{"id":8791,"date":"2023-03-20T09:02:17","date_gmt":"2023-03-20T09:02:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=8791"},"modified":"2023-03-20T15:23:57","modified_gmt":"2023-03-20T15:23:57","slug":"wundervoll-heilsam-erloest","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=8791","title":{"rendered":"wundervoll heilsam erl\u00f6st"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/last-10-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/last-10-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8792\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/last-10-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/last-10-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/last-10-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/last-10-1536x1152.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/last-10-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>ein aufmerksames Hinsehen<br>l\u00f6st Blindheit<\/p>\n\n\n\n<p>ein verst\u00e4ndnisvolles Wort<br>l\u00f6st \u00c4ngste<\/p>\n\n\n\n<p>eine achtsame Ber\u00fchrung<br>l\u00f6st Verkrampfung<\/p>\n\n\n\n<p>eine liebevolle Umarmung<br>l\u00f6st Ausgesto\u00dfensein<\/p>\n\n\n\n<p>eine widerst\u00e4ndische Tat<br>l\u00f6st Ungerechtigkeit<\/p>\n\n\n\n<p>klaus.heidegger, 20. 3. 2023<br>(zum Johannesevangelium Joh 9)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>heilsam wundervoll ber\u00fchrt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein kleines Kind geht mit seinem Papa am Gehsteig und stolpert und weint. Der Papa hebt es liebevoll auf und tr\u00f6stet und nimmt es in die Arme. Ich bin auf dem Weg zum Gottesdienst und denke an das heutige Sonntagsevangelium von der Heilung eines Bettlers, den seine Blindheit zu einem Ausgesto\u00dfenen werden lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem Park am Rande des Radweges sitzt wie jeden Tag und zu gef\u00fchlt jeder Stunde der sichtlich alkoholkranke, verwahrloste und wahrscheinlich obdachlose Mann. Heute sitzt er im wahrsten Sinn des Wortes in seiner eigenen Sch \u2026 inmitten der Stadt und doch zum Ausgesto\u00dfenen geworden. Ich denke wieder an den Ausgesto\u00dfenen in der heutigen Erz\u00e4hlung aus dem Johannesevangelium.<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwo am Rande meines Weges sehe ich, wie sich zwei junge Menschen treffen, wie sie sich freundschaftlich umarmen und in die Augen sehen. Liebevoll. Heilsame Ber\u00fchrung, sinniere ich mit Blick auf so viele Jesusgeschichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf den Pfeiler der Holzbr\u00fccke \u00fcber den Inn hat jemand seine Verzweiflung mit schwarzer Schrift angebracht. Direkt \u00fcber dem gr\u00fcnen Inn steht da: \u201eI\u2019ve lost!\u201c Mein Radweg f\u00fchrt am Trakl-Park vorbei und ich denke an den Poeten Georg Trakl und seine Verzweiflung, in einer Welt voll Krieg zu leben, in der auch seine tiefsten Sehns\u00fcchte nicht in Erf\u00fcllung gingen. Die Gedanken an die Jesusgeschichte vom Blinden sind wie eine Folie, mit der ich meine Welt und meine eigene Situation zu verstehen suche.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Jesusgeschichten sind voll von liebevollen Ber\u00fchrungen, von denen manche als Wunder bezeichnet werden. Es sind keine Grenz\u00fcberschreitungen, sondern achtsame Ber\u00fchrungen, die meist mit einem Hinsehen beginnen. Auch die heutige Perikope beginnt einfach damit: \u201eJesus sieht den Bettler.\u201c Er sieht ihn als Individuum, der Hilfe braucht. Meist wird die Blindheit als solche als Not bezeichnet. Jesus sieht aber auch das System, das Kollektiv, das den Menschen zum Ausgesto\u00dfenen werden l\u00e4sst. Blicken wir nach Pal\u00e4stina zur Zeit Jesu und auch noch in die Zeit, als das Johannesvangelium komponiert worden ist, so m\u00fcssen wir sagen: Sozialhistorisch gesehen gibt es eine Not, die tiefer reicht als der reale Verlust der Sehkraft. Der Blinde im damaligen Kultursystem wird wegen seiner Krankheit zugleich doppelt ausgegrenzt. Er wird als \u201eS\u00fcnder\u201c bezeichnet. Er gilt in einem System, das die Gesellschaft und die Kultur in Reine und Unreine einteilt, als der \u201eUnreine\u201c. Er wird f\u00fcr seine eigene Not verantwortlich gemacht. Man dichtet ihm an, dass er wohl b\u00f6se sei, sonst w\u00e4re er gar nicht mit dieser Notlage von \u201eGott?\u201c bestraft worden. Es hei\u00dft: Wahrscheinlich sieht ihn Jesus \u2013 wie den Blinden Bartim\u00e4us und wie die Auss\u00e4tzigen \u2013 drau\u00dfen vor der Toren einer Stadt oder eines Dorfes. Tats\u00e4chlich hei\u00dft es im Evangelium gleich mehrmals, dass \u201esie\u201c ihn verstie\u00dfen, auch dann noch, als er schon geheilt ist. \u201eSie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in S\u00fcnden geboren und du willst uns belehren? Und sie stie\u00dfen ihn hinaus. Jesus h\u00f6rte, dass sie ihn hinausgesto\u00dfen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm \u2026\u201c Jesus durchbricht dieses System gleich mehrfach. Das macht ihn zum Propheten. Die heilend-k\u00f6rperliche Zuwendung zum Blinden, die so detailreich beschrieben wird, geschieht gegen eine strenge Gesetzesauslegung an einem Sabbat. Jesus h\u00e4tte es in den Augen jener, die das Gesetz im Sinne von Herrschaft interpretierten, gar nicht tun d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem Gottesdienst in unserer Gemeinschaft poppt eine WhatsApp-Nachricht auf. Ich erfahre, wo wir uns morgen zur Klebeaktion der Letzten Generation treffen werden. Ja, auch das hat wohl mit dem heutigen Sonntagsevangelium zu tun.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img alt=\"\"\/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/last-10-1024x768.jpg' class='thumbnail' \/>ein aufmerksames Hinsehenl\u00f6st Blindheit ein verst\u00e4ndnisvolles Wortl\u00f6st \u00c4ngste eine achtsame Ber\u00fchrungl\u00f6st Verkrampfung eine liebevolle Umarmungl\u00f6st Ausgesto\u00dfensein eine widerst\u00e4ndische Tatl\u00f6st Ungerechtigkeit klaus.heidegger, 20. 3. 2023(zum Johannesevangelium Joh 9) heilsam wundervoll ber\u00fchrt Ein kleines Kind geht mit seinem Papa am Gehsteig und stolpert und weint. 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