{"id":9436,"date":"2023-09-05T20:07:19","date_gmt":"2023-09-05T20:07:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=9436"},"modified":"2023-10-04T18:01:15","modified_gmt":"2023-10-04T18:01:15","slug":"mit-fahrraedern-auf-historischen-spuren-widerstaendischer-menschen-in-kriegerischen-zeiten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=9436","title":{"rendered":"Mit Fahrr\u00e4dern auf historischen Spuren widerst\u00e4ndischer Menschen in kriegerischen Zeiten"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/b-4-p-fahne-4.jpeg\"><img loading=\"lazy\" width=\"808\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/b-4-p-fahne-4-808x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9437\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/b-4-p-fahne-4-808x1024.jpeg 808w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/b-4-p-fahne-4-237x300.jpeg 237w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/b-4-p-fahne-4-768x974.jpeg 768w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/b-4-p-fahne-4-1212x1536.jpeg 1212w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/b-4-p-fahne-4-1616x2048.jpeg 1616w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/b-4-p-fahne-4.jpeg 1939w\" sizes=\"(max-width: 808px) 100vw, 808px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Im j\u00fcngsten Interview mit Christian Wehrsch\u00fctz in der Sonntags-Krone fragt der aktuell prominenteste Kriegsreporter \u00d6sterreichs: \u201eWo ist endlich eine wirklich entschlossene politische L\u00f6sungsabsicht? Wo ist die Friedensbewegung? Gibt es die noch?\u201c Knapp drei Dutzend Friedensbewegte von Pax Christi Italien und Pax Christi \u00d6sterreich signalisierten am ersten Septemberwochenende, dass es den vom ORF-Korrespondenten erhofften Aufstand von Menschen noch geben k\u00f6nnte, die f\u00fcr antimilitaristische und pazifistische L\u00f6sungsmodelle von kriegerischen Konflikten eintreten. Angesichts der fortschreitenden Zerst\u00f6rung der Sch\u00f6pfung fand die Fahrt vom 1. bis 3. September in drei Etappen vom Brenner \u00fcber Brixen und Bozen nach Trient realsymbolisch mit Fahrr\u00e4dern statt. Das gab auch Gelegenheit f\u00fcr intensive Wahrnehmungen von Landschaften und f\u00fcr Gedanken, die im Rhythmus des Herzens und der Emotionen sich drehen konnten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Brenner und der Hl. Valentin<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gestartet wurde zeitlich bewusst am 1. September. Dieses Datum erinnert an den \u00dcberfall Hitlers auf Polen im Jahr 1939 und damit an den Beginn des Zweiten Weltkriegs. Seit vielen Jahren wird der Septemberbeginn nun als Anti-Kriegstag begangen. Zugleich ist der 1. September f\u00fcr die christlichen Kirchen der Weltsch\u00f6pfungstag. Beide Inhalte bildeten die Grundlage f\u00fcr den Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Valentin am Brenner. Der Hl. Valentin ist wie kaum ein anderer in der religi\u00f6sen Volkskultur S\u00fcdtirols pr\u00e4sent. Ein gro\u00dfes Wandbild im Nazarenerstil zeigt ihn am rechten Seitenaltar der Kirche als Patron der Reisenden. F\u00fcr uns Friedensbewegte ist er zugleich einer jener gro\u00dfen Nachfolger in der widerspenstigen Tradition des Jesus von Nazareth. Der Heilige Valentin gehorchte nicht den ungerechten Befehlen des Kaisers. \u201eMan muss Gott mehr gehorchen als den Menschen \u2026\u201c ist jenes religi\u00f6se Paradigma, das nie seine G\u00fcltigkeit verlieren darf und zugleich immer wieder in Konflikt mit Herrschaftsinteressen f\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<p>Mein Text zu Valentin enth\u00e4lt den Grundakkord, der genau so f\u00fcr die Erinnerung an die n\u00e4chsten Gestalten unserer Fahrt gilt: Seine T\u00f6ne sind Widerst\u00e4ndigkeit, Gewaltverzicht und Liebe. Die Lyrics dazu schrieb Hannah Arendt: &#8222;Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen.&#8220; <br><br>Valentin sch\u00fctzt:<br>Liebende mit ihrer Liebe und<br>Verliebte mit ihren Tr\u00e4umen<\/p>\n\n\n\n<p>Valentin ermutigt:<br>leidenschaftlich vom Glauben zu erz\u00e4hlen und<br>unerschrocken Zeugnis zu geben<\/p>\n\n\n\n<p>Valentin bekr\u00e4ftigt:<br>couragiert dem eigenen Gewissen zu folgen und<br>widerst\u00e4ndisch f\u00fcr das Recht einzutreten<\/p>\n\n\n\n<p>Valentin fordert heraus:<br>sich jedem Krieg zu entziehen und<br>friedlich der Gewalt zu begegnen<\/p>\n\n\n\n<p>Valentin warnt vor Gefahren:<br>st\u00e4rke die Liebenden<br>Du \u201eFall-nit-hin\u201c!<\/p>\n\n\n\n<p>sch\u00fctze die Liebenden<br>ermutige die Verfolgten<br>bekr\u00e4ftige die Widerst\u00e4ndischen<br><br><strong>Sterzing und Alexander Langer<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit regenbogenbunten flatternden Friedensfahnen geht es schnell den Radweg auf der aufgelassenen Bahnstrecke hinunter. Die Brennerautobahn auf hohen St\u00fctzpfeilern beherrscht das obere Eisacktal. Dort tobt sich der Massenverkehr aus. Eine ununterbrochene Kette von Verbrennungsmotoren, die ihre Emissionen in die Atmosph\u00e4re loslassen. Das Klima wird aufgeheizt. Die Massen verhalten sich so, als h\u00e4tte es den Katastrophensommer mit Feuersbr\u00fcnsten an vielen Orten und unz\u00e4hligen Unwettern nicht gegeben. Im hinteren Pflerschtal sind nur mehr k\u00fcmmerliche Reste einst gro\u00dfer Gletscher. Gegen die apokalyptischen Bilder der Jetztzeit wirkt unser Bike4Peace-Projekt ohnm\u00e4chtig. In der gr\u00f6\u00dften Kirche von Sterzing machen wir einen Stopp und denken an Alexander Langer. Sterzing war seine Heimatgemeinde. Der 1947 geborene Friedens- und Umweltaktivist war bis zu seinem fr\u00fchen selbstgew\u00e4hlten Tod im Jahr 1995 ein unerm\u00fcdlicher K\u00e4mpfer f\u00fcr das \u00dcberwinden von Grenzen in den K\u00f6pfen und Herzen der Menschen. Wir sind in der Kirche, in der der kleine Alexander wohl viele Male mit besonderem Eifer ministriert hatte. Er verweigerte es f\u00fcr sich, einer der drei Sprachgruppen zugeteilt zu werden. Ein \u201erevolution\u00e4res Christentum\u201c war ihm ein Anliegen. Daf\u00fcr gr\u00fcndete er die erste zweisprachige Zeitschrift S\u00fcdtirols. &nbsp;Als Abgeordneter der Gr\u00fcnen im EU-Parlament engagierte er sich gegen die aufflammenden Sezessionskriege im ehemaligen Jugoslawien. Reinhold Messner hat ihn als einen der gr\u00f6\u00dften Politiker S\u00fcdtirols bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Brixen und Nikolaus von Kues<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Regens des Priesterseminars von Brixen f\u00fchrte uns zur\u00fcck in die Zeit des Nikolaus von Kues. \u201eWer im Namen von Religion Krieg f\u00fchrt, hat nicht verstanden, was Religion ist\u201c. Dieses Zitat stellte er an den Beginn seines Vortrags. Nikolaus von Kues, auch Cusanus genannt, war als Universalgelehrter der Renaissancezeit nicht nur Philosoph und Theologe, sondern zugleich Physiker und Mathematiker. In seiner Person und seinem Denken wird sichtbar, dass Glaube und Vernunft, Ethik und Religion nie getrennt sein d\u00fcrften. Als Humanist sah er schon in der Mitte des 15. Jahrhunderts, als sich die Trennung von islamischer und christlicher Welt noch mehr verfestigte, dass sich in der Mitte der gro\u00dfen Religionen sich alle in Frieden finden k\u00f6nnten. Als F\u00fcrstbischof von Brixen konnte er sich jedoch nicht gegen den Landesf\u00fcrsten durchsetzen und seine Bem\u00fchungen um Reformen hatten nicht jenen Erfolg, den er sich erwartet hatte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klausen und Jakob und Katharina Hutter<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Klausen war am zweiten Tag der Friedensfahrt ein n\u00e4chster Stopp. Oberhalb dieser Stadt liegt die kleine Ortschaft Gufidaun. Georg und Hemma Zingerle leben dort im Schloss Summerberg. Sie erz\u00e4hlten uns von Jakob und Katharina Hutter, die dort gefangen genommen worden sind und zum Tode verurteilt wurden. Jakob Hutter wurde 1536 in Innsbruck dann am Scheiterhaufen verbrannt, seine Frau Katharina sp\u00e4ter ertr\u00e4nkt. F\u00fcr die M\u00e4chtigen ihrer Zeit stellte die radikale Nachfolge im Geiste des Evangeliums eine Bedrohung dar. Die Hutterer lehnten jede Waffengewalt ab und lebten in kommunit\u00e4ren Gemeinschaften ohne Privatbesitz. Das stand v\u00f6llig im Widerspruch zur Gewalt- und Besitzlogik der Herrschenden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bozen, das ehemalige nationalsozialistische Durchgangslager und der Selige Joseph Mayr-Nusser<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kurz vor Bozen geht der Radweg \u00fcber eine Br\u00fccke \u00fcber den Eisack. Sie ist nach Alexander Langer benannt. Unterwegs mit den regenbogenbunten Farben blieb unsere Fahrt nicht unbemerkt. Wenngleich in fast ohnm\u00e4chtiger Kleinheit k\u00f6nnen wir als Pax-Christi-Menschen mit unserer Fahrradtour doch zeigen: Es gibt sie noch, die friedensbewegten Menschen, die sich in ihrer Sehnsucht nach Frieden gemeinsam und \u00f6ffentlich auf den Weg machen.<\/p>\n\n\n\n<p>In Bozen war die erste Station am Gedenkort von Joseph Mayr-Nusser im Dom. Kunstvoll ist die Gedenkst\u00e4tte, gestaltet mit dem Rot der M\u00e4rtyrer, ein blutrotes Band zieht sich von der stichwortartigen Beschreibung seines Lebens zum Seitenaltar, in dem sich die Urne mit der Asche des Seligen befindet. Blutrot der gl\u00e4serne Altar und es ist gar kein Stilbruch, dass sich oberhalb dieser Gedenkinstallation ein alter gotischer Fl\u00fcgelaltar befindet. Joseph Mayr-Nusser gilt als Leitfigur des Widerstands gegen die NS-Unrechtsherrschaft. Als Pr\u00e4sident der Katholischen Jugend verfasste er Artikel gegen den Rassenwahn und die Kriegspropaganda und verweigerte dann den F\u00fchrereid. \u201eWenn nie jemand den Mut aufbringt, ihnen zu sagen, dass er mit ihren nationalsozialistischen Anschauungen nicht einverstanden ist, dann wird es nicht anders.\u201c Solche Aussagen charakterisieren die Haltung des Mannes, der 2017 seliggesprochen worden ist und nicht nur f\u00fcr uns in Pax Christi ein gro\u00dfes Vorbild ist. Sein Beispiel ist von bleibender Bedeutung. Er selbst schrieb bereits vor dem Krieg: \u201eZeugnis geben ist heute unsere einzige, schlagkr\u00e4ftigste Waffe. Seltsam genug. Nicht Schwert, nicht Gewalt, nicht Geld, nicht einmal den Einfluss geistigen K\u00f6nnens, geistiger Macht, nichts von all dem ist uns als unerl\u00e4sslich geboten, um die Herrschaft Christi auf Erden aufzurichten. Etwas ganz Bescheidenes und doch viel Wichtigeres hat uns der Herr geboten: Zeugen zu sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Am 2. September 1943 wurden die ersten Bomben der Alliierten auf kritische Infrastruktur in Bozen abgeworfen, das damals noch unter nationalsozialistischer Herrschaft war. An diese Geschichte erinnerte unser Besuch im ehemaligen Durchgangslager. 80 Jahre sp\u00e4ter ist es eine Gedenkst\u00e4tte im S\u00fcden von Bozen. Wir wurden von einem Historiker in die Schreckenszeit eingef\u00fchrt, an die die heutige Gedenkst\u00e4tte erinnert.&nbsp; Meine Gedanken gleiten immer wieder weg vom Faschismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts, unter dem die Bev\u00f6lkerung S\u00fcdtirols besonders zu leiden hatte, in die Jetztzeit zu dem Ph\u00e4nomen, das mit Giorgia Meloni und ihrer Fratelli d\u2019Italia ins Kapitel \u201ePostfaschismus\u201c f\u00e4llt. &nbsp;\u201eNie wieder Faschismus!\u201c lautet meine F\u00fcrbitte beim Gottesdienst, den wir in gemeinsam mit einer Pfarrgemeinde in Gries feiern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kurtatsch und die Katakombenschulen-Lehrerin Angela Nikoletti<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auf unserer F\u00e4hrte von widerst\u00e4ndischen Menschen kommen wir nach Kurtatsch. Die kleine Ortschaft liegt an der Weinstra\u00dfe im S\u00fcdtiroler Unterland. Wir zweigen bei Neumarkt vom Etschradweg ab, radeln durch die Apfelplantagen, die hier das Bild des Unterlandes pr\u00e4gen, und sehr steil geht es dann die Angela Nikoletti-Stra\u00dfe hinauf in die Ortschaft. Mit diesem Stra\u00dfennamen sind wir schon beim Hauptgrund unseres Besuches: Angela Nikoletti. Die B\u00fcrgerin aus Kurtatsch steht als Katakombenschulen-Lehrerin f\u00fcr den unerschrockenen Widerstand gegen Faschismus, f\u00fcr zivilen Ungehorsam gegen den Italienisierungsterror nach der Annexion S\u00fcdtirols, f\u00fcr das Recht auf die deutsche Muttersprache in dem Gebiet, das nach den Friedensvertr\u00e4gen von St. Germain von den Siegerm\u00e4chten dem italienischen Staat zugeschrieben wurde, und f\u00fcr mutiges Aufbegehren gegen die menschenrechtswidrige Assimilierung einer Sprach- und Kulturgruppe in einer Minderheitensituation. \u201eDona nobis pacem \u2026\u201c, schenke uns Frieden, singen wir in der Pfarr- und Wallfahrtskirche. Das Gnadenbild zeigt Maria mit einer Tr\u00e4ne. Es f\u00e4llt nicht schwer, sie als Tr\u00e4ne angesichts von bleibend faschistischen Tendenzen zu deuten. Der ehemalige B\u00fcrgermeister und jetzige Obmann des Pfarrgemeinderates von Kurtatsch, Martin Fischer, bringt uns die Gestalt von Angela Nikoletti n\u00e4her: Ihre Jugend f\u00e4llt in jene Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, als mehr und mehr faschistische Kr\u00e4fte begannen, den muttersprachlichen Unterricht auf Deutsch zu verdr\u00e4ngen bzw. \u00fcberhaupt zu verbieten. Darauf bildete sich ein Netzwerk von Menschen, die listig mit den klassischen Methoden des zivilen Ungehorsams Kinder und Jugendliche in \u201eGeheimschulen\u201c in Deutsch unterrichteten. Frauen besuchten vordergr\u00fcndig einen N\u00e4hkurs, w\u00e4hrend sie in Wirklichkeit f\u00fcr den geheimen Unterricht ausgebildet wurden. Die damals 20-j\u00e4hrige Angela Nikoletti hatte bereits eine p\u00e4dagogische Ausbildung an der Lehrerbildungsanstalt Zams absolviert. Sie fand ihre Berufung als P\u00e4dagogin f\u00fcr die Katakombenschule. Der Name wurde von einem Priester bewusst erfunden, um an das fr\u00fche Christentum zu erinnern, als sich die ersten Gemeinden im Geheimen trafen und damit die Befehle des r\u00f6mischen Kaiserreiches brachen. Allerdings gab es nicht nur widerst\u00e4ndische Personen, sondern auch Denunzianten. Angela Nikoletti wurde verraten, kam in Haft und die Nachwirkungen der harschen Haftbedingungen f\u00fchrten zu ihrem baldigen Tod. \u201eKein Mensch hat das Recht zu gehorchen \u2026\u201c Dieses Leitzitat von Hannah Arendt war wieder in meinem Sinn, als ich dankbar f\u00fcr die Ermutigung am Grab von Angela Nikoletti stand. Ich w\u00fcnsche mir jedenfalls, etwas von diesem Mut und auch dieser Opferbereitschaft von Nikoletti zu haben. Auf einer br\u00f6ckelnden Hausmauer in Kurtatsch ist mit roter Farbe ein Tiroler Adler gesprayt. Der ehemalige Sch\u00fctzenhauptmann von Kurtatsch, J\u00f6rg Gruber, bringt es auf den Punkt, was die bleibende Lehre aus der Geschichte ist \u2013 auch mit Blick auf den gewaltsamen S\u00fcdtiroler Widerstand gegen ungerechte Gesetze im Zusammenhang mit der Annexion: \u201eWiderstand gegen ein Regime muss nicht immer mit Gewalt verbunden sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Gedanken gehen nun in die Jetztzeit. Morgen werde ich wieder unterst\u00fctzend f\u00fcr die Letzte Generation auf der Stra\u00dfe sein. F\u00fcr mich ist klar, dass die Klimakleber:innen des Jahres 2023 auch etwas von diesem Geist des gewaltfreien Widerspruchs leben, der Nikoletti 100 Jahre zuvor auszeichnete.<\/p>\n\n\n\n<p>Ermutigt durch die Begegnung fahren wir hinunter nach Margreid, vorbei am Geburtshaus von Angela Nikoletti. Befreit von Lkws ist an diesem Sonntagnachmittag die Weinstra\u00dfe. Nur Motorr\u00e4der zerst\u00f6ren die Ruhe. Salurn \u2013 und dann wieder entlang des Radweges nach Trient, jener Stadt, die f\u00fcr eines der bedeutsamsten Konzilien der Christenheit steht. Hitze weit \u00fcber 30 Grad hat sich auf die Landschaft gelegt. Das Tal mit den hohen Felsw\u00e4nden auf beiden Seiten ist wie ein Windkanal, der die Radfahrenden mit den Friedensfahnen und der Friedenssehnsucht in den S\u00fcden bl\u00e4st.<\/p>\n\n\n\n<p>Klaus.heidegger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/b-4-p-fahne-4-808x1024.jpeg' class='thumbnail' \/>Im j\u00fcngsten Interview mit Christian Wehrsch\u00fctz in der Sonntags-Krone fragt der aktuell prominenteste Kriegsreporter \u00d6sterreichs: \u201eWo ist endlich eine wirklich entschlossene politische L\u00f6sungsabsicht? Wo ist die Friedensbewegung? 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