{"id":3667,"date":"2018-12-12T18:15:00","date_gmt":"2018-12-12T18:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=3667"},"modified":"2026-02-02T14:39:02","modified_gmt":"2026-02-02T14:39:02","slug":"islam-ist-die-lehre-vom-frieden-und-von-barmherzigkeit-und-nicht-von-terror-und-gewalt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=3667","title":{"rendered":"Islam ist Frieden und Barmherzigkeit und nicht Terror und Gewalt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Advent 2018<\/strong><\/p>\n<p>Seit einigen Jahren sind Advent- und Weihnachtsm\u00e4rkte jene Orte in Europa, die unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen stehen. Poller wurden allerorten errichtet, damit nicht wieder ein Lastwagen dorthin rast, wo sich Tausende Menschen bei Gl\u00fchwein oder Punsch vergn\u00fcgen und wo sich Eltern mit ihren Kindern auf Weihnachten einstimmen. Diesmal ereignete sich der Anschlag in Stra\u00dfburg. Ein irregeleiteter, fanatisierter, brutaler und feiger M\u00f6rder t\u00f6tete willk\u00fcrlich drei Menschen und verletzte andere schwer.<\/p>\n<p><strong>Rechtspopulistische Islamhetze<\/strong><\/p>\n<p>Noch bevor \u00fcberhaupt verlautbart worden war, was die Hinterg\u00fcnde und Motive f\u00fcr diesen Anschlag waren, begannen die bekannten islamophoben Hassprediger mit ihrem Islam Bashing. Harald Vilimsky, Chef der FP\u00d6-Abgeordneten im EU-Parlament, br\u00fcllte lautstark: \u201eIslamisten, Jihadisten, Terroristen raus! Ab in eure Heimat!\u201c Damit geschieht wieder dieses Framing: Islam wird letztlich in Gestalt des Islamismus mit Terrorismus gleichgestellt.<\/p>\n<p><strong>Imagine no religion<\/strong><\/p>\n<p>Religionskritiker sehen sich ob solcher Verbindung von Islam und Terror in ihrer Ansicht best\u00e4tigt, dass Religion und insbesondere der Islam dem Frieden in der Welt abtr\u00e4glich sei, und intonieren ihr \u201eImagine no Religion\u201c. Erinnert sei an den Stra\u00dfenmusiker Davide Martello, als er auf seinem Fl\u00fcgel direkt vor dem Konzerthaus Bataclan, in dem tags zuvor im November 2015 100 Menschen kaltbl\u00fctig ermordet worden waren, \u201eImagine no religion \u2026\u201c spielte. Im Song von John Lennon, den er in den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts als Protest gegen den Vietnamkrieg schuf, hei\u00dft es sinngem\u00e4\u00df: Eine Welt ohne Religion, das w\u00e4re eine friedliche Welt, da w\u00fcrde es keine Kriege mehr geben.<\/p>\n<p>Nach jedem solcher Anschl\u00e4ge wie in Stra\u00dfburg, Berlin oder Paris habe ich mit meinen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern viele Gespr\u00e4che \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Islam und Krieg oder Islam und Gewalt oder Islam und Terror. Jetzt, unmittelbar nach dem Anschlag in Stra\u00dfburg, tauchen die gleichbleibenden Fragen auf. Wieder wird \u201eder Islam\u201c als Religion in Frage gestellt. Wieder wird die Angst vor Muslimen gesch\u00fcrt. Fl\u00fcchtlinge, die als Muslime zu uns gekommen sind, werden als potenzielle Gefahr gewertet.<\/p>\n<p>Als Theologe und Religionslehrer ist es mir wichtig, diesem Bild vom gef\u00e4hrlichen Islam, der wie eine Bombe in unseren Gesellschaften ticke, durch meine Arbeit in der Schule und durch mein Schreiben entgegenzuwirken. Ich will daher nicht von islamistischem Terror sprechen, weil Islam nicht mit Terror assoziiert werden soll. Der Islam ist von seinem Wesen her die Religion des Friedens.<\/p>\n<p><strong>Terror im Namen des Islam ist Blasphemie<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDie Terroristen f\u00fchren Krieg gegen den Islam\u201c, hei\u00dft es von Seiten muslimischer Verb\u00e4nde gleichlautend nach jedem solcher Anschl\u00e4ge. Erinnert sei an das Hashtag #NotInMyName nach den Anschl\u00e4gen von Paris im Jahr 2015. Von verschiedenster Seite wurden damals klare Worte gefunden, die nun wieder in Erinnerung gerufen werden m\u00fcssen: \u201e\u2026die Wesenseigenschaft des Islam ist die Sanftmut\u201c \u2013 so sprach der f\u00fchrende Imam aus Paris, Chabbar Taieb, nach den Anschl\u00e4gen auf Charlie Hebdo. Was bei diesen Anschl\u00e4gen immer wieder geschieht, das ist tiefste Gottlosigkeit, das ist tiefste Unkenntnis vom Wesen des Islam und seinem Glauben an die Allbarmherzigkeit Gottes.<\/p>\n<p>Nicht der Glaube an Gott ist bei den Gr\u00e4ueln der Geschichte, bei den Kreuzz\u00fcgen, den Konfessionskriegen, bei den Gr\u00e4ueln der Taliban oder des Islamischen Staates, der Shabab-Milizen in Somalia, der Al-Kaida oder von Boko Haram Ursache f\u00fcr die unermesslichen Grausamkeiten, sondern der Unglaube an die Kraft des G\u00f6ttlichen in den Menschen und in der Welt, die eine Kraft der Liebe, der Vergebung, der Barmherzigkeit und der Sanftmut ist. Dort, wo mit Berufung auf den Namen Gottes gemordet wird, dort wird der Name Gottes missbraucht. Das j\u00fcdisch-christlich-muslimische Grundgebot, \u201edu wirst nicht morden!\u201c, h\u00e4ngt wesentlich mit dem Grundgebot der Gottesliebe und der Heiligung seines Namens zusammen.<\/p>\n<p><strong>Die Feinde des Islam sind Kriegstreiber und Angstmacher<\/strong><\/p>\n<p>Islamfeindliche Kr\u00e4fte in Europa sehen sich durch die Terroranschl\u00e4ge best\u00e4tigt. Ob Marine le Pen in Frankreich, die AfD in Deutschland oder die FP\u00d6 in \u00d6sterreich: Die Anschl\u00e4ge wie jener in Stra\u00dfburg werden offen oder sublim mit dem Wesen des Islam in Verbindung gebracht. Harald Vilimsky \u00e4u\u00dferte sich schon vor drei \u00fcber den Zusammenhang von Islam und Terror: \u201eIslamismus hat mit Islam nichts zu tun, schreibt ihr. Ja, denn Alkoholismus braucht ja schlie\u00dflich auch keinen Alkohol, oder? \u2026 Gerade ihr Linken habt die Aufkl\u00e4rung verraten an eine Religion, deren Anh\u00e4nger damit zu oft nichts zu tun haben wollen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Islam ist Unterwerfung unter den Willen eines barmherzigen Gottes<\/strong><\/p>\n<p>Muslime, die sich an Allah orientieren, wenden sich in ihrem Glauben an jenen Gott, zu dem auch ein Christ bzw. eine Christin eine Beziehung haben. Daraus folgt: Wenn mein Gott auch Allah ist, dann kann aus meiner christlichen \u201eUnterwerfung\u201c unter Gott doch nichts anderes herauskommen, als wenn sich Muslime ihrem Gott unterwerfen. Beide unterwerfen sich dem gleichen Gott! Das ist mein Grundansatz, aus dem dann logisch gefolgert werden kann: Wenn der barmherzige Abba-Gott von Jesus Feindesliebe und Gewaltverzicht fordert, so kann der Allah-Gott von Mohammed doch letztlich nicht etwas anderes fordern, es sei denn, dieser Gott leide an ausgepr\u00e4gter Schizophrenie. Dies gilt in gleicher Weise zumindest auch f\u00fcr das Judentum, meines Erachtens aber f\u00fcr jede Religion. Es gilt also die Formel: Islam = Unterwerfung unter Gott = Unterwerfung unter den Gott der Liebe und Gewaltfreiheit.<\/p>\n<p>Die Misbaha und nicht die Kalashnikow oder ein Sprengsatz ist das Symbol des Islam. Wer die 99 Namen Gottes rezitiert, kann die Wesensmitte des Islam sp\u00fcren. \u201eAr-Rahman\u201c \u2013 \u201eder Gn\u00e4dige\u201c, \u201eder Wohlt\u00e4tige\u201c, \u201eder Mitleidsvolle\u201c \u2013 so der erste Name, der fast wie eine \u00dcberschrift ist. Gewalt, Krieg, Terror \u2013 das hat so gar nichts mit diesem Namen zu tun. Das ist wie die Antithese zu \u201eAr-Rahman\u201c. Allah ist auch \u201eAl-Quddus\u201c, \u201eder Friede\u201c, so der vierte der sch\u00f6nsten Namen. Und weiters: Allah ist \u201eAl-Ghaffaar\u201c, \u201eder Vergebende\u201c. Allah ist \u201eAl-Hhafuur\u201c, wieder \u00fcbersetzt mit \u201eDer Vergebende\u201c. Allah ist \u201eAl-Waduud\u201c, der \u201eLiebende\u201c, \u201eAr-Ra-uuf\u201c, der \u201eMitleidsvolle\u201c genauso wie \u201eAs-Sabuur\u201c, der \u201eGeduldige\u201c. Wenn Gott unter diesen Namen auch als \u201eErzeuger der Not\u201c oder \u201eder Vergelter\u201c bezeichnet wird, so kann dies nicht im Sinne eines Widerspruchs zur Barmherzigkeit, Mildt\u00e4tigkeit, Liebe und Vergebung interpretiert werden.<\/p>\n<p>Sollte irgendein Muslim die Waffen in die H\u00e4nde nehmen, um zu t\u00f6ten und zu morgen, so muss er im buchst\u00e4blichen Sinn des Wortes die Gebetsschnur weit weglegen. Es ist ein Verrat an der Religion, wenn \u201eAllahu-akbar\u201c gerufen und zugleicht get\u00f6tet wird. Allah ist nicht die Rache!<\/p>\n<p><strong>Jesus als Prophet und damit Vorbild im Islam<\/strong><\/p>\n<p>Zu wenig wird meist bedacht, dass f\u00fcr die Muslime auch Jesus als Prophet und damit als Vorbild im Glauben gilt. Damit freilich, so der einfache logische Schluss, ist auch Jesus mit seiner klaren Gewaltverzichtsstrategie und seiner Feindesliebe Vorbild im Glauben.<\/p>\n<p><strong>Gewaltfreie Aspekte im Leben des Propheten Muhammad<\/strong><\/p>\n<p>Ein Muslim oder eine Muslima orientiert sich am Leben des Propheten Muhammad. Wenn er wirklich ein \u201eGesandter Gottes\u201c ist, dann m\u00fcsste er in Fortsetzung des zuvor genannten Arguments vom gewaltfreien Gott auch ein Gesandter der Gewaltfreiheit sein. Damit ergibt sich freilich das Problem der Interpretation des Lebens des Propheten Muhammad. In diesem Punkt treffen wir auf zwei unterschiedliche Interpretationsmuster.<\/p>\n<p>Wer dem Islam eine inh\u00e4rente aggressive und kriegerische Eigenschaft zuschreibt, beschreibt das Leben des Propheten als Feldherr, seine Niederlagen und Siege in den bewaffneten Auseinandersetzungen, oder erw\u00e4hnt beispielsweise, dass der Prophet einmal den Befehl gegeben h\u00e4tte, 600 Gegner zu t\u00f6ten. Dem k\u00f6nnte nun das pazifistische Auftreten des Jesus von Nazaret entgegengehalten werden, und siehe da, schon k\u00f6nnte die Fahne der \u00dcberlegenheit des Christlichen emporgehalten werden.<\/p>\n<p>Ist aber nicht auch eine vorsichtigere Interpretation des historischen Muhammad m\u00f6glich, in der die friedensliebende Seite des \u201eGesandten Gottes\u201c entdeckt werden k\u00f6nnte? Das Anliegen des Propheten war nicht der Kampf, sondern die Hinf\u00fchrung der Menschen zu Gott und einem gottesf\u00fcrchtigen Leben. Hier schlie\u00dft sich der Kreis zum erstgenannten Argument. Bekannt ist aus der Fr\u00fchgeschichte des Propheten seine F\u00e4higkeit, bei Streitigkeiten zu schlichten. Zu den gewaltsamen Auseinandersetzungen kam es erst aufgrund der Verfolgungssituation des Propheten und seiner Gemeinde. Immer wieder versuchte der Prophet Frieden zu stiften und sich mit den Mekkanern zu vers\u00f6hnen. Als Muhammad mit einem gro\u00dfen Heer um 630 nach Mekka zog, fiel die Stadt letztlich ohne Schwertstreich. Der Prophet Muhammad bot den Mekkanern sofort Vers\u00f6hnung an und verzichtete auf die Besitzt\u00fcmer, die sie zuvor weggenommen hatten. In den 10 Kriegsjahren hatten die Nicht-Muslime nicht mehr als 250 Tote zu beklagen.<\/p>\n<p><strong>Friedensbotschaften im Koran<\/strong><\/p>\n<p>Um die aggressiven Absichten des Koran aufzudecken, wird zumeist mit dem so genannten \u201eSchwertvers\u201c, der Sure 9, argumentiert, die den Kampf gegen die Feinde vorschreibt. Solche und \u00e4hnliche Stellen werden zum \u201eTotschlagargument\u201c, wenn sie einseitig aus dem Zusammenhang gerissen und f\u00fcr allgemeing\u00fcltig betrachtet werden, ohne sie einer Korrektur durch die friedlichen Stellen zu unterziehen und ohne die geschichtlichen Umst\u00e4nde sowie die dahinter stehenden Anliegen ins Kalk\u00fcl zu nehmen. Tats\u00e4chlich muss der Koran als Chronik der Ereignisse in Arabien w\u00e4hrend der islamischen Religionsstiftung gelesen werden. Wegen dieser wechselvollen Zeit kann man vom Koran kein konsistentes Konzept zur Bestimmung von Frieden und Krieg erhalten. Historisch gesehen ist es kein Widerspruch, dass es im Koran Verse gibt, die zum Frieden aufrufen, wie auch solche, die nach Krieg rufen. Der Koran ist in gewisser Hinsicht ein arabisches Geschichtsbuch der Jahre 610-632. Alle Koranpassagen, die aus der Zeit vor der Hidjra (622) stammen \u2013 also aus der Mekka-Epoche \u2013 enthalten keine Aufrufe oder Bestimmungen zum Krieg.<\/p>\n<p>Der Koran enth\u00e4lt viele Stellen, die heute als friedliche Gespr\u00e4chsstrategie tituliert werden k\u00f6nnten. Es hei\u00dft beispielsweise: \u201eRuf zum Weg deines Herrn mit Weisheit und sch\u00f6ner Ermahnung, und streite mit ihnen auf die beste Art.\u201c (16,125) \u201eEs ist nicht deine Aufgabe, sie rechtzuleiten, sondern Gott leitet recht, wen Er will.\u201c (2,272) \u201eUnd wenn du diejenigen siehst, die auf unsere Zeichen (spottend) eingehen, dann wende dich von ihnen ab, bis sie auf ein anderes Gespr\u00e4ch eingehen.\u201c (6,68) \u201e\u2026 Gott wei\u00df besser, was ihr tut. Gott wird am Tag der Auferstehung zwischen euch \u00fcber das urteilen, wor\u00fcber ihr uneins wart.\u201c (22,67-69) F\u00fcr das Verhalten der muslimischen Gemeinschaft bedeutet dies, dass sie den so genannten \u201eUngl\u00e4ubigen\u201c mit Milde entgegenkommen sollten und nicht als gnadenlose Richter. Der Gewaltaus\u00fcbung werden im Koran klare Vorschriften und enge Grenzen gesetzt. Sie haben das Ziel, nicht Gewalt zu legitimieren, sondern Gerechtigkeit und Frieden durch eine Eind\u00e4mmung von Gewalt zu erreichen. Zwei Beispiele m\u00f6gen an dieser Stelle gen\u00fcgen: \u201eWenn jemand einen Menschen t\u00f6tet, \u2026 so ist es, als h\u00e4tte er alle Menschen get\u00f6tet. Und wenn ihn jemand am Leben erh\u00e4lt, so ist es, als h\u00e4tte er alle Menschen am Leben erhalten.\u201c (5,31) \u201e\u2026wenn die Gegner sich dem Frieden zuneigen, dann neige auch du dich ihm zu und vertrau auf Gott. Er ist der, der alles h\u00f6rt und wei\u00df: Und wenn sie dich betr\u00fcgen wollen, dann gen\u00fcgt dir Gott.\u201c (8,61.62)<\/p>\n<p><strong>Islamische Friedenstheorie<\/strong><\/p>\n<p>Eine islamische Friedenstheorie beginnt schon mit der Achtsamkeit in der Sprache. Djihad bedeutet demnach nicht \u201eKrieg\u201c, sondern \u201eAnstrengung\u201c. Nicht von ungef\u00e4hr gibt es im Arabischen ein anderes Wort f\u00fcr Krieg (Harb) einerseits und bewaffnete Auseinandersetzung (Qital) andererseits. Djihad muss deswegen als die \u201eHeilige Anstrengung\u201c bezeichnet werden und kann als Eintreten f\u00fcr die Sache Gottes gewertet werden, sprich: f\u00fcr Frieden und Gerechtigkeit.<\/p>\n<p><strong>\u201eHeilige Anstrengung\u201c f\u00fcr Frieden und Gerechtigkeit als Antwort<\/strong><\/p>\n<p>Die wirklichen Ursachen f\u00fcr Terror und Gewalt liegen nicht in der Religion. Es sind die neuen Spaltungen in diesem Europa und in der Welt, die zum N\u00e4hrboden f\u00fcr Gewalt werden. Es ist ein Komplex von \u00f6konomischen und politischen Faktoren der Verarmung oder der Hoffnungslosigkeit von Hunderttausenden angesichts von Arbeitslosigkeit und Armut. Es sind die mangelnden Inklusionsm\u00f6glichkeiten, die zu Parallelwelten f\u00fchren. Wenn diese Faktoren gesehen werden, dann aber wird a) nicht mehr DER Islam zum S\u00fcndenbock f\u00fcr Gewalt gemacht und b) werden nicht die falschen Ma\u00dfnahmen ergriffen. Fragw\u00fcrdig ist es n\u00e4mlich, wenn die Innen- und Verteidigungsministerien der EU-Staaten nach jedem der Anschl\u00e4ge eine gro\u00dfangelegte innere Aufr\u00fcstung fortf\u00fchren. W\u00fcrden die Millionen in sozialpolitische Programme und Inklusionsprogramme gesteckt, w\u00e4re dem Frieden und der Sicherheit um so viel mehr gedient! Falsch sind die neuen Z\u00e4une und Mauern, mit denen sich europ\u00e4ische L\u00e4nder \u2013 und besonders auch \u00d6sterreich \u2013 gegen die Not in dieser Welt abschotten. Wer Z\u00e4une baut, spaltet dieses Europa. Wer die Anschl\u00e4ge in Verbindung bringt mit der Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen, verurteilt gerade jene, die zu Abertausenden auch vor dem Terror in ihren Heimatl\u00e4ndern geflohen sind.<\/p>\n<p>Klaus Heidegger, 12. Dezember 2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Advent 2018 Seit einigen Jahren sind Advent- und Weihnachtsm\u00e4rkte jene Orte in Europa, die unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen stehen. Poller wurden allerorten errichtet, damit nicht wieder ein Lastwagen dorthin rast, wo sich Tausende Menschen bei Gl\u00fchwein oder Punsch vergn\u00fcgen und wo sich Eltern mit ihren Kindern auf Weihnachten einstimmen. 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