{"id":11418,"date":"2025-08-04T10:19:30","date_gmt":"2025-08-04T10:19:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=11418"},"modified":"2025-08-04T10:37:51","modified_gmt":"2025-08-04T10:37:51","slug":"normalspur-schmalspur-und-fahrspur-eine-nass-kalte-fahrt-von-mayrhofen-auf-das-pfitscherjoch-am-1-tag-eines-wochenend-alpencross","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=11418","title":{"rendered":"Normalspur, Schmalspur und nass-kalte Fahrspuren von Mayrhofen auf das Pfitscherjoch"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/ac-5-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/ac-5-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11419\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/ac-5-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/ac-5-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/ac-5-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/ac-5-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/ac-5-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Freitag, der erste Tag im August 2025. Grauschwarze regenschwere Wolken krallen sich an den Bergh\u00e4ngen fest. Der Pegel des Inn ist uferrandvoll. Am Bahnhof in Jenbach wechseln wir von der Normalspur auf die Schmalspur. Bahnfahren entschleunigt wohltuend. Die Mountainbikes lassen sich problemlos in einen der beiden rotgef\u00e4rbten Wagone schieben. Eine Urlauberclique aus dem \u00f6stlichen Teil \u00d6sterreichs steigt lautstark ein. Ihr Alkoholpegel l\u00e4sst sich riechen. Wir suchen uns etwas entfernt von ihnen eine neue Sitzgelegenheit. 50 Minuten dauert die Fahrt. F\u00fcr das Zillertal ist die Schmalspurbahn ein Segen \u2013 ein Segen freilich, in dem der Dorfsegen auch etwas schief h\u00e4ngt. Bislang scheiterte eine Elektrifizierung der Bahn an den dummen Argumenten von den wirtschaftsm\u00e4chtigen Hoteliers und Seilbahnern . Eine Oberleitung aus touristischer Sicht sei nicht sch\u00f6n. Anstatt gerade mit der Elektrifizierung der Zillertalbahn einen klimafreundlichen Schritt zu setzen, nimmt man lieber den L\u00e4rm des tosenden Massen-Verkehrs auf der Zillertal-Schnellstra\u00dfe in Kauf.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Mountainbike-Fahrt beginnt mit einer Fahrt durch die Haupttouristenstra\u00dfe von Mayrhofen. Es ist nicht Lahnenberg und uns begegnet nicht die Familie Sattmann, und doch werden etwas die Gedanken von Mitterers Piefke-Saga wach. Hunderte Menschen bewegen sich zwischen den Gesch\u00e4ften, in denen es irgendeinen Alpenkitsch als Souvenir zu kaufen gibt. Gleich au\u00dferhalb des Mega-Tourismus-Hotspots umarmt uns aber die Natur. Die Steigungen hinein ins Zemmtal sind moderat. Immer heftiger wird der Regen und in Ginzling f\u00fchlt es sich an, als w\u00fcrde einer der Wasserf\u00e4lle direkt auf uns prasseln. So nehmen wir f\u00fcr den restlichen Teil der Alpenstra\u00dfe den Bus, der bis zum Schlegeis-Speicher f\u00e4hrt. Die Mountainbike-Strecke hinauf zum See werde ich ein andermal nachholen. Gewaltig passt wohl als Adjektiv f\u00fcr das Betonmonster, hinter dem sich der smaragdgr\u00fcne Speichersee ausdehnt, aber solche Bauwerke sind wohl der Preis f\u00fcr die n\u00f6tige Energiewende und den Ausstieg aus der fossilen Verbrennungskultur. Erst gestern war ich bei einer Demo in Innsbruck gegen den weiteren Ausbau des Kaunertalkraftwerks, bei dem das hintere Platzertal zu einem Pumpspeicher-See umgebaut werden w\u00fcrde. Gedanken \u00fcber die Energiezukunft Tirols gehen durch meinen Kopf. Wie kann umweltvertr\u00e4glich Energie erzeugt werden?<\/p>\n\n\n\n<p>Gut 400 H\u00f6henmeter sind es vom Stausee (1781m) bis zum Pfitscherjochhaus auf 2276m. Beim heutigen Wetter sind nur wenige Menschen unterwegs. Die Wasserf\u00e4lle zur rechten Seite sind in dieser regen- und wolkendurchtr\u00e4nkten Stimmung noch beeindruckender. Der steinige und grobe Pfad verleitet zum Schieben des Fahrrads. Der Single-Trail hat die Qualifikation \u201eschwer\u201c bzw. S3. Ein altes Zollh\u00e4uschen erinnert daran, dass wir uns auf einem der \u00e4ltesten \u00dcberg\u00e4nge zwischen Zillertal und S\u00fcdtirol befinden. Die h\u00f6lzernen Rollrinnen \u00fcber die Steinstufen wurden wohl f\u00fcr die E-Bikes gebaut. Heute nachmittags sind wir die einzigen Menschen, die mit R\u00e4dern unterwegs sind, obwohl es eine der bekanntesten Trans-Alp-Varianten ist. Der Zamser Grund im Talschluss ist eine beeindruckende alpine Landschaft und wirkt bei diesem regnerischen Wetter ganz besonders.<\/p>\n\n\n\n<p>Abend am Pfitscherjochhaus. Die \u201eH\u00fctte\u201c, die privat gef\u00fchrt wird, ist knapp auf S\u00fcdtiroler Seite des Joches. Sie ist modern ausgebaut. Den H\u00fcttenschlafsack brauchen wir diesmal also nicht. Im Radkeller stehen nur noch zwei andere Fahrr\u00e4der. Die Wolken geben etwas den Blick frei hinunter ins Pfitschertal mit den saftig gr\u00fcnen Wiesen und hin\u00fcber zu den imposanten Nordw\u00e4nden der Hochfernspitze. Wir sind an einem sch\u00f6nen Ort, um im Leben innezuhalten und so das Leben zu sp\u00fcren. Hineingewoben in meine Dankbarkeit f\u00fcr solches Erleben bleiben immer auch die F\u00e4den der Wut und der Trauer, dass m\u00e4chtige Menschen und Strukturen das Leben von Hunderttausenden zur H\u00f6lle machen und dass selbsts\u00fcchtiges Verhalten, Gier und Dummheit f\u00fcr ein Leben in F\u00fclle zerst\u00f6rerisch wirken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/ac-5-768x1024.jpg' class='thumbnail' \/>Freitag, der erste Tag im August 2025. Grauschwarze regenschwere Wolken krallen sich an den Bergh\u00e4ngen fest. Der Pegel des Inn ist uferrandvoll. Am Bahnhof in Jenbach wechseln wir von der Normalspur auf die Schmalspur. 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