{"id":6212,"date":"2021-03-22T07:07:20","date_gmt":"2021-03-22T07:07:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=6212"},"modified":"2022-08-22T07:37:56","modified_gmt":"2022-08-22T07:37:56","slug":"ein-regenbogenbunter-segen-und-eine-regenbogenbunte-kirche-in-einer-regenbogenbunten-welt-und-ein-gutes-leben-fuer-alle","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=6212","title":{"rendered":"Ein regenbogenbunter Segen und eine regenbogenbunte Kirche in einer regenbogenbunten Welt \u2013 und ein gutes Leben f\u00fcr alle!"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-6213\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/katechismus-1-klein.jpg\" alt=\"\" width=\"1224\" height=\"1632\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/katechismus-1-klein.jpg 1224w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/katechismus-1-klein-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/katechismus-1-klein-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1224px) 100vw, 1224px\" \/>Was st\u00fcnde in einem Katechismus, einem Lehrbuch der Kirche, geschrieben mit der Feder der Liebe, \u00fcber Menschen gleichen Geschlechts, die sich lieben auch mit der sexuellen Sprache ihrer K\u00f6rper? Nicht mehr w\u00fcrde verboten werden ein Segen, der liegt in ganzheitlicher Annahme, in wertsch\u00e4tzendem Zusammensein und in achtsam-z\u00e4rtlichen Begegnungen. Dort w\u00e4re als erstes geschrieben: Gott ist die Liebe, in ihr liegt g\u00f6ttliche Gegenw\u00e4rtigkeit. Solches Statement w\u00e4re der Ausgangspunkt aller \u00dcberlegungen. Diese Liebe ist bunt, ist bunt wie der Regenbogen, ist hetero oder schwul oder lesbisch oder queer, l\u00e4sst sich orten vor und nach und in und au\u00dferhalb der Ehe, ist dort zu finden, wo Liebe nicht besitzergreifend ist, sondern befreit, wo Liebe nicht einengt, sondern frei macht, wo Liebe nicht selbsts\u00fcchtig ist, sondern sich hingibt.<\/p>\n<p>Wie w\u00e4re die Verk\u00fcndigung der Kirche, die fortf\u00fchrte die Botschaft der Bibel? Sie erz\u00e4hlte von Adam und Eva, die sich ihrer Nacktheit nicht sch\u00e4men mussten, und von einer Gottkraft*, die zufrieden das Sch\u00f6pfungswerk betrachtete und meinte, es sei \u201esehr gut\u201c, damals im Garten Eden, als sie die Menschen in ihrer irdenen Nacktheit sah. Solche Verk\u00fcndigung w\u00fcrde neu erklingen lassen das Hohe Lied der Liebe und sie w\u00fcrde mit dem Apostel Paulus formulieren, \u201eaber das Gr\u00f6\u00dfte von allem ist die Liebe\u201c. Diese Verk\u00fcndigung n\u00e4hme die Menschwerdung des G\u00f6ttlichen ganz ernst, ein Gott* mit Haut und Haaren, wo Leiblichkeit nicht verteufelt wird, sondern Himmlisches sich mit Erde verbinden darf.<\/p>\n<p>Wie w\u00e4re eine Moraltheologie, die ber\u00fccksichtigte die Erkenntnisse der Wissenschaft? Sie klassifizierte Homosexualit\u00e4t nicht als anormal, sondern betrachtete sie gleichwertig wie Heterosexualit\u00e4t. Anormal w\u00e4ren dann jene kruden Theorien ewig gestriger M\u00e4nner, die Homosexualit\u00e4t als heilbare Krankheit bezeichnen. Als bodenlose Dummheit w\u00e4ren erkannt jene S\u00e4tze, die zwar Homosexualit\u00e4t nicht mehr verteufeln, zugleich aber sexuelle Aus\u00fcbung ebendieser als S\u00fcnde bezeichnen. Endlich w\u00fcrde aufgegeben jenes l\u00e4ngst \u00fcberholte naturrechtliche Konstrukt, dass Sexualit\u00e4t stets offen sein m\u00fcsste f\u00fcr Nachkommenschaft.<\/p>\n<p>Wie w\u00e4re eine kirchliche Pastoral, die sich nicht l\u00e4nger mit sch\u00f6nen Worten zufriedeng\u00e4be? Sie w\u00fcrde jeglicher Diskriminierung in kirchlichem Handeln gegen\u00fcber Homosexuellen begegnen. Man w\u00fcrde nicht mehr Segnungen f\u00fcr wiederverheiratet Geschiedene oder unverheiratete heterosexuelle Paare erlauben, solche f\u00fcr Homopaare aber verweigern wollen. Man w\u00fcrde Segnungsfeiern f\u00fcr Paare nicht an der geschlechtlichen Orientierung aufh\u00e4ngen und selbst eine kirchliche Trauung und Ehe f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare w\u00e4re \u201enormal\u201c.<\/p>\n<p>Wie w\u00e4re ein Religionsunterricht, in dem verantwortungsbewusst mit Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern an den Fragen der Sexualit\u00e4t aus religi\u00f6s-kirchlichen Perspektiven gearbeitet wird? In den Klassenzimmern m\u00fcsste nicht l\u00e4nger die Kirche verteidigt werden, als seien alle in ihr homophob, man w\u00fcrde endlich auch mit den Heranwachsenden das Thema der Verantwortung in Fragen der Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung ansprechen k\u00f6nnen, ohne mit dem Vorurteil konfrontiert zu werden, die Kirche w\u00fcrde doch jeden Sex au\u00dferhalb der Ehe verbieten.<\/p>\n<p>Ich glaube an eine Kirche, die schuldbewusst die homophoben Verirrungen der Vergangenheit erkannt hat und heute umso mehr jeglichen strukturellen Diskriminierungen begegnet. Sie sieht die S\u00fcnde dort, wo Menschen mit anderen sexuellen Orientierungen strukturell benachteiligt oder ausgeschlossen werden. Dann wird meine Kirche eine regenbogenbunte sein, in der Gott* in ganzer Buntheit ein Zuhause hat.<\/p>\n<p>Ich sehe diese regenbogenbunte Kirche in all den Menschen, die hier und heute klar sagen: Nein zu einem Verbot von der Segnung homosexueller Paare. Der Widerstand wird gelebt, wo gerade jetzt Priester und Bisch\u00f6fe sagen, wir lassen uns diesen Segen nicht verbieten, wo kirchliche Initiativen gemeinsam mit LGTBQ*-Initiativen auftreten, wo Regenbogenfahnen von Kircht\u00fcrmen wehen und mit bunter Kreide Regenbogen vor die Kirchenportale gemalt sind. Der sensus fidei, das prophetische Wirken des Heiligen Geistes, l\u00e4sst sich durch r\u00f6mische Dekrete nicht aufhalten.<\/p>\n<p>Klaus Heidegger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/katechismus-1-klein.jpg' class='thumbnail' \/>Was st\u00fcnde in einem Katechismus, einem Lehrbuch der Kirche, geschrieben mit der Feder der Liebe, \u00fcber Menschen gleichen Geschlechts, die sich lieben auch mit der sexuellen Sprache ihrer K\u00f6rper? Nicht mehr w\u00fcrde verboten werden ein Segen, der liegt in ganzheitlicher Annahme, in wertsch\u00e4tzendem Zusammensein und in achtsam-z\u00e4rtlichen Begegnungen. 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