{"id":9361,"date":"2023-08-09T14:39:44","date_gmt":"2023-08-09T14:39:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=9361"},"modified":"2023-08-09T14:43:57","modified_gmt":"2023-08-09T14:43:57","slug":"rennradschaukelnd-an-den-raendern-von-oetztal-pitztal-und-kaunertal","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=9361","title":{"rendered":"Rennradschaukelnd an den R\u00e4ndern von \u00d6tztal, Pitztal und Kaunertal"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Verkehrslamento<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/oe-1-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/oe-1-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9362\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/oe-1-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/oe-1-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/oe-1-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/oe-1-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/oe-1-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich zum Klimaticket habe ich stets die Monatskarte (\u20ac 18,-) zum Mitnehmen des Fahrrades. Ich schreibe dies bewusst als Ansporn, dass manche, die meinen Blog lesen, zu solcher \u00d6ffi-Variante greifen, wenn sich nicht alles von der Haust\u00fcr weg mit dem Rad erreichen l\u00e4sst. Und wieder k\u00f6nnte ich mit meinem Lamento beginnen: Vom Autol\u00e4rm in der Stadt, in der sich Auto an Auto reiht, die die Stra\u00dfen verstopfen und wo Radfahrende an die R\u00e4nder gedr\u00e4ngt werden (Passivum!). Von den Autokolonnen, die ich auf der Oberinntalautobahn sehe, w\u00e4hrend ich im fast leeren Regionalexpress sitze. Jene, die im ganz \u201enormalen\u201c Stau stehen, emp\u00f6ren sich, wenn zu ganz seltenen \u201eheiligen\u201c Zeiten \u2013 weil diese Zeiten \u201egeheiligt\u201c sind \u2013 eine kurze Blockade oder ein Slowmarch der Letzten Generation stattfindet. Der letzte kurze Demozug war am Montagmorgen in Innsbruck. \u201eH\u00f6rt auf den Klimarat\u201c stand auf einem der Transparente, das mit den beiden Gehzeugen mitgetragen wurde. Angesichts der dramatischen Unwettersituation sollten doch alle noch mehr begreifen: Es braucht eine radikale Umkehr in der Verkehrspolitik!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>T\u00e4lerschaukeln mit Rennrad<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Meine Tour beginne ich am Bahnhof \u00d6tztal. Die K\u00e4ltephase der letzten Tage hat die Bergspitzen bis weit hinunter mit frischem Schnee angezuckert. Der Weg f\u00fchrt kurz durch das Naturschutzgebiet Forchet mit den Tomah\u00fcgeln. Der Sturm, der vor zwei Wochen hier tobte, hat einige der Kiefern wie Strohhalme geknickt. Jedes Mal, wenn ich durch das Forchet radle, sp\u00fcre ich Dankbarkeit, dass ein kleines St\u00fcck vom Inntal noch relativ unber\u00fchrt ist und dass hier Tausende Tier- und Pflanzenarten ein Refugium gefunden haben. F\u00fcr meine Fahrt w\u00e4hle ich eine Strecke, in der ich m\u00f6glichst wenig \u201eAuto-Kontakt\u201c habe. Von Roppen zweigt die kleine Landstra\u00dfe nach Wald ab \u2013 die erste rechtsseitige Gemeinde hoch \u00fcber der Schlucht, mit der das Pitztal vor dem Inntal endet. F\u00fcr die Erdpyramiden, die hier zu finden w\u00e4ren, nehme ich mir ein anderes Mal Zeit. Daf\u00fcr verweile ich in der denkmalgesch\u00fctzten Pfarrkirche von Jerzens. Figuren und Statuen erz\u00e4hlen mir Geschichten: Ein Grabrelief aus dem fr\u00fchen 16. Jahrhundert, das aus dem Engadin stammt. Reformatoren sollen es im Engadin in den Inn geworfen haben und bei Prutz soll es dann herausgefischt worden sein \u2013 und jetzt erz\u00e4hlt es mir ein St\u00fcck Kirchengeschichte. Die heilige Barbara am rechten Seitenalter mit einem Kelch und einer gro\u00dfen Hostie protestiert wohl dagegen, dass Frauen \u00fcber Jahrhunderte der Dienst am Altar verweigert wurde. Der Kirchenpatron Gotthard l\u00e4sst mich eintauchen in das Mittelalter \u2013 und tats\u00e4chlich geht auch die Besiedelung von Wald und Jerzens in diese Zeit zur\u00fcck. Gotthard war jedenfalls ein Reformator zu seiner Zeit \u2013 und solche w\u00fcrde es heute dringend brauchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie bei einer Schaukel geht es nun hinab zur Pitze und auf der anderen Talseite meine \u201eHeimstrecke\u201c hinauf zum Piller auf knapp 1600 m. Manchmal zucke ich zusammen, wenn Motorr\u00e4der mit ihrem H\u00f6llenl\u00e4rm an mir vorbeidonnern. Am Waldweiher kurz vor der Pillerh\u00f6he komme ich nicht vorbei, um mir Zeit f\u00fcr eine Rast zu nehmen und ins braune Moorwasser zu schauen, in dem sich Himmel und B\u00e4ume zugleich spiegeln und so werden Himmel und Wasser und B\u00e4ume eins. Die dicken und gro\u00dfen Fische, die nun dort sind, anmieren mich aber nicht, um selbst ins Wasser zu steigen. Die weitere Strecke \u00fcber Wiesenhof, Kaunerberg, Kauns und vorbei an der Burg Berneck, die stolz auf einem Felsen hoch \u00fcber dem Faggenbach thront, ist wohl eine der sch\u00f6nsten von Tirol. Die m\u00e4chtigen Felst\u00fcrme des Kaunergrats tragen ein frisches Schneekleid.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/oe-1-768x1024.jpg' class='thumbnail' \/>Verkehrslamento Zus\u00e4tzlich zum Klimaticket habe ich stets die Monatskarte (\u20ac 18,-) zum Mitnehmen des Fahrrades. Ich schreibe dies bewusst als Ansporn, dass manche, die meinen Blog lesen, zu solcher \u00d6ffi-Variante greifen, wenn sich nicht alles von der Haust\u00fcr weg mit dem Rad erreichen l\u00e4sst. 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