{"id":6646,"date":"2021-08-16T19:52:52","date_gmt":"2021-08-16T19:52:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=6646"},"modified":"2022-08-22T07:37:54","modified_gmt":"2022-08-22T07:37:54","slug":"lamsenspitze","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=6646","title":{"rendered":"Lamsenspitze"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-6647\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/l-5.jpg\" alt=\"\" width=\"1600\" height=\"1200\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/l-5.jpg 1600w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/l-5-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/l-5-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/l-5-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1600px) 100vw, 1600px\" \/>Um 5.15 geht es von der B\u00e4renrast am Beginn des Stallentales weg, diesmal zu Fu\u00df und nicht mit dem Mountainbike. Bereits zwei Stunden davor stand ich auf. Die Zeit um Mari\u00e4 Himmelfahrt markiert immer eine gewisse Z\u00e4sur im Lauf eines Jahres. Der Sommer kippt merklich in den Herbst hinein. Noch ist es dunkel, als wir mit schnellem Schritt den Forstweg Richtung Stallenalm hinein sausen. Tausende zarte Spinnf\u00e4den sp\u00fcren wir auf der Haut. Es wird ein hei\u00dfer Tag, doch zu so fr\u00fcher Stunde ist es \u2013 so ganz ohne Jacke \u2013 angenehm. Wir sind schon weit \u00fcber der Stallenalm, als wunderbar golden die Sonne \u00fcber den Tuxer Alpen aufgeht. Allein dieser Augenblick lohnt jedes fr\u00fche Aufstehen. Es ist ein wunderbares Lichtspiel. Tiefdunkelblau der Himmel \u2013 und mittendrin das Gold der Sonne, das nach und nach die imposanten W\u00e4nde des Hochnissl anleuchtet.<\/p>\n<p>Mir ist der Steig hinauf zur Lamsenh\u00fctte vertraut \u2013 und doch ist es jedes Mal wieder ein neues Erlebnis. Was sch\u00f6n und wunderbar ist, will wiederholt werden und leuchtet und strahlt jedes Mal wieder ganz neu. Die Landschaft lebt. Andere Bergblumen bl\u00fchen heute als zu Beginn des Sommers. Ein schriller Pfiff eines Murmeltiers schreckt uns auf. Beim Steigen achten wir darauf, nicht auf einen der schwarzen Bergmolche zu treten, die zu langsam-tr\u00e4ge sind, um unseren Schritten ausweichen zu k\u00f6nnen. G\u00e4msen sind links und rechts und oberhalb von uns, als w\u00fcrden wir durch einen \u00fcberdimensionierten Alpenzoo gehen. Doch hier ist unendliche Freiheit. Majest\u00e4tisch leuchtet die Lamsenspitze im Hintergrund und hebt sich ab vom Dunkel, das noch die Aufstiegsh\u00e4nge bedeckt. Mit den Foto- und Verweilpausen sind wir in knapp zwei Stunden bei der Lamsenjochh\u00fctte. Vereinzelt sitzen dort Menschen mit unbeschreiblichem Panoramafeeling beim Fr\u00fchst\u00fcck. Beeindruckend sind die Felsw\u00e4nde dahinter.<\/p>\n<p>Wir machen erst beim Einstieg zum Brudertunnelklettersteig eine Trinkpause. Vor uns ist noch niemand im Aufstieg. Mit Blick auf den Steinschlag ist dies ein gro\u00dfer Sicherheitsvorteil. Der Klettersteig selbst ist mit 200 H\u00f6henmetern kurz und nicht schwierig und hat als gro\u00dfartiges Finale noch den k\u00fchlen Brudertunnel. Dann stehen wir schon auf der anderen Seite des Kammes und blicken hinunter ins Vomperloch und das Inntal. Es geht entlang der Schotterreise durch das Lamskar zum Einstieg vom Gipfelklettersteig. Hier hei\u00dft es auf den Steinschlag besonders aufzupassen. Kurz vor dem Gipfel genie\u00dft ein kolossaler Steinbock die steilen Flanken und l\u00e4sst sich von uns nicht st\u00f6ren. Gipfel. Mit den Verweil- und Fotographierpausen waren es waren es rund 1500 HM und 15 Kilometer in Dreidreiviertel Stunden vom Ausgangspunkt weg. Wir genie\u00dfen an diesem Morgen den unvergleichlichen Aussichtspunkt mit einem 360 Grad-Panorama-Ausblick auf die wilden Gipfel des Karwendel, hinunter in die Karwendelt\u00e4ler und weit hinein in die Tuxer- und Stubaier-Alpen.<\/p>\n<p>Beim Abstieg machen wir noch zwei Pausen \u2013 auf der Lamsenjochh\u00fctte f\u00fcr eine Einkehr und dann unterhalb der Stallenalm, um im k\u00fchlen Wasser des Stallenbaches zu kneippen.<\/p>\n<p>F\u00fcr ein paar Stunden konnte ich etwas vergessen: Die Entt\u00e4uschungen im Eigenen sowie die vielen schier unbew\u00e4ltigbaren riesigen Probleme in der Welt, die Lage in Afghanistan nach der Machtergreifung der Taliban, die brennenden W\u00e4lder und Verw\u00fcstungen im Gefolge der Erderhitzung oder das Erdbeben auf Haiti. Die Kostbarkeit und Sch\u00f6nheit des Lebens und das gemeinsame harmonische Unterwegssein kr\u00e4ftigt, um angesichts solcher Herausforderungen nicht ganz zu verzweifeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/l-5.jpg' class='thumbnail' \/>Um 5.15 geht es von der B\u00e4renrast am Beginn des Stallentales weg, diesmal zu Fu\u00df und nicht mit dem Mountainbike. Bereits zwei Stunden davor stand ich auf. Die Zeit um Mari\u00e4 Himmelfahrt markiert immer eine gewisse Z\u00e4sur im Lauf eines Jahres. Der Sommer kippt merklich in den Herbst hinein. 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