{"id":9403,"date":"2023-08-22T15:10:49","date_gmt":"2023-08-22T15:10:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=9403"},"modified":"2023-08-22T17:02:01","modified_gmt":"2023-08-22T17:02:01","slug":"tag-1-gnadenhaft-beschenkt-im-geigenkamm-zwischen-oetztal-und-pitztal","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=9403","title":{"rendered":"Tag 1: Gnadenhaft beschenkt im Geigenkamm zwischen \u00d6tztal und Pitztal"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/hf-03a-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/hf-03a-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9404\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/hf-03a-768x1024.jpg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/hf-03a-225x300.jpg 225w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/hf-03a-1152x1536.jpg 1152w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/hf-03a-1536x2048.jpg 1536w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/hf-03a-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>\u00d6ffi-Anfahrt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Donnerstag, 17. August 2023. Die \u00d6ffentlichen Verkehrsmittel &#8211; unbezahlte unbezahlbare \u00f6ko-bewusste Werbeeinschaltung!! &#8211; sind gut aufeinander abgestimmt. Der Bus zum Bahnhof ist gerade vor der Haust\u00fcr und ich w\u00e4hle einmal nicht das Rad. Dieses will ich nicht zur Versuchung f\u00fcr Diebe machen, wenn es drei Tage und N\u00e4chte am Bahnhof stehen w\u00fcrde. Zu fr\u00fcher Morgenstunde quillt die Maria-Theresien-Stra\u00dfe noch nicht \u00fcber vor Menschen. Die Rolltreppen in der Halle k\u00f6nnen zum Symbol f\u00fcr himmelw\u00e4rts und erdw\u00e4rts Stimmungen werden. Schnell ist der Schnellzug \u2013 ich wei\u00df, so hei\u00dfen diese Z\u00fcge offiziell nicht mehr \u2013 in \u00d6tztal Bahnhof. Nur wenige sind es dann, die den Bus ins \u00d6tztal nehmen. Der Busfahrer ist freundlich und wir reden miteinander. Die Fahrt h\u00e4tte l\u00e4nger dauern k\u00f6nnen. Es geht auf der \u00d6tztalbundesstra\u00dfe die ersten Talstufen hinauf. Auf der Landstra\u00dfe herrscht Massenverkehr, gerade so, als g\u00e4be es keine Erderhitzung, keine aktuellen Feuersbr\u00fcnste auf Hawaii und keine Waldbr\u00e4nde in Kanada, keine 50-Grad-Hitze-Rekorde im S\u00fcden Europas und keine Unwettersch\u00e4den im S\u00fcden \u00d6sterreichs mit all den Tr\u00e4nen \u00fcber Verlorenes, die damit verbunden sind. Das neue Laufkraftwerk am Ortseingang an der \u00d6tztaler Ache ist Zeichen, dass alternative Energiegewinnung auch ohne die Gigantonomie-Pl\u00e4ne der TIWAG m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ronja-Wald und mehr<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unser Startpunkt ist Tumpen auf 1000 m Seeh\u00f6he. Der Weiler, ein Ortsteil von Umhausen, liegt au\u00dferhalb des \u00d6tztaler Hochtourismus. Hoch \u00fcber dem Tal zieht \u00f6stlich der Weiler Farst die Blicke auf sich. Er thront wie ein Adlerhorst \u00fcber der Engelswand umgeben von einer gr\u00fcnen Bergwiese. Eine steile Serpentinenstra\u00dfe, die ich schon l\u00e4ngst einmal fahren wollte, zieht sich dort hinauf. Unser Ziel heute liegt westlich, auf der anderen Talseite, dort, wo der Geigenkamm beginnt, der das \u00d6tz- und Pitztal voneinander trennt. Bevor wir losstarten, nehmen wir uns noch Zeit f\u00fcr einen kurzen Besuch der Pfarrkirche mit ihrem stolzen, schlanken, langen Turm. Sie ist dem Hl. Martin geweiht \u2013 viel habe ich \u00fcber diesen Pazifisten der fr\u00fchen Christenheit schon geschrieben und innerlich bebt in mir das Gebet, dass endlich Frieden auf dieser Erde werde und nicht noch mehr Kriegsger\u00e4t, wie Kampfflugzeuge, in Schlachtgebiete der Ukraine geliefert werden. Bald beginnt der Serpentinenweg durch den dichten Bergwald hinauf. Es duftet nach Wald, es duftet nach den unz\u00e4hligen Pilzen am Wegrand, es duftet nach Moos und Gr\u00e4sern. Jeder Atemzug tut gut. \u201eRonja-Wald\u201c nennen wir ihn. Es begegnen uns aber keine bedrohlichen Dunkelv\u00f6lker \u2013 und selbst wenn es sie hier g\u00e4be, w\u00fcrden wir uns wohl gemeinsam besch\u00fctzen. \u201eGibt es die B\u00e4renh\u00f6hle wirklich?\u201c \u201eL\u00e4sst sich ein Leben im Einklang mit der Natur finden?\u201c \u201eKann der Sprung \u00fcber den H\u00f6llenschlund gelingen?\u201c Ja, denke ich mir heute optimistisch, auch wenn mich dann ein Waldst\u00fcck, in dem kreuz und quer Baust\u00e4mme liegen, die ein orkanartiger Sturm vor kurzem wie Streichh\u00f6lzer knickte und bis zu den Wurzeln ausriss, in die Katastrophenwirklichkeit der Erderhitzung zur\u00fcckholt und mich aus sch\u00f6ner Fantasiewelt herausholt. Uns begegnen in diesem schattigen Wald aber keine Druden und keine Rumpelwichte. Nur eine schwammerlsuchende, einheimische und sportliche Frau ist noch unterwegs, die ihren Sack bereits prallgef\u00fcllt mit Steinpilzen hat. Die Wasserflaschen f\u00fcllen wir am Holzbrunnen bei der Tumpenalm nochmals auf. \u201eFrisches Quellwasser: kein Trinkwasser!\u201c, steht ironisch auf dem Schild. Wer m\u00f6chte hier wen \u201everarschen\u201c? Die beiden M\u00e4nner in der Almh\u00fctte wohl nicht. Mit jedem Schritt ver\u00e4ndern sich Blick und Vegetation. Das \u00d6tztal liegt schon weit unten. Das Tumpental er\u00f6ffnet sich nun unterhalb. Etwas besorgt schaue ich auf Gewitterwolken. Der Steig geht entlang der Flanken hoch \u00fcber dem Tumpental. Die Gewitterregen der letzten Wochen haben an manchen Stellen kleine Vermurungen gemacht. Immer karger und felsiger wird die Gegend. Und dann steht sie stolz auf einem Felsenvorsprung vor uns: die Erlanger H\u00fctte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erlanger H\u00fctte, 2550 m<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es tut gut, nicht durch die Berge zu hetzen, \u201eaus der Zeit zu fallen\u201c, gegenw\u00e4rtig zu sein, im Augenblick zu leben, zu verweilen. Die Erlanger H\u00fctte und der romantische Wettersee dahinter sind ideal daf\u00fcr. Sich sp\u00fcren im kalten See durch kurzes Hineintauchen; dann \u00fcber massive Felsbrocken, Ger\u00f6ll und ein ausgesetztes Steiglein auf den h\u00fcttennahen Dreirinnenkogel (2679 m) steigen und von dort auf See und die tief unten liegende H\u00fctte zu schauen und weit hinein ins \u00d6tztal und die gegen\u00fcberliegenden Stubaier Alpen, die mir von den Skitouren vertraut geworden sind. Im Liegestuhl vor der H\u00fctte dann die Wolken beobachten, die das nahende Gewitter ank\u00fcndigen. Das mitgebrachte Buch bleibt ungelesen. Lesestoff ist ein vertrauend-vertrautes Miteinander-Reden inmitten der Bergwelt. Das Gewitter wird m\u00e4chtig mit Hagel und Regenguss und die H\u00fctte wird in vieler Hinsicht als schutzgebend erfahrbar. Beim Abendessen dann Gespr\u00e4che mit anderen Bergsteigenden, Zufallsbegegnungen, die Einblick geben in die Buntheit unserer Welt. Die H\u00fcttenwirtsfamilie ist liebevoll besorgt um ihre G\u00e4ste und verw\u00f6hnt mit einem dreig\u00e4ngigen Men\u00fc. \u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/hf-03a-768x1024.jpg' class='thumbnail' \/>\u00d6ffi-Anfahrt Donnerstag, 17. August 2023. Die \u00d6ffentlichen Verkehrsmittel &#8211; unbezahlte unbezahlbare \u00f6ko-bewusste Werbeeinschaltung!! &#8211; sind gut aufeinander abgestimmt. Der Bus zum Bahnhof ist gerade vor der Haust\u00fcr und ich w\u00e4hle einmal nicht das Rad. Dieses will ich nicht zur Versuchung f\u00fcr Diebe machen, wenn es drei Tage und N\u00e4chte am Bahnhof stehen w\u00fcrde. 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