{"id":7451,"date":"2022-04-30T16:23:58","date_gmt":"2022-04-30T16:23:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=7451"},"modified":"2022-08-22T07:37:34","modified_gmt":"2022-08-22T07:37:34","slug":"karwendelsteige-als-regenprogramm-halltaler-huette-wandlalm-hinterhorn-alm","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=7451","title":{"rendered":"Karwendelsteige als Regenprogramm: Halltaler H\u00fctte &#8211; Wandlalm \u2013 Hinterhorn Alm"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-7453\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/20220430_103614-2.jpg\" alt=\"\" width=\"3456\" height=\"4608\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/20220430_103614-2.jpg 3456w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/20220430_103614-2-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/20220430_103614-2-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 3456px) 100vw, 3456px\" \/>Ein Halltalfan kennt kein \u201eschlechtes Wetter\u201c. Erst letztes Wochenende war ich zwei Mal hier. Vom Eingang zum Halltal geht es an diesem Regen-Fr\u00fchlingstag steil hinauf zur Halltaler H\u00fctte und weiter, bis knapp vor der Alpens\u00f6hneh\u00fctte der Steig Richtung Hinterhorn Alm abzweigt. Inzwischen gibt es die neuen gelben Hinweistafeln \u2013 mehr noch aber finden sich die antiken wei\u00dfen Wegschilder. Hin und wieder hat der Steig neue Markierungspunkte bekommen. Auf einer kleinen Lichtung liegt die Wandlalm (1252 m). Von dort g\u00e4be es entlang der Fallbachschlucht auch einen Steig hinunter nach Gnadenwald. Dar\u00fcber f\u00fchrt der Steig in angenehmem Auf und Ab weiter Richtung Hinterhornalm. Auf einem anderen kleinen Flecken stehen die \u00dcberreste der alten Halltaler H\u00fctte. Hinunter sind die Abbr\u00fcche zum Gnadenwalder Plateau, dar\u00fcber die steilen Felsw\u00e4nde von Fallbachkarspitze, Walderkampspitze und Hohe F\u00fcrleg, dazwischen das absch\u00fcssige Band, in dem sich die Rotbuchen an den Abgr\u00fcnden behaupten k\u00f6nnen. Ihre braunen Bl\u00e4tter vom Vorjahr liegen auf dem schmalen Steig, die im zarten Regen immer n\u00e4sser werden. Die Grash\u00e4nge sind erst vor kurzem vom Schnee befreit worden. Besonders viele Taubnesseln wachsen hier, deren Bl\u00fctenk\u00f6pfe ge\u00f6ffnet nach unten h\u00e4ngen, damit der Regen nicht in sie eindringt. Die blauen Leberbl\u00fcmchen, wei\u00dfen Krokusse und Windr\u00f6schen und vor allem der kr\u00e4ftig gelbe Huflattich haben die Bl\u00fcten geschlossen, um sich vor dem Regen zu sch\u00fctzen. Ich denke an Situationen, wo sich Menschen verschlie\u00dfen wie die Blumen. Ich nehme die Botschaft dieser Blumen tr\u00f6stend auf, die unter ung\u00fcnstigen Bedingungen \u00dcberlebensk\u00fcnstlerinnen sind und so wunderbar bl\u00fchen k\u00f6nnen. Direkt am St\u00e4ngel von Str\u00e4uchern bl\u00fcht der giftige Seidelbast. Zunehmend rutschiger werden die Wurzeln und Steine, doch die St\u00f6cke geben gen\u00fcgend Halt, um am Steig schnellen Schrittes entlang zu balancieren. Mehrmals geht es in schluchtenartige Tobel hinein. Die Natur zeigt ihre Kr\u00e4fte. Kr\u00e4ftige Rotbuchen und Kiefern behaupten sich. Forstwirtschaft war hier nie m\u00f6glich und so ist der uralte Wald m\u00e4rchenhaft geblieben. In einer der Schluchten lag noch ein Schneefeld vom Winter, der vergangen ist. Die Natur, die B\u00e4ume und Str\u00e4ucher, die Abgr\u00fcnde und Schluchten, das weiche Moos und der harte Stein, der Regen und die Sonne \u2013 dies alles wird, w\u00e4hrend ich h\u00f6her steige oder absteige, w\u00e4hrend ich auf schmalen Steigen balanciere oder auf breiten Waldwegen wandere zu Metaphern f\u00fcr meine existenzielle Befindlichkeit, f\u00fcr die Haltlosigkeit in meinem Geworfensein in die Welt, die oft nur kleinen Halt bietet. Als Ohrwurm habe ich die 57 Engel von Willi Resetarits &#8211; und in meinem Herzen trage ich die Sehnsucht nach taktiler Engelber\u00fchrung.\u00a0 Schlie\u00dflich geht es die paar H\u00f6henmeter auf der Asphaltstra\u00dfe hinauf zur Hinterhorn Alm, die beim heutigen Regenwetter verlassen wirkt. Die Tuxer Berge auf der anderen Talseite stecken in dicken Wolken. Ich mag den Regen, in dem der Waldboden ganz besonders duftet, der die Str\u00e4ucher und Gr\u00e4ser kr\u00e4ftig gr\u00fcn macht \u2013 und heute besser zu meiner Stimmung passt als strahlender Sonnenschein. Der Steig hinunter \u2013 mehrmals die Mautstra\u00dfe querend \u2013 und dann besinnlich den Besinnungsweg hinaus zur\u00fcck zum Ort, wo das Fahrrad wartet. 1126 H\u00f6henmeter und 14,57 Kilometer in gro\u00dfartiger Naturlandschaft und im Regen, eine Natur, die wachsen und leben und \u00fcberleben will \u2013 wie wir Menschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/20220430_103614-2.jpg' class='thumbnail' \/>Ein Halltalfan kennt kein \u201eschlechtes Wetter\u201c. Erst letztes Wochenende war ich zwei Mal hier. 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