher Passagen gab es kein medizinisch-psychologisches Wissen \u00fcber das Faktum nat\u00fcrlicher sexueller Veranlagungen. Dies trifft auch auf eine jahrhundertelange Interpretation solcher Stellen zu. Heute w\u00fcsste man es besser, dass Homosexualit\u00e4t Bestandteil der menschlichen Natur ist \u2013 also letztlich in der Sprache der Kirchen und der Bibel \u2013 ein Bestandteil der g\u00f6ttlichen Sch\u00f6pfungsordnung und weder Modeerscheinung noch Frage der Erziehung ist.<\/p>\n<p>Klaus Heidegger, 9.12.2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eros und Sexualit\u00e4t dienen den Menschen, um so Liebe und Partnerschaft erfahren zu k\u00f6nnen. Sie sind gut, wenn sie mit Liebe und Partnerschaft verkn\u00fcpft werden, sie werden missbraucht, wenn sie egoistischer Triebbefriedigung dienen. Das ist auch der rote Faden, den wir in den biblischen Schriften aufgreifen k\u00f6nnen, beginnend mit der Sch\u00f6pfungsgeschichte im 1. Buch Mose&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[183],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3658"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3658"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3658\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12075,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3658\/revisions\/12075"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3658"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3658"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3658"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}