{"id":8198,"date":"2022-11-10T07:09:17","date_gmt":"2022-11-10T07:09:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=8198"},"modified":"2022-11-10T16:07:47","modified_gmt":"2022-11-10T16:07:47","slug":"man-schock-oder-oeko-schock","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=8198","title":{"rendered":"Man-Schock oder \u00d6ko-Schock"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/kaun-1-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/kaun-1-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8195\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/kaun-1-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/kaun-1-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/kaun-1-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/kaun-1-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/kaun-1-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Man \u2013 das sind Leitmedien, die \u00f6ffentliche Meinung, das Gerede, der beherrschende Geisteszustand und all dies verst\u00e4rkend eine populistische Politik \u2013 gibt sich erschreckt und reagiert emp\u00f6rt angesichts der gestiegenen Spritpreise. Man w\u00fcnscht sich an der Tankstelle jene Zeiten aus dem Jahr 2020 herbei, als ein Liter Diesel je Liter noch unter einem Euro kostete und ein Liter Super knapp dar\u00fcber. Man schimpft an der Tankstelle und verflucht nebenbei Putin &amp; Co und vielleicht auch die Gr\u00fcnen, schlie\u00dflich hilft ein Feindbild, um die Wut zu kanalisieren. Auf der anderen Seite des Atlantiks ist die Emp\u00f6rung nicht weniger gro\u00df und w\u00e4hlt bei den Kongresswahlen Trump &amp; Co, f\u00fcr die Billigsprit amerikanische Freiheit signalisiert. Die Autobahnen und Landesstra\u00dfen sind hierzulande nicht weniger voll, seit sich die Spritpreise verdoppelten. Eine generelle Temporeduktion von 130 auf 100 auf Autobahnen, von 100 auf 80 auf Landesstra\u00dfen und 30 in Ortsgebieten ist kein Thema mehr. Das Politiker-Man scheut solche Ma\u00dfnahmen wie der Teufel das Weihwasser, wobei es im wahrsten Sinn des sprichw\u00f6rtlichen Wortes ein wenig den Teufel von L\u00e4rm und Emissionen eind\u00e4mmen k\u00f6nnte. Man wei\u00df zwar l\u00e4ngst, dass eine Fahrt mit 130 statt mit 100 um 50 Prozent mehr Energieverbrauch nach sich zieht, genauso wie zwischen 80 und 100, ist aber nicht bereit, die physikalischen Grundgesetze von Luftwiderstand und Energieumsatz ins allt\u00e4gliche Handeln zu integrieren. Im Regierungsprogramm der neuen Regierung Tirols regiert das \u201eMan\u201c und wird auch Regie f\u00fchren und ohne die Gr\u00fcnen in der Regierung hat es ein \u201eMan\u201c wohl nun leichter.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Man gibt sich emp\u00f6rt, wenn sich junge Menschen von \u201eExtinction Now\u201c auf die Stra\u00dfe setzen und kurzzeitig eine Stra\u00dfe blockieren und sich dabei die Handfl\u00e4chen auf die Stra\u00dfe kleben, um die Zeit der Blockade zu verl\u00e4ngern. Man versteht nicht symbolische Aktionen, wenn zwei junge Frauen von \u201elast generation\u201c auf das glasgesch\u00fctzte Sonnenblumenbild von Van Gogh eine Suppe werfen, ohne es dabei aber in Gefahr zu bringen. Jene, die solches tun, wollten zeigen: Wenn es mit der Erderhitzung so weitergeht, wird es keine Generation mehr geben, die Sch\u00f6nheiten der Natur und Kunst wird bewundern k\u00f6nnen. Lieber will man diese \u00d6ko-Menschen hinter Gitter sehen als die Raser auf den Autobahnen.<\/p>\n\n\n\n<p>In mir sitzt der \u00d6ko-Schock, wenn ich wie zuletzt \u2013 mit Rad und \u00d6ffis von Innsbruck bis auf den Gletscher und dann mit Touren-Ski \u2013 den Zustand des Gletschers sehe. Ein Factfinding in Sachen \u00f6ffentlicher Verkehr und Zustand der Berge. Ein VVT-Ticket er\u00f6ffnet unkompliziert R\u00e4ume f\u00fcr das ganze Land und schafft dabei reisend ungeplant wertvolle Begegnungsm\u00f6glichkeiten an Haltestellen, in Bussen oder im Zug. Im Bus mit dem freundlichen Fahrer sa\u00dfen zuletzt nur zwei Leute! In Prutz wird seit Jahren an einer gigantischen Unterf\u00fchrung gebaut, damit der Verkehr der Man-Menschen in Hinkunft noch fl\u00fcssiger flie\u00dfen kann und nicht wie bisher durch eine Ampel eingebremst wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich mit dem Rad an einer Tankstelle vorbeifahre und den 2er bei den Preisschildern sehe, dann denke ich: Zumindest ginge es mit CO-2-Zuschl\u00e4gen ein wenig in die richtige Richtung, wobei die \u00d6ko-Bepreisung immer noch \u2013 mit momentan 9 Cent pro Liter \u2013 minimal liegt angesichts der enormen Sch\u00e4den, die durch die Emissionen aus dem Automobilverkehr angerichtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein in die Jahre gekommene Herd ist kaputt und man will mir gleich eine ganze K\u00fcche zum Schn\u00e4ppchen-Preis verkaufen, dabei m\u00f6chte ich nur den Herd reparieren lassen. Die M\u00f6belh\u00e4user \u00fcberbieten sich in Werbeschlachten mit Billigpreisen und locken Kundschaften in ihre Tempel, wo ein Schweinsschnitzel nicht weniger kostet als ein Caf\u00e9 in der Innenstadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Man wird sich nun wohl \u00fcber meine Gedanken \u00e4rgern, mir sagen, ich h\u00e4tte leicht reden, schlie\u00dflich wohne ich privilegiert und m\u00fcsse nicht zu irgendeiner Arbeit pendeln. Ich kenne dieses Argument gut von meinem Arbeitsplatz, der sich auch pendelnd so leicht mit \u00d6ffis oder Rad ganz oder teilweise erreichen l\u00e4sst. Und es stimmt auch: Manche \u2013 und es sind nicht viele \u2013 sind auf ein Auto wirklich angewiesen. Man wird mir sagen, ich h\u00e4tte keine kleinen Kinder mehr. Ich denke zur\u00fcck, als wir als Familie noch kein Auto hatten aber zwei kleine Kinder, die vergn\u00fcgt im Radanh\u00e4nger waren, als ich sie bei jedem Wind und Wetter in die nahe Stadt in den Kindergarten brachte. Aber es stimmt auch: Ohne Auto w\u00e4ren f\u00fcr manche Menschen die t\u00e4glichen Notwendigkeiten nicht m\u00f6glich. Man wird mich als \u201e\u00d6ko-Moralapostel\u201c wegschieben wollen. Ich bin dankbar manchen autofahrenden Menschen, wenn sie mich trotz meiner Zeilen nicht weniger m\u00f6gen \u2013 jedenfalls mag ich sie nicht weniger, wenn sie mit dem Auto unterwegs sind, weil sie ihre guten Gr\u00fcnde haben! Manchmal komme ich selbst in Situationen, wo ich dankbar f\u00fcr eine Autofahrt bin, um ein Bergziel zu erreichen, und insgeheim hoffe, dass das Auto nicht schneller als 100\/80\/30 f\u00e4hrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Zustand unserer Welt, die auf dem \u201eHighway to hell\u201c ist \u2013 so der UN-Generalsekret\u00e4r der Vereinten Nationen bei der Er\u00f6ffnungsrede bei der Weltklimakonferenz in Sharm el Sheik, vertr\u00e4gt jedenfalls keine halben L\u00f6sungen mehr, sondern fordert zu mehr Radikalit\u00e4t. Es brauche daf\u00fcr auch \u201eVerzicht\u201c, wie Helga Kromp-Kolb, \u00d6sterreichs prominenteste Klimafrau, immer wieder betont. Das hei\u00dft aber nicht, dass wir keinen \u201eSpa\u00df\u201c haben d\u00fcrfen, dass wir daheim herumhocken m\u00fcssen und auf Erlebnisse verzichten m\u00fcssen, die der Seele und dem K\u00f6rper wirklich guttun. Wir d\u00fcrfen uns freuen an der Sch\u00f6nheit der Welt, die wir auch f\u00fcr kommende Generationen besch\u00fctzen wollen &#8211; und vor allem an Menschen, die uns dabei begleiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Klaus Heidegger, 10. 11. 2022, am dritten Tag der Weltklimakonferenz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/kaun-1-768x1024.jpg' class='thumbnail' \/>Man \u2013 das sind Leitmedien, die \u00f6ffentliche Meinung, das Gerede, der beherrschende Geisteszustand und all dies verst\u00e4rkend eine populistische Politik \u2013 gibt sich erschreckt und reagiert emp\u00f6rt angesichts der gestiegenen Spritpreise. 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