{"id":8323,"date":"2022-11-28T22:45:46","date_gmt":"2022-11-28T22:45:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=8323"},"modified":"2022-11-29T06:55:11","modified_gmt":"2022-11-29T06:55:11","slug":"ins-aeussere-verreisen-und-ins-innere-reisen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=8323","title":{"rendered":"ins \u00c4u\u00dfere verreisen und ins Innere reisen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Tag 2: Mittwoch, 23. <\/strong><strong>November 2022<br>Avignon-Barcelona<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_183457-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_183457-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8327\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_183457-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_183457-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_183457-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_183457-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_183457-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><br><em>ein reisendes Ich<br><br>video\u00fcberwacht<br>durch Schleusen geschleust<br>mit QR-Codes gescannt<br>von GPS-Sensoren gesteuert<br>mit Maschinen kommunizierend<br>digitalisiert in analoger Welt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>seelentief<br>den Tr\u00e4umen auf der Spur<br>mit unsichtbaren Tr\u00e4nen<br>von Menschheitstr\u00e4umen geleitet<br>dankbar f\u00fcr menschliche Wesen<\/em><br><em>begleitet von himmlischen Wesen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>k.h. 23.11.2022<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Avignon der Moderne<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fch bin ich aufgewacht. 4.00 Uhr morgens. Es ist kalt im Zimmerchen \u2013 oder besser in dieser Art Containerschachtel. Die Elektro-Heizung wollte ich nicht einschalten, weil sie zus\u00e4tzlich zu irgendeinem anderen Dauerton zu laut gewesen w\u00e4re. (\u2026)<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Manche Whatsapps sind die kleinen Leitern vom Himmel, weit weniger gro\u00df als die Jakobsleiter, die so sch\u00f6n strahlte gestern in Chagalls Fenster im Frauenm\u00fcnster von Z\u00fcrich. Es sind die wirklichen Engel, weit weniger stark und kr\u00e4ftig, als Niki de Saint Phalle&#8217;s Engel im Z\u00fcrcher Bahnhof, und doch viel wirksamer in ihrer Sanftheit und Klarheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Fr\u00fchst\u00fcck im Nebenancontainer gibt etwas W\u00e4rme. Jetzt sitzt dort, wo ich mich sp\u00e4tabends mit der Maschinenrezeption auseinandersetzte, eine junge Frau. In der \u00d6dnis dieser Welt w\u00e4re ich gestern abends schon fast verzweifelt, als ich vor verschlossener T\u00fcr stand. Es tut gut, dass da heute ein Mensch ist, die freundlich fragt: \u201eAvez-vous bien dormi?\u201c Ich wollte nicht unh\u00f6flich sein und sagte mit meinem sp\u00e4rlichen Franz\u00f6sisch: \u201eMerci, le petit d\u00e9jeuner est tr\u00e8s bon.\u201c&nbsp; Dann geht es hinaus ins Stra\u00dfengewirr, vorbei an Tankstellen und entlang verschmutzter Stra\u00dfenr\u00e4nder. Angekommen in der Moderne. Ich denke an die Statue vom \u201eKlima-Zwingli\u201c, die auf meinem gestrigen Weg durch Z\u00fcrich stand. Man sollte ihn hier aufstellen, wo Zivilisationsm\u00fcll angesp\u00fclt wird und die Sch\u00f6nheit der Welt der Automobilit\u00e4t zum Opfer gefallen ist. Die alten Mauern, Pal\u00e4ste und mittelalterlichen H\u00e4user der geschichtstr\u00e4chtigen Stadt an der Rhone sind weniger als drei Kilometer entfernt. Vielleicht komme ich ein andermal wieder hierher. Als Student war ich in meiner Autostopphase \u00fcber Genua einmal bis Avignon gekommen. F\u00fcr mich geht es jetzt weiter mit dem TGV nach Barcelona.&nbsp; Es sind andere Mauern \u2013 moderne Mauern \u2013 andere Architektur \u2013 moderne Architektur \u2013 die nun mein Da- und Hiersein bestimmen. Gerne w\u00fcrde ich mein Rennrad haben, um durch die Provence zu fahren, in kleinen St\u00e4dtchen in einer Kirche hocken, mir in einer Patisserie ein duftendes Baguette kaufen und einen Espresso in einem Caf\u00e9 trinken, wo noch Menschen und nicht Maschinen t\u00e4tig sind. Es w\u00fcrde mir auch nichts ausmachen, wenn Regen auf mich fiele. Hauptsache: Ich k\u00f6nnte die Landschaften und mich dabei sp\u00fcren. Ich bin halt Radfahrer aus Leidenschaft, weil ich dabei das Gef\u00fchl habe, der Natur am wenigsten Schaden anzutun und mich am meisten sp\u00fcre.<\/p>\n\n\n\n<p>Die TGV-Station ist das moderne Frankreich, in die ich als postmoderner Zeitgenosse nicht so richtig hineinpassen will. Man \u2013 ja \u201eman\u201c! und ich bin Teil von diesem \u201eMan\u201c \u2013 passiert Sicherheitsschleusen, um hineinzupassen und sich dann in einen Hochgeschwindigkeitszug zu quetschen, wo weniger Platz als in einem Flugzeug ist. Aber zumindest bleibt der Zug am Boden und hat einen unvergleichlich kleineren \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck also Auto oder gar Flugzeug und gibt meinen Gedanken auch die M\u00f6glichkeit, am Boden zu bleiben, so deprimierend der Boden immer wieder auch ist. All dies ist wie eine Best\u00e4tigung der philosophischen Gedanken von Albert Camus \u2013 und in seinem Sinn gilt es, in der Absurdit\u00e4t dieser Welt nicht zu verzweifeln.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_082841-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_082841-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8328\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_082841-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_082841-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_082841-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_082841-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_082841-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Mit Hochgeschwindigkeit nach Barcelona<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>St\u00e4dtenamen, die angesagt werden, sind wie Kapitel aus einem Geschichtsbuch. Nimes \u2013 da war im 4. Jahrhundert eine wichtige Synode, da lebten um 800 die Sarazenen und wurden dann von Karl Martell brutal vertrieben, da waren die Hugenotten und Katholiken f\u00fchrten Kriege gegen sie, da waren die deutschen Besatzungssoldaten w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs \u2026 Auch Montpellier k\u00f6nnte \u00e4hnliche Geschichten erz\u00e4hlen: von \u201ekatholischen\u201c (!?) K\u00f6nigen, die Kriege gegen Mauren und Hugenotten f\u00fchrten und mitbeteiligt waren, als Juden aus diesen St\u00e4dten vertrieben wurden. B\u00e9ziers \u2013 vorbeisausend sehe ich die m\u00e4chtige Cath\u00e9drale Saint-Nazaire. Aus der Kirchengeschichte bekannt ist der Albigenserkreuzzug aus dem Jahr 1209: Damals war Bezier eine Albigenserhochburg. Auf Befehl von \u00c4bten und p\u00e4pstlichen Legaten wurden Tausende hingemetzelt oder verbrannten schutzsuchend in Kirchen. Im 16. Jahrhundert kam es erneut zu sogenannten \u201eReligionskriegen\u201c. Unter Richelieu wurden die Hugenotten brutal vertrieben. Der Blick in die Geschichte der Christenheit sollte uns mahnen: Nie wieder darf es eine religi\u00f6se Legitimation f\u00fcr kriegerische Gewalt geben. Der TGV saust \u00fcber einen der Kan\u00e4le von Narbonne. Schwere Wolken liegen fast auf der Landschaft \u2013 ein wenig kann die Sonne durchkommen. Oft ist auch das Wetter wie eine Metapher f\u00fcr das eigene Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Rosarote Flamingos stehen einbeinig in weiten Lagunenlandschaften, in denen sich der graue Himmel spiegelt. M\u00f6wen fliegen dar\u00fcber. Auf Bergr\u00fccken im Hinterland drehen sich Hunderte Windr\u00e4der. Ein kalorisches Kraftwerk an einer der Lagunen st\u00f6\u00dft Rauch aus. Zum Gl\u00fcck habe ich einen Fensterplatz und kann die vorbeiziehenden Landschaften auf mich wirken lassen. Sie sind eindrucksvoll. Die Novembersonne zaubert eindrucksvolle Konturen hinein. Die Weinreben haben braune Bl\u00e4tter. \u00c4ste der Mittelmeergew\u00e4chse strecken sich dem Himmel entgegen. Sonnenparkanlagen. Ich denke an die europ\u00e4ische Energiediskussion. Frankreich geht einen eigenen Weg. Zentralisiert. Der Staat kann \u00fcber die Preisgestaltung bestimmen und setzt die gro\u00dfen Infrastrukturprojekte um. Auf Atomkraft setzend. 70 Prozent der elektrischen Energie kommt aus Atomkraft. Neue Meiler werden gebaut. Perpignan. Eine katalanische Stadt. Im Zug ist wieder Bewegung von Ein- und Aussteigenden. Nun sind es nur mehr 30 Kilometer bis zur spanischen Grenze. Ein Zug mit \u201eLKW-Walter\u201c-Containern steht am Nebengleis. Gem\u00fcse aus Spanien f\u00fcr die europ\u00e4ischen Superm\u00e4rkte. Im Zug wird auf die Maskenpflicht hingewiesen \u2013 doch kaum jemand h\u00e4lt sich daran. Ich habe sie auf \u2013 gibt mir etwas mehr Sicherheit in meiner Covid-Unsicherheit. Zuletzt war ich mit Jakob auf der Rennradfahrt am Camino entlang in Spanien. Es war ein H\u00f6hepunkt in meinem Leben. Oft werde ich in den n\u00e4chsten Tagen wohl daran denken \u2013 so wie jetzt, wo mich die Landschaft daran erinnert. Wir waren ein Super-Papa-Sohn-Team. Die spanische Hochgeschwindigkeitsstrecke ist kilometerweit schnurgerade auf Br\u00fccken und Traversen gebaut, als g\u00e4be es f\u00fcr sie keine H\u00fcgel und andere landschaftlichen Hindernisse. Z\u00e4une mit Stacheldraht sind links rechts der Strecke. Manchmal auch hat sich die Bahnstrecke tief in Landschaft eingegraben. Dann wieder ein Tunnel. Nichts darf den Speed bremsen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Barcelona auf den ersten Blick<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_173436-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_173436-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8329\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_173436-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_173436-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_173436-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_173436-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_173436-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Stra\u00dfen sind breit, sehr breit, richtige Stadtautobahnen, und dennoch Gr\u00fcnstreifen vor den imposanten H\u00e4userreihen. Es ist warm: So warm, dass man mit T-Shirt gehen kann. Es riecht nach Meer. Das Hostel entspricht meinen Bed\u00fcrfnissen. Einfach, unkompliziert, im Kontakt mit Menschen, die im Schlafsaal und in den Gemeinschaftsr\u00e4umen sind. Da f\u00fchle ich mich zwar immer noch allein, aber etwas weniger, als allein in einem Hotelzimmer. Nach dem Einchecken lasse ich mich einfach treiben und irgendwie stehe ich dann vor einem Museum. Ich habe Lust auf Kunst, die zu dieser Stadt passt. Picasso \u2013 der ber\u00fchmteste Maler Barcelonas. Ihm ist ein eigenes Museum gewidmet.<strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Im Museum von Picasso<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_170948-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_170948-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8330\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_170948-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_170948-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_170948-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_170948-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_170948-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Von den vielen Bildern, die ich sah, werden mir zwei in Erinnerung bleiben: Picasso malte in Paris eine Frau, die in einem Siechenheim lebte, weil sie an Syphilis litt. Picasso schenkte dieser schwerkranken, leidenden Frau die ganze W\u00fcrde, die sie hatte. Picasso hatte einen Blick f\u00fcr jene, die am Rand der Gesellschaft waren. Das zweite Bild: Ein Mann und eine Frau, die sich umarmen, liebevoll, sich st\u00e4rkend, sich W\u00e4rme schenkend. Im Dunkel trete ich aus dem Museum ins belebte Stra\u00dfengewirr von Barcelona. Gerade noch \u2013 eigentlich ist nur mehr f\u00fcr Betende offen, der ich aber ja auch bin \u2013 kann ich in die gro\u00dfe gotische Kathedrale. Sie wirkt jetzt mit dem beleuchteten hohen Rippengew\u00f6lbe und den S\u00e4ulen und so ganz ohne Touristen sehr beeindruckend. Aber mehr als all die Bilder und Statuen in der Kathedrale entdecke ich etwas anderes, das mich anspricht, das meiner Theologie entspricht und dem, was Glaube mir bedeutet: Maria als Graffiti in einer der engen Nebenstra\u00dfen, die Muttergottes ist angekommen inmitten der Menschen, vor allem der Kleinen und Gedem\u00fctigten, zu denen sie selbst z\u00e4hlte. Sie h\u00e4lt ihren Sohn liebevoll an sich \u2013 eben Madonna. Auf dem Tragetuch ihres Sohnes \u2013 oder ist es die Windel \u2013 ist das Supermanlogo.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Marienerscheinung in Barcelona<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/sp-Maria-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/sp-Maria-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8291\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/sp-Maria-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/sp-Maria-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/sp-Maria-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/sp-Maria-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/sp-Maria-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Maria<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/sp-Maria-scaled.jpg\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>abends<br>in manchen Kirchen<br>in den Stra\u00dfen Barcelonas<br>herausgenommen aus dem Trubel Hunderttausender<br>kleine Gruppen beten den Rosenkranz<\/p>\n\n\n\n<p>strahlend wei\u00df<br>mit Kitsch umrankt<br>in Dienstmagdposen<br>jeglichem sexuellen Anschein beraubt<br>mir ganz fremd<\/p>\n\n\n\n<p>mitten unter Graffitis<br>in einer engen, dunklen Seitenstra\u00dfe<br>bunt auf heruntergekommene Mauer gesprayt<br>ein Superman-Knabe an sich gedr\u00fcckt<br>bist mir so nahe<strong><br><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Tag 3: Donnerstag, 24. November 2022<br>Ein Tag in Barcelona<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sagrada Familia<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wohl kaum ein Ort in Spanien ist inzwischen bekannter als dieses Meisterwerk von Gaudi und seinen Sch\u00fclern. Meine Online-Buchung erm\u00f6glicht es, dass ich unter den ersten bin \u2013 ganz ohne Schlangestehen, die Einlass finden. Drei Stunden vergehen. Ich lasse keine Perspektive aus in diesem Spiel von S\u00e4ulen und Fenstern, von Licht und Schatten, in diesem Bauwerk, in dem Glaube so sehr Gestalt werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kathedralenerlebnis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/barcelona-sagrada-1-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/barcelona-sagrada-1-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8294\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/barcelona-sagrada-1-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/barcelona-sagrada-1-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/barcelona-sagrada-1-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/barcelona-sagrada-1-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/barcelona-sagrada-1-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>hinaufschauen<br>lichtdurchflutet die Sinne<br>bis mir schwindelig wird:<br>vom Licht berauscht<\/p>\n\n\n\n<p>geerdet bleiben<br>S\u00e4ulen wie B\u00e4ume auf Erden<br>bis ich f\u00fchle:<br>das Licht und die Erde<\/p>\n\n\n\n<p>Glaube zu Stein geworden<br>Stein zu Glauben geworden<br>bis Wandlung wird Leben<br>bis Leben wird Wandlung<\/p>\n\n\n\n<p>Natur wird zu Stein<br>Stein wird Natur<br>Geist wird Sch\u00f6pfung<br>Gott* wird Mensch<\/p>\n\n\n\n<p>Klaus.heidegger, 24.11.2022<br>(Sagrada Familia, Barcelona)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Katalanisches Nationalmuseum<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221124_150646-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221124_150646-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8335\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221124_150646-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221124_150646-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221124_150646-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221124_150646-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221124_150646-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Die kurze Zeit des Regengusses bin ich gerade in der U-Bahn und im Bus. Ich h\u00e4tte f\u00fcr die Strecke zu Fu\u00df zwar auch nicht l\u00e4nger gebraucht. Das ganz Besondere an diesem Museum auf einem H\u00fcgel \u00fcber der Stadt sind die romanischen und gotischen Fresken. Im Inneren der riesigen Hallen wurden zahlreiche Fresken aus spanischen bzw. eben katalanischen Kapellen so \u00fcbertragen, dass man das Gef\u00fchl hat, selbst in einer Kapelle zu stehen. Noch nie habe ich romanische und gotische Fresken in dieser F\u00fclle auf einem Platz konzentriert gesehen. Beim Rundgang entdecke ich dann Gem\u00e4lde, die mir teils so vertraut sind aus Abbildungen in B\u00fcchern. Manche von ihnen habe ich in vielen Pr\u00e4sentationen verwendet, um bestimmt theologische, philosophische oder historische Aspekte zu verdeutlichen. In den Bildern manifestiert sich Glaube und Historie. Ich bin so vertieft in die Gem\u00e4lde, dass ich gar nicht merke, dass die Besuchszeit vorbei ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Niemand wartet auf mich. Niemand meldet andere Bed\u00fcrfnisse an. So streife ich weiter durch die Stadt. Ab dem heutigen Abend sind die Weihnachtsbeleuchtungen an. Selbst auf den mehrspurigen Stra\u00dfen im Inneren der Stadt ist ein Menschengedr\u00e4ngel. Ich kaufe mir in einem der vielen kleinen Lebensmittelgesch\u00e4fte etwas Gesundes, habe keine Lust, mich irgendwo alleine in eine Bar zu setzen. Tag 3 ist gelebt, ist \u00fcberlebt.<strong><br><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a><strong>Tag 4: Freitag, 25. November 2022<br>Barcelona-Madrid<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quartiere<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>sein Quartier<br>vor meinem Hostel<br>heute wie gestern und morgen<br>in der schmalen Nische eines B\u00fcrogeb\u00e4udes<br>am Rande einer Prachtstra\u00dfe<br>ein d\u00fcnner Karton seine Matratze<br>hier schl\u00e4ft er<br>Uringeruch<br>ein Baum mit Zitronen zwischen Stra\u00dfe und Gehsteig<br>er wirft einen Schatten auf ihn<br>obdachlos<br>verloren<br><br>mein Quartier<br>ein sauberes Bett und gepflegte Dusche<br>heute wie gestern und morgen<br>in der unermesslichen Weite der St\u00e4dte<br>in weihnachtlich geschm\u00fcckten Prachtstra\u00dfen<br>ein \u00a1Bienvenido!<br>mit Kreditkarte gebucht<br>mit Googlemaps gefunden<br>mit Gedanken an all die Kunstwerke<br>ein Bier mit unfreiwilligem Blick auf die Fu\u00dfball-WM<br>privilegiert<br>anders verloren<br>allein in fremdfremder Welt<br><br>klaus.heidegger, 25.11.2022<br>(Barcelona)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Highspeed nach Madrid<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221125_091153-2-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221125_091153-2-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8336\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221125_091153-2-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221125_091153-2-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221125_091153-2-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221125_091153-2-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221125_091153-2-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>8:00 Uhr. Die Pandemie ist nicht vorbei. Im vollbesetzten Hochgeschwindigkeitszug von Barcelona nach Madrid tragen Menschen Masken. Mit bis zu 300 km\/h saust der Zug \u2013 ein Landflugzeug eher \u2013 durch die Gegend, entlang der St\u00e4dte, durch Tunnel, wo der Luftdruck die Ohren schlie\u00dft. Eine Wolkendecke liegt \u00fcber der Landschaft. Bei dieser Geschwindigkeit wird die Landschaft nicht wirklich erlebt. Manchmal H\u00fcgelketten mit Windr\u00e4dern. Auch jetzt im sp\u00e4ten November wirkt die Landschaft ausgetrocknet. Ich denke zur\u00fcck an die Meldungen vom vergangenen Sommer, von Hitzewellen bis zu 50 Grad und Waldbr\u00e4nden, mit denen Spanien heimgesucht worden ist. \u201etransporte sostenible\u201c steht auf dem Hochgeschwindigkeitszug. Etwas viel Greenwashing ist da sicher auch im Spiel.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Madrid<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich tauche ein in die Stadt, ihre Geschichte und ihre Gegenwart. Viel k\u00fchler als in Barcelona ist es hier. 10 Grad am Morgen. Die Stadt liegt auf fast 700 Meter Seeh\u00f6he. Ich ziehe mir die Primaloftjacke an, obwohl die Sonne scheint. Madrid: die h\u00f6chstgelegene Hauptstadt Europas. Madrid \u2013 ein Name aus dem Arabischen. Die Mauren hatten die Stadt gegr\u00fcndet. In der Reconquista wurden sie brutal vertrieben. Ausgel\u00f6scht ist die Erinnerung an sie. Der Name Madrid ist geblieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich z\u00e4hle die Spuren beim Kreisverkehr vor dem Bahnhof Madrid-Atocha. Sieben sind es. Die Stra\u00dfen der Innenstadt sind mit Menschenmassen gef\u00fcllt, die an diesem \u201eBlack Friday\u201c massenweise die Kaufh\u00e4user st\u00fcrmen. Vor Lotteriestationen stehen Menschen in Schlangen. Es wird wohl heute ein besonders interessanter Lotterietag sein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hostel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221125_115627-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221125_115627-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8339\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221125_115627-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221125_115627-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221125_115627-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221125_115627-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221125_115627-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Der 2-Kilometer-Weg vom Bahnhof bis zum Hostel hat mir die Stadt schon gut n\u00e4her gebracht. Das Hostel liegt direkt neben dem Plaza Mayor, dem Zentrum von Madrid, inmitten der Einkaufsstra\u00dfen und der Partymeilenwelt. Das Hostel ist sch\u00f6n, sauber und stilvoll. Die Gemeinschaftsr\u00e4me sind im Retrostil. Die Holzstufen im Stiegenhaus k\u00f6nnten von Gaudi selbst stammen. Der Schlafsaal ist absolut sauber. Ich nehme mir Zeit, f\u00fcr die wohl gr\u00f6\u00dfte Sehensw\u00fcrdigkeit von Madrid: Dem Museo del Prado. Ohne auf die Zeit zu achten, wandere ich von Gem\u00e4lde zu Gem\u00e4lde, tauche ein in die Geschichten, die die gr\u00f6\u00dften Maler \u2013 hier muss ich nicht gendern, weil Frauen keine darunter sind \u2013 hinterlassen haben: El Greco und Tician, Raffael und Goya undundund. Was es dort zu sehen gibt, steht in den F\u00fchrern. Vor manchem Bild stand ich lange, ersp\u00fcrte mein eigenes Seelenleben, was in keinem der F\u00fchrer steht und womit ich wohl ein ganzes Buch f\u00fcllen k\u00f6nnte. Am l\u00e4ngsten bin aber wohl vor den Bildern von Hieronymus Bosch gestanden. Sie passen so gut auch ins Heute, obwohl sie 600 Jahre alt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist inzwischen dunkel geworden. Ich merkte gar nicht, wie die Zeit verging. Eine der Prachstra\u00dfen f\u00fchrt zu einem der Prachtgeb\u00e4ude, wo ich mit dem Lift auf das Dach hinauf fahre, um von oben den Sonnenuntergang zu sehen, w\u00e4hrend die Weihnachtsbeleuchtungen unten immer st\u00e4rker hervortreten. In einer der Hauptstra\u00dfen findet eine lebendige, gro\u00dfe Demonstration statt. Abertausende sind daran beteiligt, friedlich f\u00fcr Rechte eintretend. Die gr\u00f6\u00dfte Demonstration der anderen Art findet aber wohl weiterhin in den Einkaufsstra\u00dfen statt, wo anl\u00e4sslich vom Black-Friday-Wochenende selbst in die Nacht hinein die Gesch\u00e4fte ge\u00f6ffnet haben.<strong><br><\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/m-17-1-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/m-17-1-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8337\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/m-17-1-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/m-17-1-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/m-17-1-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/m-17-1-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/m-17-1-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Tag 5: Samstag, 26.11.2022<br>&nbsp;\u2013 Madrid &#8211; Sevilla<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Satellit statt Engel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gesteuert \u00fcber ein Satelliten-Navigationssystem \u2013 ist Elon Tusk der Besitzer des entsprechenden Satelliten? &#8211; , gelenkt von einer digitalisierten Frauenstimme, im Morgendunkel vom Hostel zum Bahnhof, 26 Minuten f\u00fcr 2 Kilometer hat Google berechnet, keine Stimme fragt: \u201ewie geht\u2019s?\u201c Kein Engel, der \u00fcber mir wachte. In den H\u00e4nden das Smartphone \u2013 und keine Hand, die wirklich Begleitung in den Tiefen und H\u00f6hen des Lebens sein k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Madrid \u2013 Meseta &#8211; Sevilla: Mit High-Speed in den S\u00fcden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Anzeigentafel der Highspeed-Z\u00fcge am Bahnhof Madrid-Atocha ist wie ein \u00dcberblick \u00fcber die gro\u00dfen St\u00e4dte Spaniens. Barcelona, Toledo, Valencia, \u2026 Sternf\u00f6rmig gehen von hier aus die Superz\u00fcge in die anderen Zentren. Vor dem Zugang zum Bahnsteig werden die Passagiere wie in einem Flughafen durch eine Sicherheitsschleuse geschickt, Gep\u00e4cksst\u00fccke werden ger\u00f6ntgt und selbst die Jacke muss ausgezogen werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>8:15 Uhr. Die Satellitenst\u00e4dte Madrids werden blutrot von der aufgehenden Sonne beleuchtet. Wortlose Gegenw\u00e4rtigkeit einer Frau, neben der ich nun sitze. Nebeneinanderreisende und nicht Mitreisende. Mit fast 300 km\/h geht es zweieinhalb Stunden weiter in den S\u00fcden, weg von der Metropolregion Madrid mit ihren 7 Millionen Einwohnern. Das Menschenbeben gestern in der Innenstadt lie\u00df ersp\u00fcren, was es bedeutet, in einer Stadt mit drei Millionen Einwohnern zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Rot ausgetrocknet ist die Erde der Iberischen Meseta. Durch den n\u00f6rdlichen der Teil der Meseta war ich in Ost-West-Richtung mit Jakob und unseren Rennr\u00e4dern unterwegs. Die weiten Ebenen und dann St\u00e4dte wie Leon oder Burgos sind mir in tiefer Erinnerung. Gr\u00fcne Olivenb\u00e4ume wachsen auf h\u00fcgeligem Gel\u00e4nde. Strahlend gelb leuchten in der Morgensonne die abgeernteten Getreidefelder. Kleine Stra\u00dfen durchziehen die Landschaften, ganz ohne Verkehr. Es w\u00e4re wohl sch\u00f6n, hier mit dem Rennrad unterwegs zu sein und die Natur zu ersp\u00fcren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klimawandel und Massentourismus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In mir werden die Nachrichtenbilder vom vergangenen Sommer wach: Von Rekordhitze und D\u00fcrre in Spanien, von Waldbr\u00e4nden, ausgetrockneten Seen und leeren Stauseen. Madrid wird bis zum Jahr 2050 in einem W\u00fcstengebiet sein \u2013 so hei\u00df wie heute in der Stadt Marrakesch soll es werden. Fast vier Grad w\u00e4rmer als in den Jahren zuvor, soll es 2022 in Spanien gewesen sein. Was ich in Madrid vor allem erlebte: Autos drehen sich in den Kreisverkehren, am Himmel die Kondensstreifen von Flugzeugen, die Kaufh\u00e4user werden gest\u00fcrmt \u2013 kein Friday for Future ist zu sp\u00fcren. Der Massentourismus wird das Inferno noch befeuern \u2013 und ich sch\u00e4me mich auch ein wenig, hier Tourist zu sein, versuche zugleich so zu leben, dass mein Rucksack an Belastungen klein bleibt und achtsam mit dem Wasserverbrauch zu sein. Die Wege in der Stadt gehe ich zu Fu\u00df. So kann ich das Stadtleben auch besser erfassen und Bewegung mag mein K\u00f6rper ohnehin. Dem gro\u00dfen Gedr\u00e4ngel weiche ich dann oft aus und fl\u00fcchte mich in einer Kirche, wo es ruhig ist, oder verweile vor einem Gem\u00e4lde in einem der Museen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur in Cordoba stoppt der Zug zwischen Madrid und Sevilla. Ein Stopp w\u00fcrde sich wohl lohnen und damit ein Ausflug in die Geschichte einer Stadt, die bekannt daf\u00fcr ist, dass hier in einer der damals gr\u00f6\u00dften St\u00e4dte der Welt Menschen j\u00fcdischen, christlichen und islamischen Glaubens friedlich zusammenleben konnten. In Cordoba gibt es eine der ber\u00fchmtesten Moscheen, die sp\u00e4ter zu einer christlichen Kathedrale umgestaltet worden ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sevilla on first sight<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aussteigend aus dem klimatisierten Zug merke ich gleich, dass es nun wieder w\u00e4rmer ist. Obwohl das Meer noch gut 100 Kilometer entfernt ist, f\u00fchlt sich die Luft schon danach an. Die H\u00e4user erinnern mich an jene aus Lateinamerika. Vom Bahnhof bis zum Hostel sind es rund zwei Kilometer. Eine gute Wegstrecke, um mich an Sevilla zu gew\u00f6hnen. Die Stadt mit ihren engen Stra\u00dfen und vielen Pl\u00e4tzen, den einzigartigen H\u00e4userzeilen \u2013 wo der Verkehr im Inneren ausgespart bleibt, ist viel angenehmer als Madrid und Barcelona. Gut, dass ich zwei N\u00e4chte und Tage hier sein kann.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/sevilla-1-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/sevilla-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8338\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/sevilla-1-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/sevilla-1-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/sevilla-1-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/sevilla-1-1536x1152.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/sevilla-1-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Die Kathedrale von Sevilla<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das erste Highlight nehme ich mir gleich vier Stunden Zeit. Mein Schreiben will nicht die Wiedergabe dessen sein, was sich in den Reisef\u00fchrern findet und in den Audioguides gesagt wird. Mein Interesse gilt immer dem, was dahinter steckt. Wenn einer der Reisef\u00fchrer stolz davon erz\u00e4hlt, dass einer der Alt\u00e4re aus Hunderten Kilo Gold gebildet sei, dann denke ich vielmehr daran, welche Gr\u00e4ueltaten an den Indios in Lateinamerika mit dem Raub dieses Rohstoffes damit ver\u00fcbt worden sind. Wenn ein Guide vor dem Grab von Christoph Kolumbus ehrf\u00fcrchtig erz\u00e4hlt, dass er Lateinamerika entdeckt habe, dann denke ich mir: So ein \u2026 Das musste er gar nicht entdecken, vielmehr begann mit ihm eine schlimme Eroberung. Nirgendwo in der gigantischen Kirche \u2013 es soll die drittgr\u00f6\u00dfte der Welt sein \u2013 finde ich irgendetwas, das eine Herrschaftskritik beinhalten w\u00fcrde. Im Gegenteil: Katholische K\u00f6nige genie\u00dfen Heiligenstatus, obwohl sie grausame Kriege gegen die Mauren f\u00fchrten \u2013 in einem Riesengem\u00e4lde wird Santiago als Maurenschl\u00e4chter dargestellt, obwohl sie den Genozid an den Indios in Lateinamerika zu veranworten haben, obwohl unter ihrer Herrschaft die Juden des Landes verwiesen worden sind und sp\u00e4ter mit aller Gewalt ein katholisches Spanien gegen alles Nichtkatholische behauptet worden ist. Nach vier Stunden gehe ich hinaus in den Garten mit den Orangenb\u00e4umen, der noch muslimischen Ursprungs ist, mit einem Brunnen in der Mitte, wo sich Muslime vor tausend Jahren wuschen, bevor sie zum Gebet in die damals hier riesige Moschee traten. Sie wurde \u2013 anders als Granada \u2013 von den christlichen Herrschern zerst\u00f6rt, damit sie an dieser Stelle ihre Kathedrale bauen konnten. Der Turm, die Giralda, ist allerdings geblieben. Dazu schreibe ich \u2026<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ein Turm in Sevilla<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/span-fenster-6-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/span-fenster-6-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8345\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/span-fenster-6-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/span-fenster-6-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/span-fenster-6-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/span-fenster-6-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/span-fenster-6-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>von einem Turm will ich erz\u00e4hlen<br>oder mehr noch<br>der Turm erz\u00e4hlt mir<br>von Muslimen<br>die ihn erbauten<br>als h\u00f6chsten seiner Zeit<br>Backstein auf Backstein<br>im almohaidischen Baustil<br>zum Ruhme von Allah<br>als Machtanspruch des Islams<br>als Minarett<br>um zum Gebet zu rufen<\/p>\n\n\n\n<p>sp\u00e4ter<br>so erz\u00e4hlt mir der Turm<br>Giralda wird er genannt<br>zum Wahrzeichen ist er geworden<br>sp\u00e4ter verschwanden die gro\u00dfen goldenen Kugeln<br>als christliche Heere vertrieben Muslime<br>als christliche K\u00f6nige sch\u00e4ndeten islamische St\u00e4tten<br>als eine der gr\u00f6\u00dften Moscheen wurde zerst\u00f6rt<br>und eine der m\u00e4chtigsten Kathedralen wurde darauf gebaut<br>als eine christliche Turmkappe nun aus dem Minarett wuchs<br>als die bronzene Geraldilla ganz oben wurde platziert<br>besingend den grausamen Sieg gegen die Mauren<br>sp\u00e4ter ruft nicht mehr ein Muezzim vom Turm<br>Glocken h\u00e4ngen in den Arkaden des Turmes<br>Muezzim und Glocken<br>sie rufen beide zum gleichen Gott<br>zu Barmherzigkeit und einem Verzicht auf Gewalt<\/p>\n\n\n\n<p>heute<br>eine riesige Demonstration am Fu\u00dfe des Turmes<br>von einem der Hauptpl\u00e4tze bis zum anderen<br>Abertausende treten f\u00fcr ihr Anliegen auf die Stra\u00dfe<br>lebendige, bunte, berauschende Demokratie<br>heute abends<br>klar die Konturen des Turmes im Licht der Novembersonne<br>sattfarben in der untergehenden Sonne<br>der halbe Mond steht im tiefblauen Himmel<br>Phantasie m\u00f6chte ihn auf die Spitze des Turmes setzen<br>wo die bronzene Giraldillo besingt den christlichen grausamen Sieg<br>ein Halmond w\u00fcrde ihr gut stehen<br>heute<br>eine Franz\u00f6sin malte ein Bild vom einzigartigen Turm<br>sie schl\u00e4ft im Hostel-Stockbett unter mir<br>wir sitzen gegen\u00fcber im Licht des Turmes<br>ihr Turmbild ist in Schwarz-Wei\u00df gehalten<br>ein Farbenkreis n\u00e4hert sich dem Turm<br>will Farbe schenken dem Turm und dem Leben<br>unter dem Turm<br>keine muslimischen und christlichen Heere mehr<br>Abertausende f\u00fcllen die Gassen und Pl\u00e4tze<br>Bilderbucharchitektur in einer Bilderbuchstadt<br>ein Haus im Stil des Orients<br>ein anderes Haus im Stil der Renaissance<br>ein weiteres Haus k\u00f6nnte in einer Stra\u00dfe in New York stehen<br>hier stehen sie harmonisch nebeneinander<br>das Leben k\u00f6nnte so sch\u00f6n sein<\/p>\n\n\n\n<p>morgen<br>wird Giraldillo die Sichel des Neumondes einfangen k\u00f6nnen?<br>werden Menschen j\u00fcdischen, christlichen und muslimischen Glaubens sich nie mehr bekriegen?<br>vielleicht nimmt Giraldillo den Halbmond zu sich<br>legt Schwert und Schild dabei auf die Seite<br>besingt nicht mehr den Sieg gegen Muslime<br>l\u00e4dt zum christlich-muslimischen Flamencotanz ein:<br>dann wird Advent sein<br>wenn buntes Farbenrad den Turm erleuchtet<br>wenn glitzernde Kunstlichter erl\u00f6schen<br>wenn Kerzenlichter Ruhe schenken<br>und sich Menschen die Hand geben<\/p>\n\n\n\n<p>klaus.heidegger, Sevilla, 26.11.2022<strong><br><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Tag 6 \u2013 Samstag, 26.11.2022<br>Sevilla \u2013 Alcacar<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alcazar<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Erster Adventsonntag in Sevilla. Das Glockengel\u00e4ute der Giralda passt zum heutigen Morgen. Mein Hostel \u201eBlack Swan\u201c liegt nur wenige Gehminuten vom UNESCO-Weltkulturerbe entfernt und ist gegen\u00fcber der Kathedrale, in der ich tags zuvor viele Stunden war. In Alcazar konzentriert sich Weltgeschichte, wird deutlich, wie die Begegnung zwischen Christentum und Islam gewesen ist, friedlich sowie kriegerisch. Die Eintrittskarte habe ich zeitgem\u00e4\u00df am Morgen online gekauft. Nur wenige warten auf Eintritt. Im Sommer soll die Schlange riesenlang sein und Tickets sollen oft nicht mehr verf\u00fcgbar sein. Heute muss ich weniger schlechtes Gef\u00fchl haben, Tourist zu sein. Die k\u00f6niglichen Pal\u00e4ste sind von einzigartiger Sch\u00f6nheit. \u00dcber vier Stunden nehme ich mir Zeit f\u00fcr die R\u00e4ume, die G\u00e4nge und schlie\u00dflich die G\u00e4rten, h\u00f6re mir die Erkl\u00e4rungen dazu mit dem Audio-Guide an, den ich mir auf das Smartphone geladen habe. Im Garten unter den Palmen, ein Abschnitt hei\u00dft \u201ethe poets\u2018 garden\u201c, philosophiere ich \u00fcber Sch\u00f6nheit und versuche in Gedanken und Gef\u00fchle Worte zu gie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die besondere Sch\u00f6nheit von Alcazar<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wo islamische Kunstfertigkeit sich harmonisch verbindet mit christlicher Kunst, ohne dass die Eigenart der einen und der anderen Kunst sich aufl\u00f6sen w\u00fcrde, sondern aufgehoben wird im Gemeinsamen, dort ist Sch\u00f6nheit zu finden. Es ist, als w\u00fcrde die Kunst im Palast von Alcazar wie eine Protestdemonstration gegen jene bleibenden Verirrungen in Geschichte und Gegenwart sein, in der christliche Herrscher Muslime bekriegten und muslimische Herrscher Gl\u00e4ubige des Christentums bek\u00e4mpften.<\/p>\n\n\n\n<p>Wo Harmonie in geometrischen Formen von Quadraten, Kreisen oder Sternen auf vielf\u00e4ltige und bunte Art sich ausdr\u00fcckt, wo der Himmel als Halbkreis sich \u00f6ffnet gegen\u00fcber dem Quadrat der Erde, dort wird Sch\u00f6nheit begreifbar: Erde und Himmel sind nicht gegens\u00e4tzlicher Natur, sondern brauchen sich beide, Mensch und Natur sind eingebunden in den Kosmos. Wo die Natur zum Ma\u00dfstab wird f\u00fcr den Menschen und der Mensch im Einklang mit ihr lebt, dort ist Sch\u00f6nheit zu finden. Freilich ertappe ich mich dann auch dabei, dass selbst der allersch\u00f6nste Raum im Palast nur ein Abglanz der Sch\u00f6nheit der Natur ist, die in ihrer Gro\u00dfartigkeit nur ganz ein wenig in menschlicher Kunstfertigkeit abgebildet werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein \u00f6kologisches Grundgef\u00fchl bleibt h\u00e4ngen bei der politischen Vision: w\u00fcrden doch der ganze Globus, die Meere und die Gletscher, die Regenw\u00e4lder und Fl\u00fcsse, alle Tier- und Pflanzenarten zum Weltkulturerbe werden! Dann w\u00fcrden die politisch Einfussreichen sowie die Menschen in ihrem Alltagsdasein alles tun, um die Welt vor dem Klimakollaps zu bewahren, um das Aussterben von Tierarten, das Leerfischen der Meere und die Abholzung von Regenw\u00e4ldern zu stoppen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abends in Sevilla<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die Gr\u00f6\u00dfe des Flusses, der am Rande der Altstadt ist und das neue Sevilla vom alten trennt, bin ich \u00fcberrascht. Am Ufer ist das Stadion, in dem immer noch das grausame Ritual der Stierk\u00e4mpfe stattfindet. In einer Bar an der Promenade wird laute Musik gespielt und lautstark geredet. Auf der Ufermauer sitzen Menschen und schauen sich den Sonntagssonnenuntergang an. Ich steige dazu auf einen mittelalterlichen Turm, in dem an die grausamen Seeschlachten der Vergangenheit \u2013 Lepanto ist dabei \u2013 erinnert wird und daran, dass die spanische Marine heute die Sicherheit Europas garantiere. Blutrot geht die Sonne unter.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck in der Herberge: M., eine junge deutsche Frau, erz\u00e4hlt mir von ihrer Surf- und Yogawoche im S\u00fcden Spaniens. Jetzt wartet sie noch ein paar Tage in Sevilla auf ihren R\u00fcckflug. Es ist \u201eHappy Meal\u201c \u2013 das hei\u00dft: alle, die m\u00f6chten, k\u00f6nnten mitessen. Eine sch\u00f6ne Geste dieser Herberge, genauso wie gestern, wo gemeinsames Kochen und ein gemeinsamer Pubcrawl am Programm standen. V. kam erst um 4.00 morgens von diesem Rundgang zur\u00fcck. M. erz\u00e4hlte, dass da jemand in ihrem Zimmer war, der relativ betrunken um diese Zeit heimkam und ein anderer schnarchte so f\u00fcrchterlich, dass sie nicht schlafen konnte. Im Fernseher wird das WM-Spiel Deutschland-Spanien \u00fcbertragen. Zugleich l\u00e4uft die Musik weiter. Ein Mix von T\u00f6nen: Die sich \u00fcberschlagende Stimme des Kommentators, die Musik \u2013 die Beatles sind gerade dran \u2013 und dann eben ein Mix aus Englisch, Amerikanisch, Spanisch, Italienisch und Franz\u00f6sisch \u2013 und den Varianten, die es dazwischen gibt. Manche trinken Bier oder Cola aus Dosen, die meisten sind mit Flugzeugen nach Spanien gekommen. Meine Weltenretterseele ist da nicht geborgen und wenn am Schild bei der Abwasch steht, \u201esave the water, save the planet\u201c, dann ist das wohl im Widerspruch zu so manch anderem Verhalten. <strong><br><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Tag 7: Sevilla \u2013 San Sebastian<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sevilla am fr\u00fchen Novembermorgen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221128_064147-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221128_064147-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8343\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221128_064147-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221128_064147-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221128_064147-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221128_064147-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221128_064147-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich habe wieder gut geschlafen. Die obere Koje im Hochbett war wie ein Wolkenbett, obwohl die Matratze etwas d\u00fcnn war. Ich h\u00f6rte nicht einmal, wann Virginie im Stockbett unter mir ins Zimmer kam und die anderen auch nicht. Nur jemand hat leise geschnarcht, so leise, dass es nicht st\u00f6rte. In der K\u00fcche kann ich mir einen gro\u00dfen Espresso machen, im Gemeinschaftsraum meine Sachen nach dem Stopfhineinprinzip zusammenpacken und das Problem mit dem neuen Netzkabel f\u00fcr den Laptop l\u00f6sen. Einige Dinge habe ich unn\u00f6tig mitgenommen. (\u2026)<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sevilla \u2013 Madrid: Die Fahrt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221128_082222-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221128_082222-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8341\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221128_082222-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221128_082222-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221128_082222-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221128_082222-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221128_082222-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>8:15 Uhr. Bei Sonnenaufgang saust der Hochgeschwindigkeitszug weg aus Sevilla. Es wird meine l\u00e4ngste Fahrt vom S\u00fcden Spaniens ganz in den Norden mit einem langen Zwischenaufenthalt in Madrid. Die erste Fahrtstunde geht es durch eine breite Ebene. Links und rechts der Zugstrecke sind ausgedehnte Obstplantagen. Hier w\u00e4chst Obst und Gem\u00fcse f\u00fcr den europ\u00e4ischen Markt, die Orangen, Mandarinen, Zitronen, Gurken, Tomaten \u2026 aus Spanien, die ich daheim in den Superm\u00e4rkten schon l\u00e4ngst nicht mehr kaufe, weil der \u00f6kologische Fu\u00dfabdruck gro\u00df ist, weil ich genug wei\u00df von den Ausbeutungsverh\u00e4ltnissen auf den Plantagen, den Tagel\u00f6hnern dort, dem enormen Wasserverbrauch und den Emissionen auf den Transportwegen. Nach einer Stunde wird es h\u00fcgeliger, durch die sich die Hochgeschwindigkeitsstrecke gebohrt hat, mit W\u00e4ldern und eingeschnittenen T\u00e4lern, die mit Hunderten Br\u00fccken \u00fcberwunden werden. Nichts stellt sich der Geschwindigkeit in den Weg. Dann saust der Zug schlie\u00dflich wieder gut eine Stunde \u00fcber die karge Meseta mit ihren teils ausgetrockneten B\u00f6den und Olivenhainen.<\/p>\n\n\n\n<p>(&#8230;)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Madrid der Moderne<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Span-Turm-modern-1-1-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Span-Turm-modern-1-1-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8340\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Span-Turm-modern-1-1-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Span-Turm-modern-1-1-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Span-Turm-modern-1-1-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Span-Turm-modern-1-1-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Span-Turm-modern-1-1-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Das gegenw\u00e4rtige Unterwegssein ist mit vielen \u00dcberraschungen verbunden. \u00dcberraschung: Der Anschlussbahnhof f\u00fcr den Hochgeschwindigkeitszug nach San Sebastian f\u00e4hrt von einem Bahnhof weg, der am Stadtrand von Mailand liegt. Das hei\u00dft: Lokalzug nehmen \u2013 der eher eine U-Bahn ist. \u00dcberraschung: Im neuen Bahnhofsgel\u00e4nde ist das ganz moderne Mailand. F\u00fcnf gigantische Wolkenkratzer aus Glas, Aluminium und Stahl ragen in die H\u00f6he. Ich habe Zeit und nehme mir sie, um da rundherum zu spazieren. An einer Stra\u00dfenkreuzung sind Polizisten mit ihren Einsatzfahrzeugen, mit Schlagst\u00f6cken und in Schutzuniformen. Inmitten dieser Wolkenkratzer bin ich ganz alleine und f\u00fchle mich als winziges Menschlein \u2013 oder besser noch, wie eine winzige Ameise, die sich in einer Stadt verlaufen hat, wo es keinen Haufen mehr f\u00fcr sie gibt, sondern nur mehr hohe H\u00e4user. Vor einem der Wolkenkratzer besteht die Gartenanlage aus lauter kleinen Betonbrocken. Vor dem Bahnhof gibt es eine riesige Parkfl\u00e4che f\u00fcr Autos und dahinter entdecke ich wieder ein anderes Spanien. Der Kontrast k\u00f6nnte nicht gr\u00f6\u00dfer sein. Auf einer Abrissmauer sind gro\u00dffl\u00e4chige Graffitis. Zivilisationsm\u00fcll liegt davor, Schnapsflaschen, Plastikflaschen, kaputte Sessel, Plastik in allen Auspr\u00e4gungen. In einer Unterf\u00fchrung ist eine Matratze. Hier wird wohl ein Obdachloser sein Zuhause haben. In den Graffitis wird die ganze Verzweiflung \u00fcber die gegenw\u00e4rtige Welt visualisiert, schonungslos und ohne Hoffnungszeichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum zweiten Mal am heutigen Tag werden mein Gep\u00e4ck und ich gecheckt. Wie in einem Flughafen. Wie in einem Flughafen hei\u00dft es auch warten, bis der Bahnsteig f\u00fcr die Abfahrt genannt wird. Dann str\u00f6men die Reisenden darauf los. Inzwischen habe ich mich schon daran gew\u00f6hnt, dass in Spanien keine Ansteh- oder Schlangenkultur besteht. Es hei\u00dft einfach: Drauflos. Beim Warten wurde ich schon etwas unruhig, weil der Zug nach San Sebastian erst mit einiger Versp\u00e4tung bekannt gegeben wurde und Infos wegen Versp\u00e4tung gab es nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Madrid wird die Landschaft ganz besonders. Berge! Irgendwo wird die Bahnstrecke den Jakobsweg kreuzen und damit wird die Erinnerung daran wach, als ich mit Jakob da unterwegs war. Damals fuhren wir \u00fcber die Berge, jetzt geht es durch viele Tunnels unten durch.&nbsp; Die Landschaft Spaniens l\u00e4sst sich bei diesem Tempo und so begradigt, untertunnelt und \u00fcberbr\u00fcckt nicht wirklich f\u00fchlen und ersp\u00fcren. Eine solche Fahrt passt aber wohl zur Wolkenkratzerwelt, in der ich die Wartezeit \u00fcberbr\u00fcckend spaziert bin. In diesen T\u00fcrmen, so denke ich mir, sitzen die Ingenieure und Bankiers der Hochgeschwindigkeitswelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich versuche \u2013 so lange es noch hell ist \u2013 dennoch achtsam die Landschaft aufzunehmen, die eigenartigen s\u00fcdlichen W\u00e4lder mit kugelf\u00f6rmigen B\u00e4umen, die gro\u00dfen Felder, in denen die meist mit Steinmauern umrandeten Bauernh\u00e4user wie Spielzeugh\u00e4user wirken. Die Herbstabendsonne zaubert wunderbare Farben auf die Landschaft \u2013 oder besser gesagt, l\u00e4sst sie in den sch\u00f6nsten Farben widerstrahlen. Die Konturen der H\u00fcgel, B\u00e4ume und H\u00e4user treten im Spiel von Licht und Schatten besonders hervor. Bald ist der eigentliche Grund und Anlass meiner Reise erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/20221123_183457-768x1024.jpg' class='thumbnail' \/>Tag 2: Mittwoch, 23. November 2022Avignon-Barcelona ein reisendes Ich video\u00fcberwachtdurch Schleusen geschleustmit QR-Codes gescanntvon GPS-Sensoren gesteuertmit Maschinen kommunizierenddigitalisiert in analoger Welt seelentiefden Tr\u00e4umen auf der Spurmit unsichtbaren Tr\u00e4nenvon Menschheitstr\u00e4umen geleitetdankbar f\u00fcr menschliche Wesenbegleitet von himmlischen Wesen k.h. 23.11.2022 Das Avignon der Moderne Fr\u00fch bin ich aufgewacht. 4.00 Uhr morgens. 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