{"id":6668,"date":"2021-08-27T20:33:14","date_gmt":"2021-08-27T20:33:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=6668"},"modified":"2022-08-22T07:37:54","modified_gmt":"2022-08-22T07:37:54","slug":"unterwegs-im-wetterstein-soellerpass-leutascher-platte-dreitorspitze-meilerhuette-und-bergleintal","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=6668","title":{"rendered":"Unterwegs im Wetterstein: S\u00f6llerpass, Leutascher Platt, Dreitorspitze, Meilerh\u00fctte und Bergleintal"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-6669\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/d-19a.jpg\" alt=\"\" width=\"4160\" height=\"3120\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/d-19a.jpg 4160w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/d-19a-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/d-19a-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/d-19a-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 4160px) 100vw, 4160px\" \/>Obwohl ich in meinem Leben viel in den Tiroler Bergen unterwegs war, kannte ich das Wettersteingebirge nicht. Aus der Perspektive der Loipen von der Leutasch und Seefeld aus hatte ich \u00f6fters auf die schroffen Gipfel des \u00f6stlichen Wettersteinmassivs geblickt. Sie schienen so unbesteigbar. Heute lerne ich dank meines Freundes ein neues, wunderbares St\u00fcck Bergwelt kennen.<\/p>\n<p>Startpunkt ist in der Leutasch. Ein gelber Wegweiser in dem kleinen Weiler Leutasch-Lehner mit einem schwarzen Punkt zeigt die Richtung an: S\u00f6llerpass, 4 Stunden. Noch ist alles nass von den heftigen Regenf\u00e4llen vom Vortag und um die Bergketten h\u00e4ngen Wolken und Nebel. Allerdings ist f\u00fcr heute kein Regen vorausgesagt. Es geht zun\u00e4chst hinauf durch einen dichten Wald und hinein ins Puittal und zu einer Alm beim Puitegg, wo ein Steig, der sich zunehmend mehr aufb\u00e4umt, rechts abzweigt. Tats\u00e4chlich z\u00e4hlen hier die vielzitierte Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, vor allem dann bei der Querung kurz vor dem S\u00f6llerpass. Die Kehren hinauf durch die S\u00f6llerrinne sind zum Teil ausgewaschen. Ausrutscher w\u00e4ren hier katastrophal. Hinter dem S\u00f6llerpass (2259 M) ist eine gro\u00dfartige Felslandschaft, die Leutascher Platt. \u00d6stlich davon ist der majest\u00e4tische \u00d6felekopf. Die Gesteinsformationen sind einzigartig. Glattgeschliffene Felsen, dann wieder karstf\u00f6rmig mit tiefen Einschnitten und H\u00f6hlen\u00a0 \u2013 und dies alles in einem riesigen Felsplateau. Zusammen mit dem Nebel heute wirkt es wie eine Mondlandschaft.<\/p>\n<p>Von dort zweigt auch der Klettersteig hinauf auf die Mittlere bzw. Partenkircher Dreitorspitze ab. Zun\u00e4chst \u00fcber ein riesiges Ger\u00f6llfeld hinauf, bis dann der Einstieg beginnt. Es ist ein Klettersteig der alten Schule. Die Kletterstellen sind einfach, weil der Steig sich nicht am Kriterium des Spektakul\u00e4ren orientiert \u2013 wie viele neue Klettersteige, sondern einem nat\u00fcrlichen Aufstieg folgt. Ausgewiesen ist er der Kategorie A\/B und ist nach dem ber\u00fchmtesten Erschlie\u00dfer der N\u00f6rdlichen Kalkalpen, Hermann-von-Barth, benannt. Das Klettersteigset h\u00e4tte ich nicht gebraucht, der Helm ist aber f\u00fcr dieses Gebiet ratsam. Nebelschwaden schaffen eine besondere Atmosph\u00e4re. Wir sind allein am Gipfel. (2633 M), auf dem kein Kreuz aber ein Grenzstein angebracht ist. Knapp unter 4 Stunden sind wir gegangen und 7 Kilometer. \u00dcberhaupt trafen wir bis jetzt nur f\u00fcnf weitere Bergsteiger. F\u00fcr mich nicht einladend schauen die \u00dcberg\u00e4nge zur Leutascher Dreitorspitze und den benachbarten Gipfeln aus. Dies w\u00e4re alles eine exponierte, br\u00fcchige Gratkletterei.<\/p>\n<p>Den Retourweg w\u00e4hlen wir \u00fcber die Meilerh\u00fctte, die auf einem schmalen Joch zwischen den Gipfeln thront. Ein luftiger Steig \u2013 der in den schwierigeren Stellen aber gut abgesichert ist \u2013 f\u00fchrte dorthin. (5.16min) Auch hier gibt es nur wenige Menschen. Zu weit sind doch alle Anstiege auf die H\u00fctte auf 2377 M. Kurios ist die Grenze zwischen Bayern und Tirol, die exakt an der Kante der H\u00fctte verl\u00e4uft, so dass sie in Bayern steht.<\/p>\n<p>Von der Meilerh\u00fctte geht es dann steil, flach, steil, flach, steil, flach hinaus durch das einsame Bergleintal, stets umgeben von den schroffen Felsw\u00e4nden im Norden und S\u00fcden. Gegen\u00fcber im Osten sind die markanten Gipfel der Arnspitzgruppe. Das Bergleintal endet mit einer malerischen Klamm, wo sich der Bach mehrere Gumpen geschaffen hat. Da wir erst um 10.15 Uhr losgingen, war es schon leicht dunkel, bis wir bei unserem Ausgangspunkt ankamen. 16 Kilometer, rund 1600 H\u00f6henmeter im Gesamten,\u00a0 3 Stunden 20 min und 10 Kilometer von der Meilerh\u00fctte weg. Ein voller Tag gef\u00fcllt mit einzigartigen Naturlandschaften, einer urigen Bergh\u00fctte, einem einsamen Gipfel, ausgesetzten Steigen, einem wundersch\u00f6nen Bergtal und vor allem auch Zeit zum Reden und Zeit f\u00fcr Freundschaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/d-19a.jpg' class='thumbnail' \/>Obwohl ich in meinem Leben viel in den Tiroler Bergen unterwegs war, kannte ich das Wettersteingebirge nicht. Aus der Perspektive der Loipen von der Leutasch und Seefeld aus hatte ich \u00f6fters auf die schroffen Gipfel des \u00f6stlichen Wettersteinmassivs geblickt. Sie schienen so unbesteigbar. 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