{"id":6606,"date":"2021-08-04T20:07:30","date_gmt":"2021-08-04T20:07:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=6606"},"modified":"2022-08-22T07:37:54","modified_gmt":"2022-08-22T07:37:54","slug":"auf-den-hoechsten-punkt-deutschlands-zugspitzueberschreitung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=6606","title":{"rendered":"Auf den h\u00f6chsten Punkt Deutschlands: Zugspitz\u00fcberschreitung"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-6607\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/z-0.jpg\" alt=\"\" width=\"3120\" height=\"4160\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/z-0.jpg 3120w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/z-0-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/z-0-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 3120px) 100vw, 3120px\" \/>Auf den h\u00f6chsten Punkt Deutschlands: Zugspitz\u00fcberschreitung<\/strong><\/p>\n<p>Donnerstag, 29. Juli 2021. Wir wussten, dass wir fr\u00fch aufbrechen m\u00fcssen, um irgendwelchen Staus am Klettersteig auszuweichen. Die heutige Tour geh\u00f6rt wohl zu den Klassikern unter den Klettersteigen in Deutschland. So trafen wir uns bereits um 4.30 am Parkplatz in Hammersbach unweit von Garmisch Partenkirchen. Das Wetter versprach zwischen den vielen Regentagen heute gut zu sein. Gleich von Beginn an wurde sichtbar, dass wir ein starkes Bergteam zu sechst sein w\u00fcrden, die eine lange Tour miteinander durchsteht. Aufbruch dann um 4.45. 8 Stunden Aufstiegszeit sind angeschrieben. Die Stirnlampe leuchtet noch ein wenig den Weg ins H\u00f6llental aus. Sanft und flach geht es los. Als der Morgen graut, verl\u00e4uft der Steig landschaftlich imposant durch die Schlucht. Beim Drehkreuz und der kleinen H\u00fctte ist noch kein Betrieb. So k\u00f6nnen wir auch keinen Obulus verrichten. Der Hammersbach hat sich tief in einen Canyon eingegraben. Tropfende Tunnel und Br\u00fccken, die rutschnass von der Feuchtigkeit sind. 2 Kilometer sind es bis zur H\u00f6llentalh\u00fctte am Ende der Klamm. Dort gibt es f\u00fcr die G\u00e4ste gerade Fr\u00fchst\u00fcck, zwei andere Gruppen machen sich f\u00fcr den Aufstieg bereit. Im S\u00fcden erhebt sich die Wand auf die Zugspitze, rot-golden beleuchtet von der Morgensonne und im tiefblauen Morgenhimmel steht die kreisrunde wei\u00dfe Mondscheibe. Ein wenig wird gerastet und gestaunt. Immer wieder \u00fcberholen wir Gruppen, die vor uns unterwegs sind. Am H\u00f6llentalferner ziehen wir Steigeisen bzw. Gr\u00f6del an. Es ginge heute zwar ohne, weil der Schnee sehr aufgeweicht ist. Spalten sind keine sichtbar und auch die Randspalte am Beginn der Gipfelwand ist harmlos. Ein grantiger Bergf\u00fchrer mit einem unsicheren Gast, den er am Seil f\u00fchrt, schiebt sich noch vor uns und murmelt unfreundlich, als wir seilfrei an ihm vorbeiklettern. Das ist aber die einzige unfreundliche Begegnung heute. Klettertechnisch unschwierig, oft aber sehr ausgesetzt und an wenigen Stellen auch ohne sicherndes Stahlseil geht es schnell hinauf. Die reine Aufstiegszeit vom Wanderparklatz in Hammersbach bis zum Gipfel ist bei rund 5 Stunden. Mit Pausen waren es 5.31 auf einer Streckenl\u00e4nge von 20 Kilometer (!) und rund 2.200 H\u00f6henmetern.<\/p>\n<p><strong>Der Gipfel<\/strong><\/p>\n<p>Dass wir am Gipfel nicht allein sein werden, darauf war ich vorbereitet. Dass aber eine solche Menschenmenge den h\u00f6chsten Punkt Deutschlands bev\u00f6lkert, dass eine solche riesige technische Anlange rund um und auf den Vorgipfel des eigentlichen h\u00f6chsten Gipfels gebaut ist, das hat mich dann doch\u00a0 \u00fcberrascht. Wir kommen direkt aus der Wand zum h\u00f6chsten Punkt, auf dem das goldene Kreuz steht. Erst aus dieser Perspektive nehmen wir dann den Rummel am gegen\u00fcberliegenden Gipfel wahr. Eine kaum \u00fcbersehbare F\u00fclle von Plattformen und Terrassen ist rund um und auf den Gipfel betoniert worden, von dem nichts mehr sichtbar ist. Gleich von zwei Seiten \u2013 vom Eibsee weg und von der Tiroler Seite \u2013 schwingen sich Seilbahnen hinauf. Das gesamte Konglomerat von Bergstationen und Restaurant aus Stahl, Beton und Glas ist mehrere Stockwerke hoch. Die M\u00fcnchnerh\u00fctte im Hintergrund wirkt dagegen richtig bescheiden. Auf einer Plattform hat sich eine Menschenschlange gebildet. Man wartet, um den finalen Gipfelanstieg machen zu k\u00f6nnen. Dort komme ich mir vor wie ein Berufsfotograph, weil ich \u2013 gesichert durch mein Klettersteigset \u2013 die beste Position habe, um Leute mit dem Kreuz darauf zu fotographieren.<\/p>\n<p><strong>Abstieg zum Eibsee und nach Hammersbach \u00fcber Stopselziehergrat<\/strong><\/p>\n<p>Unschwierig, aber dennoch mit Vorsicht zu gehen, ist der Abstieg dann auf Tiroler Seite zun\u00e4chst \u00fcber den Wettersteingrat dann \u00fcber den Stopselziehergrat zur Wiener Neust\u00e4dter H\u00fctte und von dort auf teils ausgesetztem Steig hinunter zum Eibsee, den wir in der Tiefe heute immer schon von tiefblau bis t\u00fcrkis-gr\u00fcn leuchten sahen. Dort unten herrscht reger Betrieb. Auch wir nehmen uns noch kurz Zeit zum Schwimmen bzw. Abhk\u00fchlen, bevor wir den Weg bzw. die Stra\u00dfe zur\u00fcck nach Hammersbach gehen. Zun\u00e4chst dachten wir daran, die Zugspitzzahnradbahn hinaus nach Greinau zu nehmen, aber als wir die Traube von Menschen sahen, die dort wartete, entschieden wir uns doch f\u00fcr den Fu\u00dfmarsch. F\u00fcr den gesamten Abstieg mit drei kurzen Pausen und einer l\u00e4ngeren Pause am Eibsee waren es jedenfalls wieder 6 Stunden verteilt auf fast 20 Kilometer. Zusammengefasst: Eine ordentlich Tour mit allem, was zu bieten ist: Eine fr\u00fchmorgendliche Wanderung durch eine Schlucht, Bergt\u00e4ler, langer Klettersteig mit kurzer Gletscherber\u00fchrung, Gipfel, Erfahrung Tourismus on the Top of Germany, langem Abstieg \u00fcber steile, ausgesetzte Pfade, W\u00e4lder, See und gem\u00fctlichem Auswandern. Und dies alles mit Menschen, die die Berge lieben und die Herausforderungen, die sie bedeuten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/z-0.jpg' class='thumbnail' \/>Auf den h\u00f6chsten Punkt Deutschlands: Zugspitz\u00fcberschreitung Donnerstag, 29. Juli 2021. Wir wussten, dass wir fr\u00fch aufbrechen m\u00fcssen, um irgendwelchen Staus am Klettersteig auszuweichen. Die heutige Tour geh\u00f6rt wohl zu den Klassikern unter den Klettersteigen in Deutschland. So trafen wir uns bereits um 4.30 am Parkplatz in Hammersbach unweit von Garmisch Partenkirchen. 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