{"id":6823,"date":"2021-10-24T21:16:22","date_gmt":"2021-10-24T21:16:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=6823"},"modified":"2022-08-22T07:37:37","modified_gmt":"2022-08-22T07:37:37","slug":"klassische-mtb-karwendeldurchquerung-mit-abstechern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=6823","title":{"rendered":"Klassische MTB-Karwendeldurchquerung mit Abstechern"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-6824\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/ka16.jpg\" alt=\"\" width=\"4160\" height=\"3120\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/ka16.jpg 4160w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/ka16-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/ka16-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/ka16-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 4160px) 100vw, 4160px\" \/>Ein Samstagmorgen Ende Oktober. K\u00fchl ist es. Inmitten der Stadt wirkt der Bahnhof H\u00f6tting in der dunklen Fr\u00fchmorgenzeit wie ein Ort in der Einsamkeit der Welt. Rot leuchten die \u00d6BB-LED-Lampen an der Fassade. Am Bahnhof gibt es keinen Fahrkartenschalter. Das passt zum Ort. Eine freundliche Schaffnerin der Mittenwaldbahn wird das Ticket f\u00fcr mich ausdrucken. Allein bin ich auch in Scharnitz, wo ich aussteige. Noch k\u00fchler ist es hier. Und einsam. \u00dcber der Isar ist ein leuchtender LED-Schriftzug mit ISAR geschrieben. Niemand ist im Ort unterwegs. Grenzenloses einsames Eintauchen in die Bergwelt. Die Strecke ist mir vertraut. Rechts, wo die Isar herauskommt, geht es durch das Hinterautal zum Hallerangerhaus. Ins Karwendeltal f\u00fchrt zun\u00e4chst eine kurze Rampe und dann gleitet der breite Schotterweg am Karwendelbach entlang. Isar und Karwendelbach haben sich im Laufe der Jahrtausende Canyons gegraben. Der Anstieg zum Karwendelhaus ist moderat.\u00a0 An normalen Sommertagen sind hier in gro\u00dfer Zahl Mountainbiker und Wanderer unterwegs. Heute bin ich alleine. Nur einmal f\u00e4hrt ein J\u00e4gerauto vorbei. Die Abgase eines einzelnen Autos sind enorm. In der Stadt bin ich von Tausenden umgeben und die Emissionen werden kaum mehr wahrgenommen &#8211; wie der sprichw\u00f6rtliche Frosch bin ich dort, der im sich aufheizenden Wasser nicht merkt, in welcher Gefahr er sich befindet. Ich tauche ein in den Hochnebel. Vom Karwendelhaus sehe ich nichts. Die letzten Male verband ich noch die \u00dcberschreitung der \u00d6dkarspitzen und die Kletterei auf die Birkkarspitze mit dieser Karwendeldurchquerung. Etwas weniger als zwei Stunden sind es f\u00fcr die 16 km-Strecke und 800 H\u00f6henmeter bis zum Hochalmsattel (1800m). Die verbl\u00fchten Blumenhalme und Strohhalme sind gekleidet in Raureif. Es hat sicher Minusgrade. Die Finger f\u00fchlen sich trotz Handschuh klamm an. Noch immer bin ich ganz alleine. Im Alleinsein ist die Bergwelt weit intensiver &#8211; auch die Gedanken und Gef\u00fchle in mir. Langsam l\u00f6st sich der Hochnebel und die imposanten senkrechten W\u00e4nde werden freigegeben. Irgendwo ist ein J\u00e4ger unterwegs. Ein Schuss hallt von den W\u00e4nden wider. Der ruppige Weg hinunter zum Kleinen Ahornboden ist nur langsam befahrbar. Faszinierend sind die knorrig-verwitterten alten Ahornb\u00e4ume in ihrer herbstlichen Pracht. Der normale Weg der MTB-Karwendeldurchquerung w\u00fcrde jetzt durch das Johannistal hinaus zum Risstal gehen. Ich w\u00e4hle die Zusatzvariante zur Falkenh\u00fctte.<\/p>\n<p>Dann beginnt der zweite Anstieg f\u00fcr heute. Es wird teils wirklich steil. Um diese Jahreszeit hat die Sonne keine Chance mehr, \u00fcber die 900 Meter hohen Laliderer W\u00e4nde zu kommen. Auch die jahreszeitlich bedingte geschlossene Falkenh\u00fctte liegt im Schatten. Mit 1848m ist es mein heutiger Top-of-the tour. Weil ohnehin so gut wie keine Wanderer unterwegs sind, w\u00e4hle ich den Wander-Steig hinunter zur Laliderer Alm und von dort hinaus bis zum Risstal. Ich habe keine Trailambitionen und schiebe lieber das Rad. Dann hinaus durch das Laliderertal. Keine Menschenseele begegnet mir an diesem strahlenden Tag. Ich bleibe immer wieder\u00a0 stehen, um die Pracht der Buchen und Ahornb\u00e4ume zu bestaunen. Inzwischen ist der Hochnebel verschwunden und der Himmel ist kr\u00e4ftig blau.<\/p>\n<p>Mein K\u00f6rper wird nicht m\u00fcde. Ich w\u00e4hle noch den Abstecher bis zum Talschluss in der Eng und fahre dabei am Gro\u00dfen Ahornboden entlang. Hier sind nun die vielen Ausfl\u00fcgler, die mit ihren Autos \u00fcber die Mautstra\u00dfe von Hinterri\u00df kamen. Die gef\u00e4rbten Laubb\u00e4ume strahlen die Kraft der Sonne wider. Danach geht es hinauf auf das Plumsjoch. Die Sonne scheint angenehm auf einem Gro\u00dfteil der Bergstrecke. 600 H\u00f6henmeter und gut 7 Kilometer sind es vom Gro\u00dfen Ahornboden weg und immer in moderater Steigung. Hinunter ist der Weg so steil, dass wichtiges Dosieren mit den Scheibenbremsen umso wichtiger ist. Ein Warntafel schlug vor, die Strecke lieber hinabzuschieben. Ein Sturz \u00fcber den Weg hinaus w\u00e4re fatal. Gem\u00fctlich geht es dann von der Gernalm hinaus nach Pertisau, dem Achensee entlang und hinunter nach Jenbach. Mein Garmin zeigt f\u00fcr heute: 82,80 km und 2351 H\u00f6henmeter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/ka16.jpg' class='thumbnail' \/>Ein Samstagmorgen Ende Oktober. K\u00fchl ist es. Inmitten der Stadt wirkt der Bahnhof H\u00f6tting in der dunklen Fr\u00fchmorgenzeit wie ein Ort in der Einsamkeit der Welt. Rot leuchten die \u00d6BB-LED-Lampen an der Fassade. 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