{"id":8912,"date":"2023-04-26T21:21:21","date_gmt":"2023-04-26T21:21:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=8912"},"modified":"2023-04-26T21:21:21","modified_gmt":"2023-04-26T21:21:21","slug":"synodalitaet-und-geschlechtergerechtigkeit-hinhoeren-beim-dies-facultatis-und-dioezesantag-2023","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=8912","title":{"rendered":"Synodalit\u00e4t und Geschlechtergerechtigkeit: Hinh\u00f6ren beim dies facultatis und Di\u00f6zesantag 2023"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/synod-1-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/synod-1-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8913\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/synod-1-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/synod-1-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/synod-1-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/synod-1-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/synod-1-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Soll ich mich auf den Weg machen, um die gef\u00fchlt 1000ste Veranstaltung zu besuchen, die sich mit dem Thema des Sexismus in den Strukturen der katholischen Kirche besch\u00e4ftigen wird? Von \u201eSexismus\u201c wird bei der Tagung aber wohl niemand reden, dabei ist die Definition dieses klaren Begriffes so einfach: Frauen d\u00fcrfen wegen ihres Geschlechts in der katholischen Kirche nicht, was M\u00e4nner d\u00fcrfen.. Werden beim dies facultatis der Katholischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Innsbruck, der zugleich Di\u00f6zesantag ist, klare Worte gefunden werden? Wird vielleicht von \u201es\u00fcndhaften Strukturen\u201c gesprochen, die mit dem kirchenrechtlichen Ausschluss von Frauen aus den Weihe\u00e4mtern verbunden sind? Ist nicht schon l\u00e4ngst alles gesagt: dass es keine biblisch-theologischen Argumente gibt, die eine Diskriminierung wegen des Geschlechts legitimieren w\u00fcrden! Als Bundessekret\u00e4r der Kath. Jugend \u00d6sterreichs habe ich schon vor mehr als 30 Jahren an x Veranstaltungen zu diesem Themenbereich mitgewirkt. Zwar sind seither viele Frauen in verantwortliche Stellen der Kirche aufger\u00fcckt, gerade auch in meiner Di\u00f6zese, an den ungerechten und nicht rechtfertigbaren Strukturen hat sich aber trotz der vielen Sitzungen, Tagungen, Vortr\u00e4ge und B\u00fccher nichts ver\u00e4ndert. Wird der von Papst Franziskus seit Herbst 2021 angelegte gro\u00dfe weltweite synodale Prozess eine \u00c4nderung bringen? Helmut Sch\u00fcller sprach k\u00fcrzlich in einem ORF-Interview davon, dass er m\u00fcde geworden sei, an noch weiteren Sesselkreisen zu Kirchenreformen teilzunehmen. Es sei l\u00e4ngst an der Zeit, einfach etwas zu tun, das eine neue, eine partizipative und gendergerechte Kirche lebendig werden lasse.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber ich gehe wieder hin, m\u00f6chte selbst als Vorsitzender der Katholischen Aktion Synodalit\u00e4t ernst nehmen: \u201eSynodalit\u00e4t leben \u2013 Verantwortung geschlechtergerecht teilen\u201c lautet der verhei\u00dfungsvolle und programmatische Titel der Veranstaltung. Es ist wichtig, dass die einladenden Organisationen, die f\u00fcr Kirche und wissenschaftliche Theologie stehen, so lange am Thema bleiben, bis es endlich einmal zu einer L\u00f6sung kommt. Ich wei\u00df: Das Thema nervt und ich kann manche Gedanken lesen: \u201eNicht schon wieder!\u201c So lange es aber keine Geschlechtergerechtigkeit gibt, braucht es dieses l\u00e4stige \u201eWieder!\u201c Ich h\u00f6re auch: \u201eEs gibt doch wichtigere Themen f\u00fcr die Kirche!\u201c Auch das ist richtig, aber zugleich gilt: Das, was f\u00fcr die Kirche wirklich wichtig ist, die gro\u00dfen Probleme der Menschen im Blick zu haben und vom Glauben her darauf Antworten zu geben, lie\u00dfe sich viel besser anpacken, g\u00e4be es nicht die strukturellen und l\u00e4hmenden Belastungen. Daher braucht es die Bereitschaft, L\u00f6sungen in Fragen der Gendergerechtigkeit zu finden im gemeinsamen Dialog von universit\u00e4rer Theologie auf der einen Seite und jenen, die konkret in der Kirche Funktionen haben, andererseits.<\/p>\n\n\n\n<p>Bischof Hermann Glettler spricht in seinen Begr\u00fc\u00dfungsworten auch jene an, die nicht hier sind und gedanklich mitgenommen werden sollten und auf die man auch h\u00f6ren m\u00fcsste. Ich denke dabei an jene vielen, die l\u00e4ngst schon der Kirche \u00fcberdr\u00fcssig geworden sind, weil diese nicht bereit f\u00fcr Reformen ist. Ich denke an jene, die wegen des vielfach patriarchalen Erscheinungsbildes der Kirche \u2013 eine negative Verquickung von Klerikalismus und Sexismus \u2013 gar nicht mehr einen Zugang zur Kirche finden. Dazu z\u00e4hlt vor allem ein Gro\u00dfteil der Jugend. Willi Guggenberger, Dekan der Kath. Fakult\u00e4t, erinnerte in seiner Begr\u00fc\u00dfung daran, dass die kirchlichen Strukturen nie Selbstzweck sein d\u00fcrften. Die Frage lautet, wie sehr sie dem Ziel dienen, dass die Kirche ihrem Dienst gerecht werden k\u00f6nne. Die Fundamentaltheologin Michaela Quast-Neulinger stellt Maria als \u201eUrtypin\u201c f\u00fcr eine h\u00f6rende und dienende Kirche als Referenzgr\u00f6\u00dfe vor. Bernhard Kranebitter kann auf ein erfahrungsreiches Priesterleben zur\u00fcckblicken. Sein z\u00f6libat\u00e4res Priesterleben w\u00fcrde, so sagte er pers\u00f6nlich, weder durch verheiratete Priester noch durch geweihte Frauen in Frage gestellt, sondern k\u00f6nnte im Gegenteil in seiner Besonderheit und Funktion noch besser wahrgenommen werden. Vor allem schlug der Dekan von Innsbruck und Pfarrer von Allerheiligen\/Kranebitten konkrete Modelle vor, wie Gendergerechtigkeit und umfassende Partizipation gelebt werden k\u00f6nnte \u2013 beispielsweise durch eine Beauftragung eines ganzen Pfarrteams f\u00fcr pastorale, liturgische und diakonische Aufgaben. Petra Steinmair-P\u00f6sel, Rektorin der KPH, berichtete von der Kontinentalsynode und der Botschaft, dass eine st\u00e4rkere Einbeziehung von Frauen nicht aus einem Mangel heraus geschehen d\u00fcrfe, sondern aufgrund der gemeinsamen Berufung. Mit Blick auf ihre Ordensgemeinschaft und ihrem Gr\u00fcnder, dem Heiligen Benedikt, brachte Schwester Philippa Rath ein konkretes Beispiel, dass Synodalit\u00e4t gelebt werden kann. Allerdings, das wurde mir im Laufe dieses Nachmittags einmal mehr bewusst, muss immer auch definiert werden, was mit Synodalit\u00e4t verstanden werden kann. Der Eindruck bleibt, dass trotz dieser so wichtigen Gespr\u00e4chsprozesse und Konferenzen, zwar beraten wird, dass aber letztlich die Entscheidungen doch wieder von einem kleinen Kreis von Bisch\u00f6fen getroffen werden. Man kann so Synodalit\u00e4t auch als Strategie verstehen, um unter diesem Deckmantel die zugrundeliegende hierarchische Struktur der Kirche zu verdecken. Da bin ich jedenfalls wieder dankbar f\u00fcr das Modell der Katholischen Aktion, wo in den Gliederungen demokratisch beraten UND entschieden wird, partizipativ und gendergerecht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/synod-1-768x1024.jpg' class='thumbnail' \/>Soll ich mich auf den Weg machen, um die gef\u00fchlt 1000ste Veranstaltung zu besuchen, die sich mit dem Thema des Sexismus in den Strukturen der katholischen Kirche besch\u00e4ftigen wird? 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