{"id":7858,"date":"2022-08-30T08:37:14","date_gmt":"2022-08-30T08:37:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=7858"},"modified":"2022-08-30T20:13:29","modified_gmt":"2022-08-30T20:13:29","slug":"sellrainer-5-gipfel-tour-traumrunde-in-einsamer-bergwelt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=7858","title":{"rendered":"Sellrainer 5-Gipfel-Tour: Traumrunde in einsamer Bergwelt"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Sell-0-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Sell-0-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7859\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Sell-0-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Sell-0-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Sell-0-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Sell-0-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Sell-0-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Startpunkt der Tour ist bei der Haltestelle bei den Galerien kurz vor dem K\u00fchtaier Sattel auf 1860 m. Dort weisen gelbe Richtungstafeln auf die ersten Ziele hin. Es geht zun\u00e4chst hinein ins Klammtal. Mir ist die Gegend bislang nur von den winterlichen Skitouren bekannt. Wir sind heute zu dritt unterwegs. Mein Freund hat vor kurzem die geplante Route gemacht. Ihm kann ich in jeder Hinsicht vertrauen. Schon kr\u00e4ftig rot leuchten die Granten am Wegrand und zeigen den Sp\u00e4tsommer an. Als ich im Fr\u00fchjahr hier war, bl\u00fchten dort, wo der Schnee bereits weggetaut war, unendlich viele Krokusse. Meine inneren Monologe, die mich beim Bergsteigen begleiten, drehen sich ums Bl\u00fchen und Verbl\u00fchen \u2013 durchaus auch Metaphern f\u00fcr Erfahrungen im Leben. Der markierte Pergpfad zieht hinein zur Oberen Zirmbachalm und zum Kreuzjoch, das bei dem ohnehin schon hohen Ausgangspunkt schnell erreicht wird. Vom Kreuzjoch gehe ich noch alleine auf den Mitterzaigerkopf (2628 m), obwohl er entgegengesetzt zur geplanten Route ist, aber so nahe wirkt. Im Winter sind wir zuletzt wegen der gro\u00dfen Wechten an diesem Gipfel nicht bis zur Spitze gekommen. Dann zur\u00fcck wieder zum Kreuzjoch (2563 m). Allein versuche ich die Spuren hinauf zum Kreuzjochkogel (2746 m) zu finden. Meine Begleiter sind inzwischen voraus gegangen und der folgende Abstieg und \u00dcbergang zur n\u00e4chsten Scharte entlang einer scharfen Gratkante fordert mich dann mental. Ich mag diese absch\u00fcssigen kleinen Pergpfade einfach nicht, wo es immer gilt, ganz sauber Tritte zu finden \u2013 f\u00fcr die H\u00e4nde gibt es nichts zu halten. Dann denke ich an Viktor Frankl und das, was er \u00fcber den Umgang mit Angst so genial formulierte und vorlebte. Der Bachwandkopf (2762 m) ist der dritte Gipfel. Dort, wo im Winter das Skidepot ist, beginnt die \u00dcberschreitung des Rietzer Grie\u00dfkogels. Er ist mit 2884 Metern der h\u00f6chste und von vielen Seiten auch m\u00e4chtigste Gipfel der Sellrainer Berge. Er ist mir von den Skitouren vertraut. Ab hier ist die weitere Route mit kr\u00e4ftigen rot-wei\u00dfen Markierungen versehen. Wir treffen drei Frauen. Sie machen die Sellrainer Runde, ein mehrt\u00e4giges H\u00fctten-Trekking. F\u00fcr uns bleiben sie die einzigen menschlichen Begegnungen, die wir an diesem Tag haben. M\u00e4chtig leuchtet das riesige Eisenkreuz am Gipfel des Grie\u00dfkogels und hebt sich vom schwarzen Felsen, dem tiefblauen Himmel und den wei\u00dfen Wolken ab. Tief unten im Osten liegt die Stadt, in der ich jetzt lebe, und w\u00e4ren da nicht Hochh\u00e4user davor, k\u00f6nnte ich von der Wohnung aus auf den Gipfel blicken. Unter uns breitet sich das Inntal aus und dahinter die ganze Szenerie von Mieminger Kette, Wettersteingebirge, im S\u00fcden die m\u00e4chtigen Berge der Stubaier Alpen mit unseren Zielen, die wir im Winter mit den Skiern anstreben. Am gegen\u00fcberliegenden Finstertalsee war ich erst k\u00fcrzlich mit dem Rennrad. Im Nachbartal ist die Baustelle f\u00fcr den neuen Speichersee. Mein Freund ist die weitere Route erst k\u00fcrzlich gegangen und vermittelt Sicherheit. Optisch gesehen sieht der \u00dcbergang zum n\u00e4chsten Gipfel, dem Hocheder, nicht einfach aus. Doch ist der Steig \u2013 der rund 150 Meter unterhalb des Gipfels abzweigt \u2013 dann gut markiert und geht im Zickzack die andere Seite des Grie\u00dfkogels hinunter. Zum Gl\u00fcck sind hinauf dann einige Stahlseile und der Gipfelgrat ist viel breiter, als man es von unten vermuten k\u00f6nnte. F\u00fcnfter Gipfel heute. Der Abstieg vom Hocheder folgt zum Joch hinunter wie der Aufstieg, dann f\u00fchrt die Runde in das Flaurlinger Tal hinunter. Es ist ein St\u00fcck Tirol, das ich heute kennenlernen darf. Eine einsame und weitl\u00e4ufige Berggegend. Schafe weiden in kleinen Gruppen bis weit hinauf. Ein Herdenschutz, wie er in den T\u00e4lern unten diskutiert wird und als Wolfsdiskussion medial seit Jahren gef\u00fchrt wird, ist hier wohl nicht durchf\u00fchrbar. Murmeltiere haben sich f\u00fcr den Winter bereits dick gefressen und geben Warnpfiffe von sich. Kristallklares Wasser kommt aus Quellen. Tief unten ist die Flaurlinger Alm. Der Grieskogel sieht von dieser Seite aus ganz besonders m\u00e4chtig aus. Der Steig quert die H\u00e4nge der l\u00e4ngst verbl\u00fchten Alpenrosen. Dazwischen leuchten jetzt aber rot die Granten und immer wieder klaube ich ein paar davon. Ich mag ihren herben Geschmack. Die Grashalme haben den Fr\u00fchling und Sommer hinter sich und sind braun geworden. Noch einmal hei\u00dft es, 250 Meter auf die Flaurlinger Scharte (2602 m) zu steigen, um dann auf die Sellrainer Seite zu wechseln. Der Weg ist gut markiert. K\u00fche glotzen neugierig, so als h\u00e4tten sie tagelang schon keinen Menschen mehr gesehen. Die untergehende Sonne beleuchtet wie ein riesengro\u00dfer Scheinwerfer die Hotels und Liftanlagen am K\u00fchtaisattel. Die Berge ringsherum sind im Schatten der Wolken. Eine Gruppe von Motorradfahrern erzeugt auf der Sellrainer Landesstra\u00dfe einen H\u00f6llenl\u00e4rm und schreckt uns irgendwie zur\u00fcck aus der Einsamkeit und Ruhe der eben erlebten Stunden. Gemessen hat mein Garmin 1687 H\u00f6henmeter und 18 Kilometer.\u00a0 In uns bleibt die Erinnerung an eine wunderbar-einsame Bergwelt, an Freundschaft, an Dialoge, die in die Tiefe gehen und an innere Monologe, die wie eine Meditation sind und nicht minder Seelenleben zutage bringen, an ausgesetzte Grate und Gipfel und sanfte Almb\u00f6den, an den Geschmack von Granten und Moosbeeren und eiskaltem Quellwasser sowie an das Spiel des Windes mit den wei\u00dfen Wolken im blauen Himmel. Mir ist mein privilegierter Status bewusst, dies alles erleben zu k\u00f6nnen, w\u00e4hrend so viele Menschen auf der Welt den Kampf um ein physisches oder psychisches \u00dcberleben f\u00fchren. So m\u00f6chte ich solche Tage als Kraftquelle sehen f\u00fcr mein politisches Engagement gegen das, was unseren Planeten kaputt macht, und f\u00fcr das, was dem Leben Sinn und Freude schenkt. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img alt=\"\"\/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Sell-0-768x1024.jpg' class='thumbnail' \/>Startpunkt der Tour ist bei der Haltestelle bei den Galerien kurz vor dem K\u00fchtaier Sattel auf 1860 m. Dort weisen gelbe Richtungstafeln auf die ersten Ziele hin. Es geht zun\u00e4chst hinein ins Klammtal. Mir ist die Gegend bislang nur von den winterlichen Skitouren bekannt. Wir sind heute zu dritt unterwegs. 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