{"id":9194,"date":"2023-06-23T20:17:20","date_gmt":"2023-06-23T20:17:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=9194"},"modified":"2023-06-23T20:17:20","modified_gmt":"2023-06-23T20:17:20","slug":"saharastaub-und-gletscherwelt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=9194","title":{"rendered":"Saharastaub und Gletscherwelt"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/zi-2-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/zi-2-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9195\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/zi-2-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/zi-2-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/zi-2-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/zi-2-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/zi-2-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Alpenrosenh\u00fctte wird f\u00fcr unser zweit\u00e4giges Bergunternehmen zum St\u00fctzpunkt. Die Sommer-Bergsaison hat noch nicht begonnen. In der privaten gef\u00fchrten Schutzh\u00fctte ist es vorsaisonm\u00e4\u00dfig ruhig und die Wirtsleute und die Saisonkraft sind gastfreundlich motiviert und verw\u00f6hnen uns umsichtig. Die Anfahrt mit Rad, Zug bis Jenbach, Zillertalbahn, Bus von Mayrhofen bis zum Gasthaus Breitlahner gibt ein gutes Umwelt- und Zeitgef\u00fchl und bringt in Kontakt mit anderen Menschen. In Mayrhofen wimmelt es jetzt schon von Urlauber:innen vieler Nationen um die Verkaufslokale und Restaurants mit den unfreiwillig kabarettreifen Aufschriften, die f\u00fcr eine Fortsetzung von Mitterers Piefke-Saga sorgen k\u00f6nnten. Dazu passt wohl auch die kitschige Alpenfolkmusik, die im Bus gespielt wird. Auf dem Wanderweg hinein ins Zemmtal mit dem imposanten Grawandwasserfall und der eindrucksvollen Schlucht bis hin zum Zemmgrund begegnen uns um diese Jahreszeit kaum Wandernde. Nach dem Beziehen der Unterkunft bleibt gerade noch so viel Zeit f\u00fcr eine Begegnung mit dem Sch\u00f6nbichler Horn. Von der Alpenrosenh\u00fctte bis zum Gipfel auf 3134 m sind es nochmals knapp 1300 H\u00f6henmeter. M\u00e4chtig ziehen sich am Himmel Gewitterwolken zusammen. Wir wagen dennoch den Aufstieg. Vor dem Einstieg in den Gipfelaufbau mit den Drahtseilversicherungen sind ein paar bl\u00f6de Schneefelder und ein schmaler Schneegrat. Allerdings ist es gut zu stapfen. Ein mulmiges Gef\u00fchl habe ich dennoch dabei. Nun ist das Gewitter fast ringsherum, nur uns verschont es. Dennoch: Schnell hinunter.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Nacht begleitet mich das kr\u00e4ftige Rauschen des Zemmbaches. Die Nacht wird selbst auf fast 2000 m nicht k\u00fchl. Ein warmer Wind bringt Sahara-Staub. Er wird sich auf die Reste der Gletscher legen und diese \u2013 so br\u00e4unlich geworden \u2013 noch schneller zum Schmelzen bringen. Gerne trage ich das Seil \u2013 gibt mir wieder das Gef\u00fchl, n\u00fctzlich zu sein und zugleich bedeutet Seil f\u00fcr mich immer Sicherheit. Sommersonnwend ist vorbei und der l\u00e4ngste Tag des Jahres beginnt gleich um halb f\u00fcnf. Vorbei geht es dem Steig mit den breiten Steintreppen an der imposanten Berlinerh\u00fctte. Noch strahlt sie Winterruhe aus. Eine lusterhafte bunte Lampe leuchtet am Eingang. Wie wird das Wetter heute wohl werden? Auch von einer Gewitterfront sprach der Wetterdienst. Tats\u00e4chlich ziehen grau-schw\u00e4rzliche Wolken um unser Ziel, den Schwarzstein. Es ist ein eigenartiger Gipfel. Sein schwarzer Felsaufbau ragt aus einem breiten Gletscherr\u00fccken hervor. Wie werden die Bedingungen sein? Ich kenne ja gut meine Unsicherheit, wenn es hei\u00dft, steile Schneefelder in absch\u00fcssigem Gel\u00e4nde zu passieren. Auf dem markierten Steig hei\u00dft es aber zun\u00e4chst an einigen Stellen B\u00e4che zu queren, die in dieser warmen Zeit der Schneeschmelze kr\u00e4ftig sind. Ich sp\u00fcre das Seil auf meinem R\u00fccken und denke an das gr\u00fcne Plastikkrodil und Zeiten von damals, als keine Zeit war f\u00fcr Berge, sondern f\u00fcr jene wertvolle Zeit, um mit einem Kind auf den Schultern und einem aufgeblasenen gro\u00dfen Schwimmkrokodil zu einem Strand zu gehen. Eine lange Querung f\u00fchrt dann zum Beginn des Gletschers, an dem wir uns anseilen. Peter w\u00e4hlt mit professioneller Sicherheit die Route und geht voran, was hei\u00dft: hin und wieder knietief im aufgeweichten Schnee einzusinken. Er w\u00e4hlt dann die \u00dcberschreitung. Eine Blockkletterei w\u00e4re mir lieber gewesen als die tief verschneiten Felsen. Da tut die Ermutigung der Seilpartner jedenfalls gut. Wir sind eine tolle Seilschaft, in der so viel selbstverst\u00e4ndliche Achtsamkeit f\u00fcreinander sp\u00fcrbar wird. Es verbindet uns mehr als die Liebe zu den Bergen. Beim Abstieg nehmen wir noch einen kleinen Gipfel, das Felsk\u00f6pfl, mit, von dem aus die markante moderne Schwarzensteinh\u00fctte im hintersten Ahrntal ganz nahe ist. Beim Abstieg bleibe ich immer wieder stehen \u2013 blicke zu den nahen Gletschern, deren Zungen sich weit hinauf zur\u00fcckgezogen haben. Noch liegt der frische Fr\u00fchjahrsschnee auf ihnen. Wird der Klimawandel in diesem Sommer wieder zu einer Rekordschmelze f\u00fchren? Ich wei\u00df jedenfalls, wieso ich letzte Woche jeden Tag die Aktionen der Letzten Generation unterst\u00fctzt habe. Die Kipppunkte sind hier in der Gletscherwelt der Zillertaler Alpen greifbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/zi-2-768x1024.jpg' class='thumbnail' \/>Die Alpenrosenh\u00fctte wird f\u00fcr unser zweit\u00e4giges Bergunternehmen zum St\u00fctzpunkt. Die Sommer-Bergsaison hat noch nicht begonnen. In der privaten gef\u00fchrten Schutzh\u00fctte ist es vorsaisonm\u00e4\u00dfig ruhig und die Wirtsleute und die Saisonkraft sind gastfreundlich motiviert und verw\u00f6hnen uns umsichtig. 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