{"id":6800,"date":"2021-10-18T06:25:22","date_gmt":"2021-10-18T06:25:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=6800"},"modified":"2022-08-22T07:37:37","modified_gmt":"2022-08-22T07:37:37","slug":"cowboy-auf-raedern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=6800","title":{"rendered":"Cowboy auf R\u00e4dern oder herbstliche K\u00fchtai-Piller-Kombi mit Rennrad"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-6807\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/k-5-1.jpg\" alt=\"\" width=\"4160\" height=\"3120\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/k-5-1.jpg 4160w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/k-5-1-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/k-5-1-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/k-5-1-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 4160px) 100vw, 4160px\" \/>Es sind zwei P\u00e4sse, die liegen zwischen zwei Orten, und k\u00f6nnte beide Orte Heimat nennen. In Innsbruck gestartet kurz vor Mittag. Ein tiefblauer Himmel. B\u00e4ume in den Farben des Herbstes, beleuchtet von tiefstehender Sonne. Auf weiten Strecken des Sellraintales entlang der rauschenden Mellach schaffen es ihre Strahlen nicht mehr in die Tiefe des Talgrundes. Umso heller leuchten braun-r\u00f6tlich-golden die Flanken der Sellrainer Berge; ganz oben wie Zucker auf einem Gugelhupf liegt der Schnee der letzten Tage. Manchmal sehe ich mich wie von au\u00dfen oder wie von oben von einer Drohne. Jemand, der klettert mit seinem Rennrad die steilen Rampen hinauf &#8211; manche bis zu 20 Prozent. In dieser Jahreszeit sind zum Gl\u00fcck kaum mehr Motorradfahrer unterwegs, die mir im Sommer die Strecke vermiesen, weswegen ich sie meist meide. Jemand, der manchmal stehen bleibt, nicht um zu verschnaufen, sondern um zu staunen \u00fcber die Gr\u00f6\u00dfe der Berge und das Leuchten der Schneefelder in den Seitent\u00e4lern. Bald werde ich mich dort wiederfinden im Schnee und mit den Tourenski. Noch aber ist es das Rennrad. Jemand, der so gerne die Sch\u00f6nheit teilen m\u00f6chte und das Staunen. Knapp unter drei Stunden sind es bis zur Top of the tour auf 2020 H\u00f6henmeter. K\u00fchtai. Der sommerliche Betrieb ist verschwunden. Geisterm\u00e4\u00dfig wirken die Hotels und Restaurants auf der H\u00f6he.\u00a0 Noch gibt es nicht den winterlichen Rummel. Ich mache Rast an dem Stausee zwischen den getrockneten Kuhfladen auf den herbstlichen Almwiesen. Weit oben wird ein neuer Speicher gebaut. Ein gigantisches Projekt. Und dann die Abfahrt nach \u00d6tz. Reste vom geschmolzenen Schnee liegen in den Serpentinen. Die K\u00e4lte st\u00f6rt mich nicht, versinke im Flow des Fahrens mit der Landschaft ringsum, tauche ein in die W\u00e4lder des \u00d6tztales. Zwischendrin sind Gedanken und Gef\u00fchle so stark, dass ich alles vergesse ringsum. Im Talgrund ein Jahrmarkt. Auf der \u00d6tztalstra\u00dfe ein wilder Verkehr. Bin dann froh wieder am Radweg zu sein. Einsam ist die Strecke am Radweg zwischen Roppen und Imst durch die Schlucht. Und dann wei\u00df ich schon: \u00dcber den Piller bis Prutz ist es nicht mehr weit. Ich genie\u00dfe jeden Meter H\u00f6hengewinn, die Berge des Pitztales, halte kurz am Piller Weiher und fahre zwischen Venet und Kaunergrat zum Gachen Blick, schaue hinunter in die Tiefe, wo sich der Inn schl\u00e4ngelt durch das Obere Inntal. Dort oben auf 1600 Metern \u00f6ffnet sich die ganze Gipfelpracht von Samnaungruppe und Glockturmgruppe und sp\u00e4ter der Kaunergrat mit seinen m\u00e4chtigen Gipfeln, auf denen ich zuhauf in meiner Jugend schon stand. Im goldenen Licht der untergehenden Sonne steht mitten auf den steilen Feldern die kleine Michaelskapelle beim Weiler Puschlin und l\u00e4dt wieder ein zum dankbaren Staunen in der fr\u00fch sinkenden Sonne. Am Ende der Fahrt sind es fast 2600 H\u00f6henmeter verteilt auf rund 100 Kilometer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/k-5-1.jpg' class='thumbnail' \/>Es sind zwei P\u00e4sse, die liegen zwischen zwei Orten, und k\u00f6nnte beide Orte Heimat nennen. In Innsbruck gestartet kurz vor Mittag. Ein tiefblauer Himmel. B\u00e4ume in den Farben des Herbstes, beleuchtet von tiefstehender Sonne. Auf weiten Strecken des Sellraintales entlang der rauschenden Mellach schaffen es ihre Strahlen nicht mehr in die Tiefe des Talgrundes. 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