{"id":6935,"date":"2021-11-28T17:23:21","date_gmt":"2021-11-28T17:23:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=6935"},"modified":"2022-08-22T07:37:36","modified_gmt":"2022-08-22T07:37:36","slug":"november-29-advent-ist-brueckenbegegnung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=6935","title":{"rendered":"(2) November 28 &#8211; Adventliches Br\u00fcckenm\u00e4rchen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-6936\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_20211127_094818-2.jpg\" alt=\"\" width=\"3120\" height=\"4160\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_20211127_094818-2.jpg 3120w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_20211127_094818-2-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_20211127_094818-2-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 3120px) 100vw, 3120px\" \/>Es waren einmal zwei Menschen. Sie lebten an zwei unterschiedlichen Ufern. Beide waren sie besch\u00e4ftigt mit ihren vielen Dingen und sp\u00fcrten bei diesen Besch\u00e4ftigungen oft nicht mehr, was wirklich z\u00e4hlt im Leben, ganz tief drinnen, was unerf\u00fcllt blieb, was blieb ungelebt. M\u00fcde von den vielen Dingen setzten sich beide immer wieder zum Sonnenuntergang an das Ufer des gro\u00dfen Flusses. Unbemerkt sa\u00dfen sie jeweils an ihrem je eigenen Ufer. Im Sommer spiegelte sich das Rot der untergehenden Sonne in den zarten Wellen des Flusses, im Winter, wenn die Tage kurz waren, spielten die Wellen mit dem Mondlicht. So lebten sie viele Jahre, beide an ihren eigenen Ufern. Der Fluss kannte inzwischen Tausende Geschichten der beiden und konnte ein Meer damit f\u00fcllen. Viele Tr\u00e4nen waren darin auch aufgehoben. An einem der langen Abende, als eine der langen N\u00e4chte begann, sahen beide sich an dem je anderen Ufer sitzen. Noch nie hatten sie sich wahrgenommen, die ganzen vielen Jahre zuvor nicht. Zu viele waren es schon. Aber heute, heute sollte es anders sein. Da war doch eine schmale Br\u00fccke \u00fcber die Wasser. Warum nicht? Vielleicht doch? Die Br\u00fccke war eher ein Steg zum Balancieren. Kein Gel\u00e4nder war da. Und dennoch. Sie wagten beide die Schritte. In der Mitte hatten sie sich getroffen. So hockten sie nun auf den Brettern und lie\u00dfen die F\u00fc\u00dfe \u00fcber dem Fluss baumeln. Und redeten. Und diskutierten \u00fcber Gott in der Welt. Und hielten sich die H\u00e4nde. Und w\u00e4rmten sich mit ihrer N\u00e4he in der K\u00e4lte der Nacht \u2013 bis das Rot der Sonne sich in der aufgehenden Sonne spiegelte. Seelenverwandte waren sie. Ein neuer Tag hatte begonnen. Es wurde wirklich Tag. Von da an beschlossen beide, sich in ihren Welten \u2013 jenseits und diesseits \u2013 immer wieder zu besuchen. Sie zeigten sich ihr Leben, sie waren neugierig und lernten voneinander, sie sch\u00e4tzten das Leben und freuten sich aneinander. Sie waren angekommen im ganzen Leben. Advent.<\/p>\n<p>Klaus Heidegger<br \/>\n(Bild: Karwendelbr\u00fccke, dar\u00fcber geht die Karwendelbahn, darunter Menschen zu Fu\u00df oder mit dem Rad)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/IMG_20211127_094818-2.jpg' class='thumbnail' \/>Es waren einmal zwei Menschen. Sie lebten an zwei unterschiedlichen Ufern. Beide waren sie besch\u00e4ftigt mit ihren vielen Dingen und sp\u00fcrten bei diesen Besch\u00e4ftigungen oft nicht mehr, was wirklich z\u00e4hlt im Leben, ganz tief drinnen, was unerf\u00fcllt blieb, was blieb ungelebt. 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