{"id":8773,"date":"2023-03-18T09:22:05","date_gmt":"2023-03-18T09:22:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=8773"},"modified":"2026-02-03T08:09:01","modified_gmt":"2026-02-03T08:09:01","slug":"pazifistische-einwuerfe-gegen-den-bellizismus-unserer-tage-und-fuer-eine-alternative-friedenspolitik-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=8773","title":{"rendered":"Pazifistische Einw\u00fcrfe &#8211; Vortrag in Linz im Rahmen eines Studientages von Pax Christi \u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<ol><li><strong>Pazifismus ist nicht b\u00f6se oder: Ich bin kein \u201eFriedensschwurbler\u201c<\/strong><\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>In einem Rap habe ich einen Begriff genannt, den ich bis vor kurzem gar nicht kannte. \u201eFriedensschwurbler\u201c.&nbsp; Jetzt wei\u00df ich, was ich f\u00fcr manche bin, wenn ich mich gegen die zunehmende kriegerische Dynamik ausspreche, wenn ich besorgt bin angesichts der weltweiten Aufr\u00fcstungsspiralen, wenn ich sage: Nein zu jeglichen Kriegsvorbereitungen, Ja zu Verhandlungen; Nein zu Waffenlieferungen, Ja zu Schritten der Deeskalation; Nein zum Krieg, Ja zum Frieden. Als Pazifist bin ich ein Friedensschwurbler.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Pazifismuskritik ist nicht neu. Sie durchzieht die ganze Geschichte \u2013 die Kriegsgeschichte, m\u00fcsste ich sagen. Pazifismuskritik durchzieht auch meine eigene Geschichte. Ich bin es gewohnt, mich als Pazifist rechtfertigen zu m\u00fcssen. Das war schon vor 40 Jahren so, in den 80er Jahren, als ich mich im Rahmen der Kath. Jugend in der Friedensbewegung engagierte und wir uns gegen die NATO-Nachr\u00fcstung organisiert hatten. Als wir mit dem Button \u201eSchwerter zu Pflugscharen\u201c an gro\u00dfen Demonstrationen teilnahmen, wurden wir als \u201en\u00fctzliche Idioten\u201c beschimpft und gefragt, ob wir vom Kreml finanziert w\u00fcrden. Solche Unterstellungen gibt es auch heute. In einer Talkshow wurde Sarah Wagenknecht vor Kurzem vorgeworfen, sie w\u00fcrde von Putin bezahlt. Ich war vor 40 Jahren lange in der Beratung f\u00fcr die Zivildienstkommissionen. Wer Pazifist war und den Kriegsdienst verweigern wollte, musste sich rechtfertigen und sein Gewissen unter Beweis stellen. Fr\u00fcher wurde ich selbst von den leitenden Personen meiner Di\u00f6zese wegen meines Pazifismus verurteilt. Es hie\u00df: Das sei doch unmoralisch, wenn man sein Land nicht mit der Hand in der Waffe verteidigen wolle. Zum Gl\u00fcck hat sich diese kirchliche Position heute ver\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Pazifismus definieren<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Beginnen m\u00fcsste ich wohl wieder mit einer Definition. Was ist Pazifismus? Es ist eine Haltung und politische Entscheidung, auf kriegerische Bedrohungen und Ausschreitungen ohne Gegengewalt zu antworten und sich gewaltfrei f\u00fcr Frieden einzusetzen. Sie hat eine individuelle Seite. Ich kann f\u00fcr mich Pazifist sein. Sie hat aber auch eine kollektive Seite. Ich kann auch f\u00fcr den staatlichen oder zwischenstaatlichen Bereich eine pazifistische Position einnehmen bzw. f\u00fcr kollektive Entscheidungen pazifistische Optionen einfordern. Beide Formen \u2013 sowohl individuell wie kollektiv \u2013 sind f\u00fcr mich relevant.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Unterscheidung zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik ist f\u00fcr mich in der Frage des Pazifismus nicht zielf\u00fchrend. Das bedeutet: Als Pazifist lasse ich mich nicht reduzieren auf eine gesinnungsethische Position, sondern sage: Pazifistische Ideen sind immer zugleich auch verantwortungsethisch und m\u00fcssen es sein. Es w\u00fcrde uns auch weiterhelfen, wenn wir nicht von \u201edem Pazifismus\u201c spr\u00e4chen, sondern von pazifistischen Ideen, Inhalten und Strategien. Sie sind immer zugleich pragmatisch.<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Pazifistische Ideen sind nicht \u00fcberholt<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Gerade angesichts der von Olaf Scholz proklamierten Zeitenwende, gerade angesichte des widerw\u00e4rtigen, b\u00f6sartigen, verbrecherischen Angriffskrieges der russischen Streitkr\u00e4fte auf die Ukraine braucht es pazifistische Ideen, wobei wir hier auch differenzieren m\u00fcssen. Es gibt nicht nur die radikal-pazifistischen Standpunkte, sondern auch pazifistische Bestrebungen selbst hinein in die hohe Politik und das Milit\u00e4r. Erinnern m\u00f6chte ich beispielsweise an die eher z\u00f6gerliche Haltung des deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz, die von der polnischen Kriegspolitik doch noch weit entfernt ist. M.a.W.: Wir k\u00f6nnen auch festmachen, wo pazifistische Gedanken vorhanden sind, ohne dass es ein strikter Pazifismus ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich stehe dazu: Ich bin Pazifist und ich muss mich nicht sch\u00e4men. Ich bin \u00fcberzeugt, gerade angesichts dessen, was in dieser Welt vor sich geht, in der Tradition des Pazifismus zu stehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Und es gilt weiterhin, es gilt unbedingt: &#8222;Keinem vern\u00fcnftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, \u00d6lflecken mit \u00d6l wegwaschen zu wollen. Nur Blut soll immer wieder mit Blut abgewaschen werden.&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p>2) <strong>Pazifismus ist antimilitaristische Kritik und bedeutet Ausstieg aus einer gef\u00e4hrlichen Eskalationsdynamik<\/strong>  <br><br><u>Gefahr eines Atomkrieges<\/u><\/p>\n\n\n\n<p>Durch die kriegerischen Entwicklungen, die l\u00e4ngst nicht mehr auf die Ukraine beschr\u00e4nkt sind, ist die Welt gegenw\u00e4rtig so nahe an einem Atomkrieg wie noch nie zuvor. Der ganz gro\u00dfe Krieg droht. Vor ein paar Tagen haben die Wissenschaftler, die die sogenannte Atomkriegsuhr betreiben, mit der gemessen wird, wie nahe wir an einem Atomkrieg sind, mit 90 Sekunden vor 12 eingesch\u00e4tzt. Daher muss die Strategie des Westens gegen\u00fcber Kriegen dringend ver\u00e4ndert werden. Man braucht eine andere Logik als die milit\u00e4rische Logik. Das Eskalationspotenzial muss herunter.<\/p>\n\n\n\n<p>Allein in den letzten Wochen gab es immer wieder Vorf\u00e4lle, die ein Anlass f\u00fcr einen noch viel gr\u00f6\u00dferen Krieg sein k\u00f6nnten. Vor ein paar Tagen wurde beispielsweise \u00fcber dem Schwarzen Meer ein US-Drohnenflugzeug von einem russischen Kampfjet \u201eabgeschossen\u201c. Vor ein paar Wochen wurde auf polnisches Gebiet \u2013 also auf NATO-Territorium &nbsp;\u2013 eine Rakete gefeuert und es war lange nicht klar, woher sie gekommen sei. W\u00e4re sie aus Russland abgefeuert worden, h\u00e4tte dies den B\u00fcndnisfall bedeuten k\u00f6nnen und damit w\u00e4re die Beistandspflicht aktiviert worden. So k\u00f6nnte der Dritte Weltkrieg beginnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorgestern wurde bekannt, dass die beiden NATO-L\u00e4nder Polen und Slowakei der Ukraine Kampfjets zur Verf\u00fcgung stellen werden. Wir erleben seit einem Jahr, wie immer mehr die so genannten \u201eroten Linien\u201c neu gezogen werden und schon nicht mehr gelten. Vor einem Jahr diskutierte die deutsche Regierung noch \u00fcber die Lieferung von Panzerhelmen f\u00fcr die ukrainische Streitkr\u00e4fte. Dann waren es Sch\u00fctzenpanzer. Schlie\u00dflich wurden es die Leo-2-Kampfpanzer, die nicht nur mehr einer Verteidigung dienen.&nbsp; Wenn im Ukrainekrieg vom Westen immer mehr Waffen geliefert werden, dann bedeutet es auch, immer mehr zur Kriegspartei zu werden. Es bedeutet beispielsweise, dass ukrainische Soldaten in den NATO-L\u00e4ndern an den entsprechenden Waffengattungen ausgebildet werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die heutige Situation nach einem Jahr Krieg in der Ukraine ist vergleichbar mit der Situation vor dem Ersten Weltkrieg. Damals wollte niemand den gro\u00dfen Krieg. Schlafwandlerisch ist man aber in diesen Krieg gestolpert. Mit Bertha von Suttner gilt es auch heute laut zu formulieren: \u201eDie Waffen nieder!\u201c<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Aufr\u00fcstungsdynamiken<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Der Krieg in der Ukraine befeuert im wahrsten Sinn des Wortes die Kriegsindustrie und l\u00e4sst die Kriegskassen wie nie zuvor klingen. Auch die EU befindet sich auf politischer wie auf operativer Ebene auf Kriegskurs. Ich m\u00f6chte an dieser Stelle eine paar Stichworte nennen. In der EU wurde der sogenannte \u201eStrategische Kompass\u201c beschlossen. Bis zum Jahr 2025 soll ein Aufr\u00fcstungspaket von zus\u00e4tzlich 200 Milliarden Euro umgesetzt werden. Bereits von 2017 bis 2021 sind die EU-Milit\u00e4rausgaben um 30 Prozent gestiegen. Die EU-Staaten werden bis 2025 bis zu 5 Mal mehr f\u00fcr milit\u00e4rische Verteidigung ausgeben als Russland. Strategischer Kompass bedeutet aber auch: Das Einstimmigkeitsprinzip wird aufgegeben und die Koalition der Willigen wird allein \u00fcber Krieg- oder Friedenspolitik entscheiden. Auf operativer Ebene bedeutet es den Ausbau eines EU-Hauptquartiers, global agierende EU-Battle-Groups und eine gemeinsame Kriegskassa.<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Nein zu milit\u00e4rischen Dynamiken<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Pazifismus bedeutet ein klares Nein zu solchen Entwicklungen. Ein Nein zu einer Entwicklung der EU zu einem milit\u00e4risch agierenden B\u00fcndnis. Nein zur Aufr\u00fcstung. Nein zum milit\u00e4rischen Waffengang. Mit einer Atommacht kann nicht Krieg gef\u00fchrt werden, ohne mit der Gefahr eines Atomkrieges zu rechnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jeden Tag sterben hunderte, vielleicht tausende Menschen. Diese Strategie ist verderblich, ist sinnlos: daher braucht es andere Wege. Mariupol wurde vor einem Jahr zerst\u00f6rt. Bachmuth sieht heute aus wie Verdun. Mehr als 100.000 Menschen sind auf beiden Seiten get\u00f6tet worden. Millionen sind auf der Flucht. Abertausende sind k\u00f6rperlich und seelisch verletzt. Zerst\u00f6rte St\u00e4dte. Zerst\u00f6rte Infrastruktur. Milit\u00e4rische Logik ist unmoralisch!<br><br>3) <strong>Pazifismus ist nicht Kapitulation, sondern h\u00f6chste Aktivit\u00e4t<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Redakteur der Berliner taz hat vor kurzem einen Essay geschrieben mit dem Titel: \u201ePazifismus ist nichts f\u00fcr Weicheier.\u201c Und es stimmt: Die linke Backe hinzuhalten ist nicht Unterwerfung, sondern h\u00f6chste Aktivit\u00e4t, die zweite Meile mitgehen ist eine wirksame Strategie der Entfeindung. Pazifismus bedeutet, sich systematisch nach Alternativen umzusehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Alternative mit Blick auf die Invasion in der Ukraine lautet nicht: Unterwerfung oder milit\u00e4rischer Widerstand sondern: Wir brauchen die vielen gewaltfreien, diplomatischen Wege gegen die Unterwerfung. Die Alternative lautet nicht: Sieg oder Sieg.<\/p>\n\n\n\n<p>Bekannt ist vielleicht die Studie eines katalanischen Friedensforschungsinstitutes, die vom v\u00f6lkerrechtswidrigen Angriff im Februar 2022 bis Juni 2002 ein paar hundert Beispiele des zivilen Widerstands gegen die russische Invasion aufgelistet hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte hier ein Beispiel erw\u00e4hnen, das anschaulich darstellt, wie Gewaltfreiheit erfolgreich funktionieren kann. Als die die russische Armee &nbsp;zwei Tage nach der v\u00f6lkerrechtswidrigen Invasion in Saporischja einmarschiert ist, eine Stadt mit ungef\u00e4hr 40.000 Einwohnern, hat sie den B\u00fcrgermeister festgenommen und ins Gef\u00e4ngnis gesteckt. Darauf ist die Zivilbev\u00f6lkerung auf den Marktplatz gegangen und hat sich singend und l\u00e4chelnd der Armee entgegen gestellt, ganz friedlich, ohne Aggression. Die russische Armee hat ein paar Mal in die Luft geschossen. Aber das hat niemand erschreckt. Darauf hat es Verhandlungen der Zivilbev\u00f6lkerung mit der Armee gegeben mit dem Ergebnis: der B\u00fcrgermeister wird freigelassen und andererseits d\u00fcrfen die Russen schauen, ob in den H\u00e4usern Waffen versteckt sind. Es wurde keine Waffen gefunden. Am 28. 3. ist die russische Armee von Saporischja weggezogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Solche F\u00e4lle sind viel zu wenig bekannt. Dabei war dieser Protest gar nicht systematisch vorbereitet. Pazifistisch denken w\u00fcrde ja bedeuten, sich gezielt, geplant, gut vorbereitet auf solche gewaltfreie zivile Widerstandsformen einzulassen. Von \u201eStrategic Nonviolent Conflict\u201c bzw. von \u201eCivilian Based Defense\u201c spricht die Friedensforschung. Die Konzepte einer Sozialen Verteidigung, die Theodor Ebert, Gene Sharp oder das Friedensforschungszentrum Schlaining entwickelten, sind nicht obsolet.<\/p>\n\n\n\n<p>Pazifismus ist freilich auch eine Frage des Menschenbildes: Pazifistisch denken hei\u00dft davon auszugehen, dass jeder Mensch in sich gut ist. Durch gewaltfreie Methoden wird dieses Gute zum Vorschein gebracht. Dann k\u00f6nnen wir mit Konstantin Wecker weiterhin singen: \u201eUnd wenn die Feinde kommen, werden wir sie umarmen \u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Friedens- und Konfliktforschung zeigt: Mit gewaltfreien Methoden gibt es weniger Leid und weniger Zerst\u00f6rung. Gewaltfreie Strategien f\u00fchren mehr zum \u201eErfolg\u201c als milit\u00e4rische Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bertram Russel oder Albert Einstein, die sich immer f\u00fcr den Pazifismus ausgesprochen haben, haben eine Ausnahme gemacht: N\u00e4mlich die Bek\u00e4mpfung von Hitlerdeutschland. In diesem Punkt haben sie f\u00fcr eine milit\u00e4rische Befreiung Option bezogen. Das ist die eine Ausnahme. Aber: Von einer solchen Position sind wir so weit entfernt. Das l\u00e4sst sich nicht vergleichen. Putin ist nicht Hitler. Das russische System ist nicht Hitlerdeutschland. Ein verbrecherisches System wie das nationalsozialistische System ist nicht gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist richtig, dass die Welt sich gegen\u00fcber einem russischen Imperialismus wehren muss und die V\u00f6lker besch\u00fctzen muss, die unmittelbar davon betroffen sind. Zugleich gilt: Pazfistische Strategien sind dabei wesentlich wirksamer.<br><br>4) <strong>Pazifismus liegt in Diplomatie, in Kompromissen und in Verhandlungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seit der v\u00f6lkerrechtswidrigen Invasion Russlands hat es mehrere Bem\u00fchungen f\u00fcr eine Verhandlungsl\u00f6sung gegeben. Ich m\u00f6chte an zwei erinnern, die zuletzt &#8211; beispielsweise im Zusammenhang mit dem &#8222;Manifest f\u00fcr den Frieden&#8220;  &#8211; von Sarah Wagenknecht und Alice Schwarzer mehrmals zitiert wurden:  Der israelische Ex-Pr\u00e4sident Benet hat im M\u00e4rz 2022 versucht zwischen der Ukraine und Russland zu vermitteln. Ein Friedensschluss sei greifbar gewesen, meinte er. Dann aber kam es zu Interventionen aus GB und den USA, dass man jetzt nicht verhandle. Kurz darauf kam es zu Verhandlungen in Istanbul. Man hatte damals ein starkes Aufeinanderzugehen. Die Ukraine h\u00e4tte auf einen NATO-Beitritt verzichtet, aber Sicherheitsgarantien bekommen. Umgekehrt h\u00e4tten die Russen gesagt, wir ziehen uns hinter die Linien des 24.2. zur\u00fcck. Je l\u00e4nger der Krieg dauert, desto schwieriger werden Verhandlungen sein. <\/p>\n\n\n\n<p>Augenscheinlich ist geworden, dass die beidseitige Kriegslogik nicht zum Erfolg f\u00fchrt: Dazu wieder zwei Bekr\u00e4ftigungen: Die US-amerikanische Rand-Corporation, die das US-Milit\u00e4r ber\u00e4t, stellt klar fest, von der Strategie eines langen Abn\u00fctzungskrieges abzusehen, weil die Eskalationsgefahr so gro\u00df sei. Der oberste General der US-Streitkr\u00e4fte meinte:  Krieg kann nicht milit\u00e4risch gewonnen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>5) <strong>Pazifismus ist in Alternativen zu denken<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gewaltfreie Strategien und ihre Methoden k\u00f6nnen h\u00f6chst erfolgreich sein, w\u00fcrden sie systematisch angewendet. Ein Beispiel. Letzten Herbst war ich im Baskenland. In Donostia\/San Sebastian besuchte ich das baskische Nationalmuseum. In einer Ausstellung zur Geschichte des Baskenlandes hie\u00df es: H\u00e4tten weder gro\u00dfe Teile der katholischen Kirche noch die westlichen M\u00e4chte Franco unterst\u00fctzt, h\u00e4tte es im Gegenteil wirtschaftliche und politische Sanktionen gegeben, so w\u00e4re seine Diktatur viel fr\u00fcher beendet worden. Auch hier liegt wieder eine bleibende Ansage \u2013 bis in die Gegenwart des Ukrainekrieges hinein. Im Geflecht internationaler Wirtschaftsbeziehungen w\u00e4re es m\u00f6glich, Imperatoren die Grenzen zu setzen. \u00d6konomische Rahmenbedingungen und<\/p>\n\n\n\n<p>Egal ob in Spanien oder der Ukraine, ob in Afrika, Asien oder Europa, \u00fcberall auf der Welt gelten die Erkenntnisse aus der Friedensforschung, wie Kriege ohne Milit\u00e4rgewalt beendet werden k\u00f6nnen. Seit der v\u00f6lkerrechtswidrigen Invasion russischer Streitkr\u00e4fte hat die ukrainische Zivilgesellschaft spontan und mutig in Hunderten gewaltfreien Aktionen wie ziviler Ungehorsam, Stra\u00dfenblockaden oder Kommunikationskampagnen ihren Widerstand ausgedr\u00fcckt. Das Internationale Katalanische Institut f\u00fcr den Frieden (ICIP) hat in Zusammenarbeit mit einem Institut der Universit\u00e4t Jena Daten \u00fcber den gewaltfreien Widerstand in der Ukraine vom 24. Februar bis zum 30 Juni 2022 gesammelt und ausgewertet. Insgesamt listet der umfangreiche Forschungsbericht 235 dokumentierte gewaltfreie Aktionen auf. Sie werden in drei Kategorien systematisiert: Protestma\u00dfnahmen (148), gewaltfreie Interventionen (51) sowie Formen der Nicht-Zusammenarbeit (36). Es ist wie eine To-Do-Liste des gewaltfreien Widerstands, wie ich sie in einem Forschungsprogramm unter Leitung von Gene Sharp an der Harvard Universit\u00e4t kennenlernen und erforschen konnte. In einer interaktiven Karte des katalanischen Institutes kann die zeitliche sowie geographische Abfolge der gewaltfreien Aktionen im Rahmen dieser drei Kategorien nachverfolgt werden. W\u00e4hrend die offenen Protestaktionen im April aufgrund st\u00e4rkerer Repressionen abnahmen, nahmen die verdeckten Widerstandsformen von Nicht-Zusammenarbeit und zivilem Ungehorsam zu. Gewaltfreie Interventionen waren vor allem zu Beginn sehr verbreitet. Bilder von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, die Stra\u00dfenblockaden errichteten, Stra\u00dfenschilder austauschten und Panzer an der Weiterfahrt hinderten, gingen durch die Berichterstattungen. Da die Ukraine reich an Erfahrungen mit gewaltfreier Aktion ist, da es viele Vernetzungen auf unterschiedlichen Ebenen gibt, ist der in der Fr\u00fchphase der Invasion organisierte gewaltfreie Widerstand verst\u00e4ndlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Internationale Studien haben zwar gezeigt, dass auch gewaltfreier Widerstand keine Erfolgsgarantie geben kann, doch noch weniger kann es das Setzen auf die milit\u00e4rische Karte. Im Gegenteil. Ein historischer Vergleich zeigt, dass gewaltfreier Widerstand mehr als doppelt so oft erfolgreich war als milit\u00e4rischer.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sehen es seit Wochen in der Ukraine: Der Versuch, die von Russland besetzten Gebiete milit\u00e4risch zu \u201ebefreien\u201c, feuert den Krieg immer noch mehr an, f\u00fchrt zu v\u00f6llig zerst\u00f6rten St\u00e4dten, Abertausenden Toten und Verletzten und dr\u00e4ngt eine friedliche Zukunft f\u00fcr das Land hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schw\u00e4chen des gewaltfreien Widerstands in der Ukraine sind ebenfalls offensichtlich. Sehr bald schon wurde mit voller Kraft auf die milit\u00e4rische Widerstandskraft der Ukraine gesetzt. Kampfparolen waren an der Tagesordnung. Generalmobilmachung erfolgte. Massive Waffenlieferungen aus dem Westen begannen. Allein die USA haben in den vergangenen Monaten viele Milliarden f\u00fcr milit\u00e4rische R\u00fcstungsanstrengungen in der Ukraine ausgegeben. All diese Anstrengungen verdr\u00e4ngten die anf\u00e4nglich gewaltfreien Protestma\u00dfnahmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Geschichte ist nicht dazu da, um gef\u00e4hrliche Irrwege zu wiederholen, sondern um die Lehren daraus zu ziehen: Sie lautet jedenfalls: Gewaltfreie Widerstandsformen gegen illegitime Eroberungen sind, wenn systematisch vorbereitet und geschult, jeder Gewalt vorzuziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>6) <strong>Pazifismus ist Verst\u00e4ndnis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Krieg in der Ukraine hat eine Vorgeschichte. Ich m\u00f6chte allerdings gleich hinzuf\u00fcgen. Diese Vorgeschichte rechtfertigt in keiner Weise den v\u00f6lkerrechtswidrigen Angriff von Putin und seinen Truppen auf die Ukraine im Februar 2022. Dieser Angriff ist absolut verwerflich und schrecklich.<\/p>\n\n\n\n<p>Zugleich gilt festzuhalten: Im Vorfeld dieser Invasion standen kriegsf\u00f6rderliche Entwicklungen. Von Papst Franziskus stammt das Zitat: &#8222;Das Bellen der NATO an der T\u00fcr Russlands hat vielleicht die Invasion verursacht.&#8220; Sicherheitsexperten stellen fest: Die NATO-Osterweiterung hat dazu gef\u00fchrt, dass die Ideologie der russischen F\u00fchrung ver\u00e4ndert worden ist und die nationalistischen Kr\u00e4fte in Russland gest\u00e4rkt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p><br>7) <strong>Tendenziell pazifistische Argumentationen \u2013 Kriterien des sogenannten \u201eGerechten Krieges\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gerade weil ich Pazifist bin und weil ich \u00fcberzeugt bin von gewaltfreien L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten von kriegerischen Konflikten, finde ich in den klassischen Kriterien eines Gerechten Krieges weiterhin einen tauglichen Ansatz, der pazifistischen Grundideen entgegenkommt. Wie rechtfertigt man einen Krieg bzw. kriegerische Handlungen? Welche Bedingungen sind daf\u00fcr ausschlaggebend? Wir k\u00f6nnen sie auch auf die kriegerischen Entwicklungen in der Ukraine beziehen.<\/p>\n\n\n\n<ul type=\"a\"><li>Man k\u00f6nnte argumentieren, f\u00fcr die Ukraine g\u00e4be es einen gerechten Grund, n\u00e4mlich der Kampf f\u00fcr die bedrohte territoriale Integrit\u00e4t. (Causa iusta) Der ukrainische Staat ist angegriffen worden, was ihm auch v\u00f6lkerrechtlich das Recht zur Verteidigung gibt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul><li>Zweitens kann argumentiert werden, dass der ukrainische Staat eine rechte Absicht verfolgt, n\u00e4mlich die Verteidigung der territorialen Integrit\u00e4t des Staates und damit auch den Schutz seiner B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger und der demokratischen Instanzen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul><li>Drittens schlie\u00dflich, m\u00fcsse der Krieg von einer legitimen Stelle ausgehen. Das k\u00f6nne nur ein Staat oder Staatenbund sein, nicht aber irgendeine bewaffnete Gruppierung. Auch das trifft mit Blick auf die Ukraine zumindest ansatzweise zu. Wenn man es ganz genau n\u00e4hme, dann gibt es eigentlich nur eine Instanz, die als legitime Stelle anzusehen w\u00e4re, n\u00e4mlich der UN-Sicherheitsrat. Allerdings ist dieser aufgrund der Zusammensetzung und Funktionsweise des UN-Sicherheitsrates \u2013 mit Russland und China als Vetom\u00e4chte \u2013 nicht entscheidungsf\u00e4hig. Somit ist es die Ukraine selbst, die sich die Legitimit\u00e4t zuschreibt \u2013 u.a. auch mit Blick auf das v\u00f6lkerrechtlich garantierte Recht zur Verteidigung.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul><li>Nach diesen 3 Kriterien kommen wir aber zu weiteren Kriterien, die alle nicht erf\u00fcllt werden. Ein viertes Kriterium lautet, dass die Wahl milit\u00e4rischer Mittel nur das letzte Mittel bzw. das \u00e4u\u00dferste&nbsp; Mittel sein d\u00fcrfe. (Ultima ratio) Wir m\u00fcssen uns da wiederum fragen: Ist wirklich gen\u00fcgend verhandelt worden? Wurden Gespr\u00e4che gesucht?<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul><li>Ein weiteres Kriterium lautet: Die Wahl kriegerischer Mittel sei nur dann legitim, wenn es eine plausible Aussicht auf Erfolg g\u00e4be. Heute sehen wir in der Ukraine: Statt Erfolg gibt es nur eine permanente Eskalation, an dessen Ende ein Atomkrieg stehen k\u00f6nnte.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul><li>Ein anderes Kriterium spricht von der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit der Mittel. Das bedeutet, dass die Verluste, die Zerst\u00f6rungen, die Anzahl der Get\u00f6teten, der Verwundeten usw. nicht gr\u00f6\u00dfer sein d\u00fcrfen als die Ziele, die man erreichen will. Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine ist dies eindeutig: Komplett zerst\u00f6rte St\u00e4dte wie Mariupol oder Bachmuth, auf beiden Seiten sch\u00e4tzungsweise 100.000 get\u00f6tete Soldaten, enorme Kriegssch\u00e4den, gigantische Vernichtung von Kapital und Ressourcen. Das alles rechtfertigt nicht irgendwelche Gel\u00e4ndegewinne. Die Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit ist nicht gegeben.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Schlussstrich. Die Kriteriologie der klassischen Lehre vom bellum justum besagt, dass alle Kriterien gegeben sein m\u00fcssen. Es geht also in der Rechtssprache um eine taxative Aufz\u00e4hlung. Ich kann nicht einzelne Kriterien einfach weglassen. Wenn auch nur eines dieser Kriterien nicht gegeben ist, dann gibt es keine Legitimation zum Krieg! Die gerechte Krieg-Argumentation zwingt uns zu einer Multidemensionalit\u00e4t des Denkens, wenn ich beispielsweise nicht nur nach dem gerechten Grund frage, sondern auch nach der rechten Absicht. F\u00fcr mich selbst als Lehrer in der Schule und in der Arbeit mit den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern waren die Kriterien des gerechten Krieges wertvolle Argumentationshilfen. Ob es nun der Krieg in Afghanistan war oder der Golfkrieg: Immer kommt man mit dieser Systematik jedenfalls zur klaren Ansage: Nein zum Krieg! Ja zu friedlichen Mitteln. Auch wenn die Gerechte-Krieg-Argumentation oft missbr\u00e4uchlich verwendet worden ist: sie kann auch pazifistischen Grundhaltungen unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute gilt: Die milit\u00e4rische Antwort der Ukraine und jener, die sie mit Waffen unterst\u00fctzen, entspricht nicht zentralen Bedingungen eines gerechten Krieges. Wieder einmal zeigt sich, dass die Ethik des gerechten Krieges eine pazifizierende Wirkung hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich k\u00f6nnte hier auch noch auf das Ius in Bello eingehen, n\u00e4mlich die Art und Weise wie Krieg gef\u00fchrt werden darf. Hier sind die Kriterien heute Teil des internationalen V\u00f6lkerrechtes \u2013 ich denke nur beispielsweise an die wichtige Diskussion \u00fcber Kriegsverbrechen oder \u00fcber bestimmte Waffengattungen, wie zuletzt die Frage von Streumunition.<br><br>8) <strong>Pazifismus ist die christliche Antwort<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfen m\u00f6chte ich meinen Vortrag mit einem weiteren Impuls f\u00fcr meine eigene pazifistische Einstellung: mein Glaube an Jesus Christus, seine gewaltfreie Botschaft und seinen Gewaltverzicht, der gespeist ist aus einer tiefen Verwurzelung im Judentum und im Volk Israel.<\/p>\n\n\n\n<p>Oftmals haben die Religionsgemeinschaften und Kirchen zu beidem beigetragen: Zur Rechtfertigung von brutalen kriegerischen Auseinandersetzungen genauso wie zum friedlichen Zusammenleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Mir ist das bei meinem Aufenthalt in Spanien vergangenen Herbst immer wieder bewusst geworden. &nbsp;Die iberische Halbinsel wurde von r\u00f6mischen Heeren erobert. Bereits damit beginnt die christliche Widerstandsgeschichte, f\u00fcr die beispielsweise die M\u00e4rtyrerin und Stadtpatronin von Barcelona steht. Die Hl. Eulalia wurde Opfer r\u00f6mischer Staatsgewalt und ist Anw\u00e4ltin f\u00fcr Menschen, die konsequent die Nachfolge Jesu \u2013 auch eine Nachfolge in der Gewaltfreiheit \u2013 leben, ohne sich dies von Imperatoren verbieten zu lassen. Die r\u00f6mische Herrschaft wurde schlie\u00dflich durch die Westgoten beendet. Ihre Feldz\u00fcge waren religi\u00f6s aufgeladen, da sie Anh\u00e4nger der Lehre des Arius waren \u2013 anders als die lokale Bev\u00f6lkerung. Am pr\u00e4gendsten war dann die Geschichte der Mauren \u2013 der muslimischen Eroberer der Halbinsel. Nachdem sie dort ihre Herrschaft errichtet hatten, folgte an Orten wie Sevilla, Cordoba oder Granada ein friedliches Zusammenleben der drei ReligionenJudentum, Christentum und Islam \u2013 vorbildhaft bis in unsere Zeit hinein. Ich konnte beispielsweise in Sevilla die steinernen Zeugen dieser Zeit bewundern, aber die Monumente erz\u00e4hlen auch davon, wie die Rekonquista mehr und mehr Spanien bestimmte: Die kirchliche Kreuzzugsmentalit\u00e4t war \u00fcber Jahrhunderte verheerend. Kriege folgten auf Kriege, Eroberungen auf R\u00fcckeroberungen, Habsburger und napoleonische Kriege und Kolonialkriege und weiter und weiter und dann die beiden gro\u00dfen Kriege und \u2013 was f\u00fcr Spanien zuletzt so schmerzlich war, der B\u00fcrgerkrieg und die Francodiktatur. Immer lie\u00dfen sich religi\u00f6se F\u00fchrer dazu hinrei\u00dfen, milit\u00e4rischer Gewalt den Segen zu geben. Ich denke an die vielen gro\u00dffl\u00e4chigen Darstellungen von Santiago, wie er mit Schwert und hoch zu Ross zur Schlacht gegen die Muslime zieht. Ich denke aber auch an Bisch\u00f6fe der katholischen Kirche, die die faschistische Diktatur unterst\u00fctzten, w\u00e4hrend ein Teil der Kirche im Widerstand gegen Franco war. Summa summarum wage ich die Behauptung: H\u00e4tte es all die religi\u00f6sen Legitimationen nicht gegeben, w\u00e4ren Spanien viele Kriege erspart geblieben. W\u00fcrden all die religi\u00f6sen F\u00fchrer heute ihre Reden am Evangelium orientieren, g\u00e4be es keinen russischen Patriarchen mit seiner offenen Unterst\u00fctzung f\u00fcr Putin, g\u00e4be es aber ein kirchliches Nein zu milit\u00e4rischem Abwehrdenken, bes\u00e4nnen sich die Kirchen selbst zu ihrem gewaltfreien Ursprung, dann w\u00fcrde es keinen Krieg mehr geben. Juden, Christen und Muslime w\u00fcrden wieder in Frieden miteinander leben, wie sie es in Cordoba oder Sevilla taten, Modell auch f\u00fcr gewaltfreies Zusammenleben von Ukrainern und Russen, die sich im gemeinsamen Bekenntnis an die gewaltfreie jesuanische Botschaft finden k\u00f6nnen. Die katholische Kirche heute \u2013 ganz oben mit Papst Franziskus \u2013 gibt zum Gl\u00fcck jenen Kurs vor, der sagt: Jeder Krieg ist ein Verbrechen! Ich wage zu behaupten: Wenn heute alle religi\u00f6sen Menschen die milit\u00e4rischen Denkmuster aufg\u00e4ben \u2013 also auch auf Waffenlieferungen und Aufr\u00fcstungen verzichteten \u2013 dann h\u00e4tten wir den Traum vom \u201eewigen Frieden\u201c erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus ist eben kein Revolution\u00e4r, der mit der Waffe in der Hand f\u00fcr eine gerechte Sache gek\u00e4mpft h\u00e4tte. Im Gegenteil: Seine Botschaft der linken\/rechten Backe, der zweiten Meile und der Feindesliebe gilt. Sie ist unbestreitbar. Der Gewaltverzicht Jesu ist integraler Bestandteil des Christentums. Jesus fordert uns in den Seligpreisungen dazu auf, Pazifistinnen und Pazifisten zu sein \u2013 selig, die pacem facere, selig die Friedensstifterinnen und Friedensstifter. Selig die Pazifistinnen und Pazifisten!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pazifismus ist nicht b\u00f6se oder: Ich bin kein \u201eFriedensschwurbler\u201c In einem Rap habe ich einen Begriff genannt, den ich bis vor kurzem gar nicht kannte. \u201eFriedensschwurbler\u201c.&nbsp; Jetzt wei\u00df ich, was ich f\u00fcr manche bin, wenn ich mich gegen die zunehmende kriegerische Dynamik ausspreche, wenn ich besorgt bin angesichts der weltweiten Aufr\u00fcstungsspiralen, wenn ich sage: Nein&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[182],"tags":[309,355,1002,1141,1462],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8773"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8773"}],"version-history":[{"count":17,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8773\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12283,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8773\/revisions\/12283"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8773"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8773"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8773"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}