{"id":10695,"date":"2024-09-22T12:39:08","date_gmt":"2024-09-22T12:39:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=10695"},"modified":"2024-09-22T12:39:08","modified_gmt":"2024-09-22T12:39:08","slug":"ein-bergmensch-an-der-ostsee-in-weiten-von-wasser-und-himmel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=10695","title":{"rendered":"Ein Bergmensch an der Ostsee &#8211; in Weiten von Wasser und Himmel"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ahrenshoop und Kurg\u00e4ste<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/ro-4-s-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/ro-4-s-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10696\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/ro-4-s-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/ro-4-s-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/ro-4-s-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/ro-4-s-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/ro-4-s-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Eine junge Frau geht zum Strand. Das f\u00e4llt auf. Der weit \u00fcberwiegende Teil aller Menschen hier sind G\u00e4ste im reifen Pensionsalter. Einige kommen von dem Kurhotel, das aussieht wie ein gro\u00dfes Kreuzfahrtschiff und in dem die Kurg\u00e4ste wahrscheinlich wie Kreuzfahrtschiffsmenschen sich f\u00fchlen k\u00f6nnen mit Blick auf die Weite der heute tiefblauen Ostsee mit wei\u00dfen Schaumkronen darauf. Langeweile ist auf viele Gesichter geschrieben. Vielleicht auch war ihr Leben weniger weit als die Weite des Meeres, weniger blau als das Blau des Himmels \u2013 und grenzenlose Weite von Meer und Himmel schenken etwas vom grenzenlosen Gl\u00fcck. Nie will ich aber \u00fcber andere urteilen, will selbst leben in der Weite von Himmel und Meer. Ins leicht wellige Wasser gehen nur wenige. Ins Meer hinaus ist der Strand mit Wellenbrechern aus Holzpf\u00e4hlen geteilt. Sie hei\u00dfen hier Buhnen und das Schwimmen in ihrer N\u00e4he soll lebensgef\u00e4hrlich sein. In der Fr\u00fch kamen ein paar G\u00e4ste vom nahen Hotel mit wei\u00dfen Badem\u00e4nteln, die sie auf einen der geschlossenen Strandk\u00f6rbe legten, um dann f\u00fcr ein paar Minuten im kalten Wasser Schwimmbewegungen zu machen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Dorf Ahrenshoop hat eine eigene Geographie. Wir wohnen auf dem h\u00f6chsten Punkt des Ortes, dem Seeberg. 14 Meter Seeh\u00f6he. Man kann auf der schmalen Landzunge in ein paar Minuten zwischen dem Meer im Nordwesten und dem Bodden, einer gro\u00dfen Lagune, im S\u00fcdosten wechseln. So streckt sich die Ortschaft auch langgezogen in einer Ost-West-Richtung. Das Wasser der Ostsee mit 15 Grad ist kalt, das Wasser in der Lagune hat 24 Grad. Ausprobiert habe ich letzteres nicht. Auch in Ahrenshoop sind viele der traditionellen H\u00e4user mit dicken Strohd\u00e4chern bedeckt, auf deren Giebeln manchmal ein doppelter Rosskopf ist, der an das Raiffeisen-Logo erinnert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aggression mit Folgen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es war gestern nach der Tour mit S. Die beiden B\u00fcrgersteige links und rechts der Stra\u00dfe waren voll gem\u00fctlich-gelangweilter Spazierg\u00e4nger. Ebenso am gepflasterten Radweg. Radfahrende werden ohnehin fast massenweise in den Ortschaften von der Stra\u00dfe auf zu enge und holprige Radwege verdr\u00e4ngt. Wir mussten ohnehin abbiegen und w\u00e4hlten daher auf den letzten Metern die Stra\u00dfe. Bei der Abbiegung zu unserem Haus wartete ich auf meinen Freund. Dann sah ich, wie ihn ein Autofahrer hinter mir wild beschimpfte und S. argumentierte laut zur\u00fcck. Ich hatte im Rucksack noch Bier und Mineralwasser. Ich wollte S. unterst\u00fctzen und gestikulierte dem wildgewordenen Mann mit seinem fetten wei\u00dfen Auto, er solle verschwinden. Anstatt dies zu tun, stieg er aber in das Auto, fuhr auf mich zu und ich bekam es mit der Angst zu tun, als er rief: \u201eJetzt zeig\u2018 ich es dir \u2026\u201c Er sprang aus dem Auto und lief in meine Richtung. Vor lauter Schreck machte ich eine abrupte Bewegung &#8211; meiner heilenden Schulter hat dies nicht gutgetan. &#8222;Du feige Sau, schrie er mir noch nach \u2026\u201c <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nationalpark<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>K\u00fcstenwald und K\u00fcste, die weitl\u00e4ufig als Nationalpark gesch\u00fctzt werden. Durch den Wald aus Kiefern, Buchen oder Birken, wo dicker und hoher Farn sprie\u00dft, f\u00fchren Wege. Auf den Wegen sind Radfahrende unterwegs \u2013 die meisten mit E-Bikes, manche mit jenen R\u00e4dern, die den physikalischen Grundgesetzlichkeiten der kinetischen Energie von Masse, Gewicht und Geschwindigkeit zu widersprechen scheinen. Mein Rennrad ist wohl auch nicht das am besten geeignete Fortbewegungsger\u00e4t f\u00fcr die holprigen Wege. In den Ostseeb\u00e4dern dr\u00e4ngen sich dann die Menschen um kleine Verkaufsl\u00e4den. Cafes laden zum Verweilen ein. Die Sandstr\u00e4nde sind herbstlich leer. Die typischen Strandk\u00f6rbe sind abgeschlossen. Ich mag den Sand zwischen den Zehen, das Salz des Meeres auf der Haut und das sanfte Rauschen der Wellen. Weiter drau\u00dfen war eine Sandbank mit Dutzenden Kormoranen, die im Respektabstand von Touristen mit Ferngl\u00e4sern und teils stattlichen Fotoapparaten be\u00e4ugt werden. Die Welt w\u00e4re so sch\u00f6n, w\u00fcrde sie nicht kaputtgemacht von todbringenden Strukturen, von egoistischer Gier, von mitleidslosen aggressiven Grundeinstellungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt aber auch die andere Seite: Ein \u00e4lteres Ehepaar, das bei einer Radpanne anh\u00e4lt und nachfragt, ob sie helfen k\u00f6nnten. Tats\u00e4chlich, er hat einen Pannenspray dabei, eine milchige Fl\u00fcssigkeit, die ins Ventil eingef\u00fchrt wird, eine Gaspatrone, die im Rekordtempo den Reifen prallvoll werden l\u00e4sst. Mehrere Dutzend Menschen sind vorher vorbeigefahren. Wir treffen uns einen Tag sp\u00e4ter zuf\u00e4llig wieder. Er ist Orthop\u00e4de und sie ist Physiotherapeutin. Zuf\u00e4llig? Auch Albert Einstein weilte im fr\u00fchen 20. Jahrhunderten einmal mit seiner Cousine in Ahrensdoop. \u201eGott w\u00fcrfelt nicht \u2026\u201c, hatte der gro\u00dfe Pazifist eine komplexe Wirklichkeit in drei Worten genial zusammengefasst. Es gibt keine Zuf\u00e4lle. Alles Tun ist mit anderem vernetzt, jedes Ereignis hat Ursache und Wirkung: Was als Schicksal bezeichnet wird, birgt in sich auch Hoffnung, durch eigenes Verhalten und Tun Gutes zu bewirken und damit im Netzwerk dieser Welt ein Schmetterlingsfl\u00fcgelschlag sein, der irgendwo und irgendwie anderes besser sein und f\u00fchlen l\u00e4sst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/ro-4-s-1024x768.jpg' class='thumbnail' \/>Ahrenshoop und Kurg\u00e4ste Eine junge Frau geht zum Strand. Das f\u00e4llt auf. Der weit \u00fcberwiegende Teil aller Menschen hier sind G\u00e4ste im reifen Pensionsalter. Einige kommen von dem Kurhotel, das aussieht wie ein gro\u00dfes Kreuzfahrtschiff und in dem die Kurg\u00e4ste wahrscheinlich wie Kreuzfahrtschiffsmenschen sich f\u00fchlen k\u00f6nnen mit Blick auf die Weite der heute tiefblauen Ostsee&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":10696,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1917,1800],"tags":[1993,1994],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10695"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10695"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10695\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10697,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10695\/revisions\/10697"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/10696"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10695"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10695"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10695"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}