{"id":12350,"date":"2026-02-23T17:53:38","date_gmt":"2026-02-23T17:53:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=12350"},"modified":"2026-02-23T17:53:38","modified_gmt":"2026-02-23T17:53:38","slug":"von-den-farben-des-friedens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/?p=12350","title":{"rendered":"Von den Farben des Friedens"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Friedensfarben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/graf-13.jpg\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"577\" src=\"http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/graf-13-1024x577.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12352\" srcset=\"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/graf-13-1024x577.jpg 1024w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/graf-13-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/graf-13-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/graf-13-1536x865.jpg 1536w, https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/graf-13.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Gedenken an den v\u00f6lkerrechtswidrigen Angriff vor vier Jahren finden in diesen Tagen viele Solidarit\u00e4tsbekundungen mit der Ukraine statt. Einmal mehr werden die blau-gelben Fahnen mit dem Dreizack gehisst und erstrahlen offizielle Geb\u00e4ude und Sehensw\u00fcrdigkeiten in Blau-Gelb. Vertreter des \u00f6ffentlichen Lebens und der Kirchen meinen es gut, wenn sie sich selbst hinter dem Trysub einfinden und so ihre Solidarit\u00e4t mit der Ukraine bekunden. Nationalflaggen in Kriegszeiten haben jedoch ihre Unschuld verloren. Sie dienen dazu, Leichens\u00e4rge get\u00f6teter Soldaten zu bedecken und damit den Schrecken des Krieges zu kaschieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Farben des Friedens sind jene des Regenbogens, darin sich leuchtend finden die Farben aller Nationen, die miteinander in Frieden leben k\u00f6nnten. Nichts rechtfertigt ein T\u00f6ten f\u00fcr ein paar Quadratmeter Territorium. Deswegen m\u00f6chte ich so gerne sehen in Zeiten von Kriegen: die regenbogenbunten Farben, die Friedensfahnen, wie sie von Rath\u00e4usern und in Kirchen flattern k\u00f6nnten als eindeutige und unmissverst\u00e4ndliche Symbole.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Friedensflagge und Desertion<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Flagge in Zeiten von Kriegen ist schneewei\u00df. Sie bedeutet: Sich ergeben dem Frieden und nicht mehr kriegsrechtfertigende Ziele verfolgen. Die Antwort auf uns\u00e4gliche Gewalt ist nicht wieder Gewalt. Wer Wege des Friedens verfolgt, verl\u00e4sst die dunklen High-Tech-Keller, darin Menschen hinter Monitoren sitzen, um mit Killerdrohnen Jagd auf Menschen zu machen. Wer Frieden will, kommt aus den Sch\u00fctzengr\u00e4ben und richtet seine t\u00f6dliche Waffe nicht l\u00e4nger auf Menschen, die man als Feinde sieht. Wer \u201eWaffenstillstand\u201c ruft, ist nicht feige, sondern handelt vern\u00fcnftig. Der Weg zu einem gerechten Frieden geht \u00fcber das Schweigen der Waffen. Wer aber nach Waffen ruft, gie\u00dft \u00d6l ins Feuer der Kriege. Wer Waffen liefert, beschleunigt die Kriegsbr\u00e4nde. W\u00fcrden doch die Soldaten ihre Stellungen verlassen: es w\u00e4re ein Schritt in eine friedliche Zukunft! W\u00e4ren Deserteure und nicht Krieger die Heroen der Nationen, w\u00e4re der eine Krieg und die vielen anderen l\u00e4ngst schon vorbei. &nbsp;Abertausende Wehrpflichtige sind es in der Ukraine, die ein Einr\u00fccken in den Krieg verweigern. Sie sind keine Feiglinge. W\u00fcrden die Befehle der Gener\u00e4le nicht l\u00e4nger Geh\u00f6r finden, w\u00e4ren Verhandlungen der Politiker denkbar. Nach vier Jahren Krieg um die Grenzen der Ukraine und nach zwei Millionen get\u00f6teten oder verletzten Menschen auf beiden Seiten der Front, muss endlich die Vernunft den Schlachtfeldern ein Ende bereiten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Im Krieg gibt es keine Sieger<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach all den Zerst\u00f6rungen der letzten Jahre hat sich wieder gezeigt: Frieden kann nicht herbeigebombt werden. Im Krieg gibt es keine Sieger \u2013 weder f\u00fcr Putin noch f\u00fcr die Ukraine. Wer von einem \u201eSiegfrieden\u201c tr\u00e4umt und dies weiterhin als Parole ausgibt, handelt wider besseres Wissen. Im Krieg verlieren alle. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der nun schon vierj\u00e4hrige Abn\u00fctzungskrieg ist f\u00fcr alle Beteiligten ein abscheuliches Verbrechen. Ein Krieg kann nie gewonnen werden. Kriege werden immer verloren. Menschenleben gehen verloren \u2013 auf allen Seiten. Lebensm\u00f6glichkeiten gehen verloren. Vertrauen geht verloren. Kinder haben ihre Papas verloren. Soldaten haben Gliedma\u00dfen verloren und werden ein Leben lang verst\u00fcmmelt durchs Leben gehen. Politiker, die M\u00e4nner und Frauen in den Krieg schicken und Waffenlieferungen beschlie\u00dfen, sitzen nicht in den Sch\u00fctzengr\u00e4ben und nicht in den Panzern, auf die mit Drohnen t\u00f6dliche Munition gebombt wird, und liegen nicht in den Spit\u00e4lern mit abgetrennten Gliedern und verbrannter Haut. Wenn ich wieder die Reden der M\u00e4chtigen h\u00f6re, die sich beispielsweise zuletzt bei der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz trafen, dann kommen in mir surreale Bilder hoch: Auf ihren ma\u00dfgeschneiderten Anz\u00fcgen und adretten Designerkleidern sehe ich Blutspritzer.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach vier schrecklichen Kriegsjahren kann der Ruf nur lauten an alle, die daran beteiligt sind: H\u00f6rt auf mit dem K\u00e4mpfen, h\u00f6rt auf mit dem Bomben! \u00a0H\u00f6rt endlich auf Waffen und immer bessere Waffen zu liefern. Es sind schon viel zu viele gestorben, viel zu viele verst\u00fcmmelt, viel zu viele Kinder haben ihre V\u00e4ter verloren in sinnlosen K\u00e4mpfen, Ehepartner haben Geliebte verloren; St\u00e4dte voller Leben wurden zu gespenstisch anmutenden Ruinenst\u00e4dten. Im Visier der Scharfsch\u00fctzen und Drohnenpiloten stehen Menschen, die leben wollen, die Familien haben, die meist nur gezwungen werden zum Dienst mit der Waffe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aufr\u00fcstung als gef\u00e4hrlicher Irrweg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Massive Aufr\u00fcstung ist nur ein Weg in neue Kriege und die Fortsetzung der alten. Man bereitet sich auf einen Ernstfall vor und meint mit Ernstfall den Krieg.\u00a0 Doch Aufr\u00fcstung und Frieden sind ein Oxymoron. Wer zum Krieg r\u00fcstet, wird Krieg machen. Es fehlen die klaren Worte, alles zu tun, dass Kampfhandlungen eingestellt werden. Verstummt und vergessen scheint der Ruf des Papstes in den Kartagen 2024, als er die \u201eWei\u00dfe Fahne\u201c als Strategie f\u00fcr einen Friedensweg vorschlug. In Fernsehsendungen und Talkshows erkl\u00e4ren Soldaten in Kampfuniform, wie Kriege gemacht werden. W\u00fcrden die Menschen den \u201emasters of war\u201c die Gefolgschaft aufk\u00fcndigen, w\u00fcrden die R\u00fcstungsingenieure sich in den Dienst des Friedens und nicht des Krieges stellen, w\u00fcrden Soldaten nicht mehr zu Waffen greifen, st\u00fcnden die Autokraten so nackt da, wie sie von Gott erschaffen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Diplomatie als ein Ausweg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der \u00f6sterreichische Spitzendiplomat Wolfgang Petritsch sprach in einer ORF-Diskussionsrunde (22.2.2026, Im Gespr\u00e4ch mit Susanne Schnabl) vom eklatanten Mangel an diplomatischen Bem\u00fchungen. Man habe die m\u00f6glichen Gespr\u00e4chskan\u00e4le zu Putin einfach ignoriert. Die \u00f6sterreichische Au\u00dfenpolitik sei v\u00f6llig milit\u00e4rlastig und das Budget f\u00fcr die Diplomatie reiche bei weitem nicht aus, um sich entsprechend f\u00fcr Verhandlungen stark zu machen. Petritsch schlug vor, dass die EU einen Sondergesandten beauftragen k\u00f6nnte, um mit Putin Verhandlungen zu f\u00fchren. Das klingt so anders als die unvers\u00f6hnlichen Kriegst\u00f6ne der EU-Au\u00dfenbeauftragten Kaja Kallas. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Des Kaisers neue Kleider<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die modernen High-Tech-Waffen sind des \u201eKaisers neue Kleider\u201c, die nur l\u00fcgenhaft eine Scheinsicherheit vort\u00e4uschen. Es br\u00e4uchte vielmehr den Ruf des Kindes in der Parabel von Hans Andersen: \u201eDer ist ja nackt!\u201c \u2013 so w\u00fcrde die L\u00fcge der milit\u00e4rischen Sicherheit entlarvt. Nur selten gibt es da Stimmen von Menschen, wie Frieden gemacht werden k\u00f6nnte. Macht endlich Frieden! Kriege werden gemacht, aber auch Frieden kann gemacht werden. Wehrhaftigkeit und Abr\u00fcstung schlie\u00dfen sich nicht aus. Wehrhaftigkeit misst sich nicht an immer noch besseren T\u00f6tungssystemen. Gewaltfreie Interventionen und diplomatische Bem\u00fchungen sind die Wege zum Frieden.<br><br>Klaus Heidegger, 23.2.2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img src='http:\/\/www.klaus-heidegger.at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/graf-13-1024x577.jpg' class='thumbnail' \/>Friedensfarben Im Gedenken an den v\u00f6lkerrechtswidrigen Angriff vor vier Jahren finden in diesen Tagen viele Solidarit\u00e4tsbekundungen mit der Ukraine statt. Einmal mehr werden die blau-gelben Fahnen mit dem Dreizack gehisst und erstrahlen offizielle Geb\u00e4ude und Sehensw\u00fcrdigkeiten in Blau-Gelb. Vertreter des \u00f6ffentlichen Lebens und der Kirchen meinen es gut, wenn sie sich selbst hinter dem Trysub&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":12352,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[200,2281,1967,2280,303,646,1141,2279],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12350"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12350"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12350\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12353,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12350\/revisions\/12353"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/12352"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12350"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12350"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.klaus-heidegger.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12350"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}