{"id":9807,"date":"2024-01-11T08:49:19","date_gmt":"2024-01-11T08:49:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=9807"},"modified":"2024-01-12T12:48:18","modified_gmt":"2024-01-12T12:48:18","slug":"9807","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=9807","title":{"rendered":"Friedens- oder Kriegslogik, Kaiserlicher Kriegswahn oder pazifistische Interventionen"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>(Vorbemerkung)<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Bild_2024-01-11_101042305.png\"><img loading=\"lazy\" width=\"808\" height=\"571\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Bild_2024-01-11_101042305.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-9812\" srcset=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Bild_2024-01-11_101042305.png 808w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Bild_2024-01-11_101042305-300x212.png 300w, http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Bild_2024-01-11_101042305-768x543.png 768w\" sizes=\"(max-width: 808px) 100vw, 808px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Das Katholische und Evangelische Bildungswerk von Bad Ischl luden mich zu einem Vortrag \u00fcber Frieden und Gewaltverzicht ein. Der Saal im katholischen Pfarrheim im Zentrum von Ischl war gef\u00fcllt. Ermutigend, dass sich viele Menschen an einem Abend Zeit nehmen, um sich Gedanken zu machen, wie in dieser kriegerischen Zeit Kriege beendet und Frieden aufgebaut werden k\u00f6nnten. Da nehme ich gerne den weiten Weg von Innsbruck nach Ischl auf mich. Hier die Kurzfassung des vorbereiteten Referates, von dem ich aber situationsbedingt doch immer wieder abgewichen bin.)<\/em><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"has-medium-font-size\" style=\"font-style:normal;font-weight:700\">1) Hinf\u00fchrend<\/h1>\n\n\n\n<p>Heute, der 9. J\u00e4nner 2024, ich h\u00f6rte wie so oft zu Beginn des Tages die BBC-News. &nbsp;Mehr als die \u00f6sterreichischen Sender berichtet BBC-International auch aus der Sicht der pal\u00e4stinensischen Bev\u00f6lkerung. Ich h\u00f6rte von einem neunj\u00e4hrigen Kind im S\u00fcden von Gaza, das \u00fcber und \u00fcber Splitter von einem Raketeneinschlag im K\u00f6rper hatte, \u00fcberall blutete, dessen Eltern von der Bombe zerfetzt wurden. Ich f\u00fchlte in mir unendliche Trauer, Wut, sp\u00fcrte die Tr\u00e4nen. Ich h\u00f6rte in den Morgennachrichten des noch jungen Jahres von weiteren Drohnenangriffen auf ukrainische St\u00e4dte und einmal mehr rief Selenskyo zum milit\u00e4rischen Gegenangriff auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie k\u00f6nnen wir angesichts der Schreckensbilder unserer Zeit nicht verzweifeln? Kriege herrschen zu Beginn des Jahres 2024 nicht nur im Nahen Osten, in der Ukraine, im Sudan. Das Heidelberger Institut f\u00fcr den Frieden listet 216 gewaltsame Konflikte auf dieser Welt auf. Laut Global Peace Index wurden im Jahr 2022 238.000 Menschen bei milit\u00e4rischen Auseinandersetzungen get\u00f6tet, doppelt so viele wie im Jahr zuvor. In einem gerade ver\u00f6ffentlichten Buch mit dem Titel &#8222;Warum die Welt keinen Frieden findet&#8220; spricht der Politologe und Berater der Deutschen Bundeswehr, Carlo Masala, davon, dass wir uns alle mit der Realit\u00e4t der Kriege abfinden m\u00fcssten. Es sei eine Illusion, dass Frieden als dauerhafter Zustand irgendwann eintreten k\u00f6nnte. &#8222;Wie gew\u00f6hnt man sich an den Krieg?&#8220;, fragte die Reporterin den Sicherheitsexperten.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie sind wohl hier, weil Sie sich nicht an einen Krieg gew\u00f6hnen m\u00f6chten. Ich beginne zun\u00e4chst mit einem Dank. Die bequeme Couch verlassen, den Zuschauermodus auf Aktivit\u00e4t umschalten, durch die Minusgrade zu gehen, um sich einen Vortrag anzuh\u00f6ren und mitzudiskutieren \u2013 das sind schon Schritte einer Friedenskultur. Ihr Hiersein zeigt mir, dass Ihnen die Sache des Friedens nicht egal ist, dass Sie wahrscheinlich sehr betroffen sind von dem kriegerischen Irrsinn in der Welt, vom den nun fast zweij\u00e4hrigen Krieg in der Ukraine, von den Kriegsbildern aus dem Gazastreifen. Ja, Sie suchen nach Antworten \u2013 genauso wie ich, suchen nach Menschen und Organisationen, die selbst nach L\u00f6sungen suchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sache des Friedens ist zu wichtig, als dass wir sie an irgendwelche bestens bezahlten Politiker:innen oder Expert:innen delegieren k\u00f6nnten, die daf\u00fcr \u00fcber viele Ressourcen verf\u00fcgen und hauptberuflich auf diversen politischen Ebenen arbeiten k\u00f6nnen. Die Sache des Friedens und der Arbeit gegen die Kriege ist die Aufgabe von uns allen, der so genannten Basis, der Menschen, die ihren t\u00e4glichen Berufen in unterschiedlichsten Bereichen nachgehen. Frieden ist eine zutiefst demokratische Angelegenheit. Das kollektive Ged\u00e4chtnis von Ihnen hier im Saal als Ischlerinnen und Ischler ist wohl auch gepr\u00e4gt von jenen protestantischen Frauen und M\u00e4nnern, die w\u00e4hrend der Reformationszeit und in den nachfolgenden Jahrzehnten sich der katholischen \u00dcbermacht widerst\u00e4ndisch nicht beugten, die sich als ausgebeutete Arbeiterinnen und Arbeiter in den Salzbergwerken organisierten oder die w\u00e4hrend der Schreckenszeit im F\u00fchrergau als Kommunistinnen und Kommunisten Widerstand gegen die Nationalsozialisten lebten. Die Suche nach Auswegen aus einer Kriegswelt ist Aufgabe von dir und von mir, von Ihnen und uns. Deswegen sind wir hier. Mein Danke gilt Ihnen. Danke auch f\u00fcr die Einladung und Danke der Pax Christi Pfarrgemeinde Bad Ischl.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"has-medium-font-size\" style=\"font-style:normal;font-weight:700\"><a><strong>2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong><strong>In der Kulturhauptstadt Europas 2024 ankn\u00fcpfen<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p>\u201eHeast as nit \u2026 wia die Zeit vergeht \u2026\u201c Ich oute mich an dieser Stelle nicht nur als Pazifst und als jemand, der seit vielen Jahrzehnten auf unterschiedlichen Ebenen in Sachen des Friedens umtriebig ist, sondern auch als Fan von Hubert von Goisern, mit dem ich das Salzkammergut lieber in Verbindung bringe als mit der Habsburger-Geschichte. In seinem Lied \u201eHeast as nit\u201c benennt er das Ph\u00e4nomen, dass Zeiten vergehen und doch zugleich wiederkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bad Ischl verkn\u00fcpfe ich mit einer Kriegsgeschichte, die vergangen ist und doch als Logik in den Kriegsschaupl\u00e4tzen der Gegenwart aktuell ist. 110 Jahre trennen uns von jener Zeit, als Kaiser Franz Joseph von \u00d6sterreich hier in Bad Ischl die Kriegserkl\u00e4rung unterzeichnete, das \u201eManifest an die V\u00f6lker\u201c. Der alternde Kaiser war ein gekr\u00e4nkter Monarch. Heute w\u00fcrden wir von einem gekr\u00e4nkten Narzissten sprechen, der umgeben von einer kriegsl\u00fcsternen Generalit\u00e4t fast die ganze Welt mit einem Federstrich in die erste gro\u00dfe Katastrophe des 20. Jahrhunderts schickte.&nbsp; Der m\u00e4chtigste Patriarch der K&amp;K-Monarchie hatte in fast sieben Jahren seiner Regentschaft immer schon auf Kriegslogik gesetzt, um jedes Aufbegehren niederzuschlagen. Die Art und Weise, wie er Tausende Ungarn wegen eines Aufstands hinmetzeln lie\u00df, w\u00e4re aus heutiger Sicht ein Fall, um wegen Kriegsverbrechen vor dem Internationalen Gerichtshof angeklagt zu werden. Wenn ich vorbei am imperialen Postamt und vorbei an der Trinkhalle gehe, dann sehe ich den Souvenirl\u00e4den die kitschigen Reminiszenzen an Franz und Sisi, gerade so, als k\u00f6nnte man stolz auf diese Geschichte sein. Abertausenden get\u00f6tete Menschen auf den Schlachtfeldern wie K\u00f6niggr\u00e4tz gehen auf das Konto des Habsburger-Monarchen, gehen auf das Konto einer menschenverachtenden Kriegslogik.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei gab es gleichzeitig zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch jene andere Logik, die wir Friedenslogik nennen k\u00f6nnen, und f\u00fcr die eine Bertha von Suttner steht. Der Ruf der Friedensnobelpreistr\u00e4gerin war nicht angekommen in der Ischler Kaiservilla. Franz Joseph wollte nichts wissen von \u201edie Waffen nieder!\u201c. Er ignorierte die Warnungen einer Bertha von Suttner und zw\u00e4ngte sich in seine blitzwei\u00dfe Uniform, auf die keine Blutspritzer kamen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus der Geschichte von damals k\u00f6nnten wir auch heute noch so viel lernen, m\u00fcssen wir lernen. Die Geschichte des Habsburger-Kaisers und damit auch die Geschichte von Bad Ischl ist wie ein Prisma, aus dem wir unsere Kriegszeit heute sehen k\u00f6nnen, als Widerstreit zwischen einer Friedens- und einer Kriegslogik. &nbsp;Auf der einen Seite leben wir in einer Situation, die wie damals durch imperiale Interessen in immer neue Kriege getrieben wird. Die Imperatoren heute tragen Namen wie Putin, Orban, Kim, Trump oder Javier Milei. Auf der anderen Seite gibt es aber auch, nicht weltbestimmend, pazifistische und friedensbewegte Initiativen, f\u00fcr die vor allem Bertha von Suttner steht und ihr Buch \u201eDie Waffen nieder!\u201c Es sind Stimmen, die uns davor warnen, was geschieht, wenn eine Kriegslogik in Gang gesetzt wird, wenn mit Waffen und Worten aufger\u00fcstet wird. Bertha von Suttner war in einer radikalen Minderheit. Die Politik \u2013 das Kaiserhaus \u2013 war nicht auf ihrer Seite. Die Generalit\u00e4t war nicht auf ihrer Seite. Die Mehrheit des Klerus war nicht auf ihrer Seite. Und heute \u2013 110 Jahre danach: Jene, die nicht nach Waffen rufen, werden wie damals eine Bertha von Suttner diffamiert, werden beschuldigt, dem Unrecht nicht widerstehen zu wollen. Bertha von Suttner erkannte, wohin Aufr\u00fcstung und Militarisierungen f\u00fchren \u2013 direkt in den Krieg. Heute sehen wir in vieler Hinsicht massive Militarisierungsschritte. Bertha von Suttner entwickelte zugleich ein Programm eines anderen Lebens, einer anderen Politik: Die Verbannung der Gewalt aus der Politik und der Versuch, die Politik menschenrechtskonform zu gestalten. Bertha von Suttner forderte eine Kultur des Friedens, die bereits bei der Erziehung beginnt und in die Schulen hineinf\u00fchrt. Friede wird gelernt. Frieden entscheidet sich immer auch daran, wie wir im Kleinen miteinander umgehen, wie achtsam wir reden, ob wir \u2013 um es in der Sprache der Gewaltfreien Kommunikation von Rosenberg zu sagen, ob wir wie W\u00f6lfe sind oder wie Giraffen. Bertha von Suttner kritisierte die Medien, die zur Kriegsbegeisterung f\u00fchrten. Sie wurde als naiv und dumm bezeichnet und ihr Buch wurde mit Spottgedichten ins L\u00e4cherliche gezogen, <em>\u201edie Waffen hoch, das Schwert ist Mannes eigen, wo M\u00e4nner k\u00e4mpfen, hat das Weib zu schweigen\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Kaiser Franz Joseph glaubte im Juni 1914, nur wenige Tage nach dem Tod von Bertha von Suttner, man k\u00f6nne durch einen kleinen Krieg die Sache mit Serbien schnell aus der Welt schaffen. Aus dem kleinen Krieg wurde der erste gro\u00dfe Krieg. Der Erste Weltkrieg hat viel gemeinsam heute mit dem Krieg in der Ukraine, nicht nur mit den Kriegsschaupl\u00e4tzen. Kaiser Franz Joseph liebte nicht nur Bad Ischl und den Kindersegen, der auf dieser Stadt liegt, er liebt auch Lemberg, eine seiner Lieblingsst\u00e4dte. Das Land, das er liebte, wurde durch seine Kriegsentscheidung zum Kriegsfeld. Ganz Galizien wurde zum Schlachtfeld, auf dem eine halbe Million Soldaten der Kaisertruppe get\u00f6tet wurden im Kampf gegen die russischen Truppen. Galizien liegt seit zwei Jahren im ukrainischen Kampfgebiet. Was Georg Trakl dichtete, der damals in Galizien k\u00e4mpfte, k\u00f6nnte auch heute gelten. Es ist, als wiederholte sich die Geschichte \u2013 und wenn ich, wie oft, am Grab von Trakl in Innsbruck vorbeifahre, und hin und wieder eine Blume an sein Grab lege, denke ich an ihn, an die Kriege von damals und heute. Eines seiner Gedichte m\u00f6chte ich vortragen, geschrieben in Galizien. Es ist, als w\u00e4re es heute geschrieben worden. \u201eHeast es nit \u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eAm Abend t\u00f6nen die herbstlichen W\u00e4lder<br>Von t\u00f6dlichen Waffen, die goldnen Ebenen<br>Und blauen Seen, dar\u00fcber die Sonne<br>D\u00fcster hinrollt; umf\u00e4ngt die Nacht<br>Sterbende Krieger, die wilde Klage<br>Ihrer zerbrochenen M\u00fcnder.<br>Doch stille sammelt im Weidengrund<br>Rotes Gew\u00f6lk, darin ein z\u00fcrnender Gott wohnt,<br>Das vergossne Blut sich, mondne K\u00fchle;<br>Alle Stra\u00dfen m\u00fcnden in schwarze Verwesung.<br>Unter goldnem Gezweig der Nacht und Sternen<br>Es schwankt der Schwester Schatten durch den schweigenden Hain,<br>Zu gr\u00fc\u00dfen die Geister der Helden, die blutenden H\u00e4upter;<br>Und leise t\u00f6nen im Rohr die dunklen Fl\u00f6ten des Herbstes.<br>O stolzere Trauer! ihr ehernen Alt\u00e4re,<br>Die hei\u00dfe Flamme des Geistes n\u00e4hrt heute ein gewaltiger Schmerz,<br>Die ungebornen Enkel.\u201c<\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4re Trakl heute Kriegsreporter, so w\u00fcrde er nicht anders dichten.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"has-medium-font-size\" style=\"font-style:normal;font-weight:700\"><a>3&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Friedensbotschaft 2024<\/a><\/h1>\n\n\n\n<p>Sie sehen auf meiner Pr\u00e4sentation nun ein Bild von Vivian Silver, einer Friedensaktivistin aus Israel. Sie wurde am 7. Oktober 2023 beim Terroranschlag der Hamas im Kibbuz Be\u2018eri ermordet. Die kanadisch-israelische 74-j\u00e4hrige Frau hat sich ein ganzes Leben f\u00fcr ein friedliches Zusammenleben von Israelis und Pal\u00e4stinensern eingesetzt. Sie startete Hilfsprogramme f\u00fcr Bewohner:innen des Gazastreifens und half ihnen, in Israel medizinisch behandelt zu werden. Kurz nach dem Gaza\u00adkrieg 2014 gr\u00fcndete sie die Friedensbewegung Women Wage Peace mit, die inzwischen mehr als 45.000 Mitglieder hat. Im Kibbuz Be\u2019eri, der ihre Heimat war, lebten viele wie in anderen Kibbuzsiedlungen unweit des Gazastreifens, die zur Friedensbewegung geh\u00f6ren. Der Hamas-Terror hinterlie\u00df auch hier viele Tote: Beim Angriff im Oktober auf Be\u2019eri verloren neben Silver mehr als 100 Bewohner:innen ihr Leben. \u201eRache ist keine Strategie\u201c, so sagte ihr 35-j\u00e4hriger Sohn Yonatan, sei das Motto von Vivian Silver gewesen. Beim Begr\u00e4bnis von Vivian Silver nahmen Israelis wie Pal\u00e4stinenser teil. Seite an Seite stand ein Mann mit einer Kefija und eine Soldatin in der Uniform der IDF.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor gut einer Woche organisierten wir als Pax Christi in Innsbruck wieder die Kundgebung zum Weltfriedenstag am 1. J\u00e4nner. Zum Abschluss der Kundgebung habe ich folgendes Gedicht gesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eFriede! Friede! Friede!<br>Rufen unsere Tr\u00e4nen<br>Rufen unsere \u00c4ngste<br>Rufen wir ganz laut<\/p>\n\n\n\n<p>Friede f\u00fcr heute<br>Friede f\u00fcr Freunde<br>Friede f\u00fcr Feinde<br>Friede f\u00fcr alle und jetzt!<\/p>\n\n\n\n<p>Friede frei von Waffen<br>Friede frei von Bomben<br>Friede frei von Hass<br>So kann Friede leben!<\/p>\n\n\n\n<p>Friede frei von Rache<br>Friede frei von Helden<br>Friede frei von Zerst\u00f6rung<br>So kann Friede wachsen!<\/p>\n\n\n\n<p>Friede durch Vers\u00f6hnung<br>Vers\u00f6hnung durch Vermittlung<br>Vermittlung durch Gespr\u00e4che<br>So kann Friede werden!<\/p>\n\n\n\n<p>Friede! Friede! Friede!<br>Rufen wir ganz laut!<br>Rufen unsere Herzen!<br>Friede! Waffenstillstand! 2024!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die wichtigste Forderung, der wichtigste Ruf heute lautet: Cease fire now! Feuerpause! Waffenstillstand.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"has-medium-font-size\" style=\"font-style:normal;font-weight:700\"><a>4&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Kriegslogik oder Friedenslogik<\/a><\/h1>\n\n\n\n<p>Ich habe bereits von den zwei Logiken gesprochen, zwischen denen die Menschheit sich zu entscheiden hat. Dabei ist eine Kriegslogik nur sekund\u00e4r logisch. An ihrem Beginn stehen nicht Logik und Vernunft, sondern meist dumpfe Emotionen und Affekte, die in einen kollektiven Wahnsinn f\u00fchren. Meist stehen am Beginn ein Abbau von demokratischen Errungenschaften und m\u00e4chtige M\u00e4nner, die sich als absolutistische Herrscher, als autorit\u00e4re F\u00fchrer und Diktatoren entpuppen. Der Weg in den Krieg geschieht meist schleichend \u2013 auch wenn im R\u00fcckspiegel gesehen die einzelnen Schritte schon durchschaubar gewesen w\u00e4ren. S\u00fcndenbock- und Feindbildpropaganda, ein Denken in Freund-Feind-Schemata z\u00e4hlen zum Mindset einer Kriegslogik.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum monstr\u00f6s B\u00f6sen kommt die Menschheit zun\u00e4chst nicht pl\u00f6tzlich, sondern mit vielen kleinen Schritten. Krieg bedeutet unvorstellbares menschliches Leid, physisch und psychisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Friedensbewegte Menschen haben in gewaltfreien Aktionen immer wieder gezeigt, wie eine andere Zukunft jenseits von Krieg und Zerst\u00f6rung machbar w\u00e4re. Die Friedensforschung hat ebendies in vielen B\u00fcchern und wissenschaftlichen Studien bekr\u00e4ftigt.&nbsp; Eine Friedenslogik, so beispielsweise Friedrich Glasl, w\u00fcrde immer f\u00fcr eine intensive direkte Kommunikation zwischen den Konfliktparteien eintreten, w\u00fcrde auf Vermittlung durch internationale Foren wie UNO, OSZE oder NGOs wie dem Internationalen Roten Kreuz setzen. Es sind nicht V\u00f6lker, die Kriege f\u00fchren, sondern m\u00e4chtige M\u00e4nner, die es zu erreichen gilt. In einer Friedenslogik w\u00fcrden auch die Bed\u00fcrfnisse des Gegners ernst genommen, was einen Raum f\u00fcr Verhandlungen schaffen w\u00fcrde. In solchen Verhandlungen gilt es weiters, Vorschl\u00e4ge zu machen, die f\u00fcr beide Seiten Vorteile bringen und man sollte selbst zu Nachteilen bereit sein, um Friedens- und Vers\u00f6hnungsschritte zu setzen. Ich selbst konnte in den USA an einem Forschungsprogramm unter der Leitung von Gene Sharp teilnehmen. Er hat das Konzept einer Sozialen Verteidigung bzw. einer Civilian Based Defense entworfen. Es ist erforscht worden, dass ein \u201estrategisch gewaltfreier Konflikt\u201c wesentlich erfolgreicher ist als bewaffnete Gegenwehr. Rund 200 Methoden der gewaltfreien Intervention haben ihre Bew\u00e4hrungsproben in Tausenden Konflikten l\u00e4ngst bestanden. Sie w\u00e4ren geeignete Instrumente, mit denen Menschen und Politiker:innen kriegerische Konflikte heute beenden k\u00f6nnten und auf denen Sicherheit und Frieden aufgebaut werden k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"has-medium-font-size\" style=\"font-style:normal;font-weight:700\"><a><strong>5&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong><strong>Friedensstrategien mit Blick auf den Krieg im Gaza<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p>Der aktuelle Gaza-Krieg geht nun schon ins 4. Monat. Der Gazastreifen ist komplett zerst\u00f6rt. Mehr als zwei Millionen Menschen sind geflohen, weit mehr als 20.000 sind auf pal\u00e4stinensischer Seite get\u00f6tet worden, Hunderttausende physisch und psychisch verwundet. Kriegslogik. Vernichtung. Rache. Und die Gefahr einer Eskalation bis hin zu einer atomaren Auseinandersetzung. Laut SIPRI besitzt der israelische Staat 70-80 Atomwaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die aktuell wichtigste Forderung lautet wie in jedem Krieg: Feuerpause! Waffenstillstand. Daf\u00fcr br\u00e4uchte es eine bindende Resolution von Seiten der Vereinten Nationen. Es ist absolut unakzeptabel, dass sich das offizielle \u00d6sterreich in den letzten Monaten im Raum der Vereinten Nationen gegen eine solche Waffenstillstandsresolution ausgesprochen hatte. Ein Waffenstillstand \u2013 der auch durch Vermittlung Dritter zustanden kommen k\u00f6nnte \u2013 w\u00fcrde Raum bieten f\u00fcr neue Friedensverhandlungen, w\u00fcrde aber vor allem die dringend humanit\u00e4ren Ma\u00dfnahmen erm\u00f6glichen, damit Menschen im Gazastreifen heute nicht hungern m\u00fcssen, damit sie Zugang zu dringenden medizinischen Ma\u00dfnahmen bekommen und ihr Zuhause wieder aufbauen k\u00f6nnten. Wie die Zukunft aussehen k\u00f6nnte, kann letztlich nur von den Menschen vor Ort entschieden werden \u2013 aber auch daf\u00fcr gibt es Modelle, wie eine F\u00f6deration zwischen dem Staat Israel einerseits und unabh\u00e4ngig verwalteten Pal\u00e4stinensergebieten auf der anderen Seite.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"has-medium-font-size\" style=\"font-style:normal;font-weight:700\"><a>6&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Kriegs-Anti-Kriegs-Rap gegen den Krieg in der Ukraine<\/a><\/h1>\n\n\n\n<p>Das grausame Spektrum der Kriegslogik sehen wir seit zwei Jahren im Krieg in der Ukraine. Ich habe diese Logik in das Format eines Text-Raps gebracht, den ich hier vortragen m\u00f6chte:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201ePutin ist wie Hitler<br>h\u00e4ngt ihn auf<br>Kriegsverbrecher<br>noch mehr Waffen<br>k\u00e4mpfen mit den Panzern<br>noch mehr Waffen<br>k\u00e4mpfen mit den Fightern<br>noch mehr Waffen<br>Napalm her damit<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Pazifist Du<br>Friedensschwurbler<br>Pazifist Du<br>Putinfreund<br>Pazifist Du<br>Du ein Egoist<br><br>Helden braucht das Land<br>sterben f\u00fcr das Land<br>siegen f\u00fcr das Land<br>morden f\u00fcr das Land<br>k\u00e4mpfe Mann<br>Mann gegen Mann<br>sei ein Held<br>sei ein Held<br>Heldenmann<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Pazifismus ist naiv<br>unmoralisch Du<br>Weichei<br><br>Artillerie<br>Infanterie<br>siegen m\u00fcssen wir<br>koste was es wolle<br>Krieg<br>Verteidigungskrieg<br>Stellungskrieg<br>Abn\u00fctzungskrieg<br>Krieg \u2013 verdammt nochmal<br>Sieg ist unsere Fahne<br>siegen bis zum Tode<br><br>zieh die Uniform an<br>setz den Stahlhelm auf<br>gehorche dem Befehl<br>g\u00fcrte dich mit Waffen<br>leg den Finger an den Abzug<br>erschie\u00df den Feind<br>leg ihn um<br>Schlachthaus Bachmuth<br>Rheinmetall jubelt<br>schie\u00dft schie\u00dft schie\u00dft<br>noch mehr Munition<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>das Klima geht drauf<br>wir f\u00fchren Krieg!<br>Menschen verhungern<br>auf in den Krieg!<br>Menschen fliehen<br>auf in den Krieg!<br>Fahnen hissen<br>Waffen schie\u00dfen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Angriff<br>Vergeltung!<br>Offensive<br>Gegenoffensive!<br>Kriegsverbrechen<br>Rache!<br><br>atomares Arsenal<br>ist uns schnauzegal<br>nukleare Waffen<br>f\u00fcr die Menschenaffen<br>Atomkrieg<br>AUS!<br>Aus?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Gewalt ist keine L\u00f6sung<br>soll sie auch nicht sein<br>H\u00f6rt doch endlich auf<br>Krieg ist keine L\u00f6sung<br>soll er auch nicht sein<br>H\u00f6rt doch endlich auf<br>Waffen t\u00f6ten<br>Frieden wollen wir!\u201c<br><br><\/em><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"has-medium-font-size\" style=\"font-style:normal;font-weight:700\"><a>7&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Pazifistische Einw\u00fcrfe gegen den Bellizismus unserer Tage und f\u00fcr eine alternative Friedenspolitik<\/a><\/h1>\n\n\n\n<p>Im Rap habe ich einen Begriff genannt, den ich bis vor kurzem gar nicht kannte. \u201eFriedensschwurbler\u201c.&nbsp; Jetzt wei\u00df ich, was ich f\u00fcr manche bin, wenn ich mich gegen die zunehmenden kriegerischen Dynamiken ausspreche, wenn ich besorgt bin angesichts der weltweiten Aufr\u00fcstungsspiralen, wenn ich sage: Nein zu jeglichen Kriegsvorbereitungen, Ja zu Verhandlungen; Nein zu Waffenlieferungen, Ja zu Schritten der Deeskalation; Nein zum Krieg, Ja zum Frieden. Als Pazifist gelte ich als Friedensschwurbler.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Pazifismuskritik ist nicht neu. Sie durchzieht die Geschichte \u2013 die Kriegsgeschichte, m\u00fcsste ich sagen. Pazifismuskritik durchzieht auch meine eigene Geschichte. Ich bin es gewohnt, mich als Pazifist rechtfertigen zu m\u00fcssen. Das war schon vor 40 Jahren so, in den 80er Jahren, als ich mich im Rahmen der Kath. Jugend in der Friedensbewegung engagierte und wir uns gegen die NATO-Nachr\u00fcstung organisiert hatten. Als wir mit dem Button \u201eSchwerter zu Pflugscharen\u201c an gro\u00dfen Demonstrationen teilnahmen, wurden wir als \u201en\u00fctzliche Idioten\u201c beschimpft und gefragt, ob wir vom Kreml finanziert w\u00fcrden. Solche Unterstellungen gibt es auch heute. In einer Talkshow wurde Sarah Wagenknecht vorgeworfen, sie w\u00fcrde von Putin bezahlt. Ich war vor 40 Jahren lange in der Beratung f\u00fcr die Zivildienstkommissionen. Wer Pazifist war und den Kriegsdienst verweigern wollte, musste sich rechtfertigen und sein Gewissen unter Beweis stellen. Fr\u00fcher wurde ich selbst von den leitenden Personen meiner Di\u00f6zese wegen meines Pazifismus verurteilt. Es hie\u00df: Das sei doch unmoralisch, wenn man sein Land nicht mit der Waffe in der Hand verteidigen wolle. Zum Gl\u00fcck hat sich diese kirchliche Position heute ver\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p>Beginnen m\u00fcsste ich wohl wieder mit einer Definition. Was ist Pazifismus? Es ist eine Haltung und politische Entscheidung, auf kriegerische Bedrohungen und Ausschreitungen ohne Gegengewalt zu antworten und sich gewaltfrei f\u00fcr Frieden einzusetzen. Sie hat eine individuelle Seite. Ich kann f\u00fcr mich Pazifist sein. Sie hat aber auch eine kollektive Seite. Ich kann auch f\u00fcr den staatlichen oder zwischenstaatlichen Bereich eine pazifistische Position einnehmen bzw. f\u00fcr kollektive Entscheidungen pazifistische Optionen einfordern. Beide Formen \u2013 sowohl individuell wie kollektiv \u2013 sind f\u00fcr mich relevant.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Unterscheidung zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik ist f\u00fcr mich in der Frage des Pazifismus nicht zielf\u00fchrend. Das bedeutet: Als Pazifist lasse ich mich nicht reduzieren auf eine gesinnungsethische Position, sondern sage: Pazifistische Ideen sind immer zugleich auch verantwortungsethisch und m\u00fcssen es sein. Es w\u00fcrde uns auch weiterhelfen, wenn wir nicht von \u201edem Pazifismus\u201c spr\u00e4chen, sondern von pazifistischen Ideen, Inhalten und Strategien. Sie sind immer zugleich pragmatisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die kriegerischen Entwicklungen von der Ukraine \u00fcber den Nahen Osten bis nach Taiwan und Nordkorea ist die Welt zu Beginn des Jahres 2024 so nahe an einem Atomkrieg wie noch nie zuvor. Die &#8222;Doomsday Clock&#8220;, also &#8222;Weltuntergangsuhr&#8220;, zeigt keine konkrete Zeit an. Sie ist eine&nbsp;Metapher&nbsp;daf\u00fcr, wie nahe die Menschheit daran ist, sich selbst auszul\u00f6schen. Die Doomsday Clock stammt von der Organisation &#8222;Bulletin of the Atomic Scientists&#8220; und wird&nbsp;seit 1947 kontinuierlich neu eingestellt. Auch die Zerst\u00f6rung des Klimas wird in die Berechnungen mitkalkuliert. Am 24. Januar 2023 wurde die Uhr auf 90 Sekunden vor Mitternacht gestellt. So nah war die Uhr noch nie vor der globalen Katastrophe. Davor stand sie auf 100 Sekunden vor Mitternacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher muss die Strategie des Westens gegen\u00fcber Kriegen dringend ver\u00e4ndert werden. Man braucht eine andere Logik als die milit\u00e4rische Logik. Das Eskalationspotenzial muss herunter.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Krieg in der Ukraine befeuert im wahrsten Sinn des Wortes die Kriegsindustrie und l\u00e4sst die Kriegskassen wie nie zuvor klingen. Auch die EU befindet sich auf politischer wie auf operativer Ebene auf Kriegskurs. Ich m\u00f6chte an dieser Stelle eine paar Stichworte nennen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der EU wurde der sogenannte \u201eStrategische Kompass\u201c beschlossen. Bis zum Jahr 2025 soll ein Aufr\u00fcstungspaket von zus\u00e4tzlich 200 Milliarden Euro umgesetzt werden. Bereits von 2017 bis 2021 sind die EU-Milit\u00e4rausgaben um 30 Prozent gestiegen. Die EU-Staaten werden bis 2025 bis zu f\u00fcnf Mal mehr f\u00fcr milit\u00e4rische Verteidigung ausgeben als Russland. Strategischer Kompass bedeutet aber auch: Das Einstimmigkeitsprinzip wird aufgegeben und die Koalition der Willigen wird allein \u00fcber Krieg- oder Friedenspolitik entscheiden. Auf operativer Ebene bedeutet es den Ausbau eines EU-Hauptquartiers, global agierende EU-Battle-Groups und eine gemeinsame Kriegskassa.<\/p>\n\n\n\n<p>Pazifismus bedeutet ein klares Nein zu solchen Entwicklungen. Ein Nein zu einer Entwicklung der EU zu einem milit\u00e4risch agierenden B\u00fcndnis. Nein zur Aufr\u00fcstung. Nein zum milit\u00e4rischen Waffengang. Mit einer Atommacht kann nicht Krieg gef\u00fchrt werden, ohne mit der Gefahr eines Atomkrieges zu rechnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Redakteur der Berliner taz hat einen Essay geschrieben mit dem Titel: \u201ePazifismus ist nichts f\u00fcr Weicheier.\u201c Und es stimmt: Die linke Backe hinzuhalten ist nicht Unterwerfung, sondern h\u00f6chste Aktivit\u00e4t, die zweite Meile mitgehen ist eine wirksame Strategie der Entfeindung. Pazifismus bedeutet, sich systematisch nach Alternativen umzusehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bekannt ist vielleicht die Studie eines katalanischen Friedensforschungsinstitutes, die vom v\u00f6lkerrechtswidrigen Angriff im Februar 2022 bis Juni 2002 ein paar hundert Beispiele des zivilen Widerstands gegen die russische Invasion aufgelistet hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte hier ein Beispiel erw\u00e4hnen, das anschaulich darstellt, wie Gewaltfreiheit erfolgreich funktionieren kann. Als die russische Armee zwei Tage nach der v\u00f6lkerrechtswidrigen Invasion in Saporischja einmarschiert ist, eine Stadt mit ungef\u00e4hr 40.000 Einwohnern, hat sie den B\u00fcrgermeister festgenommen und ins Gef\u00e4ngnis gesteckt. Darauf ist die Zivilbev\u00f6lkerung auf den Marktplatz gegangen und hat sich singend der Armee entgegengestellt, ganz friedlich, ohne Aggression. Die russische Armee hat ein paar Mal in die Luft geschossen. Aber das hat niemanden erschreckt. Darauf hat es Verhandlungen der Zivilbev\u00f6lkerung mit der Armee gegeben mit dem Ergebnis: der B\u00fcrgermeister wird freigelassen und andererseits d\u00fcrfen die Russen schauen, ob in den H\u00e4usern Waffen versteckt sind. Es wurde keine Waffen gefunden. Am 28. 3. ist die russische Armee von Saporischja weggezogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Solche F\u00e4lle sind viel zu wenig bekannt. Dabei war dieser Protest gar nicht systematisch vorbereitet. Pazifistisch denken w\u00fcrde bedeuten, sich gezielt, geplant, gut vorbereitet auf solche gewaltfreien zivilen Widerstandsformen einzulassen. Von \u201eStrategic Nonviolent Conflict\u201c bzw. von \u201eCivilian Based Defense\u201c spricht die Friedensforschung. Die Konzepte einer Sozialen Verteidigung, die Theodor Ebert, Gene Sharp oder das Friedensforschungszentrum Schlaining entwickelten, sind nicht obsolet.<\/p>\n\n\n\n<p>Pazifismus ist freilich auch eine Frage des Menschenbildes: Pazifistisch denken hei\u00dft davon auszugehen, dass jeder Mensch in sich gut ist. Durch gewaltfreie Methoden wird dieses Gute zum Vorschein gebracht. Dann k\u00f6nnen wir mit Konstantin Wecker weiterhin singen: \u201eUnd wenn die Feinde kommen, werden wir sie umarmen \u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Friedens- und Konfliktforschung zeigt: Mit gewaltfreien Methoden gibt es weniger Leid und weniger Zerst\u00f6rung. Gewaltfreie Strategien f\u00fchren mehr zum \u201eErfolg\u201c als milit\u00e4rische Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bertram Russel oder Albert Einstein, die sich immer f\u00fcr den Pazifismus ausgesprochen haben, haben eine Ausnahme gemacht: N\u00e4mlich die Bek\u00e4mpfung von Hitlerdeutschland. In diesem Punkt haben sie f\u00fcr eine milit\u00e4rische Befreiung Option bezogen. Das ist die eine Ausnahme. Aber: Von einer solchen Situation sind wir weit entfernt. Putin ist nicht Hitler. Das russische System ist nicht Hitlerdeutschland. Ein verbrecherisches System wie das nationalsozialistische System ist nicht gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Hitlervergleiche sind nicht angebracht, daher ist es auch fehl am Platz, wenn vergangene Woche der t\u00fcrkische Pr\u00e4sident Erdogan Netanjahu mit Hitler verglichen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist richtig, dass die Welt sich gegen\u00fcber einem russischen Imperialismus wehren muss und die V\u00f6lker besch\u00fctzen muss, die unmittelbar davon betroffen sind. Es ist notwendig, dass das Existenzrecht des Staates Israel in keiner Weise zu gef\u00e4hrden Zugleich gilt: Pazifistische Strategien sind dabei wesentlich wirksamer.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit der v\u00f6lkerrechtswidrigen Invasion Russlands auf die Ukraine hat es mehrere Bem\u00fchungen f\u00fcr eine Verhandlungsl\u00f6sung gegeben. Ich m\u00f6chte an zwei erinnern, die zuletzt auch immer wieder diskutiert wurden. Der israelische Ex-Pr\u00e4sident Benet hat im M\u00e4rz 2022 versucht zu vermitteln. Ein Friedensschluss sei greifbar gewesen, meinte er. Dann aber kam es zu Interventionen aus Gro\u00dfbritannien und den USA, dass man jetzt nicht verhandle. Kurz darauf kam es zu Verhandlungen in Istanbul. Es gab ein starkes Aufeinanderzugehen. Die Ukraine h\u00e4tte auf einen NATO-Beitritt verzichtet und im Ausgleich dazu Sicherheitsgarantien bekommen. Umgekehrt h\u00e4tten die Russen gesagt, sie z\u00f6gen sich hinter die Linien des 24.2. zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Es w\u00e4re auch heute noch m\u00f6glich zu verhandeln, Verhandlungsangebote zu machen, \u00fcber die Krim und den Donbass auf dem Verhandlungsweg zu reden. Selenskyi wie Putin folgen jedoch der Logik der Krieger. Je l\u00e4nger der Krieg dauert, desto schwerer wird das verhandeln, aber es ist immer noch m\u00f6glich. Konflikte und Kriege sind diplomatisch zu l\u00f6sen. Man muss aufeinander zugehen, um Frieden zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Gesichtspunkt lautet: Gewaltfreie Strategien und ihre Methoden k\u00f6nnen h\u00f6chst erfolgreich sein, w\u00fcrden sie systematisch angewendet. Ein Beispiel. W\u00e4hrend meines Sabbaticals im vergangenen Jahr war ich im Baskenland. In Donostia\/San Sebastian besuchte ich das baskische Nationalmuseum. In einer Ausstellung zur Geschichte des Baskenlandes hie\u00df es: H\u00e4tten weder gro\u00dfe Teile der katholischen Kirche noch die westlichen M\u00e4chte Franco nicht unterst\u00fctzt, h\u00e4tte es im Gegenteil wirtschaftliche und politische Sanktionen gegeben, so w\u00e4re seine Diktatur viel fr\u00fcher beendet worden. Auch hier liegt wieder eine bleibende Ansage \u2013 bis in die Gegenwart des Ukrainekrieges hinein. Im Geflecht internationaler Wirtschaftsbeziehungen w\u00e4re es m\u00f6glich, Imperatoren die Grenzen zu setzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Egal ob in Spanien zur Zeit der Frankodiktatur oder der Ukraine, ob in Afrika, Asien oder Europa: \u00fcberall auf der Welt gelten die Erkenntnisse aus der Friedensforschung, wie Kriege ohne Milit\u00e4rgewalt beendet werden k\u00f6nnen. Seit der v\u00f6lkerrechtswidrigen Invasion russischer Streitkr\u00e4fte hat die ukrainische Zivilgesellschaft spontan und mutig in Hunderten gewaltfreien Aktionen wie ziviler Ungehorsam, Stra\u00dfenblockaden oder Kommunikationskampagnen ihren Widerstand ausgedr\u00fcckt. Das Internationale Katalanische Institut f\u00fcr den Frieden (ICIP) hat in Zusammenarbeit mit einem Institut der Universit\u00e4t Jena Daten \u00fcber den gewaltfreien Widerstand in der Ukraine vom 24. Februar bis zum 30. Juni 2022 gesammelt und ausgewertet. Insgesamt listet der umfangreiche Forschungsbericht 235 dokumentierte gewaltfreie Aktionen auf. Sie werden in drei Kategorien systematisiert: Protestma\u00dfnahmen (148), gewaltfreie Interventionen (51) sowie Formen der Nicht-Zusammenarbeit (36). Es ist wie eine To-Do-Liste des gewaltfreien Widerstands, wie ich sie in einem Forschungsprogramm unter Leitung von Gene Sharp an der Harvard Universit\u00e4t kennenlernen und erforschen konnte. In einer interaktiven Karte des katalanischen Institutes kann die zeitliche sowie geographische Abfolge der gewaltfreien Aktionen im Rahmen dieser drei Kategorien nachverfolgt werden. W\u00e4hrend die offenen Protestaktionen im April aufgrund st\u00e4rkerer Repressionen abnahmen, nahmen die verdeckten Widerstandsformen von Nicht-Zusammenarbeit und zivilem Ungehorsam zu. Gewaltfreie Interventionen waren vor allem zu Beginn sehr verbreitet. Bilder von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, die Stra\u00dfenblockaden errichteten, Stra\u00dfenschilder austauschten und Panzer an der Weiterfahrt hinderten, gingen durch die Berichterstattungen. Da die Ukraine reich an Erfahrungen mit gewaltfreier Aktion ist, da es viele Vernetzungen auf unterschiedlichen Ebenen gibt, ist der in der Fr\u00fchphase der Invasion organisierte gewaltfreie Widerstand verst\u00e4ndlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Internationale Studien haben zwar gezeigt, dass auch gewaltfreier Widerstand keine Erfolgsgarantie geben kann, doch noch weniger kann es das Setzen auf die milit\u00e4rische Karte. Im Gegenteil. Ein historischer Vergleich zeigt, dass gewaltfreier Widerstand mehr als doppelt so oft erfolgreich war als milit\u00e4rischer.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sehen es seit nun schon zwei Jahren in der Ukraine: Der Versuch, die von Russland besetzten Gebiete milit\u00e4risch zu \u201ebefreien\u201c, feuert den Krieg immer noch mehr an, f\u00fchrt zu v\u00f6llig zerst\u00f6rten St\u00e4dten, Abertausenden Toten und Verletzten und dr\u00e4ngt eine friedliche Zukunft f\u00fcr das Land hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schw\u00e4chen des gewaltfreien Widerstands in der Ukraine sind ebenfalls offensichtlich. Sehr bald schon wurde mit voller Kraft auf die milit\u00e4rische Widerstandskraft der Ukraine gesetzt. Kampfparolen waren an der Tagesordnung. Generalmobilmachung erfolgte. Massive Waffenlieferungen aus dem Westen begannen. Allein die USA haben viele Milliarden f\u00fcr milit\u00e4rische R\u00fcstungsanstrengungen in der Ukraine ausgegeben. All diese Anstrengungen verdr\u00e4ngten die anf\u00e4nglich gewaltfreien Protestma\u00dfnahmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Geschichte ist nicht dazu da, um gef\u00e4hrliche Irrwege zu wiederholen, sondern um die Lehren daraus zu ziehen: Gewaltfreie Widerstandsformen gegen illegitime Eroberungen sind, wenn systematisch vorbereitet und geschult, jeder Gewalt vorzuziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Mitglied von Pax Christi blicke ich zugleich auf meine wichtigste Inspirationsquelle: Die Botschaft und das Leben von Jesus von Nazareth. W\u00fcrden all die religi\u00f6sen F\u00fchrer heute ihre Reden am Evangelium orientieren, g\u00e4be es keinen russischen Patriarchen mit seiner offenen Unterst\u00fctzung f\u00fcr Putin, g\u00e4be es aber ein kirchliches Nein zu milit\u00e4rischem Abwehrdenken, bes\u00e4nnen sich die Kirchen selbst zu ihrem gewaltfreien Ursprung, dann w\u00fcrde es keinen Krieg mehr geben. Juden, Christen und Muslime w\u00fcrden wieder in Frieden miteinander leben, wie sie es in Cordoba oder Sevilla taten, Modell auch f\u00fcr gewaltfreies Zusammenleben von Ukrainern und Russen, die sich im gemeinsamen Bekenntnis an die gewaltfreie jesuanische Botschaft finden k\u00f6nnten. Die katholische Kirche heute \u2013 ganz oben mit Papst Franziskus \u2013 gibt zum Gl\u00fcck jenen Kurs vor, der sagt: Jeder Krieg ist ein Verbrechen! Ich wage zu behaupten: Wenn heute alle religi\u00f6sen Menschen die milit\u00e4rischen Denkmuster aufg\u00e4ben \u2013 also auch auf Waffenlieferungen und Aufr\u00fcstungen verzichteten \u2013 dann h\u00e4tten wir den Traum vom \u201eewigen Frieden\u201c erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus ist eben kein Revolution\u00e4r, der mit der Waffe in der Hand f\u00fcr eine gerechte Sache gek\u00e4mpft h\u00e4tte. Im Gegenteil: Seine Botschaft der linken\/rechten Backe, der zweiten Meile und der Feindesliebe gilt. Sie ist unbestreitbar. Der Gewaltverzicht Jesu ist integraler Bestandteil des Christentums. Jesus fordert uns in den Seligpreisungen dazu auf, Pazifistinnen und Pazifisten zu sein \u2013 selig, die pacem facere, selig die Friedensstifterinnen und Friedensstifter. Selig die Pazifistinnen und Pazifisten!<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"has-medium-font-size\" style=\"font-style:normal;font-weight:700\"><a>8&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Mahnende Erinnerungen und wegweisende Geister im Jahr 2024<\/a><\/h1>\n\n\n\n<p>Ich habe meinen Vortrag mit der Geschichte von Bad Ischl begonnen und sie verkn\u00fcpft mit Kaiser Franz Joseph und seiner Kriegslogik. Erlauben Sie mir, nun auch mit einigen europ\u00e4ischen R\u00fcckblicken zu schlie\u00dfen, und sage mit dem wohl ber\u00fchmtesten Diktum von Bruno Kreisky \u201eLernen Sie Geschichte!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 2024, in dem Bad Ischl und das Salzkammergut zur Kulturhauptstadt Europas ernannt worden sind, wird auch an den 300. Geburtstag von Immanuel Kant erinnert und damit an die Aufkl\u00e4rung. Der absolutistische Monarch in seiner Ischler Kaiservilla war ein absolutistischer Herrscher und bek\u00e4mpfte den Geist der Aufkl\u00e4rung. Als gr\u00f6\u00dfter Dichter der Aufkl\u00e4rung gilt hingegen Johan Wolfgang von Goethe. Um die pazifistischen F\u00e4den aus der europ\u00e4ischen Kulturgeschichte aufzugreifen, k\u00f6nnten wir auf sein Werk \u201eIphigenie auf Tauris\u201c blicken. Die Protagonistin schafft es, auf gewaltfreiem Weg durch seelische Aufrichtigkeit Konflikte zwischen G\u00f6ttern und Menschen und zwischen Menschen untereinander zu l\u00f6sen. Ihre Sprache ist die der dringenden Beschwichtigung und nicht des gewaltbereiten Aufschaukelns. Der Gedanke an Tod durch Krieg und Gewaltt\u00e4tigkeit bringt sie zum Schaudern. Die Aufforderung zum Duell im H\u00f6hepunkt des Spannungsaufbaus im 5. Akt versucht sie folgenderma\u00dfen abzuwenden:<br><br><em>\u201eLasst die Hand \/ Vom Schwerte! Denkt an mich und mein Geschick. \/ Der rasche Kampf verewigt einen Mann: \/ Er falle gleich, so preiset ihn das Lied. \/ Allein die Tr\u00e4nen, die unendlichen \/ Der \u00fcberbliebnen, der verlassenen Frau, \/ Z\u00e4hlt keine Nachwelt, und der Dichter schweigt \/ Von tausend durchgeweinten Tag- und N\u00e4chten.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Iphigenie hat die Gewaltt\u00e4tigkeit selber erfahren: sie hat ihre gesamte Familie verloren, wurde fast Opfer eines religi\u00f6sen Mordes und war auch im Exil Zeugin von Ritualmord. Die andere, die nicht gewaltt\u00e4tige Politik, wird bei Goethe mit dem Weiblichen assoziiert:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eWohl uns, dass es ein Weib ist! Denn ein Mann, der beste selbst, gew\u00f6hnt seinen Geist An Grausamkeit und macht sich auch zuletzt Aus dem was er verabscheut, ein Gesetz [\u2026] Allein ein Weib bleibt stets auf einem Sinn, Den sie gefasst. Die rechnest sicherer Auf sie im Guten wie im B\u00f6sen\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die europ\u00e4ische Geschichte kennt nicht nur die Habsburgergeschichte. Es waren vor allem Frauen, die als Opfer der Kriege gegen Krieg und Militarismus anschrieben und so selbst zu Subjekten des Widerstands wurden. Eine davon ist Hedwig Dohm, die Anfang des 20. Jahrhunderts in Berlin als Feministin und Schriftstellerin wirkte. Ich zitiere sie:<br><em>\u201eSchrieb ich\u2019s nicht schon, dass ich politisch ganz und gar ungebildet bin? Aber sie behaupten doch immer, Frauen brauchten nichts zu wissen, nichts zu lernen, sie w\u00fcssten alles aus sich selbst, intuitiv, mit dem Gef\u00fchl. Da siehst du, was aus dem Nurgef\u00fchl herauskommt: Fieber der Kriegspsychose, das in dem Krieg nur ein Gemetzel sieht, nicht den Geist, der \u00fcber den Blutstr\u00f6men schwebt. \u2013 Schwebt er? Ist das deine Meinung? Ach nein \u2013 nein \u2013 siehst du sie nicht \u2013 die vielen, vielen selig grinsenden Kadaver? Weh, ach weh! Aus Massengr\u00e4bern steigen sie. Schatten nur, und doch rinnen aus furchtbaren Wunden ihnen B\u00e4che von Blut. Gierig, gierig trinkt sie die Erde, und D\u00e4mpfe wallen auf wie blutendes Feuer, ihre Funken zerspr\u00fchen mir das Herz. Weinen muss ich, alle Tage, alle Tage, und alle N\u00e4chte muss ich weinen \u2014 immerfort.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Den Worten von Hedwig Dohm und ihrem Weinen \u00fcber den Krieg m\u00f6chte ich nichts mehr hinzuf\u00fcgen. Mit einer Wehklage habe ich begonnen, mit einer Wehklage h\u00f6re ich auf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Bild_2024-01-11_101042305.png' class='thumbnail' \/>(Vorbemerkung) Das Katholische und Evangelische Bildungswerk von Bad Ischl luden mich zu einem Vortrag \u00fcber Frieden und Gewaltverzicht ein. Der Saal im katholischen Pfarrheim im Zentrum von Ischl war gef\u00fcllt. Ermutigend, dass sich viele Menschen an einem Abend Zeit nehmen, um sich Gedanken zu machen, wie in dieser kriegerischen Zeit Kriege beendet und Frieden aufgebaut&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":9812,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[182],"tags":[1772,1777,1775,1706,1774,1773,1776,1141],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9807"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9807"}],"version-history":[{"count":7,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9807\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9818,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9807\/revisions\/9818"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/9812"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9807"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9807"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9807"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}