{"id":12330,"date":"2026-02-06T15:59:40","date_gmt":"2026-02-06T15:59:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=12330"},"modified":"2026-02-06T16:02:58","modified_gmt":"2026-02-06T16:02:58","slug":"nein-zur-kriegstauglichen-wehrdienstzeitverlaengerung-es-gibt-friedenstaugliche-alternativen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=12330","title":{"rendered":"Nein zur kriegstauglichen Wehrdienstzeitverl\u00e4ngerung \u2013 es gibt friedenstaugliche Alternativen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Peace-Hirzer-1-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"731\" src=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Peace-Hirzer-1-1024x731.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12333\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Peace-Hirzer-1-1024x731.jpg 1024w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Peace-Hirzer-1-300x214.jpg 300w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Peace-Hirzer-1-768x548.jpg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Peace-Hirzer-1-1536x1096.jpg 1536w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Peace-Hirzer-1-2048x1462.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Weltweit steigen die R\u00fcstungsausgaben. In 88 L\u00e4ndern dieser Welt gab es im Jahr 2025 kriegerische Auseinandersetzungen. Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine geht in sein f\u00fcnftes Jahr. Zwei Millionen Tote oder schwer verletzte Menschen auf beiden Seiten und v\u00f6llig zerst\u00f6rte St\u00e4dte zeigen einmal mehr, dass es mit milit\u00e4rischen Mittel keinen Sieg geben kann. Egal ob Berufsarmeen oder solche mit Milizsystem: \u00dcberall auf der Welt richten sie sich auch gegen die eigene Bev\u00f6lkerung. Bedeutsame Atomwaffenabkommen laufen aus. Der Zeiger der Atomkriegsuhr ist knapp vor dem Inferno.<\/p>\n\n\n\n<p>Und \u201etu felix Austria\u201c? Die bestimmenden politischen und \u00f6konomischen Kr\u00e4fte in \u00d6sterreich mimen das geopolitische Aufr\u00fcstungs- und Kriegsgeschehen nach. Die Diskussionen sind beherrscht vom Narrativ, man m\u00fcsse angesichts der Bedrohungslage selbst milit\u00e4risch stark sein. Es gibt eine Verdoppelung des Milit\u00e4rbudgets und zus\u00e4tzlich ein 17-Milliarden schweres Beschaffungsprogramm f\u00fcr neues Kriegsger\u00e4t bis zum Jahr 2032. Der n\u00e4chste Schritt in dieser Militarisierung soll nun eine Verl\u00e4ngerung der Wehrdienstzeit sein. Die Wehrdienstkommission kam zum Ergebnis, das ihre Auftraggeber im Verteidigungsministerium wollten und erwarteten. Tonangebend waren in der Ausarbeitung nicht Friedensforschende, sondern mit dem Bundesheer liierte Personen, deren Expertise sich auf milit\u00e4rische Denkstrukturen bezieht. Es sei unabwendbar, dass der Gesetzgeber &#8211; ob mit oder ohne Volksbefragung &#8211; die Wehrdienstzeit verl\u00e4ngern und eine st\u00e4rkere Milizkomponente beschlie\u00dfen m\u00fcsse. Alle im Parlament vertretenen Parteien &#8211; inklusive Gr\u00fcnen &#8211; stimmen diesem Ansinnen zu. Die jungen M\u00e4nner unseres Landes sollen f\u00fcr den Krieg trainiert werden. Gener\u00e4le erkl\u00e4ren ohne Scham: Heimische Soldaten m\u00fcssen im Gefechtsfeld \u00fcberleben k\u00f6nnen, wenn sie f\u00fcr den Krieg eingesetzt werden. Man will die Mobilmachungsst\u00e4rke von derzeit 50.000 Mann auf 300.000 erh\u00f6hen. Es ist weiters das Kalk\u00fcl, dass alle milit\u00e4rischen Pl\u00e4ne von der ganzen Bev\u00f6lkerung mitgetragen werden. Dem dient zum einen die St\u00e4rkung des Milizsystems und zum anderen eine rein auf milit\u00e4rische Konfliktl\u00f6sung orientierte geistige Landesverteidigung. Auch in \u00d6sterreich wittern in dieser Stimmung r\u00fcstungsproduzierende Firmen nun die Gelegenheit, das Kriegsmaterialiengesetz zu lockern, das aus den Verpflichtungen der \u00f6sterreichischen Neutralit\u00e4t entstanden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Es g\u00e4be die vielen Erfahrungen aus der Geschichte und ihre wissenschaftliche Aufarbeitung in der Friedensforschung, dass Frieden und Sicherheit nicht das Resultat von Kanonenrohren und von Aufr\u00fcstung sind. Es gibt nicht-milit\u00e4rische Strategien, um im Bedrohungsfall eine Nation zu verteidigen. Es gibt Tausende Methoden, die wirksamer, effizienter, nachhaltiger und kosteng\u00fcnstiger sind. \u00d6sterreich k\u00f6nnte seine Sicherheit nicht auf milit\u00e4rische St\u00e4rke und Abschreckung setzen, sondern als Staat mit einer aktiven Neutralit\u00e4tspolitik auf Diplomatie einerseits und auf die Kraft nicht-milit\u00e4rischer Methoden andererseits.<\/p>\n\n\n\n<p>Wehrpflicht \u2013 oder genauer gesagt der Zwang zu Kriegsdiensten \u2013 macht einen Staat nicht resilienter gegen Bedrohungen von innen oder au\u00dfen. In Venezuela baut das Regime weiterhin auf ein straffes Einberufungssystem. Im Iran wird die Zwangsrekrutierung vom Mullah-Regime als Instrument f\u00fcr ihre Terrorherrschaft eingesetzt. Die israelischen Streitkr\u00e4fte k\u00f6nnten ohne straffes Wehrpflichtsystem nicht ihren genozidalen Krieg f\u00fchren. In der weiterhin besetzten Westbank sind es auch Rekruten, die auf Befehl gegen die pal\u00e4stinensische Bev\u00f6lkerung eingesetzt werden. Syrien f\u00fchrt aktuell einen Vernichtungskrieg gegen die Kurden mit M\u00e4nnern, die oft bis zu 24 Monaten zwangsrekrutiert werden. Ohne Wehrpflicht k\u00f6nnten weder Russland noch die Ukraine auf den Schlachtfeldern parieren. Die Wehrpflicht tr\u00e4gt in beiden L\u00e4ndern zur Kriegsverl\u00e4ngerung bei. In all den genannten L\u00e4ndern \u2013 und es g\u00e4be so viel mehr Beispiele \u2013 wird zugleich Kriegsdienstverweigerung oder Desertion mit schwersten Strafen belegt. Wehrpflicht ist nie eine Schule der Demokratie, sondern ihre Gef\u00e4hrdung. Wehrpflicht schenkt keine Sicherheit, sondern erh\u00f6ht die Gefahr, in milit\u00e4rische K\u00e4mpfe verstrickt zu werden, die Tod und Zerst\u00f6rungen nach sich ziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer wirklich Sicherheit will, w\u00e4hlt andere Methoden, als mit Waffen zu k\u00e4mpfen und mit s\u00fcndteurem Kriegsmaterial zu drohen. Eine Ausbildung in den Kasernen f\u00f6rdert nicht den Geist, Konflikte ohne Gewalt zu l\u00f6sen, sondern legitimiert die Anwendung von Gewalt bis hin zum T\u00f6ten. Die Welt w\u00e4re sicherer und humaner ohne milit\u00e4rische Zwangsdienste. Eine andere Logik lautet: W\u00fcrde kein Mensch mehr verpflichtet, den Dienst am Kriegsger\u00e4t zu erlernen, w\u00fcrde kein Mensch mehr lernen, kriegstauglich zu werden \u2013 was auch hei\u00dft, im Ernstfall andere Menschen zu t\u00f6ten, dann g\u00e4be es keinen Krieg mehr. W\u00fcrden nicht M\u00e4nner in Uniformen in den Medien uns t\u00e4glich neu in Talk-Shows und Informationssendungen die Kriege und die Sicherheitslage erkl\u00e4ren, erkl\u00e4rten uns vielmehr Friedensforschende, wie Waffenstillst\u00e4nde gemacht werden k\u00f6nnen, dann w\u00fcrden die R\u00fcstungskonzerne und ihre Aktion\u00e4re nicht l\u00e4nger Profite in schwindelerregendem Ma\u00dfe machen. W\u00fcrden wir aus der Geschichte lernen, dass Aufr\u00fcstung und Hochr\u00fcstung stets Vorbereitungen f\u00fcr Kriege sind und ein friedliches Zusammenleben der V\u00f6lker und Nationen gef\u00e4hrden, dann w\u00fcrden R\u00fcstungsverhandlungen stattfinden und Abr\u00fcstungsprogramme vollzogen werden. W\u00fcrde die Zivilgesellschaft gest\u00e4rkt und gebildet in Konzeptionen einer nicht-milit\u00e4rischen Sozialen Verteidigung, so g\u00e4be es nicht jenes Setzen auf ressourcenintensive und h\u00f6chst klimasch\u00e4dliche R\u00fcstungsprogramme. W\u00fcrde die immerw\u00e4hrende Neutralit\u00e4t als Chance wahrgenommen werden, um sich vermittelnd zwischen die milit\u00e4rischen Bl\u00f6cke und Kriegsparteien zu stellen, w\u00e4re \u00d6sterreich nicht selbst eine Kriegspartei. W\u00fcrden sich die Religionsgemeinschaften und Kirchen ihrer zentralen gewaltfreien Botschaft besinnen, so w\u00e4ren sie jene, die ihren Mitgliedern das kriegstaugliche Hochr\u00fcsten und das F\u00fchren von Kriegen verb\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n<p>Klaus Heidegger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Peace-Hirzer-1-1024x731.jpg' class='thumbnail' \/>Weltweit steigen die R\u00fcstungsausgaben. In 88 L\u00e4ndern dieser Welt gab es im Jahr 2025 kriegerische Auseinandersetzungen. Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine geht in sein f\u00fcnftes Jahr. Zwei Millionen Tote oder schwer verletzte Menschen auf beiden Seiten und v\u00f6llig zerst\u00f6rte St\u00e4dte zeigen einmal mehr, dass es mit milit\u00e4rischen Mittel keinen Sieg geben kann. 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