{"id":6582,"date":"2021-07-21T12:01:05","date_gmt":"2021-07-21T12:01:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=6582"},"modified":"2022-08-22T07:37:54","modified_gmt":"2022-08-22T07:37:54","slug":"die-grosse-bettelwurfkombination","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=6582","title":{"rendered":"Die gro\u00dfe Bettelwurfkombination"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-6583\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/b-6b.jpg\" alt=\"\" width=\"1345\" height=\"1447\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/b-6b.jpg 1345w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/b-6b-279x300.jpg 279w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/b-6b-768x826.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/b-6b-952x1024.jpg 952w\" sizes=\"(max-width: 1345px) 100vw, 1345px\" \/>Hinter unserem Haus ist eine spannende Bike-Climb-Hike-Kombination mit zwei der markantesten Gipfel des Karwendel. Startpunkt bei der Haust\u00fcre in Absam (650 m) ist genau um 4.00 Uhr. Sterne funkeln am Nachthimmel. Das Wetter k\u00f6nnte also passen, obwohl der gestrige Wetterbericht eine leichte Schauerneigung vorausgesagt hatte. Zu zweit gehen wir dann im Dunkel die Stra\u00dfe ins Halltal hinein. Zeit auch, um \u00fcber existenzielle Dinge des Lebens ins Gespr\u00e4ch zu kommen. Mystisch leuchten die Lichter der Maximiliankapelle. Nach den schweren Regenf\u00e4llen rauscht der Wei\u00dfenbach noch einmal st\u00e4rker. Morgengrauen dann beim Einstieg in den Klettersteig.<\/p>\n<p>5.15 Uhr. Der Fels ist nach den heftigen Regenf\u00e4llen der letzten Tage schon getrocknet. Wir sind so fr\u00fch dran, dass wir keinen Steinschlag von anderen Menschen zu bef\u00fcrchten haben. Problemlos geht es \u00fcber die Schl\u00fcsselstelle, die mit C bewertet ist. In den leichteren Passagen gehen wir ungesichert. So fliegen wir fast hinauf. Zauberhaftes Morgenwolkenspiel am Himmel. Meine Bergkollegin t\u00e4nzelt angstfrei \u00fcber die wackelige H\u00e4ngebr\u00fccke hoch \u00fcber dem Abgrund. Jedes Mal wachsen zwischen den Felsritzen wieder andere Blumen. Beim Ausstieg schaut uns unerschrocken eine G\u00e4mse in die Augen. In eineinhalb Stunden sind wir bereits beim Ausstieg und noch eine halbe Stunde dauert es, bis wir zur Bettelwurfh\u00fctte kommen. 7.30 Uhr. Dort ist gerade Fr\u00fchst\u00fcckszeit. Auch ich trinke einen Kaffee auf der Terrasse. Um 8.00 Uhr gehen wir gleich weiter zum Kleinen Bettelwurf. In diesem Steinschlaggebiet tut es gut, allein unterwegs zu sein. Typisches Karwendelger\u00f6ll liegt auf den B\u00e4ndern und Steigen. Die schwierigeren Stellen sind mit Drahtseilen gesichert. Kurz vor dem Gipfel komme ich vom Steig ab und lande auf einer Platte mit wenig Haltepunkten. Vorsichtig klettere ich zur\u00fcck. 9.15 Uhr. Wir sind allein am Gipfel. Ca 4.30 reine Geh\/Kletterzeit von daheim aus. (2650 m) Tief unter uns das einsame Vomper Loch auf der einen Seite und das belebte Inntal auf der anderen.<\/p>\n<p>Die \u00dcberschreitung vom Kleinen zum Gro\u00dfen Bettelwurf gilt als eine der sch\u00f6nsten im Karwendel. Da hei\u00dft es tats\u00e4chlich ein paar Mal kr\u00e4ftig am Felsen zuzupacken. Laut F\u00fchrer sind es C- bzw. D-Stellen und eine II in freier Kletterei. Noch vier andere Bergsteiger sind am Gipfel des Gro\u00dfen Bettelwurf (2725 m), die nicht wenig erstaunt sind, welche Tour wir bereits hinter uns haben. 2157 H\u00f6henmeter und rund f\u00fcnfeinviertel Stunden Rad-Kletter-Gehzeit von daheim aus.<\/p>\n<p>Es geht dann den Normalweg hinunter. A-B-Stellen, Schrofen, Ger\u00f6ll. Da ist auch Zeit f\u00fcr Gespr\u00e4che. Wir treffen nur noch auf zwei weitere Bergsteiger. In der Wechselscharte sind zwei Leute besch\u00e4ftigt mit der Vermessung der Gesteinsmassen. Tats\u00e4chlich hat sich seit meinem letzten Abstieg vor rund 4 Wochen die Bettelwurfreise schon wieder stark ver\u00e4ndert. Wir springen zwischendrin immer wieder im Schotter der Bettelwurfreise hinunter. Am Ende, nach 27 Kilometern Bergstrecke: Dankbarkeit f\u00fcr eine gro\u00dfartige Landschaft und das Geschenk, dies gemeinsam erleben zu k\u00f6nnen. Auch wenn ich diese Runde schon \u00f6fters gemacht habe, bleibt sie jedes Mal ein einzigartiges Erlebnis von Natur und gewaltiger Bergwelt \u2013 und ich als Mensch bescheiden, verletzbar und vorsichtig darin. Und immer wieder besonders beschenkt, wenn ich harmonische Bergbegleitung erleben kann.<\/p>\n<ol start=\"20\">\n<li>Juli 2021<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/b-6b.jpg' class='thumbnail' \/>Hinter unserem Haus ist eine spannende Bike-Climb-Hike-Kombination mit zwei der markantesten Gipfel des Karwendel. 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