{"id":8108,"date":"2022-10-10T20:39:40","date_gmt":"2022-10-10T20:39:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=8108"},"modified":"2022-10-11T07:30:34","modified_gmt":"2022-10-11T07:30:34","slug":"herbstliche-rennradrunde-im-grenzgebiet","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=8108","title":{"rendered":"Herbstliche Rennradrunde im Grenzgebiet"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/20221009_114644-2-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/20221009_114644-2-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8110\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/20221009_114644-2-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/20221009_114644-2-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/20221009_114644-2-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/20221009_114644-2-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/20221009_114644-2-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Kufstein und Wahlsonntag<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Stra\u00dfen sind nass von vergangener Regennacht. Wolken und Nebel h\u00e4ngen in den buntgef\u00e4rbten Laubmischw\u00e4ldern. Der Start ist an diesem Herbstsonntag in Kufstein. Zuletzt fuhr ich die klassische Runde Kufstein-Thiersee-Bayrisch Zell-Tatzlwurm-Oberaudorf-Kufstein vor vielen Jahren in Begleitung meines rennradbegeisterten jungen Sohnes. Damals nicht alleine. Die m\u00e4chtige Festung Kufstein im R\u00fccken und unter den massiven Pfeilern der Inntalautobahn durch beginnt gleich nach 10 Minuten die erste sanfte Steigung. Wahlsonntag ist heute. Der neue bzw. der alte Bundespr\u00e4sident sind zum W\u00e4hlen. Zum Gl\u00fcck werden die blauen Plakate des blauen Kandidaten bald Geschichte sein, denke ich mir bei der ersten Kehre. Noch stehen die Riesenwerbefl\u00e4chen entlang der Stra\u00dfen. \u201eIm Auftrag des Volkes!\u201c M\u00f6gen die Anspielungen auf v\u00f6lkisches Bewusstsein eines Burschenschaftlers, der sich als Epigone eines antisemitischen \u00f6sterreichischen Politikers anpries, endlich der Vergangenheit angeh\u00f6ren. Die Serpentinen hinauf nach Thiersee sind ideal zum Aufw\u00e4rmen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Thiersee und die bleibende Passionsgeschichte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nasse Verdunstungswolken liegen \u00fcber dem See. Der Pendling steckt in Wolken. Meine Gedanken sind bei den Kindern, mit denen ich hier einen Campingurlaub verbrachte, an das Spielen im See und die Spazierg\u00e4nge mit den damals Kleinen. Heute. Menschen gehen zu einem Sonntagsgottesdienst. Ich meditiere \u00fcber das Sonntagsevangelium, das heute in den Kirchen gelesen wird. Auch in dieser Perikope geht es um ein Ereignis, das in einem Grenzgebiet geschieht. Heilungsprozesse geschehen oder ereignen sich ebendort, wo manche Grenzen in liebender, wertsch\u00e4tzender und aufmerksamer Begegnung \u00fcberwunden werden, denke ich mir, und genie\u00dfe den R\u00fcckenwind. Verlassen wirkt die Strecke nach Bayrisch-Zell. Bayern. Die Grenze zwischen L\u00e4ndern existiert nicht in der Natur, sondern im Kopf. Der Blick in die Geschichte w\u00fcrde zeigen: Einmal geh\u00f6rte diese Gegend zum K\u00f6nigreich Bayern, dann wieder zur Habsburger Monarchie, dann wieder zum Deutschen Reich, heute zu \u00d6sterreich. Ich denke an die grausame Kriegspolitik von Regierenden, L\u00e4nder zu erobern, an die Machtgel\u00fcste, Gebiete einzuverleiben. Dass die Bev\u00f6lkerung nie den Krieg wollte, beweisen bis heute die Passionsspiele von Thiersee. Man gelobte 1799, dreimal j\u00e4hrlich in der Fastenzeit die Geschichte vom Leiden Jesu aufzuf\u00fchren, um von den Qualen des Krieges verschont zu werden. Inzwischen werden die Spiele alle sechs Jahre in den Sommermonaten aufgef\u00fchrt. W\u00e4hrend es entlang der W\u00e4lder vom Thierseetal geht, denke ich an eine andere Passion, an den Krieg in der Ukraine. Die Kriegslogik auf BEIDEN! Seiten f\u00fchrt jeden Tag zu neuen Grausamkeiten und zur Eskalation. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bayrisch Zell, Sudelfeldpass und einsame Tatzlwurmstra\u00dfe <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Angenehme 25 Kilometer nur sind es von Kufstein bis Bayrisch-Zell. Die Passh\u00f6he hei\u00dft &#8222;Ursprung&#8220; &#8211; aber man sp\u00fcrt gar nicht, dass man \u00fcber einen Pass f\u00e4hrt. Markant steht der Wendelstein mit seinen Sendeanlagen im Norden der kleinen Fremdenverkehrsortschaft und die Auffahrtsrampe zum Tatzlwurm ist gleich sichtbar. Es sind allerdings nur 400 H\u00f6henmetern hinauf zum Sudelfeldpass. Auf den Serpentinen hinunter sind Querstreifen, die ein schnelles Fahren eind\u00e4mmen sollen. Bei der Abzweigung am Tatzelwurmparkplatz w\u00e4hle ich spontan die k\u00fcrzere Route nach rechts, ohne zu wissen, wohin mich das f\u00fchren w\u00fcrde. Es wird zur wundersch\u00f6nen Panoramastrecke hinunter ins Inntal.  Auf der engen Stra\u00dfe gibt es kaum Verkehr. Rennradbegeisterten ist inzwischen wohl zu kalt geworden. Laub liegt auf den feuchten Stra\u00dfen und ich fahre vorsichtig. Im Tal dann dr\u00e4ngen sich Leute in der Ortschaft Oberaudorf bei einem Markt. Dem Inn entlang geht es zur\u00fcck nach Kiefersfelden und zum Bahnhof in Kufstein, bevor mein K\u00f6rper zu sehr ausk\u00fchlt. Es war eine kleine Herbstrunde mit 56 Kilometern und fast genau 1000 H\u00f6henmetern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/20221009_114644-2-768x1024.jpg' class='thumbnail' \/>Kufstein und Wahlsonntag Die Stra\u00dfen sind nass von vergangener Regennacht. 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